Amazon Fire TV 2017 4K und HDR: Ein erster Blick

Ende September hat Amazon neue Hardware aus dem Hut gezaubert. Neue Echo-Geräte, dazu die Aussage, dass der Echo Show mit seinem Display nach Deutschland kommt. Für viele unserer Leser aber wesentlich spannender: Der neue Fire TV 2017. Der gab natürlich Grund zur Diskussion. Warum? Das geht bei der Bauform los. Viele mochten den Fire TV als Kiste, den man irgendwo hinstellt. Alternativ griff man zum Fire TV Stick, der im HDMI-Port Platz findet. Nur: Der kann im Gegensatz zur Box kein 4K.

Nun also der neue Fire TV, der eine kleine Box ist, die hinten am TV runterbaumelt. Für mich weniger beachtenswert, in unseren Kommentaren störten sich einige an der Tatsache. Des Weiteren verfügt der neue Fire TV nicht mehr, wie der alte, über einen dedizierten LAN-Anschluss, stattdessen müsste man, sofern man einen RJ45-Anschluss vorzieht, einen Adapter kaufen, der bei 15 Euro liegt. Das neue Modell kann nicht nur mehr in Sachen Darstellung, es ist auch noch günstiger als die letzte Generation.

So kostet der neue Amazon Fire TV mit Unterstützung für 4K / Ultra HD und HDR 79,99 Euro. Das Vorgängermodell wanderte, sieht man einmal von einigen Angeboten ab, für 99,99 Euro regulär über die virtuelle Ladentheke. Auch die letzte Generation unterstützte bereits 4K – aber eben kein HDR. Amazon teilte während der Vorstellung mit, dass über die Alexa Sprachfernbedienung auch Smart-Home-Geräte von kompatiblen Marken wie Philips Hue, TP-Link oder tado steuerbar sind.

Aber auch das ist nicht neu, funktioniert ja auch mit den alten Geräten, die eine Alexa-Fernbedienung haben. Auch Smart-Home Kameras und Live-Video-Feeds von unterstützten Marken wie Ring, Nest und Logitech lassen sich ja mittlerweile mit einem Fire TV vernetzen. Der neue Amazon Fire TV des Jahres 2017 nutzt den SoC Amlogic S905z, 2 GByte RAM, 8 GByte Speicherkapazität und bietet als Schnittstellen HDMI, Micro-USB (nur zur Stromversorgung), Bluetooth 4.1 LE und natürlich Wi-Fi 802.11 ac.

Das erste Auspacken. Kleines Ding, recht handlich. Mich persönlich stört das Baumeln am TV nicht, bzw. ist es bei mir eh anders gelagert, da mein Samsung-TV die Anschlüsse für HDMI über eine separate Box lagert. Die Einrichtung ist identisch zum Fire TV der älteren Generation, da tut sich also nicht viel. Auch die Oberfläche sah in meinem Fall nicht anders aus. Funktioniert alles wie gehabt und wie bekannt.

An dieser Stelle kann man eigentlich schon sagen, dass man nicht pauschal sagen kann, ob ein Upgrade lohnt oder eben nicht. Kommt immer darauf an, was man für einen TV besitzt und auf welche Sound-Hardware man setzt. Wer keine dicke Anlage am TV hat, sondern nur diesen mit eventuell „normalen“ vorhandenen Boxen nutzt, zudem nicht zwingend 4K benötigt, weil kein 4K-Gerät vorhanden ist: Muss man derzeit nicht, denn der normale Fire TV Stick 207 für 40 Euro bietet nicht viel weniger. Kann 1080p mit 60 Bildern pro Sekunde und bietet Dolby Audio.

Der neue Fire TV hat 4K Ultra HD bei 60 Bildern pro Sekunde und einen schnelleren Prozessor sowie 2 GB Arbeitsspeicher, der Stick hat 1 GB. Und bei Besitzern der direkten Vorgängerversion aus dem Jahre 2015 ist es ja noch einmal ganz anders gelagert, hier steht ja sogar 4K zur Verfügung – und ein separater LAN-Anschluss. Lediglich HDR10 ist nicht gegeben. HDR ist dann auch so eine Sache.

Interessanterweise laufen HDR-Inhalte, zumindest auf YouTube aber nicht alle. So ließen sich HDR-Videos zwar aufrufen und auch abspielen, bei explizit 60 Bildern pro Sekunde versagte der neue Fire TV dann aber seinen Dienst und sprach von einem nicht unterstütztem Videoformat. Wo hier nun der Fehler liegt, ist mir zur Stunde nicht bekannt, vielleicht kommt da noch seitens Amazon oder YouTube ein Update.

