ARD will sich von Streaming-Anbietern mit „Local Content“ abgrenzen

Die ARD spielt aktuell für jüngere Zuschauer so gut wie keine Rolle: So erreicht man mittlerweile in erster Linie Zuschauer im Alter von über 60 Jahren. Dieser Relevanzverlust wird in Zukunft wohl noch zunehmen, da sich ganz allgemein immer größere Teile des Publikums vom linearen Fernsehen verabschieden und auf Streaming setzen. Deswegen entwickelt man nun beim öffentlich-rechtlichen Sender neue Pläne, bei denen „Local Content“ ein Schlüsselwort ist.

So soll die Spielfilmtochter Degeto mit neuen Formaten experimentieren und dabei auch auf „typisch deutsche Stoffe“ setzen. Das assoziiere ich persönlich eher negativ, ist aber wohl subjektiv. Orientieren will man sich dabei an beliebten Inhalten aus den Mediatheken bzw. den Bedürfnissen der Nutzer. Das heißt, es soll auch der Weg für komplexere Geschichten frei werden, die im linearen Fernsehen meistens schlechter laufen, als bei On-Demand-Abrufmöglichkeiten.

Gleichzeitig erklären ARD und Degeto, dass man da noch ziemlich am Anfang stehe. Über deutsches Flair wolle man sich eben auch von US-Produktionen abgrenzen. Das erste Projekt, das man da hervorhebt, wirkt auf mich aber nicht so innovativ, wie die Verantwortlichen das wohl gerne hätten: Der Film „Der Feind – Recht oder Gerechtigkeit“ soll im ersten und Dritten parallel laufen und dabei die Auswahl aus zwei Perspektiven bieten: Jener des Polizisten, der in einem Fall ermittelt und jener des Strafverteidigers. Bei der simultanen Ausstrahlung kann man dann eben zwischen beiden Versionen des Films wechseln. Da gibt es aber in den USA längst ähnliche Projekte wie „The Affair“. Der Unterschied ist nur, dass die Serie die Perspektiven der Charaktere nacheinander zeigte und nicht parallel.

In der Mediathek soll der Film „Der Feind – Recht oder Gerechtigkeit“ auch als Splitscreen-Version angeboten werden. Für mich klingt das aber eher nach einer Spielerei und keiner sonderlich hilfreichen Strategie, um eine Geschichte zu erzählen. Laufen soll der Film Anfang 2021. Vielleicht werde ich dann aber ja auch eines Besseren belehrt.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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144 Kommentare

  1. „Die ARD spielt aktuell für jüngere Zuschauer so gut wie keine Rolle“ und „So soll die Spielfilmtochter Degeto mit neuen Formaten experimentieren und dabei auch auf „typisch deutsche Stoffe“ setzen.“
    Für mich ein klarer Wiederspruch. Gerade dt. Produktionen haben bei jungen Zuschauern Probleme.
    Für mich hat das mit Bildungsauftrag nichts mehr zu tun, sondern Ausbau des Konkurrenzangebots zum ZDF und den Privaten anbietern.

  2. Am besten endlich mal auf das beschränken wofür sie eigentlich da sind.
    Nachrichten vielleicht noch Dokumentation und einen Kindersender.

    • Dafür brauchen wir aber nicht die Senderanzahl wie wir sie derzeit mit unseren Beiträgen tragen müssen.

    • Wer definiert denn, wofür sie da sind und was ihr Auftrag ist, du? Was ist, wenn ich es schon wieder anders sehe? Wer hat da Recht?

      • Solange jeder für das bezahlen könnte was er will und braucht wäre die Welt in Ordnung. ‍♂️

      • Der Auftrag ist im Rundfunkstaatsvertrag festgelegt: der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll „zur Information, Bildung, Beratung, Kultur und Unterhaltung einen Beitrag zur Sicherung der Meinungsvielfalt und somit zur öffentlichen Meinungsbildung“ leisten.

        Und nein, dafür braucht man ganz sicher nicht 21 Fernseh- und 72 Radiosender.

        • Danke! Meine Worte! Sinn und Zweck, ich bin da absolut dafür. Aber nicht in der jetzigen Form und die Kosten dafür, sind diejenigen, die mich am Ende des Monats am meisten wurmen. Es verdienen die falschen Leute einfach viel zu gut damit.

      • Was ist wenn ich es so sehe das jeder Hartz4 Empfänger einen goldenen Porsche bekommen sollte? Eben wird nicht passieren. Wir können hier garnichts ausrichten.

      • Was zum Auftrag gehört ist recht gut definiert. Bildung, Nachrichten und Randgruppen TV. Ernsthaft.

        • Alles ist entweder Bildung oder Nachrichten. Mir fällt auf Anhieb wirklich kein Inhalt ein, der sich nicht über eine Bildungsblickrichtung reformulieren ließe. Dir?

  3. Der einzige Film den ich im öffentlich Rechtlichen TV gesehen habe, war die unendliche Geschichte, im Stream in der Mediathek, ein Film in 5 Jahren und dafür zahle ich alle 3 Monate 52,50€, demnächst wohl deutlich mehr. Das öffentlich Rechtliche TV gehört privatisiert, das ist ein Monster aus der Nachkriegszeit, das heute völlig überholt ist. In unserem Haushalt schaut niemand mehr das Angebot. Wir haben in Deutschland leider keinen einziger Politiker der dieses TV Angebot in Frage stellt. Wenn man es nicht abschaffen will sollte man wenigsten die Sender deutlich reduzieren. Brauchen wir wirklich 100 3te Programme?

    • „Das öffentlich Rechtliche TV gehört privatisiert“

      D. h. im Umkehrschluss, Nachrichten auf RTL-Niveau und Regionales fällt vollkommen weg, da es sich nicht lohnt.

      Und Kinder werden von Beginn an mit den perfidesten Mitteln der Werbung bombardiert, weil es muss sich ja lohnen.

      Man kann gern über den Umfang im ÖR streiten, aber eine Privatisierung wäre eine Katastrophe.

      • Volle Zustimmung!

