Xiaomi Mi Max Ersteindruck: Großes Display & riesiger Akku zu einem fairen Preis

11. September 2016 Kategorie: Android, Hardware, Mobile, geschrieben von: caschy

xiaomi-logoWoanders ist das Gras bekanntlich immer grüner. Und so schauen wir immer neidisch in Länder, in denen es vermeintlich günstige Super-Smartphones gibt. Ein Hersteller, dessen Geräte nur durch einen Import zu bekommen sind, ist Xiaomi. Die bieten einen ganzen Schwung von Geräten an, die man bei diversen Shops bekommt, teilweise auch nach Deutschland. Mein Gerät wurde mir zum Test von GearBest zur Verfügung gestellt. Bedenken sollte man beim Einkauf solcher Geräte, dass man in Sachen Garantie meistens auf den Shop zurückgreifen muss, was im schlechtesten Fall natürlich Wartezeit und Porto bedeutet, beim Kauf wird je nach Kaufpreis zudem eine Einfuhrumsatzsteuer fällig.

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Doch zurück zum Xiaomi Mi Max. Überraschend ist da wirklich der reine Preis, denn derzeit liegt es bei knapp unter 250 Dollar, was umgerechnet 223 Euro sind. Selbst mit Einfuhrumsatzsteuer kommt man so auf ein Smartphone für unter 300 Euro, welches es in sich hat. So zumindest meine Beobachtung, nachdem das Xiaomi Mi Max in den letzten Tagen mein Begleiter auf Reisen war. Erst einmal zu den technischen Daten:

Technische Daten Xiaomi Mi Max

System: Android 6.0.1 Marshmallow (ja, auch mit deutscher Sprache)

CPU: Qualcomm Snapdragon 650, 1.8GHz, Hexa Core

RAM: 3 GB RAM

ROM: 32 GB, erweiterbar mit microSD-Karte

Display: 6,44 Zoll , 1920 x 1080 Pixel, 2.5D Arc Screen

WIFI: 802.11a/b/g/n/ac

SIM-Karte: Micro SIM Card, Nano SIM Card

Kamera: 16 MP & 5 MP

Akku: 4.850 mAh

Gewicht: 203 Gramm

Bänder: 2G: GSM 850/900/1800/1900MHz, 3G: WCDMA 850/900/1900/2100MHz, 4G: FDD-LTE 1800/2100/2600MHz

Sonstiges: Fingerabdruckleser und Infrarotsensor

6,44 Zoll mit FullHD. Bei der Angabe der Zollgröße ist bestimmt für viele schon Feierabend. Ich muss sagen, dass ich damit klarkomme. Ihr hab zwei verschiedene Einhandmodi, die ihr über die Funktionstasten auslösen könnt. Ist aber natürlich immer noch schwierig so, da ihr den ganzen Brummer ja weiterhin in einer Hand haltet. Letzten Endes sollte man schauen, dass man das Gerät mit zwei Händen bedient, eine Sache, die sicherlich viele Menschen ab 5 Zoll oder höher so handhaben.

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Trotz der Größe ist das Xiaomi Mi Max dünn und mit 203 Gramm auch noch leicht. Es fasst sich sehr gut an und ich finde es in keiner Weise schlecht verarbeitet. Man hat ja bei so etwas noch immer den Preis im Hinterkopf. Xiaomi hat eine MIUI 8-Oberfläche über Android, was auch an Huaweis und Honors EMUI UI erinnert. Kein klassischer Launcher, stattdessen iOS-anmutende Optik. Macht aber nix, es gibt Themes, zudem habe ich eh einen alternativen Launcher, sodass ich mich schnell zuhause fühlen konnte. Ansonsten bietet MIUI 8 einige tolle Funktionen. So kann man ab Werk duale Apps einrichten, also eine App mit zwei Konten, man hat einen Second Space, quasi einen Gastmodus, App-Sperren und und und.

Das Display fand ich richtig gut, FullHD ist auch bei der 6,44 Zollgröße noch ausreichend, wobei man natürlich Unterschiede zu kleineren Geräten wahrnimmt, keine Frage. So finde ich beispielsweise die Skalierung in Apps nicht so schön, Google Inbox ist da ein Beispiel. Hier hat man das Gefühl, dass der Platz nicht richtig ausgenutzt wird. Hat man sich damit arrangiert, so bekommt man knackige Farben auf 6,44 Zoll präsentiert.

