Apple wegen falscher Bild-Lizenz am Pranger

Joa. Apple und die Schweizer. Erst hat man vergessen, das Design der Bahnhofsuhr richtig lizenzieren zu lassen, nun wird man ebenfalls von einem Eidgenossen zur Kasse gebeten.  Was ist passiert? Apple hatte seinerzeit bei einer Agentur ein Bild geordert und eben jenes auch lizenziert. Das Bild hört auf den Namen Eye Closeup und stammt aus dem Portfolio der Schweizer Fotografin Sabine Liewald. Apple lizenzierte dieses Bild für Layout-Zwecke, diese Lizenzierung beinhalte aber nicht das Recht, so damit zu werben, wie es jetzt geschehen ist, so Liewalds Anwälte.

Apple nutzte das Bild während der Vorstellung des MacBook mit Retina-Display und auch auf der Webseite ist es zu finden. Die Fotografin, beziehungsweise die Anwälte sind nun der Meinung, noch einmal Lizenzgebühren und / oder Schadenersatz einfordern zu können. Man teilt mit, dass die fehlenden Lizenzgebühren beträchtliche finanzielle Nachteile mit sich bringen würden – und jau, ich sehe das auch so. Ob wir erfahren werden, wie hoch der Schadenersatz ist, steht in den Sternen. Die Klage wurde am Mittwoch vor dem US District Court für den Southern District of New York eingereicht. Wer das Bild und das Schriftstück einsehen will, findet dies hier. Mittlerweile scheint Apple das Bild auf den Seiten auch ausgetauscht zu haben, wenn ich das richtig gesehen habe – die Google Bildersuche zeigt noch das alte Bild, zum Einsatz kommt aber mittlerweile das hier zu sehende.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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26 Kommentare

  1. Und du selbst hast keine Angst und veröffentlichst es?

  2. Ob da gleich wieder eine Anklage nötig war…was kostet so ein Bild denn als einzelne Lizenz? Wenn Apple wirklich bewusst das Bild ohne Genehmigung genutzt hat könnte man sich doch sicher außergerichtlich einigen. Vielleicht wird ja auf diese absurd riesigen Schadenersatzzahlungen spekuliert wie sie in den USA ab und an von Gerichten beschlossen werden?

  3. ich würde mich freuen wenn alles was mit patenten und lizensen zu tun hat, hier im blog etwas zurückgeschraubt wird.

  4. weissertiger2: „zum Einsatz kommt aber mittlerweile das hier zu sehende.“

  5. @Julian Das Bild wurde erst vor wenigen Minuten ausgetauscht und der Artikel geränzt. Zuvor wurde ein anderes Motiv und ein freigestelltes MacBook präsentiert 🙂

  6. hmm, da is wohl ein sack reis umgefallen…

  7. @Julian: die erste Fassug sah anders aus, hatte auch nicht den ergänzenden Text
    @Manuel, richtig!
    @waltasar: richtig, in deiner Kommentarfunktion 😉

  8. Apple = copycat

  9. @Georg
    http://www.wekwerth.de/news/urheberrecht/schadensersatz-bei-verletzung-von-bildrechten-grundlagen-und-berechnung/

    Hier wird es schon um größere Summen gehen und die Vereinbarungen sind in der Regel so klar formuliert dass es eigentlich nicht aus Versehen passieren kann.

  10. Was ich mich immer frage:

    Karl Arsch meldet sich anonym bei Flickr an, stellt fremde Bilder unter CC 2.0-Lizenz und Blogger nutzen diese aufgrund dieser fälschlich übertragenen CC 2.0-Lizenz…..

  11. Ist wirklich alles was „Apple“ im Titel trägt einen Artikel wert?

  12. Sie hat doch Geld bekommen. So what?
    Bekomme ich als Mschinenbauer auch demnächst mehr Geld weil Schickimicki-Frma XY damit gearbeitet hat und nicht Firma Huddel & Brassel?

  13. Ja, suf den der zu schießen anfängt wird meist zurückgeschossen!

  14. @caschy

    Gute Frage … aber was ich mich immer Frage:

    Karl meldet sich anonym bei Flickr an, stellt eigene Bilder unter XYZ-Lizenz ein und Blogger-Arsch nutzt diese und veröffentlicht sie unter eigenem Copyright. (ich weiß, ist genauso wenig eine Frage, aber gut.)