      • Als ob die Nachrichten bei den ÖR absolut objektiv und ohne Zensur auskommen würden.
        Ich Zeit von Internet kann man sich seine „Nachrichten“ von der Quelle der Wahl besorgen.
        Siehe auch: https://twitter.com/MDR_SN/status/1229058845277933568?ref_src=twsrc%5Etfw

        Ich schau auch maximal Sendung mit der Maus, weil es auch als Erwachsener interessant ist.
        Aber wenn ich die Wahl hätte würde ich dafür nicht so viel Geld zahlen.
        Signal verschlüsseln, wer es sehen will bezahlt, wenn das Geld dann nicht reicht passt man das Programm den Einnahmen an.
        Jetzt läuft es anders herum, ein paar Leute meinen so muss das Programm aussehen, reicht das Geld nicht, werden die Gebühren erhöht.
        Wenn das staatlich so gewoll ist, dann mach eine Steuer draus, dann kann sich keiner mehr bewschweren.

        • Das frage ich mich. Auf FAZ.net habe ich z.B. Erkenntnisse über den Hanauer Gewaltakt gelesen, was bei der Polizei bekannt ist, was der Typ vorher gemacht hat. Nichts davon deutet auf Terror (ist nur Einzeltäter) oder Rexhtsextremismus (gimg ihm wohl um paranoide Gehirnkontrolle insbesindere der USA durch eine ausländiache Geheimorganisation. Was machen die Medien daraus, freie wie ÖR? Rechter Terror. Es ist eine wahnsinnige Tragöde, die instrumentalisiert wird und ich befürchte, daß der erfreulichr Abachwung der AfD dadurch nur temporär sein wird. Von daher glaube ich keinen deutschen Medien, sondern lieber aus anderen Ländern über Deutschland.

          • Guter Beitrag. Die wiederkehrende, mittlerweile gut durchgeprobte politische Instrumentalisierung von Gewalt ist wirklich eine der geschmackloseren Entgleisungen unserer Medienkultur.

            Aber da sind die Deutschen zu strack um das zu bemerken. 😀

        • „Als ob die Nachrichten bei den ÖR absolut objektiv und ohne Zensur auskommen würden.
          Ich Zeit von Internet kann man sich seine „Nachrichten“ von der Quelle der Wahl besorgen.“

          Nenn mir bitte eine objektive Nachrichtenquelle. Nur eine Einzige.

          Ich gehe davon aus, du wirst keine finden. Schon die Auswahl der Meldungen ist subjektiv.

          Oder stöberst du täglich in Millionen Newsangeboten und prüfst bei jeder!! Meldung, ob die Quelle auch die Originalquelle ist? Ich mag es bezweifeln.

      • > D. h. im Umkehrschluss, Nachrichten auf RTL-Niveau und Regionales fällt vollkommen weg, da es sich nicht lohnt.

        Klar lohnt sich das. Siehe Rest der Welt: Die haben auch Regionale Nachrichten. Die sind dann eben ein klein wenig weniger Hochglanz, dafür auch wirklich aus der Region ..und orientiert an der Nachfrage.

        Wenn du im akademischen Kontext eine ÖR Quelle hast und einem vom Economist oder der NYT nimmst du im Regelfall nicht die ÖR Quelle, einfach weil die von Artikel zu Artikel derart unterschiedliche Quali liefern, dass es im Grunde Glücksspiel ist ob guter Journalismus oder borniertes Moralisieren.

        > Und Kinder werden von Beginn an mit den perfidesten Mitteln der Werbung bombardiert, weil es muss sich ja lohnen.

        Wenn du das Werbemodell nicht magst, nimm Dienstleister ohne Werbemodell. Das ist doch ein Strohmann. …ich seh seit 2006 keine Werbung mehr. Da hat klein Jannik (damals noch) Adblock Plus entdeckt. Heutzutage Werbung zu konsumieren ist entweder Wille oder Bequemlichkeit.

        > Man kann gern über den Umfang im ÖR streiten, aber eine Privatisierung wäre eine Katastrophe.

        Zumindest für die rent seeker die sich in den Machtstrukturen des ÖR breit gemacht haben. Für den Diskurs in der Gesellschaft, die Gebührenzahler und die Pluralität der Medienlandschaft wäre es ein lang schon ausstehender Segen.

        • „Wenn du das Werbemodell nicht magst, nimm Dienstleister ohne Werbemodell. Das ist doch ein Strohmann. …ich seh seit 2006 keine Werbung mehr. Da hat klein Jannik (damals noch) Adblock Plus entdeckt. Heutzutage Werbung zu konsumieren ist entweder Wille oder Bequemlichkeit.“

          Sehr clever. Und bis zum Ende gedacht. Finanziert sich alles alleine.

          Wer heute noch für Brot bezahlt, ist nur zu dumm zum stehlen?

          • > Sehr clever. Und bis zum Ende gedacht. Finanziert sich alles alleine.

            Naja, wenn genug Leute keine Werbung zulassen verschwindet doch einfach das Werbemodell, oder? Konstruktive Zerstörung und so.

            Wir sind dem Werbemodell doch nichts schuldig oder so.

            • Und dann? Schauen wir mal, wie weit man in der freien Medienwelt mit 18 Euro kommt. Spoiler: nicht weit

              Das z. B. Hartz 4-Bezieher und viele Rentner damit von einem Großteil der Informationen abgeschnitten werden, ist dann sicher nur ein Kollateralschaden.

              • Ich glaub nicht an die Alternativlosigkeit des Werbemodells und mit 18 Euro im Monat kommt man ziemlich weit, viel weiter noch, wenn es nicht so ineffizient abläuft wie bei den öffentlich-rechtlichen.

                …und du hast sicher recht, dass ein reines Abomodell exklusiver sein wird als ein Werbemodell. Ich will nicht so tun als hätte ich da eine Lösung, aber es kann um Himmels Willen nicht bis ans Ende aller Tage in Werbemodell bleiben.

                Werbung ist unglaublich toxisch. Im Fernsehen wäre es wenigstens nur schlecht für die eigene Gedankenwelt, im Internet ist es treibende Kraft und wesentlicher Bestandteil des Überwachungskapitalismus.

                Sogar Mikrobezahlungen oder das (m.M.n. damals wie heute unsinnige) Mining im Hintergrund sind bessere Ansätze der Monetarisierung.

