Apple soll 837 Mio. US-Dollar für die Verletzung von Wi-Fi-Patenten zahlen

Apple wurde verklagt. Das an sich ist wenig beachtlich, werden große Unternehmen doch ständig in Rechtsstreits gezogen – manchmal zurecht und manchmal zu Unrecht. Selbst Firmen, die regelmäßig miteinander kooperieren, ziehen hin und wieder gegeneinander vor Gericht. Besonders kritisch zu sehen: Apple wurde allerdings vor ca. vier Jahren nicht von einem anderen Unternehmen, sondern vom California Institute of Technology alias Caltech verklagt. Nun soll Apple 837 Mio. US-Dollar zahlen.

Stein des Anstoßes waren vier Patente der privaten Hochschule, die sich um die Dateiübertragung via Wi-Fi drehen. Apple soll die Patente genutzt haben, ohne die entsprechenden Lizenzgebühren zu zahlen. Allerdings wurde nicht nur Apple deswegen belangt, sondern auch Broadcom. Während Broadcom aber in einem neuen Urteil mit 270 Mio. US-Dollar davonkommen soll, erwartet man von Apple eine Zahlung der erwähnten 837 Mio. US-Dollar.

Gegenüber den Kollegen von The Verge hat das Unternehmen aus Cupertino jedoch schon angekündigt, dass man in Berufung gehen werde. Weitere Kommentare wollte Apple zur Sachlage nicht abgeben. Die Summe der Zahlung soll sich übrigens daran orientieren, was Caltech hätte an Lizenzgebühren aushandeln können, hätten Apple und Broadcom die Patente ordnungsgemäß lizenziert. Apple hätte dann pro Gerät 1,40 US-Dollar zahlen müssen, während Broadcom bei 26 Cent gelandet wäre. Es dreht sich um Patente, die Chips mit Wi-Fi 802.11n / 802.11 ac betreffen.

Apple hatte sich damit verteidigt, dass man lediglich Chips von Broadcom verwendet habe, ohne selbst an ihnen herumzubasteln. Die Klage und das Urteil seien deswegen ungerechtfertigt. Das ließ die Jury aber nicht gelten, denn es bleibe der Status Quo, dass Apple Chips gekauft und verwendet habe, die Patente in der Praxis verletzen. Also seien die Geräte Apples betroffen. Somit könnte Caltech nun natürlich darauf aufbauend auch weitere Hersteller verklagen, die ebenfalls die betroffenen Chips von Broadcom verwendet haben. Noch gibt es dazu aber keine Angaben.

Zuletzt hatten Apple und Broadcom ein neues Abkommen bestätigt, das einem Wert von 15 Mrd. US-Dollar entsprechen soll. Als Teil des Deals versorgt Broadcom Apple auch für die nächsten dreieinhalb Jahre mit Wireless-Chips.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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9 Kommentare

  1. Bartenwetzer says:

    Andere melden 878 Millionen!

    Was ist richtig ?

    • André Westphal says:

      Ich finde nur andere Quellen mit unserer Zahl bzw. einige haben aufgerundet zu 838. Von 878 finde ich aber gar nichts.

      • Denke ein Tippfehler bei Maclife: „Wie Bloomberg berichtet, muss Broadcom etwa 270 Millionen US-Dollar zahlen, während Apple sogar 878 Millionen US-Dollar an das Forschungsinstitute leisten muss.“ Genau in der Quelle von Bloomberg steht allerdings „837.8“.

  2. Egal, peanuts!..

  3. „Besonders kritisch zu sehen: Apple wurde verklagt“
    Ich versteh den Satz beziehungsweise den Zusammenhang nicht so ganz. Was will der Autor damit am Artikelanfang sagen oder andeuten.

  4. Ich bin auf den Dreiecksdeal gespannt. Wenn sich Apple darauf beruft die Chips von Broadcom bekommen zu haben, dann steht dahinter ja der Gedanke, dass Broadcom verpflichtet gewesen wäre, Patente zu klären. Seh ich auch so. Wenn ich mir im Laden einen Blu-Ray-Player kaufe geh ich auch davon aus, dass die Lizenzen geklärt sind.

    Wenn davon auszugehen ist dass die Chips beim Verkauf unlizenziert sind, ist Apple angeschmiert. Dann verstehe ich aber nicht, weshalb Broadcom hätte Lizenzen zahlen sollen.

    Oder es ist davon auszugehen dass die Chips beim Verkauf lizenziert sind. Dann ist Apple mehr oder weniger fein raus. Zwar hat das Caltech dann ein Recht auf seine Kohle, aber aus Sicht von Apple waren die Chips bei Auslieferung mangelhaft sodass Apple wohl versuchen wird, jeden Cent von Broadcom zurückzuholen.

    Eine auf zwei Schultern verteilte Strafe kann ich mir eigentlich nur als „gemeinschaftlichen Betrug“ vorstellen. Das erklärt aber nicht, weshalb man die Lizenzen anteilig zu 26/140ct annimt. Ausgehandelt und gezahlt hätte die im rechtmäßigen Fall ja trotzdem nur einer von beiden.

    Helft mir mal, wo ist mein Denkfehler?

    • Hallo Stefan, ganz einfach: es geht nicht um Recht sondern um ideologie: Geschworene , = Apple böse weil Riesenkonzern soll viel zahlen , Broacom armer Sünder muß weniger zahlen . Beide haben das gleiche gemacht werden aber unterschiedlich bestraft. Nicht mein Verständnis von Gerechtigkeit.

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