Was ich anmerken muss – wobei es natürlich sein kann, dass es sich um ein spezielles Problem bei mir handelt: Die Fernbedienung verlor oft ihre Verbindung. Ich dachte erst, dass die Batterien vielleicht Schuld sein könnte, aber dies war nicht der Fall. Entnahm ich diese und legte sie neu ein, dann konnte ich direkt wieder steuern. Allerdings kamen diese Aussetzer dann doch zu oft vor und ich probierte es mit Warten. Siehe da: Offenbar verlor die Fernbedienung trotz rund drei Meter Abstand ihre Verbindung, brauchte dann so 10-20 Sekunden und verband sich dann wieder. Ein Hängen des Fire TV kann ich dabei ausschließen, denn die Remote-App für den Fire TV war durchgängig in der Lage, den Fire TV remote zu bedienen.

Weiterhin: Der neue Fire TV kommt mit Fire OS 6.0, basierend auf Android 7.1.2 Nougat. Alte Geräte sollen  – Stand jetzt – 6.0 nicht erhalten. Des Weiteren sollte man bedenken, dass der neue Fire TV derzeit kein Display Mirroring unterstützt, wie man auf der Hilfeseite sehen kann, die deutsche Seite ist hier zum Zeitpunkt dieses Beitrages nicht angepasst. Wer seinen Android-Bildschirm dennoch sehen will, der kann zu Lösungen wie dem AirReceiver greifen. Interessanterweise wurde mir meine AirReceiver-App auch nicht im Store angezeigt und auch weitere Casting-Apps versagten ihren Dienst. Mal schauen, wann die ersten Apps angepasst werden, ich bin da guter Dinge, dass da was passiert. Letzten Endes bleibt festzuhalten, wie oben beschrieben: Je nach eigenen Wünschen benötigt man den neuen Fire TV 2017, oder eben nicht. Ich sag mal so für ich: Ich bin mit der alten 4K-Kiste bislang seht gut gefahren und am Zweit-TV, der seltenst an ist, wenn die Frau mal bügelt oder so, steckt der Fire TV Stick 2017 mit Sprachfernbedienung, da der TV eh nur FullHD kann.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

19 Kommentare

  1. für mich ein ausschlußkriterium: kein opt. soundausgang
    bei mir hängt das alte firetv am beamer und ist eben optisch mit der soundanlage verbunden.

  2. Also ich habe den „alten“ Fire TV 4K und habe grade für meine Freundin noch einen alten bei Ebay gekauft. Der neue kommt für mich nicht in Frage. Die Gründe:

    – Kein Ethernet an Bord
    – Kein Speicherkarten-Slot (absolutes KO-Kriterium)
    – Kein USB-Port
    – deutlich langsamere CPU und GPU (wieso steht im Text schneller???)

    Da ich das Gerät über diverse Android Apps (zum Teil Sidegeloadet) auch als Retrogaming-Plattform (Dos-Spiele, Windows 3.11, PSX, Sega etc.) nutze, ist der Speicherplatz relevant (hab jetzt 32GB fast voll, 64GB Karte ist bestellt).
    Ich habe eine große Spiele-Sammlung via GOG und CDs hier, und die muss darauf laufen, das sind gut 28GB Spiele….
    Da ich den beim Neuen den Speicher nicht erweitern kann, bleibt es bei 2x der alten Version…..

  3. Hast du das Sideloading von Apps (Kodi) auch ausprobiert? Funktioniert das mit dem neuen Fire TV?

  4. Wenn der USB Anschluss nur zur Stromversorgung gedacht ist, wie ist dann mein USB Stick anzuschliessen? Ich will ja weiterhin und wie gehabt Apps, Bilder und Filme extern auf diesem Stick lagern. 4K und HDR spielen auch keine Rolle da ich mir sicherlich keinen neuen Fernseher anschaffe, nur weil Amazon das nun versorgen kann. 4K mach eh keinen Sinn da ich trotz Brille auf drei Meter den Unterschied wohl eher sensorisch als optisch registrieren könnte. Und ja, das Baumeldings finde ich auch blöde…

    Und ohne TOS macht das Ding für mich gar keinen Sinn – genau wie Discovery!

  5. Der S905 ist unter Android reichlich lahmarschig, dafür ist er unschlagbar billig (ich glaube 5-8€ im Einkauf für eine komplette Box).
    Der S905 kann unter Linux auch Quake3 halbwegs flüssig spielen, also soo lahm ist er nicht, unter Android bleibt da leider nicht viel übrig.

  6. @Steffen: Nächstes Mal liest du aber bitte bis zu Ende, ok? Danke 🙂

  7. @Caschy Und falls du nicht weißt wohin mit der kleinen Version des Fire TV, dann wäre ich ein sehr dankbarer Abnehmer. 😉

  8. Danke für die ersten Eindrücke! Was mich an dem Gerät sehr interessieren würde ist, ob es wie die bisherigen FireTVs bei FullHD-Wiedergabe beim Farbraum immer noch auf RGB beschränkt ist oder ob jetzt auch YCbCr verfügbar ist, wie z. B. beim Shield TV. Auch wäre es interessant zu wissen, ob man die Wiedergabe von amazon und Netflix sowohl unter 1080p als auch unter 4K auf 24Hz umstellen kann.