                Wettbewerb sollte auch Wettbewerb um Finanzierungsmodelle sein. …und man fordert nicht etwa deshalb Wettbewerb weil man das Ergebnis dieses Prozesses bereits zu kennen glaubt, sondern weil das Ergebnis dieses Prozesses im Regelfall den Interessen und Ansprüchen der Kunden näher steht als der Zustand vor dem Prozess.

            • Werbung ist kein Finanzierungsmodell, Werbung ist ein Verbrechen. Ich würde blind jede Partei wählen, die mir verspricht, ein Gesetz gegen werbefinanzierte Leistungen zu machen.

      • Als ob die Kinder unbedingt Fern schauen müssen. Meine Familie und ich (4 Personen) schauen seit 6 Jahren kein Fernsehen. Ich habe eines Tages einfach den Stecker von der Schüssel gezogen und fertig. Was glaubst du was passiert ist? Keiner in der Familie hat sich beklagt, weil es nie einer geschaut hat. Letztens ist meiner Frau zufällig aufgefallen dass das Radio im Auto nicht mehr funktioniert. (ist ein Kabelbruch) Keiner weiß wie lange das Radio schon defekt ist. Warum nicht? Weil keiner von uns den Schwachsinn hört! Aber zahlen müssen wir den Dreck.

        Glaub mal nicht das wir hinter den Mond leben. Wenn es wirklich wichtige Nachrichten gibt, dann werden diese dich auch erreichen. Arbeitskollegen, Freunde oder Verwandten werden es dir schon berichten. Aber den Mist von wegen Trump ist blöd, Putin ist böse, Obama ist der Held und Musk ein Spinner, dass muss sich nun wirklich keiner anhören.

        Aber das muss jeder selbst für sich entscheiden. Für mich ist das Fernsehen betreutes denken.

    • Das letzte Mal im Krankenhaus war ich auch noch nie, dennoch zahle ich jedes Jahr mehrere Tausend Euro Kassenbeitrag. Ich habe auch keine Kinder an der Schule oder der Universität, trotzdem finanziere ich mit meiner Steuer diese Einrichtung. So wie du argumentiererst, solltest du dich in den USA wohlfühlen. Da ist jeder auf sich gestellt. Weil was geht mich mein Nachbar an, der vielleicht ein Angebot nutzen möchte.

      • Gesundheit und Medien auf eine Stufe zu stellen, na ja.
        Es ist ja nicht so dass man ohne ARD und ZDF nur noch Zeitung lesen könnte…

        • Ja das tue ich. Denn Bildung trägt zur Gesundheit bei. Und Bildung verhindert komische politische antidemokratische Strömungen.

          • Ich glaube die Stoßrichtung ist so ungefähr: Wenn Claus Kleber über irgendeine andere Struktur finanziert wird als das aktuelle Gebührenmodell bricht die Demokratie zusammen.

            …selbst wenn genügend richtige, nicht staatsfinanzierte Medien da sind.

            • Vermutlich. Und außerdem, wie sollen Sender zur politischen Bildung beitragen die kein Jungendlicher schaut?
              Trauert man hier den Zeit nach wo man an Rosenmontag nur die Wahl hatte zwischen Presseclub, den Zug aus Köln oder aus Mainz?

          • Von welcher Bildung sprechen Sie? Wenn sich einer bilden möchte dann liest derjenige Fachbücher über das Thema was ihn interessiert. Die politischen Sendungen haben keinerlei Information. Weil die Politik x erzählt aber y macht.

    • Ich sehe es wie du. 2-3€ pro Monat sollte vollkommen ausreichen. Ich brauche keine 20 Fernsehsender und tausend Radiostationen – bezahlen tue ich es trotzdem.

      • Genau das! Die Summe macht’s, wir leben nun Mal zusammen und müssen solidarisch agieren, aber über 200€/ Jahr für ÖR Grundversorgung ist reine Abzocke!

  4. ARD ZDF kenne ich nur von der Überweisung.

  5. Also die Serien Babylon Berlin und Charité fand ich beide recht ansprechend. „Typisch deutesche Stoffe“ müssen also nicht schlecht sein.

    • Ist allerdings kein sehr gutes Argument für die öffentlich-rechtlichen, denn: Guter Stoff finanziert sich am Markt ohnehin selbst.

      Um die öffentlich-rechtlichen zu rechtfertigen, muss man den schlechten Stoff verteidigen.

      • Dann ist RTL und SAT1 keine geeignetes Argument, das es funktioniert.

        • Wieso nicht? Die sind doch offenbar (?) profitabel am Markt?

          • SAT1 eher weniger: Die Aktien der PROSIEBENSAT.1 MEDIA sind aktuell in den letzten Jahren im freien Fall nach unten

          • Seit wann wird unabhämgige Berichtserstattung am Wert vom Börsenkurs ermittelt?

            • Wie? Noch nie. Ist eine komische Frage und vollkommen am Thema vorbei.

              Mein Argument war, dass sich gute Inhalte am Markt halten und es eine nicht-marktwirtschaftliche Finanzierung nur für schlechte Inhalte benötigt. (Eben solche für die niemand etwas zahlen möchte.)

              Du hast dich darauf bezogen („dann“) und impliziert auch RTL und SAT1 Inhalte würden am Markt nicht funktionieren. Darauf habe ich gefragt: Wieso, sind doch offenbar profitabel.

              Was dieses Argument jetzt mit unabhängiger Berichterstattung zu tun haben soll: Kein Plan.

              • „Mein Argument war, dass sich gute Inhalte am Markt halten und es eine nicht-marktwirtschaftliche Finanzierung nur für schlechte Inhalte benötigt. (Eben solche für die niemand etwas zahlen möchte.)“

                Man sieht ja am Privatfernsehen, dass so etwas super funktioniert. Qualität und hochwertige Sendungen allerorten.

                Wenn man sich immer auf den kleinsten Nenner einigen muss, wegen der Massenkompatibilität, dann ist Galileo ein hochwertiges Wissenschaftsmagazin und Jumbo Schreiner der beste Ernährungscoach der Neuzeit. Und willst du irgendwelche Theorien verbreiten, braucht es nur Geld, denn das entscheidet am Ende auf dem Markt. Nicht die Qualität, nicht der Zuschauer.

