eBay: Auktionen sind out, Bequemlichkeit ist in

Das, womit eBay berühmt wurde und jahrelang den Markt beherrschte, ist weder für Verkäufer, noch für Käufer noch interessant: Auktionen. In einer Studie fand das National Bureau of Economic Research heraus, dass gerade einmal 15% der angebotenen Artikel reine Auktionen sind. Der Rest kommt mit einem Sofort-Kaufen-Preis daher.

eBay
Als Ursache für den Auktions-Schwund wurden veränderte Vorlieben der Käufer ausgemacht. Anstatt eine Auktion zu verfolgen, will der Kunde lieber bequem und komfortabel einkaufen, da bietet sich die Sofort-Kauf-Methode an. Die Forscher glauben übrigens, dass eine stärkere Nutzung von Smartphones diesen Trend noch verstärken wird. Belegt wird dies durch die 50% geringeren Seitenaufrufe und 25% niedrigere Verweildauer auf den eBay-Seiten, wenn über ein Smartphone zugegriffen wird anstatt über einen Computer.

[werbung] In den USA soll das Anzeigen-Portal Craiglist ebenso mitverantwortlich sein. Hierzulande sind eher digitale Flohmärkte wie Stuffle oder Shpock im kommen. Das liegt nicht zuletzt an den fehlenden Gebühren und der einfachen Handhabung. Selbst die Konkurrenz aus dem eigenen Haus, eBay Kleinanzeigen, ist für private Nutzer eigentlich besser geeignet als das eBay-Hauptportal.

Die 44-seitige Studie könnt Ihr Euch als PDF herunterladen. Auktionen, nutzt Ihr die noch? Für mich sind die ja weder als Käufer, noch als Verkäufer noch interessant. Social Networks und Kleinanzeigen erfüllen ihren Zweck für meine Käufe oder Verkäufe, aber wie sieht es bei Euch aus? Ist tatsächlich der Wunsch nach Komfort am Rückgang der reinen Auktionen schuld?

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

25 Kommentare

  1. Also bei eBay Kleinanzeigen bin ich bisher nix losgeworden. eBay Auktionen allerdings mache ich noch immer gerne. Bei eBay suche ich viel Kleinzeig, die Ersatzteile und billig-Zubehör für Handy. Wenn es etwas teuerer werden darf, schaue ich bei Amazon.

  2. Da ebay ja dauernd einstellfreie Sonntage macht, haben die klasischen Auktionen mit Startpreis >1.-Euro schon ihren Reiz.

  3. also stuffle un shpock hab ich noch nie gehört, und ich verkaufe nu wirklich viel zeuch über kleinanzeigenmärkte.
    ebay nur für ein-euro-käufe & spezielle sachen (elektronikbastler)

  4. Über Social Networks funktioniert das auch nur, wenn man entsprechend viele Kontakte hat.

  5. Verkauft habe ich noch nie. Ist mir viel zu umständlich für z.B. ’ne DVD Bilder zu machen, einpacken, zur Post etc. Kaufen tue ich da gelegentlich. Schnäppchen kann man da imho nur gelegentlich machen. Teils bekomme ich Dinge bei Amazon für wenig mehr Geld als Neuware.

  6. ulkfisch says:

    Gerade die Möglichkeit über mobile Geräte zu bieten macht doch Auktionen interessanter, weil man nicht unbedingt an Rechner sein muss. Die Frage muss doch sich sein, ob Auktionen auch in totalen zählen nachgelassen haben, oder nur in den relativen.

  7. Ich habe gerade eine Auktion laufen aber auch nur weil in meinem engeren Bekanntenkreis keiner Interesse daran hat das Gerät zu übernehmen.
    (http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=181146552877&ssPageName=ADME:L:LCA:DE:1123 😉 Mein altes S2)
    Vor allem die inzwischen ziemlich hohen Gebühren bei ebay sind für mich schon ein Hindernis da öfters etwas zu verkaufen.

    Selber kaufe ich aber nur sehr selten über Auktionen. Nicht das ich etwas grundsätzlich dagegen hätte aber meist ist es nur Glücksspiel wer in den letzten 3 Mikrosekunden den Preis am besten tippt. Ansonsten kaufe ich eh nur Kleinzeug und ab und an mal (gebrauchte) Ersatzteile für Laptop etc. die man sonst kaum findet.

