So verwalte und sichere ich meine Fotos

31. Juli 2016 Kategorie: Backup & Security, Software & Co, geschrieben von: caschy

fotoWir haben heutzutage massig Möglichkeiten unsere Bilder zu sichern, anzuschauen oder zu teilen. Das sah vor einigen Jahren noch ganz anders aus. Cloud-Speicher war begrenzt, Möglichkeiten zum Teilen oder Mitmachen gar nicht oder nur rudimentär gegeben. Noch heute muss man  – je nach Ausgangslage – einige Verrenkungen anstellen, um auch alle Nutzer und Geräte unter einen Hut zu bekommen. Ich persönlich bin da teils noch sehr klassisch unterwegs. Ich verwalte meine Fotos wie Musik. In Ordnern. Die Fotos haben vielsagende Namen wie die Jahreszahl und den Ort der Aufnahme. Das ging viele Jahre gut.

Ich fotografierte herum, kam nach Hause und zog die Fotos auf den Rechner, beziehungsweise mein NAS. Von hier haben zumindest die Rechner, Smartphones und Tablets im Haushalt Zugriff, mein NAS ist – auch wenn diese Funktionalität natürlich machbar und bequem ist – nicht mit dem Internet verbunden, ein Zugriff ist von Außen also nicht machbar. Ich habe keinen großen Bedarf an Fotos auf meinem Smartphone, die mich in der Türkei 2008 zeigen.

In den letzten Jahren dampfte ich meine Fotografiererei eh ein, da ich etwas bemerkte. Wie oft fragt wohl jemand: „Komm, wollen wir uns noch einmal die tollen Fotos der Raketen und Knaller anschauen, die wir Silvester 2001 in Dänemark geschossen haben?“? Richtig. Kommt bei mir nämlich nicht vor. Stattdessen halte ich nur das wichtige für mich fest. Als Vater eines kleinen Sohnes fällt hier natürlich auch einiges an – mit dem Unterschied für mich, dass ich da (noch) wirklich gerne in älteren Aufnahmen stöbere.

Und hier geht es schon los: Während ich mit Android und iOS meine Fotos mache, ist in der Familie derzeit ausschließlich iOS im Einsatz. Wir haben gemeinsame Fotoalben. Ist zumindest ein iOS-Gerät vorhanden, dann lassen sich die Fotos ja auch klassisch mit macOS oder Windows synchronisieren und weiter verarbeiten. In Sachen Familienordner wird derzeit auf die iCloud gesetzt, da ich hier flott Alben erstellen kann, die ich mit Nutzern teilen, diese auch zur Mitarbeit einladen kann. Will man Kosten oder Jongliererei mit der iCloud sparen, dann arbeitet man nur mit geteilten Alben. Warum? Jedes Album fasst 5.000 Fotos und wird nicht auf iCloud-Speicherplatz angerechnet.

Eignet sich diese Methode für Foto-Verwaltung oder als Backup-Speicher? Nicht wirklich. Ist ein Foto in einer Freigabe, so kann es lokal gelöscht werden, es verschwindet nicht aus der Cloud. Zu bedenken dabei: Auch Apple verschenkt auf diesem Wege keinen unendlichen Speicherplatz, sondern agiert wie Google. Wird das Foto zu groß, dann wird angepasst. Im Falle eines Bildes mit den Originalmaßen 3024 x 4032 Pixeln wird am Ende 2049 x 1536 draus. Wer mit dieser Auflösung leben kann und will, der wird vielleicht glücklich.

Wir setzten damals auf die iOS-Lösung, da Google mit Google Fotos diese Teilen- und Mitmach-Funktion nicht anbot. Sie kam erst später hinzu. Von daher sollten Menschen, die die Cloud-Speicherung in Erwägung ziehen, dieses vorher abwägen. Natürlich bietet Apples iOS eine sehr bequeme Integration ins System an und das Teilen und Mitmachen ist sehr einfach.

Doch sofern ein Mitglied auf Android setzt, sieht es da schon anders aus. Deswegen mag ich Lösungen, die mich nicht an ein System fesseln – und Google Fotos ist nun mal im Web, für Android und iOS verfügbar – und erlaubt mittlerweile gemeinsame Alben. Doch auch hier ist der Speicher für große Fotos nicht unendlich (alles ab 16 Megapixel wird runtergerechnet), Google komprimiert zudem. Nutzt man die kostenlose Variante von Google Fotos, dann kann man zwar unendlich sichern, aber unter Umständen wird das gesicherte Bild dann kleiner.