  6. Hmm, bisher wurden bestimmte Nachrichten / Vorfälle oft unter Verweis von nur „regionaler Bedeutung“ gar nicht erst gebracht…

    • Nachrichten von nur regionaler Bedeutung werden natürlich nur auf den regionalen Medien gebracht. Wie sollte das denn auch anders bitte funktionieren?

      • Nein, nein, nicht „Nachrichten von regionaler Bedeutung“ werden nicht gebracht, sondern bestimmte Nachrichten mit bestimmten Tätern werden als unbedeutend und nicht erwähnenswert bezeichnet und schlicht nicht veröffentlicht…

  7. Einerseits produziert die ARD viel Bullshit, andererseits hat sie dennoch noch eine große Marktmacht und viel Geld um große Veränderungen herbeizuzaubern. Leider wird der Zuschauer nicht berücksichtigt.

  8. Volksentscheid über die freiwillige Zwangsabgabe und fertig. Sendepause.

    • Volksentscheid über Bundesbürger, die nur in Filterblasen leben, das Wahlrecht zu entziehen.
      Volkentscheid Minde auf Jacken nähen, die Arbeitssuchend sind.

      • Ich bin ganz grundsätzlich gegen Volksentscheide, aber die öffentlich-rechtlichen sind auch eine schlimme Filterblase, oder? Also die machen ja keine kontroversen Inhalte oder so, oder?

        • Ja, die sind nicht auf Gleichschaltung wie Foxnews angewiesen, sondern können der eigenen Meinung kontrovers gegenüberstehende Sendungen ausstrahlen. Es ware traurig, wenn Parteien wie die AfD darüber bestimmen, was kontrovers bedeutet.

          • Kennst du eine „der eigenen Meinung kontrovers gegenüberstehende Sendung“ der öffentlich-rechtlichen?

            • Ja. Blaulichtreport auf RTL

              • Dieses hier? https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Blaulicht_Report

                Das ist weder kontrovers noch von den öffentlich-rechtlichen. Aber nice try, nehm ich an. 😀

                • Ich habe noch kein Argument erkennen könnten, was besser daran ist, Infrastrukturen vollständig in private Hände zu geben, welche dann rein den Unternehmensinteressen handeln: Geld und Macht anzuhäufen.
                  Bisherige Privatisierungen und Selbstregulierungen sind bisher immer in die Hose gegangen.

                  • Du hast noch kein Argument erkennen können? Prüf das lieber noch mal.

                    Hatten wir hier nicht schon 1. Filterblase 2. Medienvielfalt/Diversität 3. Kostenersparnis 4. Diskursqualität und 5. orientierung an den Kundeninteressen.

                    …nur um mal mit den offensichtlicheren anzufangen.

                    > Bisherige Privatisierungen und Selbstregulierungen sind bisher immer in die Hose gegangen.

                    Ookay. Die meisten Produkte die du beziehst sind in privaten Strukturen entstanden. Du lebst in einer Marktwirtschaft. Man stelle sich vor die Nahrungsmittelversorgung wäre so organisiert wie unser öffentlich-rechtliches. Wäre wohl eine riesige brennende Müllkippe. 😀

            • Schön, das du mir erklären willst, das kontrovers dem eigenen Interessen gegenüberstehendecSendungen nicht erlaubt sein sollen.

              • Wie? Was? Wo hab ich das denn nun geschrieben? 😀

                Ich glaube nicht, dass du besonders fair und aufrichtig argumentierst.

                • Warum sollte ich gegen Argumente argumentieren, die keine sind, da sie nur den Angriff ohne Substanz beinhalten.

                  • Ich kann dir diesen Strang des Gesprächs noch mal zusammen fassen, falls du dich nicht mehr an die Substanz erinnerst:

                    Ich sagte ÖR führt zu Filterblase, du sagtest nein, weil die öffentlich-rechtlichen ja der eigenen Meinung kontrovers gegenüberstehende Sendungen produzieren.

                    Ich fragte ob du ein Beispiel hast, woraufhin du auf eine Realitysendung von RTL verwiesen hast und mir unterstellt hast ich wolle kontroverse Sendungen verbieten.

                    Jetzt sagst du du würdest eh nicht ernsthaft antworten, weil es dir im Gespräch an Substanz fehle.

                    • Nein auf substanzloses, argumentationsbefreites Denken, das nur auf Gefuhlen basiert, kann nur durch Beweise entkräftet werden, wenn nicht schon jeglicher Beweis und Argument als Teil des Beweise für die eigene Wahrheitsbestatigung herangezogen werden, um das eigene Weltbild zu bestatigen. Letztlich endet sowas nur im Wahn und Amoklauf.

                    • > Letztlich endet sowas nur im Wahn und Amoklauf.

                      Ist das noch Stoff für eine Kommentarspalte? Vielleicht solltest du dir Hilfe holen, wenn das hier so ernst für dich ist.

          • Hätte man eine vernünftige Bildungspolitik gemacht, hätten wir heute keine AfD.

            • Da geh ich sogar mit. Mit vernünftiger Bildungspolitik hätten wir viel bessere Politiker in den bisherigen Parteien und dementsprechend vermutlich keine AfD. ..und auch keine Grünen, was das betrifft.

              Beides Parteien geboren aus dem Symptom des Repräsentationsverlusts der Etablierten.

              Aber das Argument ist grundsätzlich kraftlos, weil man es nicht überprüfen (bzw. wiederlegen kann). Grundsätzlich haben wir keine Möglichkeit zu bestreiten, dass vernünftige Bildungspolitik zum Zeitpunkt X heute nicht das Paradis hervorgerufen hätte.

              • Das Problem besteht darin, wenn das Symtom zur Ursache wird. Wenn eine auf Populismus und Ausgrenzung basierende Partei nur durch weitere Radikalisierung und weiter um sich grefender Ausgrenzung jeglicher Andersdenkenden bestehen kann. Irgendwann wird die AfD von anderen Kräften, im Moment Höcke, gekapert. Schlußendlich kann eine AfD nur durch Radikalisierung ihrer Wählerstimmen behaupten. Die AfD bietet keine Lösungen, sie ist letztendlich Teil des Symptoms geworden, was keine Lösung will.