  8. Ich befürchte das ebay da Wirkung und Ursache verwechselt. Wenn ich mal mich als Beispiel nehme würde ich gerne mehr Objektive und anderes Fotozubehör gebraucht kaufen, da aber auf ebay sogut wie keine Auktionen mehr stattfinden suche ich dort halt auch nur noch selten. Wenn ich wirklich mal wieder schaue was angeboten wird gehen die Sachen dann gebraucht oft zu einem Preis weg bei dem man auch gleich ein Neuteil zum Festpreis hätte ordern können. Gut man kann ebay nicht vorwerfen das Leute ein Gebrauchtteil zum Listenneupreis ersteigern, aber das was ebay mal groß gemacht hat, der Handel von Gebrauchtwaren zwischen Privatleuten, findet zu mindestens in meiner Wahrnehmung fast nicht mehr statt.

    Genauso der deutlich zu knapp gegriffene Erklärungsversuch das durch die Tablets weniger in den Angeboten gestöbert wird. Das verschleiert meiner Meinung nach nur die Tatsache das die offiziellen Apps und die Mobilseite quasi unbenutzbar sind.

  9. Sintaura says:

    Hatte lange Zeit ebay kaufend und verkaufend den Rücken gekehrt weil ich ebenfalls beobachtete dass es eher zu einem Neuwarensupermarkt verkam. Beobachte inzwischen aber eine deutliche Rückkehr zu Auktionen und Gebrauchtem. Alle Alternativen haben imho nicht den gleichen Impact und werden ebay wahrscheinlich nicht so schnell den Rang ablaufen.
    Ebay Kleinanzeigen habe ich bisher nur kaufend genutzt, dort findet man tatsächlich noch günstigere Angebote als im Rest des Gebrauchtonlinehandels. Faszinierend.

  10. ich bin bei ebay auktionen nicht mehr aktiv, seit dem die einstellpreise & provisionen so angestiegen sind. jetzt kaufe ich per sofort kauf und verkauft wird über ebay kleinanzeigen

  11. Nachtrag: Selber biete ich bei ebay nichts mehr zum Verkauf an. Ich hab einfach keine Lust mir für zwei Auktionen im Jahr ein PayPal-Konto anzulegen und dann hinterher noch zusehen zu müssen wie ich das Geld von PayPal auf ein echtes Bankkonto bekomme. Vermutlich fallen dafür dann auch noch mal zusätzliche Gebühren an.

  12. Bei professionellen Verkäufern habe ich bisher auf Ebay Null Support bekommen, ansonsten findet sich dort auch sehr viel gefälschter Müll aus Fernost, und die Preise sind nur mäßig.
    Die Auktionen sind vom Ruf her sicherlich ruiniert, seitdem wirklich jeder Verkäufer weiß. wie er mit Auktionstools und Zweitaccounts Schnäppchen vermeiden kann…was bringt eine Auktion ab 1€, wenn ich mir sicher sein kann, dass selbst im Falle eines Auktionsgewinns der Verkauf nicht unter einem mir bekannten Limit über den Tisch gehen wird?

  13. Jedes Mal, wenn ich in letzter Zeit etwas versteigern wollte, hab ich es wieder gelassen als ich gesehen habe, mit welchem Erlös ich nach Abzug der Gebühren zu rechnen hätte…
    Ist den Aufwand einfach nicht wert gewesen.

    Kaufen tue ich tatsächlich auch lieber direkt als per Auktion. Das liegt aber weniger an der Auktion an sich, als vielmehr an den tollen Kundenrechten beim Onlinekauf (Rückgaberecht etc.). Bei einer Auktion vom Privatmann steckt für mich viel zu viel Risiko im Verhältnis zur Ersparnis drin (in den meisten Fällen…).

  14. ebay-Auktionen sind für uns als Händler überhaupt nicht interessant. Sie sind überhaupt nicht kalkulierbar, da zahlt man oft drauf. Außerdem ziehen sich ebay, amazon und co. als Vermittler von Umsätzen eine zu hohe Provision, als dass es sich für uns als Anbieter italienischer Weine und Feinkost zu fairen Preisen lohnen würde. Und Mondpreise nur für solche Plattformen möchte auch keiner…

  15. Ich hab früher sehr viel bei Ebay gekauft, Kleidung und Bastelmaterialien. Jetzt brauchte ich mal wieder Pullover – ja, Auktionen gibt es schon noch en masse im Kleidungsbereich, doch alle, die bislang angekommen sind, rochen nach Händler. Nicht nach Keller, sondern nach einem Mittel, das ein Privatmensch nicht verwendet, weil es schlecht riecht. Schon ganz zu Anfang von Ebay Zeiten habe hie und da mal Altkleiderhändler vorgegeben Privatleute zu sein. Jetzt kann man wohl kaum mehr Privatleute finden.