  9. Tja, für mich eine klare Verschlechterung zum Vorgänger – in so ziemlicher jeder Beziehung. Welche Alternativen gibt’s denn nun eigentlich, wenn man insbesondere Amazon Video und Netflix hochperformant genießen will? (Ethernet ist Pflicht)

  10. FireTV2 Box auf jedenfall bzw. die neue Shield Box von Nvidia

  11. Thomas Janssen says:

    Mein neuer 4K HDR geehrter ist bestellt. Insofern muss mein Fire TV Stick der 1. Generation ausgetauscht werden. Mein neuer TV läuft auf Android. Reicht die App oder brauche ich die Box?

  12. Vielen Dank für den ersten Einblick. Kannst du sagen was über Alexa alles funktioniert?

    Aktuell habe ich eine firetv Box gen1. Dort kann ich zB Spotify per Alexa nicht nutzen (App unterstützung nicht vorhanden). Ist das mit der neuen Box inzwischen möglich oder geht das weiterhin nur über Echo und Tap?

    Vg

  13. Moin Zusammen,

    also ich bin nicht im geringsten vom neuen fTV überzeugt. Doch was mich auch stört ist, dass keiner über die anderen fehlenden Anschlüsse (spdif, usb oder SD-Karte) schreibt.
    Mir persönlich ist besonder der USB und der LAN Anschluss kritisch. Ok, LAN gibt es ja zum nachrüsten aber USB eben nicht. Noch nutze ich einen fTV der 1. Generation und werde es auch weiter, denn ohne USB kann ich meinen FLIRC nicht mehr nutzen. Ebenso APP-Speicher, dieser ist ja nun doch sehr knapp.
    Hierzu würde ich mir wirklich mehr Berichterstattung wünschen.

    Viele Grüße und danke für viele andere Infos 🙂
    Daniel

  14. Mich stört dieses kurze HDMI Kabel – am TV aufgehängt werden hier nicht unerhebliche Hebelwirkungen sein und hinter dem AVR ist kein Platz.

    Ebenso benötige ich diesen Ethernet Adapter (was die Hebelwirkung noch mehr beeinflusst).

    Zusammengefasst würde ich mehr Geld für Gerät, Adapter und HDMI Verlängerung Ausgeben als für das alte Gerät

  15. Hier auch mal meine ersten Eindrücke, habe mein Gerät heute pünktlich bekommen.

    Ausgepackt, angeschlossen, soweit alles gut und ging leicht von der Hand. Kodi per ADB installiert und gestartet. Jetzt geht es los. Bildschirmfrequenz lässt sich durch Kodi nicht wechseln. Heißt keine 24hz Ausgabe möglich. Daher natürlich auch kein Audio-Passthrough. Des Weiteren wird das Gerät sehr warm, sodass die Box bei gleichzeitiger Bibliothek Durchsuchung und Wiedergabe eines Videos neustartet. Mein Gerät hängt an der Wand, daher und durch den Fernseher natürlich nicht die beste Kühlung. Aber da viele ja ein Ähnliches Setup haben, nicht gerade schön gelöst mit dem kurzen Kabel. Ich werde mal weiter testen… Bis hier hin bin ich aber erst einmal enttäuscht.

  16. Nach ein wenig testen, nun die Enttäuschung schlecht hin. Die Box startet unter Kodi bei Filmen mit etwas höherer Bitrate neu bzw. macht einen Softreboot. Ich hoffe, dass das Softwareseitig behoben werden kann. Aber zum jetzigen Zeitpunkt für mich unbrauchbar. Getestet wurde übrigens über ein NAS Laufwerk mit 5GHz Wlan und FullHD Material.

  17. Aus dem Kodi.tv Forum von fritsch aus dem Kodi Team kopiert:

    For now: Refreshrate switching does not work properly. Only 59.98 hz is announced / found. Audio wise: DTS, AC3, EAC3 works. Not too sure about multi-channel as I can only read logfiles. We will have one here at devcon tomorrow, let’s see.

    Ich bin guter Hoffnung, dass Kodi soweit angepasst wird und recht zeitnah vernünftig läuft.

  18. @Tony, denke schon das da noch einiges kommen wird. Gerade weil die Dinger so populär sind. Habe meine Kiste noch nicht angeschlossen, denke aber ich werde wohl erst mal ein HDMI Verlängerungskabel bestellen.
    Bin übrigens auf MrMC umgestiegen, gibt es auch im Amazon AppStore und ist glaube ich ein Fork von Kodi!?

  19. Ich habe auch Probleme mit der Bluetooth Verbindung beim neuen fire TV…

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