  9. Bester ZDF Sender: ZDF Neo.
    ARD: 3Sat.
    Plus die dritten für lokales.
    Alles andere können sie von mir aus abschalten.

  10. Das schöne am ÖR ist, dass sie sich nicht ausschließlich auf das konzentrieren müssen, was Geld bringt. Klar sollte man das Programm am Besten nach meinem Geschmack umgestalten, auch die Anzahl der Sendestudios finde ich zu hoch. Es ist aber für jeden was dabei. Und auch wenn ich kein lineares Fernsehen mehr konsumiere, nutze ich die Mediatheken und das Angebot von funk täglich. STRG_F, Y-Kollektiv, Kliemansland, Bohemian Browser Ballett, alles ÖR. Darauf will ich nicht verzichten, genau so wenig wie andere auf die Sportschau, Rosamunde Pilcher oder Bingo! die Umweltlotterie – Interessiert mich nicht die Bohne, trotzdem finanziere ich es im Sinne der Vielfalt gerne mit.

    • Die konzentrieren sich ausschließlich darauf, was Geld bringt. …indem sie z.B. für dieses Gebührenmodell Lobby machen, dass sie jeder Verantwortung und Kostenkontrolle entzieht.

      Die Inhalte sind da nur Feigenblatt für den Mittelzufluss in ihren politischen Filz.

      • Schön, du hast erkannt wie Privatfernsehen funktioniert. Und was öffentlich rechtliche von diesen unterscheidet.
        Es ist gut das die Bürger als eigene Lobby mitbestimmt, was gesendet wird, weil sie auf Eigentümerlobbysendungen verzichten wollen.

        • …aaaalso sind wir uns hier einig, dass sich privatfernsehen von öffentlich rechtlichem unterscheidet weil sich letzteres „jeder Verantwortung und Kostenkontrolle entzieht“? Weil also das stand in dem Kommentar auf den du geantwortet hast.

          Davon abgesehen: Bürger haben beim jetztigen ÖR gar nichts mitzubestimmen. Also oder erklär mal, wie das deiner Meinung nach ablaufen soll.

          • Wenn es nur noch Sender einer Religionsgemeinschaft gibt, gibt es nichts mehr umzuschalten. Nicht einmal mehr die Wahl nicht umschalten zu können. Nur noch aus. Siehe z.B. Russland und Korea.

  11. An den Privatsensern ist ja klar erkennbar, was das Ziel ist: Dummbrotsendungen auszustrahlen, um Themen auszublenden, die zum Denken anregen Weil Bacheloer zeigt, wie Sexual- und Genderverständis aussehen soll: Es gibt nur den Testeoronhengst und die Betoxluder.

    • Dieses Argument hört man wirklich ständig.

      Stell dir vor du bist ein Privater und musst mit den öffentlich-rechtlichen im Kulturprogramm konkurieren. Funktioniert das? Nein. Klar. Die haben jeden Haushalt im Zwangsabo und du hast vermutlich gar keine Abos.

      Deshalb orientierst du dich um und machst möglichst vulgäres oder sehr spezielles Fernsehen. Eben all dass was dir dein politisch übervorteilter Megakonkurrent übrig lässt.

      Die Menschen die heute gerne highbrow-Kultur konsumieren tun das auch morgen noch. Die Nachfrage bleibt bestehen. Die ist vollkommen unabhängig von den öffentlich-rechtlichen.

      • Genau. Damit gibt es keinen Grund öffentlich-rechtlich die Finanzierung durch die Bürger zu entziehen, nur weil ich diese selbst nicht nutze, aber nutzen könnte. Dad setzt auch voraus sichvmit den Inhalten auseinander zu setzten und den Blick über den eigenen Horizont hinaus zu bewahren und anderen zu erlauben, möhlich zubmachen.

        Es gibt also keinen Grund das Öffentlichrechtliche keine nur ausschließlichen Brot-und-Butter Inhalte auszustrahlen.

        • Hmm, ich bin mir nicht sicher ob ich den Beitrag verstanden habe.

          Es geht ja nicht darum, den öffentlich-rechtlichen „die Finanzierung durch die Bürger zu entziehen“. Wären die privat würden die immer noch von den Bürgern finanziert. Von wem sonst?

          Wem dann die Inhalte des ÖR zu schlecht oder filterbubblemäßig sind kann das Abo einfach kündigen und das Geld in einen anderen Dienst stecken.

          • Es ist doch schön, wenn Sendern, die Inhalte ausstrahlen die auf demokratischen Wege zu stande kommen, nicht einfach die Mittel entzogen werden konnen, weil sie Minderheiten nicht in das Weltbild passen.

            • Ja, das seh ich genau so. Deshalb ja mein Vorschlag die öffentlich-rechtlichen zu privatisieren.

              Wenn nicht mehr so viele Mittel über die undemokratischen undurchsichtigen Strukturen der ÖR fließen können die Menschen (jeder einzelne ganz demokratisch, so wie seine Stimmabgabe bei der Wahl) selbst die Entscheidung treffen, was mit den Resource geschehen soll, die davor in verpflichtende ÖR Gebühren geflossen sind.

              Die Privatisierung der öffentlich-rechtlichen ist vor allem aus demokratischer und Minderheitenperspektive gut.

  12. Wer Infomationsströme, die nicht dem eigenen Weltbild und -verständis entsprechen, nicht berherrschen und beeinflussen kann, für den sind diese beängstigend und bedrohlich. Zudemindestens bedrohen diese das einge Weltbild zu zerstören, weil andere nicht an dieses glauben. Diese anderen müssen deshalb mit allen Mittel bekämpft werden. Dabei sind alle Mittel erlaubt, weil diese ja damit nicht dem Recht entgegenstehen, da sie ja dem eigenen Weltverständnis nach legal sind.

    • Haha. Welche Sendung des öffentlich-rechtlichen droht denn dein Weltbild zu zerstören? Das hab ich ja noch nie gehört. 😀

      Bei mir sind die eher dafür bekannt, dass sie unkritisch etabliertes wiederkäuen und dabei gelegentlich stümperhaft zu moralisieren. Letzteres nur unregelmäßig, sozusagen als Sahnehäubchen.