    Dann habe ich es mit Bastelsachen versucht, da bin ich in einem Bereich interessiert, wo es schon noch einiges an Privatangeboten gibt. Aber irgendwann in den letzten drei Jahren haben die Startpreise mächtig angezogen. 1 Euro – und dann sehen, was der Markt bietet – gibt es kaum noch. Es sind oft quasi Ladenpreise. Aber für Gebrauchtgüter, wenn auch kaum oder nie benutzt.

    Nein, es macht keinen Spaß mehr.

  16. Vor gut 9 Jahren habe ich ebay genutzt. Aber wegen Ärger mit Paypal habe ich Paypal und Ebay gekündigt.

  17. Stelle ich bei mir auch fest, die eBay Kleinanzeigen sind gebührenfrei, zeitlich unlimitiert und relativ unaufwendig einstellbar. Gerade bei hochwertigerem Zeug recht interessant da kein teurer Vermittler wie Amazon und eBay Auktionen dazwischen hängt und etwaige Reklamationen von mir und nicht vom kulanten Service des Vermittlers beurteilt werden.

    Die erzielbaren Preise sind tatsächlich etwas niedriger werden aber durch die ausfallenden Gebühren überkompensiert. Problematisch ist einzig eine fehlende Reputation basierend auf Käufer-Feedback, ich kaufe generell nur bei Bekanntgabe der kompletten Adresse am besten mit Festnetz-Telefonnummer.

  18. Verkaufen tue ich selbst auch schon länger fast nur noch über eBay Kleinanzeigen. Wenn man dort den preis etwas niedriger ansetzt als bei eBay die beendeten Angebote für den Artikel etwa auslaufen bekommt man die Sachen immer schnell los und macht unterm Strich trotzdem noch ein besseres Geschäft da man keine unverschämten 9% Gebühren an eBay vom Verkaufspreis bezahlen muss.

    Beim kaufen lohnt eBay nur noch selten. Die Händler haben dort fast alle (wohl auch aufgrund der Gebühren) Preise jenseits von Gut und Böse mittlerweile. Da fährt man in 99% der Fälle bei Amazon günstiger und hat dort auch noch einen einwandfreien Service im Fall der Fälle welchen man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei irgendeinem Kistenschieber bei eBay nicht hat.

  19. Kaufen – Verkaufen das sollte in meinen Augen bei eBay etwas anders geregelt werden. eBay Kleinanzeigen sind natürlich für private eine alternative aber wenn ich überlege wie lange man teilweise Sachen eingestellt hat zu nem niedriegen Preis dann ist man bei der Auktionsvariante meist erfolgreicher.
    eBay sollte in meinen augen einfach mal darüber nachdenken die Plattform für private Verkäufer ohne Gebühren anzubieten, dann wäre der Zulauf der privaten auch wesentlich besser und es würde wieder das sein was es ursprünglich mal war – ein Marktplatz um gebrauchtes anzubieten.
    Händler verdienen damit Geld, die sollten auch weiterhin Gebühren zahlen finde ich. Da eBay in meinen Augen sowieso nicht mehr wegzudenken ist im Onlinehandel wird es da sicher keine großen einbußen geben und mal ehrlich gesagt – eBay würde an den ganzen Händlern genügend verdienen!

    Amazon hingegen ist in meinen augen kein wirklicher Marktplatz. Mag sein das es für Käufer sehr einfach gestaltet ist aber für Verkäufer bzw. Händler sind gerade wenn man damit anfängt fast nur Stolpersteine eingebaut und man hat kaum Chancen dort einen gewissen Umsatz zu machen. Das ist bei eBay wesentlich einfacher, da man sich von seinen Mitbewerbern deutlich absetzen kann wenn man die Zeit investieren möchte. Ich finde wenn ich schon im Internet kaufen soll, dann doch bitte bei dem Händler, der mir zusagt und nicht irgendeinen so wie es bei amazon der Fall ist.