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Sofern ihr wollt, könnt ihr über die Software noch die Temperatur der Farbe ändern, von kalt bis warm könnt ihr den Schieberegler schubsen. Traurig aber wahr: man gewöhnt sich unfassbar schnell an das große Display, wenn man der Typ dafür ist. Ein Zurück auf ein kleineres Gerät wirkt dann schon schräg. Abzug in der B-Note: Der Blickwinkel ist nicht überragend – aber man schaut ja eigentlich meist direkt drauf.

Die Kamera hat 16 Megapixel, auf dem Papier eine feine Sache. Ich persönlich fand, dass die Kamera nicht immer die allerbeste Figur machte, trotz der nominell hohen Megapixel-Anzahl. Bei leichtem Gegenlicht neigte die Optik zum schnellen Abdunkeln. Gut aber: Der Nutzer kann per Antippen des Displays einen Fokuspunkt schnell festlegen und die Belichtung manuell nachregeln, das funktioniert schnell und ist einfach für jeden Typus Anwender. Sieht dann so aus:

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Als angenehm empfand ich die Farbdarstellung der Fotos. Diese wirken recht natürlich und nicht überdreht. Was ich allerdings feststellte, das ist eine generelle Unschärfe zum rechten Bildrand hin, was weder dem falsch arbeitendem Autofokus noch einem Fingerabdruck auf der Optik nachsagbar ist.

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Während es natürlich draußen kein Kunststück ist, bei guten Wetterbedingungen tolle Bilder hinzubekommen, sieht es drinnen natürlich anders aus. Hier hatte ich das Gefühl, dass die Kamera keine gute Ausbeute in Sachen Licht hat, oft muss auf Punkte nachfokussiert werden, im Standardmodus fingen die Bilder flott an zu rauschen. Letzten Endes ist es nicht die beste Kameras, da mache ich mit meinem Nexus 6P gefühlt bessere Shots.

Dennoch ist die Kamera weit weg von „schlecht“ entfernt, da sie im Schnellschussmodus ausreichend gute Fotos macht und manuell noch bessere Ergebnisse zu erzielen sind. Angesichts des Anschaffungspreises muss man der Kamera eigentlich ein gutes „Befriedigend“ ausstellen.

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Das Xiaomi Mi Max bringt sonst alles mit, was man von einem aktuellen Smartphone erwartet – beispielsweise einen Fingerabdruckleser, der gut und sauber nach Einrichtung funktioniert. Das große Display lädt definitiv dazu ein, Filme und Serien zu schauen, die Lautsprecher sind ausreichend laut, verzerren aber etwas bei Musik oberhalb der 75%-Grenze. Es gibt verschiedene Modelle des Mi Max, ich hatte die Variante mit 3 GB RAM und 32 GB Speicher, wer viel Fotos macht, Musik oder Videos transportiert, der sollte zu einer microSD-Karte greifen, deren Einsatz problemlos möglich ist. Will man nicht Speicher erweitern, so ist auch der Einsatz einer weiteren SIM-Karte möglich.

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Ein paar Worte zum Akku. Der ist trotz des dünnen und leichten Gerätes sehr üppig dimensioniert. 4.850 mAh. Gerne hätte ich euch hier einen Pokemon GO-Score präsentiert, aber das Spiel zocke ich bekanntlich nicht. Wir haben hier im Laufe der Testberichte immer einen Mix in Sachen Akkutest gemacht. Wir haben einen synthetischen und einmal den gefühlten Wert. 4.840 mAh? Sicherlich genug Leistung, um locker durch zwei volle Tage zu kommen, wenn ihr kein Dauerzocker seid. Eher sogar mehr.

Eine genaue Angabe ist allerdings unmöglich, da so unfassbar viele Szenarien wie WLAN oder mobiler Netzzugang, Signalstärke, automatische Displayhelligkeit, Außenbedingungen, Art der Anwendung und ähnliches mit in die Laufzeit des Akkus fallen. Wie bei den letzten Tests haben wir einen synthetischen Benchmark in Form der App PCMark herangezogen. Hierbei wurde die Helligkeit manuell auf 50 Prozent eingestellt, WLAN war die ganze Zeit über an und die Benachrichtigungen des Smartphones waren aktiviert.