So kann man beispielsweise mit dem iPhone ein 12 Megapixel-Foto schießen, dieses bleibt auch bei der Auflösung von 4032 x 3024 Pixeln, Google komprimiert aber, sodass ein Original von rund 2,4 Megabyte auf 1,5 Megabyte Dateigröße in den Google Fotos dahinschmilzt. Mit dem bloßen Auge sehe ich da aber auf meinem Bildschirm keine Unterschiede.

Bei größeren Fotos ist es dann tatsächlich so, dass die größentechnisch eingedampft werden – habt ihr in Photoshop eine Datei gebastelt, die 10.000 x 10.000 Pixel hat, so wird diese auf die besagten 16 MP eingedampft, sodass am Ende 4.000 x 4.000 Pixel stehen, wenn man die Komprimierung aktiviert hat.

Nun stand ich also da, Android und iOS in der Hand, iCloud-Alben und Google Fotos. Das waren die neuen Herausforderungen, die vorher „Fotos von der SD-Karte auf das NAS“ hießen. Ich selber gehe aus diesem Grunde deshalb wie folgt vor: Fotos, die ich in der Cloud wissen will, landen automatisch nach der Aufnahme mit Android-Smartphone oder iPhone in den Google Fotos. Will ich Fotos mit Freunden und der Familie im iCloud-Stream teilen, so mache ich das vom iPhone aus. Fotos, die gelöscht werden, werden über die Google Fotos-App runtergeschmissen. Auf der iOS-Plattform umgehe ich damit auch das Problem der lokalen Dubletten, da Google Fotos nachfragt, ob in der Camera Roll enthaltene Bilder auch gelöscht werden sollen.

Ein Vorteil für mich beim Einsatz von Google Fotos oder Apples iCloud: Ich habe keinerlei Probleme, das hinterlegte Material in einem Rutsch zu sichern. Ich kann über Google Takeout oder den Google Drive in Windeseile Material auf den Rechner ziehen, bei Apple funktioniert das ebenso ratz fatz. Hier greife ich dann rhythmisch ein und lade die Fotos herunter. Diese landen dann auf meinem NAS und sind so zumindest im Haushalt einsehbar – und auf die geteilten habe ich eh Zugriff. Auch wenn ich hier ein NAS einsetze und davon schreibe: das ist natürlich keine Voraussetzung, da es auch zig Apps gibt, die automatisiert die Fotos auf dem Rechner und einer Festplatte speichern.

Und das Backup? Wie bereits ersichtlich: ich setze auf mehrere Lösungen und habe so ein Mischmasch aus in der Cloud vorhandenen und lokal vorliegenden Fotos. Alle Fotos laufen auf meinem NAS zusammen, von dort gehen sie für den flotten Zugriff auch versionisiert an meinen Hauptrechner. Das macht die Software meines NAS, allerdings kann man hier auch andere Synchronisations- und Backup-Tools nutzen. Viele Wege führen nach Rom. Da aber theoretisch meine Bude abfackeln oder NAS und Rechner gestohlen werden könnten, gibt es noch den Weg über denn Google Drive.

Wer den nicht mag, der kann auch zu OneDrive, Dropbox und Co greifen. Mein NAS verschlüsselt sämtliche Fotos und schickt diese in die Cloud, sodass ich diese jederzeit abrufbereit habe. Das NAS verschlüsselt zwar, aber im Notfall könnte ich auch ohne dieses entschlüsseln, ein entsprechendes Tool steht zur Verfügung. Auch hier wieder der Hinweis, dass man dies auch mit anderen Mitteln bewerkstelligen kann, lokale Dateiverschlüsselung ist kein Hexenwerk, der Upload in eine Cloud ebenfalls nicht. Theoretisch kann man da Lösungen wie BoxCryptor nutzen, wenn es einfach gehen soll.

tl;dr? Ich nutze zum Fotografieren derzeit ein iPhone und ein Nexus 6P, ich besitze momentan keine andere Kamera. Jeweils kommen Google Fotos als auch Apples iCloud zum Einsatz. Beide Lösungen nehmen mir persönlich nicht die Arbeit ab, dass ich Bilder lokal herunterlade, diese lokal in Ordner sichere und verschlüsselt noch einmal extern sichere. Lokale Fotos, beziehungsweise die im Netzwerk betrachte ich über eine reine Ordnerfreigabe oder DS photo von Synology, welches mobil für Android und iOS verfügbar ist, aber auch für Android TV und Apple TV nutzbar ist.

Dieser Beitrag entstand auf die Frage eines Lesers, wie ich fotografiere, meine Fotos verwalte und diese sichere.



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Über den Autor: caschy

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