Google Demand: Analyse-Plattform für Live-Konzerte startet

Google hat mit Demand einen neuen Dienst vorgestellt, der innerhalb der hauseigenen Abteilung Area 120 entwickelt wurde – einem Bereich für experimentelle Projekte. Beteiligt gewesen ist auch der ehemalige Drummer der Band The Barracudas, Nick Turner. Das Ziel ist es, im Bereich Live-Musik Prognosen und Analysen zu erstellen, die etwa Konzertveranstaltern und Promotern weiterhelfen können.

Als Grundlage nimmt man sich Daten aus der Google Suche bzw. den Google Trends – also wie oft etwa nach bestimmten Künstlern gesucht wurde. Ergänzt hat man jene Informationen aber noch durch Daten aus YouTube und Google Play, um zu erkennen, wie stabil das Interesse der Nutzer am jeweiligen Künstler auf lange Sicht ist. Auch weitere Partner zog man zurate, um die Preise von Konzertkarten, in mehr als 200 unterschiedlichen Märkten, auszuwerten.

Ergebnis? Demand soll für rund 19.000 Künstler Einblicke in den Markt für Live-Musik liefern. Beispiel: Man entdeckte etwa, dass ein bekannter Top-40-Künstler seine Tickets unterhalb des üblichen Marktpreises anbot. Klingt erst einmal gut, sei es laut Google aber gar nicht einmal. Denn am Ende waren die Tickets rasch ausverkauft und wurden dann auf dem Gebrauchtmarkt zu Wucherpreisen angeboten.

In einem anderen Fall stellte man fest, dass ein Künstler bei seiner Tour nicht in den Städten auftrat, in denen das Interesse der Fans am höchsten gewesen war. Da wäre also eine andere Route von Vorteil für den Künstler sowie die Fans gewesen. Demand soll seinen Nutzern aber auch Einblicke darin geben, da werden Datenschützer aufhorchen, wie das Interesse an bestimmten Künstlern mit anderen Marken korreliert.

Beispiel: Da könnte man möglicherweise sehen, dass viele Fans von Hip-Hop-Künstler XY auch besonders oft eine bestimmte Turnschuhmarke kaufen. Oder es könnte zu erkennen sein, dass die Hörer einer bestimmten Metal-Band besonders gerne eine bestimmte Whisky-Marke trinken. Das eröffnet natürlich aus Sicht der Künstler und der Marken viele Potenziale für Cross-Promotion.

Selbst kleinere Bands sollen laut Google von Demand profitieren: Sie könnten z. B. sehen, wo andere Bands besonders erfolgreich aufgetreten sind, die ähnliche Musik spielen – und welche Ticketpreise sie ausriefen. Google gibt an, dass man allerdings aktuell noch nicht genau wisse, welche Daten in welcher Form am hilfreichsten seien. Deswegen stelle man die erhobenen Daten aktuell für alle aus der US-Musikindustrie kostenfrei zur Verfügung. Die Registrierung ist hier möglich, aber für Europäer eben aktuell noch kein Thema.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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Ein Kommentar

  1. Sehr interessant!
    Leider nur usa bisher :/

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