    Es sind eigene Erfahrungen da ich privat und beruflich mit diesen Marktplätzen zu tun habe oder hatte. Auch wenn eBay nicht mehr das ist was es mal war so muß man sich trotzdem eingestehen das es ohne nicht geht.
    Für das Verkaufen in sozialen Netzwerken ist eine möglichst große Kontaktliste erforderlich um überhaupt was los zu werden. Für einige vieleicht interessant für mich aber nur Zeitverschwendung und vor allem Facebook und co müßen nicht alles wissen…

    Per Smartphone, App oder Tablet ist für mich überhaupt keine alternative bei eBay und Co zu stöbern – da bevorzuge ich doch meinen Desktop-PC oder einen Laptop…

  20. Kommt immer drauf an für was man eBay nutzt. Ich jedenfalls bin (als Käufer) nach wie vor exzessiv dabei. 🙂

  21. Die Ebay Kleinanzeigen haben mich erst wieder zu Ebay gebracht. Hier habe ich bereits sehr schnell und zum Wunscherlös mehrere Artikel verkaufen und auch günstig kaufen können. Das wichtigste Argument ist hier natürlich, dass keine Provisionen etc. verlangt werden, was z. B. den Verkauf bei Amazon extrem unattraktiv macht, wenngleich er ziemlich komfortabel und häufig auch erfolgreich ist.

  22. Die immer höheren eBay Verkaufsgebühren haben dazu geführt, dass ich maximal noch 1-2 Artikel im Jahr darüber verkaufe. Der Großteil wird nun über Foren, Sociale Netzwerke oder Mundpropaganda im Freundeskreis verkauft.

  23. Synoxion says:

    Tja Ebay, dass ist die Quittung für die Veränderungen die Ihr in den letzten Jahren so durchgedrückt habt.

    Die Gebühren haben inzwischen ein sehr hohen Niveau erreicht, so dass man keine Lust mehr hat höherpreisige Dinge einzustellen. Und für kleinkram macht sich kaum noch jemand die Arbeit Fotos zu erstellen und dann die ganze PayPal-Gängellei übersich ergehen zu lassen. Dank PayPal kann man selbst 1-2 Eurokram nur noch mit Versandnachweis versenden. Denn sonst sagt der Käufer einfach „Ist nicht gekommen“ und man ist Ware und Geld los. Die Versandkosten wirken sich auch auf den Kaufpreis aus!

    Dann kommt noch die gesamt Bedienung dazu. Mittlerweile zwingt Ebay einen ein Sortierungsmuster auf. „Beliebte Artikel“ sind bei mir total unbeliebt. Ich muss jedes mal manuell umstellen und sortieren. Sowas wirkt sich auch auf die Verkäufe aus. Einige Verkäufer werden so anderen bevorzugt, weshalb viele keine Lust mehr haben zu verkaufen. Denn der Erlös hängt auch davon ab, ob man ein „Beliebter Verkäufer“ ist, oder nicht.

    Was bleibt … die Chinahändler im 1 Euro-Sofortkauf bereich. Dafür nutze ich das auch, wenn ich mal ein Adapter oder so brauche. Normale Auktionen gehen in der China-flut zudem unter. Wenn ein microUSB-Ladekabel drölftausendmal zum selbden Sofortkauf-Preis eingestellt ist und sich im Artikelnamen nur die letzte 5-6 Stellen ändern, weil der Händler alle Handymodelle der Welt aufzählt, darf man erst 20 Seiten blättern, bis man mal einen anderen Artikel zu gesicht bekommt.

    Ebay mach so schon lange kein Spaß mehr. Früher hab ich öfter verkauft und gekauft/ersteigert. Heute kommt mein Kram bei Ebay Kleinanzeigen rein und wenn es keine kauft, landet es für ein Paar Euro auf den Flohmarkttisch einer Bekannten oder in der Tone. Wenn ich was Höherpreisiges verkaufe, geht es bei Hitmeister oder Amazon rein.

  24. Macius Marillion says:

    @Synoxion
    du hast vollkommen Recht. „Back to the roots“ Ebay hat sich selber abgeschossen. Vor vielen Jahren war es mit einer einfachen Struktur und Preispolitik ein zugewinn. Die obrige Berichts Zusammenfassung beschreibt leider nur die Auswirkungen. Nicht die wirklichen Ursachen hierfür.

  25. eBay lotet seit Jahren kontinuierlich das Maximum aus, welches der Verkäuferseite zugemutet werden kann und ist bis dato noch nie so wirklich enttäuscht worden, aber ich denke, dass dieser Punkt nicht mehr in all zu weiter Ferne liegt. Die hohen Gebühren, die Werbung von Konkurrenten in den eigenen Angeboten und das Ranking sind Faktoren, die vielen unangenehm auffallen, wenn sie das erste Mal bei eBay verkaufen und sich im Anschluss nach Alternativen umsehen, die es ja mittlerweile, wenn auch in anderer Form (z.B. Ankaufportale) und ganz besonders auch für gewerbliche Verkäufer (Rakuten, Yatego, etc.) , durchaus gibt.