  15. Richtig so. Apple die Klugscheißer, die machen nur noch Blödsinn… Steve wäre das glaub ich nicht passiert. Auch der ganze Kram mit Samsung…

  16. Kasper!!!!!!! 😀 😀 😀

  17. @Georg: Wenn Apple sich ähnlich kulant verhalten würde könnte ich die Forderung „Fünfe gerade sein zu lassen“ nachvollziehen. Aber gerade Apple hat in letzter Zeit bewiesen dass mit Ihnen in Sachen Patentrecht nicht zu spaßen ist, darum finde ich die Klage vollkommen gerechtfertigt und nötig.
    Frei nach Die Ärzte: „immer mitten in die Fresse rein“

  18. Sorry, aber das hier ist etwas, was vermutlich in jeder großen Firma, Werbeagentur und in jedem Verlag im Jahr ein paar mal vorkommt – da steckt selten Vorsatz dahinter, auch Apple dürfte im Jahr erhebliche Summen an Bildlizenzen zahlen, da fällt eine einzelne Lizenz kaum ins Gewicht. Aber in jeder großen Firma arbeiten halt Menschen, und mindestens einer hat hier wohl etwas versaut. Warum das jetzt aber eine Meldung wert ist…?

  19. @Cachy@ImaX:

    Dann bekommt der Blogger wenn er Pech hat eine Abmahnung vom echten Rechteinhaber. Der Blogger kann dann versuchen, die Abmahnung an Karl Arsch bzw. die Plattform (z.B. flickr) weiterzuleiten. Wie erfolgsversprechend das ist: Fraglich.

    Meistens dürfte der Blogger die Abmahnung unterschreiben und die eigentlichen Lizenzgebüren zahlen, da er unwissentlich das Bild verwendet hat. (Aber eben keinen (größeren) Schadensersatz).

  20. Moment: Apple hat für das Foto bereits eine Lizenz erworben. Und soll jetzt nochmal bezahlen? Da kann man doch mit dem Stöckchen dran klopfen, dass die Fotografin Apple melken möchte. Nicht sehr charmant.

  21. Mirko, Lizenzen sind im professionellen Bereich fast immer eingeschränkt. Faktoren sind u.a. Einsatzzweck, Dauer, Verbreitung. Daraus ermittelt sich auch das Lizenzhonorar, und darum muss auch nachgefordert werden, wenn der Lizenznehmer das Bild „unbezahlt“ für etwas anderes verwendet. Ist aber, wie zhet oben schon schrieb, nichts besonderes, über das man lange und breit mutmaßen müsste, vor allem, weil die Rechtslage unstrittig ist.

  22. Metai, danke für die Info. Ich hatte „for layout purposes“ auch das Recht zum Layouten von Produkten verstanden. Dem ist dann scheinbar nicht so.

  23. Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB und Apple haben sich über die Nutzung der SBB Bahnhofsuhr auf Geräten wie iPad und iPhone verständigt. Dies haben die beiden Parteien in einer Lizenzvereinbarung geregelt.

    Das kann man zumindest hier nachlesen:
    http://www.sbb.ch/sbb-konzern/medien/medienmitteilungen.newsdetail.2012-10-1210_1.html

  24. Nö, Apple hat für einen anderen Zweck Lizenzgebühren bezahlt. Für den Zweck, für den das Bild verwendet wurde, hat Apple nicht bezahlt.

  25. @Thomas: So ähnlich denkt es sich auch Samsung und verklagt Apple, nach der gleichen Logik fordern die Apfeljünger dann den Gegenschlag zum Gegenschlag…ne ne, auch wegen solchen Rachegedanken hört dieser Patent- und Klageirrsinn nicht auf (abgesehen von der Kohle natürlich…aber grade kurzzeitige Verkaufsverbote von Gerät X Rev.123b bringen ja echt gar nix für niemanden).
    Ich finde es nicht gut was Apple macht, aber mir geht einfach dieses Geklage so wahnsinnig auf den Keks…wenn ich Apple und Gericht in einem Text lese bin ich ganz automatisch skeptisch.

    @Leif: Wenn Apple das bewusst getan hat um sich eine teure Lizenz zu sparen ist der Klageweg natürlich richtig. Ich bezweifle nur das ein Konzern wie Apple es nötig hat sich die paar Peanuts einzusparen…naja.

  26. @ Georg – das sehen die Aktionäre von Apple aber anders.

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