      • Beantworte mir, wie das bei privaten Sendern funktionieren soll, die ihre Gelder von einzelnen Parteien und Interessengruppen beziehen. Das Feigenblatt ist hier, wie sollen sich dutzende Sender, die sowieso nur zwei Konzernen gehoren, von 5 Euro im Monat unabäangig finanzieren und unabhängige Inhalte ausstrahlen. Da ist egal ob sich wieder ein paar Zahler verabschieden. Dann wird der Sender einfach an noch radikalere Krese verkauft. Es bleibt auf lange Sicht nur eine immer schmalerer Informationenge und radikaliesierung übrig.

        • Aber gibt es nicht ganz viele private Zeitschriften und Sender? Soll ich dir erzählen wie sich die FAZ finanziert? Oder die NYT, der Economist? …oder Netflix?

          Privat produzierte Inhalte sind doch kein neues Modell.

          > …wie sollen sich dutzende Sender … von 5 Euro im Monat unabäangig finanzieren und unabhängige Inhalte ausstrahlen.

          Sollen sie das? Wenn die Menschen es nicht nutzen möchten, sollte es diese Sender nicht geben.

          Ein riesen Vorteil davon, die ÖR zu privatisieren wäre, dass sich die inhalte verändern würden: Weg von dem was irgendeine zufällig Elite gut findet zu dem, was die Menschen gut finden.

          • Dann erzähl mal.

          • Klär doch mal die Unwissenden auf: wer sind denn diese ominösen „Eliten,“ die Einfluss auf die Inhalte haben. In welcher Form passiert das und wie wirkt sich das aus. Bitte etwas ausführlich mit Namen von Personen und Sendungen.

            • > wer sind denn diese ominösen „Eliten,“ die Einfluss auf die Inhalte haben.

              Daran ist nun wirklich gar nichts ominöses. Die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten werden inhaltlich durch Intendanten geführt, kontrolliert durch Rundfunkräte (bzw. Fernsehrat & beim Deutschlandradio Hörfunkrat)

              > In welcher Form passiert das und wie wirkt sich das aus. Bitte etwas ausführlich mit Namen von Personen und Sendungen.

              Ist das dein Ernst? Jedes Medienhaus funktioniert so. Wo denkst du kommen die Inhalte denn her? 😀

              Jetzt mal am Beispiel des ZDF Fernsehrates ist die Liste der Mitglieder bis 2020 hier:
              de.wikipedia.org/wiki/ZDF-Fernsehrat#16_Vertreter_der_L%C3%A4nder

              Deren Intendant ist Thomas Bellut und die Programmkoordination ist sein Job.

              Das sind wirklich grundlegende Sachen hier.

              • Informier dich mal was Programmkoordination eigentlich ist. Die Intendanz bestimmt nicht über Inhalte, das sind eher Medienkaufleute. Die Fernsehräte auch nicht, die sind mehrheitlich regierungsfern besetzt (ist dir beim Verlinken vielleicht entgangen). Was du meinst und komplett ignorierst nennt sich Redaktion.

                • Ausgerechnet der von mir angesprochene Bellut ist mal dadurch aufgefallen, als Programmdirektor Band-Votings manipuliert zu haben.

                  Aber hey: Du scheinst zu wissen, dass es Eliten sind, die vollkommen ohne finanzielle Konsequenzen die Programmgestaltung des öffentlich-rechtlichen Koordinieren.

                  Weiter oben hast du noch behauptet, so eine Funktion gäbe es in Medienhäusern gar nicht. Vermutlich gehofft, mich über irgendeine cheesy Verschwörungsmasche ins Stolpern zu bringen und jetzt schnell zurückgerudert. 😀

                  • > Ausgerechnet der von mir angesprochene Bellut ist mal dadurch aufgefallen, als Programmdirektor Band-Votings manipuliert zu haben.

                    Nö. Verantwortlich war die Redaktion, die die Onkelz nicht auf Platz 1 von Unsere Besten sehen wollten. Wenn ich den Text von „Türken raus“ so lese kann ich das nachvollziehen.
                    Bollut’s Job bzw der der Intendanten wäre höchstens, die Schwächen beim Voting-System zu identifizieren.

                    > zurückgerudert

                    Nö. Ich habe nach konkreten Beispielen gefragt. Aber mehr als ein Kommentar, in dem die Verhältnisse falsch dargestellt wurden, kam halt nicht. Machste nix…

                    • > Bollut’s Job bzw der der Intendanten wäre höchstens, die Schwächen beim Voting-System zu identifizieren.

                      Er wusste von der Manipulation und ist als Intendant der Verantwortliche. Das wär ja noch schöner, wenn er das irgendeinem Redakteur in die Schuhe schieben könnte.

                      Aber dass du die Manipulation billigst weil dir die Gruppe nicht gefällt spricht ja schon Bände darüber, wie du es mit journalistischer Integrität so hältst.

                      Übrigens direkt aus dem Wiki:

                      > Der Verwaltungsrat kontrolliert … die Geschäftsführung des Intendanten. Dieser ist wiederum für die Programmgestaltung … verantwortlich. Er repräsentiert den Sender nach außen hin.

                      > Ich habe nach konkreten Beispielen gefragt.

                      Du wolltest Namen der Eliten die das Programm des öffentlich-rechtlichen Gestalten und ich hab dir eine riesen Liste verlinkt. Keine Ahnung auf welche Namen du hinausmöchtest. ..vielleicht Redakteurslisten? Wofür könntest du so etwas benötigen? Willst du dass ich da irgendeinen einen Praktikanten stalke oder was? 😀

                      Das aktuelle ÖR ist ein Elitenverein; die kümmern sich einen Scheiß um die Medieninteressen der Bevölkerung.

                    • > Du wolltest Namen der Eliten die das Programm des öffentlich-rechtlichen Gestalten und ich hab dir eine riesen Liste verlinkt.

                      Nein, hast du nicht. Aber das habe ich dir oben schon erklärt.

                      Eine Unterstellung und eine weitere dümmliche Pauschalaussage hast du noch nachgeschoben. Sorry für die Zeitverschwendung.