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Daraufhin durchläuft der Benchmark verschiedene Alltags-Nutzungsszenarien wie das Betrachten von Bildern und Videos, das Surfen um Web und vieles mehr. Dies spielt der Benchmark-Test so lange durch, bis der vorher vollgeladene Akku auf 20 Prozent runtergefahren ist. Hier ergab sich der Wert von 14 Stunden und 36 Minuten – 876 Minuten. Kramt man sein Schul-Mathe raus auf und rechnet die restlichen 20 Prozent drauf, kommt das Xiaomi Mi Max auf eine ungefähre Akkulaufzeit 1.095 Minuten – oder aber auch rund 18 Stunden und 15 Minuten. Fabelhafte Leistung – die aber unter dem Gesichtspunkt der eben erwähnten Punkte betrachtet werden muss.

Zur Leistung: Der Prozessor ist definitiv ausreichend für Alltagsanwendungen, mit Unterstützung der Adreno 510-GPU kann aber auch das eine oder anderen Spiel flott und ruckelfrei gedaddelt werden. Für die Freunde des nackten Zahlenspiels habe ich mal wieder einen Benchmark durchlaufen lassen. Hier sieht man, dass das Xiaomi Mi Max eher im Mittelfeld mitspielt, wenn man nackte Zahlen sprechen lassen will.

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Ein erstes Fazit? Pauschalisierend kann man das gar nicht so sagen. Ich mag wirklich das große Display. Wer sich für verhältnismäßig kleines Geld ein solches Gerät anschafft, der benötigt vielleicht kein Tablet mehr. Das Preis-Leistungsverhältnis ist auf jeden Fall überragend, so viel steht fest. Groß und leistungsstark für diese Summe ist ja bei den großen Marken eher unmöglich. Doch wie ich eingangs erwähnte: man muss beachten, wie man das Gerät bestellt, was im Service-Falle ist – und wie es um die einzelnen LTE-Bänder bestellt ist.

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Die meisten der China-Kisten haben kein Band 20 (800 MHz), was dafür sorgt, dass man kein LTE hat. Das Xiaomi Mi Max bietet mir in meiner Ecke H+ an, für meine Belange ausreichend. Muss man gut für sich abwägen und mal schauen, wo man meistens ist und vielleicht mal eine passende Netzabdeckungskarte frequentieren, da  LTE 800 MHz weiter funkt als UMTS 1900/2100 MHz. Alternativ hilft immer ein Blick in die Foren, die sich mit den „China-Böllern“ beschäftigen.

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Ganz wichtig! Je nach Shop kann es sein, dass ihr kein Original-ROM auf dem Gerät habt. Ihr habt dann ein „Shop-ROM“. Das ist dann zwar deutsch, hat aber oft eine alte Version, die never ever aktualisiert wird. In meinem Fall war es so, dass ich auch ein Shop-ROM mit Android 6.0.1 und MIUI 7 hatte, welches nicht updatefähig war. Es gibt im Netz zahlreiche Anleitungen, wie man die XIAOMI-Geräte mit einem Original-ROM versieht, welches auch updatefähig ist. Das sollte man als erstes machen. In meinem Fall war es so, dass ich das XIAOMI Mi Max einfach in den Fastboot-Modus bringen musste und das entsprechende ROM über ein Tool flashte. Kein Hexenwerk und beispielsweise in der deutschsprachigen Community MIUI Community schön erklärt. Alternativ gibt es noch zig andere Seiten, die aufzeigen, wie man ein Global ROM installiert.

Hat man sich dahingehend informiert, dann kann man für diesen Anschaffungspreis getrost das Xiaomi Mi Max empfehlen. Ich jammere hier maximal auf hohem Niveau, wenn ich die Kamera oder den Blickwinkel kritisiere, habe ich doch bisher meistens Geräte im Test gehabt, die locker doppelt so teuer waren. Ich hatte vor meinem Test wenig erwartet, wurde aber extrem positiv überrascht.



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Über den Autor: caschy

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