eBay: Auktionen sind out, Bequemlichkeit ist in

Das, womit eBay berühmt wurde und jahrelang den Markt beherrschte, ist weder für Verkäufer, noch für Käufer noch interessant: Auktionen. In einer Studie fand das National Bureau of Economic Research heraus, dass gerade einmal 15% der angebotenen Artikel reine Auktionen sind. Der Rest kommt mit einem Sofort-Kaufen-Preis daher.

eBay
Als Ursache für den Auktions-Schwund wurden veränderte Vorlieben der Käufer ausgemacht. Anstatt eine Auktion zu verfolgen, will der Kunde lieber bequem und komfortabel einkaufen, da bietet sich die Sofort-Kauf-Methode an. Die Forscher glauben übrigens, dass eine stärkere Nutzung von Smartphones diesen Trend noch verstärken wird. Belegt wird dies durch die 50% geringeren Seitenaufrufe und 25% niedrigere Verweildauer auf den eBay-Seiten, wenn über ein Smartphone zugegriffen wird anstatt über einen Computer.

[werbung] In den USA soll das Anzeigen-Portal Craiglist ebenso mitverantwortlich sein. Hierzulande sind eher digitale Flohmärkte wie Stuffle oder Shpock im kommen. Das liegt nicht zuletzt an den fehlenden Gebühren und der einfachen Handhabung. Selbst die Konkurrenz aus dem eigenen Haus, eBay Kleinanzeigen, ist für private Nutzer eigentlich besser geeignet als das eBay-Hauptportal.

Die 44-seitige Studie könnt Ihr Euch als PDF herunterladen. Auktionen, nutzt Ihr die noch? Für mich sind die ja weder als Käufer, noch als Verkäufer noch interessant. Social Networks und Kleinanzeigen erfüllen ihren Zweck für meine Käufe oder Verkäufe, aber wie sieht es bei Euch aus? Ist tatsächlich der Wunsch nach Komfort am Rückgang der reinen Auktionen schuld?

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*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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25 Kommentare

  1. Die Ebay Kleinanzeigen haben mich erst wieder zu Ebay gebracht. Hier habe ich bereits sehr schnell und zum Wunscherlös mehrere Artikel verkaufen und auch günstig kaufen können. Das wichtigste Argument ist hier natürlich, dass keine Provisionen etc. verlangt werden, was z. B. den Verkauf bei Amazon extrem unattraktiv macht, wenngleich er ziemlich komfortabel und häufig auch erfolgreich ist.

  2. Die immer höheren eBay Verkaufsgebühren haben dazu geführt, dass ich maximal noch 1-2 Artikel im Jahr darüber verkaufe. Der Großteil wird nun über Foren, Sociale Netzwerke oder Mundpropaganda im Freundeskreis verkauft.

  3. Tja Ebay, dass ist die Quittung für die Veränderungen die Ihr in den letzten Jahren so durchgedrückt habt.

    Die Gebühren haben inzwischen ein sehr hohen Niveau erreicht, so dass man keine Lust mehr hat höherpreisige Dinge einzustellen. Und für kleinkram macht sich kaum noch jemand die Arbeit Fotos zu erstellen und dann die ganze PayPal-Gängellei übersich ergehen zu lassen. Dank PayPal kann man selbst 1-2 Eurokram nur noch mit Versandnachweis versenden. Denn sonst sagt der Käufer einfach „Ist nicht gekommen“ und man ist Ware und Geld los. Die Versandkosten wirken sich auch auf den Kaufpreis aus!

    Dann kommt noch die gesamt Bedienung dazu. Mittlerweile zwingt Ebay einen ein Sortierungsmuster auf. „Beliebte Artikel“ sind bei mir total unbeliebt. Ich muss jedes mal manuell umstellen und sortieren. Sowas wirkt sich auch auf die Verkäufe aus. Einige Verkäufer werden so anderen bevorzugt, weshalb viele keine Lust mehr haben zu verkaufen. Denn der Erlös hängt auch davon ab, ob man ein „Beliebter Verkäufer“ ist, oder nicht.

    Was bleibt … die Chinahändler im 1 Euro-Sofortkauf bereich. Dafür nutze ich das auch, wenn ich mal ein Adapter oder so brauche. Normale Auktionen gehen in der China-flut zudem unter. Wenn ein microUSB-Ladekabel drölftausendmal zum selbden Sofortkauf-Preis eingestellt ist und sich im Artikelnamen nur die letzte 5-6 Stellen ändern, weil der Händler alle Handymodelle der Welt aufzählt, darf man erst 20 Seiten blättern, bis man mal einen anderen Artikel zu gesicht bekommt.

    Ebay mach so schon lange kein Spaß mehr. Früher hab ich öfter verkauft und gekauft/ersteigert. Heute kommt mein Kram bei Ebay Kleinanzeigen rein und wenn es keine kauft, landet es für ein Paar Euro auf den Flohmarkttisch einer Bekannten oder in der Tone. Wenn ich was Höherpreisiges verkaufe, geht es bei Hitmeister oder Amazon rein.

  4. Macius Marillion says:

    @Synoxion
    du hast vollkommen Recht. „Back to the roots“ Ebay hat sich selber abgeschossen. Vor vielen Jahren war es mit einer einfachen Struktur und Preispolitik ein zugewinn. Die obrige Berichts Zusammenfassung beschreibt leider nur die Auswirkungen. Nicht die wirklichen Ursachen hierfür.

  5. eBay lotet seit Jahren kontinuierlich das Maximum aus, welches der Verkäuferseite zugemutet werden kann und ist bis dato noch nie so wirklich enttäuscht worden, aber ich denke, dass dieser Punkt nicht mehr in all zu weiter Ferne liegt. Die hohen Gebühren, die Werbung von Konkurrenten in den eigenen Angeboten und das Ranking sind Faktoren, die vielen unangenehm auffallen, wenn sie das erste Mal bei eBay verkaufen und sich im Anschluss nach Alternativen umsehen, die es ja mittlerweile, wenn auch in anderer Form (z.B. Ankaufportale) und ganz besonders auch für gewerbliche Verkäufer (Rakuten, Yatego, etc.) , durchaus gibt.

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