                  • Wenn einzelne Verfehlungen die generalisierte Verfehlung für andere als Freibrief gilt, Rechtsprechung und Meinungäußerung als das Recht für Minderheiten zu deklarieren, sind wir dem Faschismus auf der Ferse.

  13. Auch über 60 schaltet kaum noch ein, in meinem Umfeld gucken die Sky und Netflix/Amazon und vielleicht noch die Tagesschau.

    Ich will auch als Zuschauer keine typischen deutschen Stoffe, genau deshalb bin ich ja weg vom Jubelperserfunk.

    Meines Erachtens können sie das ganze Konstrukt auf einen Sender eindampfen, auf dem dann 24/7 die richtige Meinung verkündet wird, mit Dauereinblendung „Achtung Bürger*Innen*Andere, wer abschaltet, ist rääächts!!!“

    Es liegt eben auch schlicht daran, dass außer Framing und Regierungsjubel und grenzdebilen „Wie gut ist…“ Verdummungsformaten nichts läuft.

    Keine halbwegs aktuellen Spielfilme, keine guten Serien, seit zwanzig Jahren die gleichen Shows, ja nicht einmal mal Theater oder Oper (wenn dann nur nachts oder auf irgendeinem Spartenkanal.

    Fernsehen ist aus der Zeit gefallen. Man braucht es wirklich nicht mehr.

    • „Es liegt eben auch schlicht daran, dass außer Framing und Regierungsjubel und grenzdebilen „Wie gut ist…“ Verdummungsformaten nichts läuft.“

      Ähm ja. Genauso wird es sein.

  14. Ich hätte gar kein Problem damit, wenn es nur eine handvoll öffentlich-rechtliche Sender gäbe (alle absolut werbe- und gebührenfrei, aus Steuermitteln finanziert):
    1 x Doku-/Bildungskanal
    1 x Kinderkanal
    1 x Nachrichten
    1 x lokal für *alle* Bundesländer (laufen lokale Sachen, jedes Bundesland hat 3*30 Minuten am Tag, rotieren durch den Tag)

    Der ganze Rest (eigen produzierte Serien, Mutantenstadl, usw.) kann ja weiterhin angeboten werden, aber über eine PayTV-Lösung.
    Am besten wären Receiver, in die man eine Art PrePaid-Karte steckt und die dann direkt abbuchen.
    Konsument will einen Tatort sehen, kostet 2,00 €, wird direkt von der PrePaid-karte abgebucht.

    PrePaid-Karte ist überall aufladbar (Geldautomaten, Tankstellen, usw.), dann spart man sich Personal für die Infrastruktur des Gebührenerheben und -eintreiben.

    Wird aber nie so kommen, weil die ganzen Rundfunkanstalten mit ihren diversen Pöstchen dann als Abstellgleise für verdiente Politiker wegfallen würden.
    Und unsere Parlamente werden sich doch nicht freiwillig von diesen Selbstbedienungsläden verabschieden.

  15. Die Kritik an den ÖR ist sicherlich berechtigt und eine grundlegende Reform, die den aufgeblähten Apparat mal deutlich verschlankt, überfällig. Trotzdem macht ihr euch das zu einfach, wenn ihr mit dem Finger einfach nur auf ARD, ZDF und DLF zeigt. Man muss nämlich eine Sache immer wieder betonen: Wenn es damals nach ARD und ZDF gegangen wäre, hätten wir schon seit gut 7 Jahren ein ähnliches System wie in Österreich mit einer frei empfangbaren Grundversorgung und einem kostenpflichtigen Zusatzteil im Abo. Dass Germany´s Gold damals nicht zustande kam, lag an einer Klage des VPRT, wo also RTL, P7S1 und Co. reingegrätscht haben und das dann abgeschmettert wurde. Heißt also: Wollen würden sie schon, dürfen tun sies aber nicht. Das ist insofern auch besonders scheinheilig, weil sich Max Conze und P7S1 heute zusammen mit Discovery auch den ÖR förmlich an den Hals schmeißen, weil sie unbedingt einen deutschen Champion als Konkurrenz zu Netflix und Prime Video haben wollen.

    Eine ähnliche Diskussion hatten wir damals über die Berichterstattung bei der Tagesschau-App. Auch da waren die Verlage mit Matthias Döpfner von Axel Springer an vorderster Front hinterher, dass es hier vor allem bei der Tagesschau zu Veränderungen kommt und die Möglichkeiten der ÖR eingeschränkt werden. Einen wirklichen Qualitätsschub oder ein moderneres Denken hat es bei der Privatswirtschaft aber auch kaum gegeben, denn da hängen wir u.a. bis heute im Leistungsschutzrecht fest, was sie ähnlich wie die Vorratsdatenspeicherung immer wieder aus der Mottenkiste holen. Heißt auf Deutsch: Egal, wo man hinschaut, es ist zu keiner Seite prickelnd, und die Verantwortung kann man nicht alleine auf ÖR oder die Privatwirtschaft abwälzen, weil es auch darum gehen muss, den Leuten und besonders den Jüngeren Medienkompetenz zu vermitteln. Heißt: Keiner Quelle, egal wo sie herkommt, blind zu vertrauen, sondern sich aus mehreren Quellen dann eine unabhängige Meinung bilden.

    Ich bin nicht gegen die Abschaffung des ÖR, weil man damit auch nicht das Gesamtproblem der Clickbaitpresse, Filterblasen und Echokammern löst, die im gesamten Medienspektrum existieren. Allerdings kann man – entgegen dem Gefasel von Bellut & Co. – den Rundfunkbeitrag drastisch senken, wenn die oberen Damen und Herren nur mal wollen würden. Nur mal ein paar Beispiele, die mir spontan einfallen würden:

    – Einstellung von ZDFinfo und ARD Alpha, stattdessen die Ressourcen in 3sat als einen einheitlichen Bildungs- und Dokumentationskanal stecken
    – Umbau von Phoenix zu einem öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender, der sich dann national mit n-tv etc. messen muss; im Gegenzuf Einstellung von Tagesschau 24
    – Strukturreform bei den Regionalfenstern der ARD: SR geht im SWR, Radio Bremen im NDR auf; außerdem kann der WDR seine Regionalfenster deutlich reduzieren
    – Verpflichtung der ARD-Regionalprogramme, Sitzungen der Landesparlamente regelmäßig in den entsprechenden Regionalfenstern zu übertragen, ähnlich wie Phoenix das heute schon mit dem Bundestag macht
    – Deutliche Reduzierung der ARD-Radiosender: Kultur- und Nachrichtenprogramme sollten dem DLF vorbehalten bleiben, für den Rest reichen in meinen Augen je ein Regionalradio sowie ein Sender für das ganze Sendegebiet. Das schließt auch die Überprüfung der zusätzlichen Digitalradios mit ein
    – Überprüfung des Mehrwerts von One und ZDFneo: ARD und ZDF sollten sich aus Gebührengründen schon auf die Hauptsender konzentrieren, aber ein Nebensender stellt eigentlich kein Problem dar, solange die GEZ dafür nicht durch die Decke geht.
    – Straffung des Auftrags: Das kann nicht sein, dass ARD und ZDF Unmengen an Geld in teuerste Sportrechte pumpen. Außerdem kann man hinterfragen, ob z.B. das ZDF wirklich so viele Krimis braucht. Da ist viel Verbesserungspotenzial

    Nur ein paar Beispiele, mir würden sicherlich noch mehr einfallen…

  16. Woher kommt denn die Behauptung, dass der ÖR nur von „Ü60“ geschaut wird. Da hat wohl jemand von sich auf andere geschlossen. Diese Behauptung ist haltlos und aus der Luft gerissen. Oder ich verkehre in einem nicht repräsentativen Umfeld (Beruf, Hobby, Freundeskreis und Familie) im Alter von 0 bis 85 Jahren. Alle schauen ÖR. Einige nutzen auch Streamingdienste. Wenn am Sonntag Tatort (Das Erste) und Herzkino (ZDF) laufen kommen die regelmäßig auf >20 Millionen Zuschauer und da müßte dann schon jeder Ü60 vor der Kiste sitzen.

    Ich bleibe dabei und zahle gerne €18,00 pro Monat und auch für Cotent, den ich mir niemals antun werde. Die Privaten sind für mich eigentlich ein „No-Go“. Die ganzen Serien wo irgendwelche C-Promies auftauchen und hoffen durch ihre eigene Blamierung mehr Aufmerksamkeit zu kriegen. Grrrrrr

    Und wenn bei denen mal ein Film läuft, der gut ist, so wird er aufgenommen und die Werbung dann übersprungen.

    Hier im Dreiländereck Niederlande-Belgien-Deutschland sind die Privaten zum Beipsiel nicht über DVB-T erreichbar, weiles sich für diese nicht lohnt. Ein klares Indiz, dass die Privaten nur da und das senden was sich lohnt…ein „No-Go“.

    Der ÖR sendet auch Programme, die evnetuell nur für einen kleinen Kreis interessant und wichtig sind. Ist analig der Buchpreisbindung, die sicherstellt, dass man ein Buch innerhalb kürzester Zeit über jede Buchhandlng ordern kann und nicht nur die umsatzstarken angeboten werden.

  17. „So soll die Spielfilmtochter Degeto mit neuen Formaten experimentieren und dabei auch auf „typisch deutsche Stoffe“ setzen. Das assoziiere ich persönlich eher negativ, ist aber wohl subjektiv“

    Ich glaube fast kein u50 sieht das anders als du.

    Kleines Beispiel für das „Seniorennetflix“ der ÖR:

    The Voice ist international sehr erfolgreich, gerade in Deutschland aber recht mau. Das liegt sicherlich auch an den Mechanismen der sterbenden free TV Sender. In UK oder der Schweiz haben längst SRF und BBC The Voice ins jeweilige Hauptprogramm gehoben und daraus richtige Happenings gemacht.
    Kann sich das ernsthaft jemand von der ARD vorstellen? Populäre Volksmusik gibt’s dort seit Jahrzehnten und die Sender sind mit den Baby Boomern gealtert. Und haben sich abseits sehr „gewollter Jugendprogramme“ nie für andere Zielgruppen interessiert.

    Noch mehr Krimis mit runtergedrehtem Farbfilter und Historiendokus ändern daran leider nichts.
    Selbst Naturdokus sind nicht mehr zu gebrauchen. Statt mühsam errungener Filmaufnahmen gibt’s bei ÖR Dokus vorwiegend eine Art Reisebericht eines Kamerateams, wenn zufällig Tiere gesehen werden nimmt man sie auf, ansonsten geht’s die meiste Zeit um Menschen die gefilmt werden. Die irgendwas ganz alltägliches machen was zu „typisch für xy“ und ganz großes Weltkulturerbe hochgejazzt wird.

    Inzwischen muss ich zu Netflix um richtige Naturdokus zu sehen.

    Ich hasse Fernsehen so sehr.

    • Wenn „The Voice“ ein so gutes Format ist, wird es doch aktuell in einem privaten Sender verkorkst und spricht für ÖR. Glaube auch nicht, dass jedes Format in jedem Land ein Erfolg sein muss…dafür sind die Länder zu unterschiedlich. Aber „The Voice“ ist aiuch nur eins unter den Casting-Shows…analog den Krimis im ZDF.

  18. Wer Bildungsfernsehen abschafft, bekommt dann halt AFD-Nazis in den Parlamenten.

  19. Mal ganz ehrlich, wen interessiert was die ÖR machen?

    Ich gucke seit 2004 nicht Mal mehr Privatfernsehen.

    Die ÖR sollen hinter ne Paywall. Wer sie haben will kann zahlen, wer HartzIV Empfänger ist kann sich das Abo vom Staat bezahlen lassen, genau so wie er aktuell eine Befreiung von der Zahlungspflicht einräumt.

    Objektiv ist eh niemand, und freie Informationsinhalte gibt’s zu hauf in der heutigen Zeit.

    Und wenn man von Nachrichten absieht und es um Entertainment geht sind deutsche Produktionen eh generell Mist, und sehenswertes wird durch deutsche Synchro verschandelt. Zudem gehört das Konzept von Sendezeiten für alles was keine Live-Übertragung ist ins letzte Jahrtausend.

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