Windows 7 in eine VHD installieren

27. Januar 2010 Kategorie: Backup & Security, Windows, geschrieben von: caschy

Tja, die Nacht war für mich um drei Uhr beendet. Schlaflos in Bremerhaven. Wohl zu spät zu viel Chilli gegessen, don’t know. Zeit mal ein wenig zu frickeln und mal wieder Sachen auszuprobieren. Heute: die Installation von Windows 7 in eine VHD. Vorab die Beantwortung der Frage, was überhaupt eine Installation in eine VHD bringt. Eine VHD ist eine virtuelle Festplatte, ihr installiert euer Betriebssystem also nicht direkt auf die Festplatte (im herkömmlichen Sinne) sondern in eine Art Container. Dieser Container (bzw. das Betriebssystem darin) wird dann von einem ganz normalen Bootloader geladen. Ist simpel ausgedrückt aber sollte als grobe Erklärung reichen. Techfreaks wissen sicherlich, wo und wie sie sich schlau lesen können.

Der Vorteil von VHDs liegt auf der Hand: einfachstes Backup und die Möglichkeit ganz simpel mehrere Systeme laufen haben zu können. Ich habe das ganze mal auf einer komplett leeren 64 Gigabyte großen Festplatte installiert. Einfach mal um zu zeigen, was man für Schritte durchlaufen muss. Vieles wird man sicherlich auch woanders im Netz finden, die nötigen Quellen findet ihr am Ende des Beitrags. Damit ich euch bessere Screenshots zeigen kann, habe ich das Ganze mal in eine virtuelle Maschine (Parallels unter Mac OS X) installiert. Die Schritte sind aber identisch zur nativen Installation auf einem normalen Boliden.

Die Festplatte vorbereiten. Sofern diese jungfräulich ist, muss diese mittels Diskpart noch eingerichtet werden. Das ist relativ simpel wenn man noch einen Zweitrechner hat, an dem man sich schlau lesen kann. Diskpart müsst ihr starten, nachdem ihr (wie auf dem ersten Screenshot oben zu sehen) auf „Weiter“ geklickt habt. Wie? Ganz einfach: Shift+F10 drücken.

Nun ruft man diskpart auf. Mit list disk die Platten gegebenenfalls anzeigen lassen. Mit create partition primary erstellt ihr eine große primäre Partition. Nachträglich partitionieren kann man ja später in bunt.

Danach könnt ihr euch mit list volume noch euer Ergebnis anzeigen. Auch könnt ihr noch mit format c: /q eure Platte schnell formatieren.

Nun geht es an die Erstellung der VHD. Hier habe ich einmal die Vorgaben gemäß des HowTos von Johann Nitsch übernommen. Hackt folgendes in der Kommandozeile ein:

create vdisk file=“c:\win7.vhd“ type=expandable maximum=12000
select vdisk file=“c:\win7.vhd“
attach vdisk

Erklärung: Ihr erstellt damit auf dem Laufwerk C: eine bis zu 12 Gigabyte große VHD. Expandable heisst: sie wächst an. Verbraucht ihr weniger ist sie kleiner. Die maximale Größe beträgt allerdings 12 Gigabyte. Solltet ihr eine zu kleine VHD erstellt haben, so kann diese später noch mit dem VHD-Resizer vergrößert werden. Der Name der VHD ist übrigens frei wählbar. Wie auch der Name des GodMode für Wndows 7 😉

Mit der zweimaligen Eingabe von exit kommt ihr wieder in den normalen Installationsmodus und könnt Windows 7 benutzerdefiniert installieren.

Zu erwähnen ist, dass ihr nur Windows 7 Ultimate aus einer VHD booten könnt. Ihr könnt zwar jedes Windows 7 installieren, aber nicht booten. Ob es da irgendwelche Tipps & Tricks gibt kann ich aus dem Stehgreif nicht sagen, da ich hier nur Windows 7 Ultimate in Gebrauch habe.

Nach der Installation. Ihr werdet in eurem Explorer einmal eure gemountete VHD vorfinden und als nächstes Laufwerk die eigentliche Festplatte, welche eure VHD bereit stellt. Klingt komisch, ist aber so.

Das Schöne: ihr könnt diese VHD im laufenden Betrieb zur Sicherung irgendwo hin kopieren.

Kleines Beispiel gefällig? Erstellt von dieser VHD mal eine Kopie auf dem Laufwerk, so zum Beispiel:

Was ihr davon habt? Na, eine echte 1:1-Kopie eures lauffähigen Systems. Ihr könntet jetzt lustig Sachen ausprobieren und installieren. Läuft euer System unstabil oder ihr wollt einen alten Zustand (zum Beispiel vor einer Software-Installation haben), dann kloppt ihr die aktuelle VHD einfach in die Tonne und ihr nehmt eure angelegte Kopie (umbenennen nicht vergessen!). Des Weiteren könnt ihr auch eine VHD ganz einfach in euer System einhängen – zum Beispiel um Daten aus der VHD zu ziehen. Wie das geht beschrieb ich ja schon in diesem Beitrag: VHDs automatisch einbinden und die Verschlüsselung mit Bitlocker. Sieht dann so aus:

Alternativ könnt ihr mit der kopierten VHD auch ein zweites System nur zum Testen booten. Diese VHD muss dafür nur mit dem Bootmanager von Windows bekannt gemacht werden. Wie das geht? Eigentlich ganz easy. Führt die Kommandozeile als Admin aus (cmd, Rechtsklick: als Administrator ausführen):

Hackt nun folgendes in die Kommandozeile:

bcdedit /copy {current} /d "Boot Description"

„Boot Description“ sollte durch euren eigenen Boot-Text ersetzt werden, kann man aber später ändern (dazu gleich was).

Kopiert euch nun eure ID heraus und fügt folgendes ein:

bcdedit /set {557b2157-0aee-11df-b907-c148aff72235} osdevice vhd=[D:]\win7Testsystem.vhd

gefolgt von:

bcdedit /set {557b2157-0aee-11df-b907-c148aff72235} device vhd=[D:]\win7Testsystem.vhd

Den Pfad bzw. Namen müsst ihr logischerweise durch den eurer VHD ersetzen. Bootet ihr nun euer System, so wird euch folgendes anlächeln:

Wollt ihr Namen oder Bootreihenfolge ändern, so könnt ihr die Freeware EasyBCD benutzen.

Alternativ gibt es das gute alte msconfig:

So, jetzt ist es kurz nach halb sechs und der erste Kaffee will getrunken werden. Ich hoffe, dass ihr wenigstens ein bisschen Nutzen aus meiner Schlaflosigkeit ziehen konntet. Mit VHDs lässt sich noch wesentlich mehr bewerkstelligen, vielleicht schreibe ich in der nächsten schlaflosen Nacht noch etwas dazu 😉

Weiterführende Quellen und Lesenswertes:

Microsoft Technet: Erstellen von Partitionen mit diskpart

Windows 7 parallel zu Windows XP oder Windows Vista in eine VHD installieren

BCDEdit im Microsoft Technet erklärt

Wie funktioniert das Booten von VHDs

Adding a existent VHD to the Windows 7 Boot Loader

Windows 7: Natives Booten von VHD

Windows 7 VHD Mount

VHDs: der Computer im Computer

Disk2VHD: virtuelle Festplatten erstellen



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Über den Autor: caschy

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