So verwalte und sichere ich meine Fotos

fotoWir haben heutzutage massig Möglichkeiten unsere Bilder zu sichern, anzuschauen oder zu teilen. Das sah vor einigen Jahren noch ganz anders aus. Cloud-Speicher war begrenzt, Möglichkeiten zum Teilen oder Mitmachen gar nicht oder nur rudimentär gegeben. Noch heute muss man  – je nach Ausgangslage – einige Verrenkungen anstellen, um auch alle Nutzer und Geräte unter einen Hut zu bekommen. Ich persönlich bin da teils noch sehr klassisch unterwegs. Ich verwalte meine Fotos wie Musik. In Ordnern. Die Fotos haben vielsagende Namen wie die Jahreszahl und den Ort der Aufnahme. Das ging viele Jahre gut.

Ich fotografierte herum, kam nach Hause und zog die Fotos auf den Rechner, beziehungsweise mein NAS. Von hier haben zumindest die Rechner, Smartphones und Tablets im Haushalt Zugriff, mein NAS ist – auch wenn diese Funktionalität natürlich machbar und bequem ist – nicht mit dem Internet verbunden, ein Zugriff ist von Außen also nicht machbar. Ich habe keinen großen Bedarf an Fotos auf meinem Smartphone, die mich in der Türkei 2008 zeigen.

In den letzten Jahren dampfte ich meine Fotografiererei eh ein, da ich etwas bemerkte. Wie oft fragt wohl jemand: „Komm, wollen wir uns noch einmal die tollen Fotos der Raketen und Knaller anschauen, die wir Silvester 2001 in Dänemark geschossen haben?“? Richtig. Kommt bei mir nämlich nicht vor. Stattdessen halte ich nur das wichtige für mich fest. Als Vater eines kleinen Sohnes fällt hier natürlich auch einiges an – mit dem Unterschied für mich, dass ich da (noch) wirklich gerne in älteren Aufnahmen stöbere.

Und hier geht es schon los: Während ich mit Android und iOS meine Fotos mache, ist in der Familie derzeit ausschließlich iOS im Einsatz. Wir haben gemeinsame Fotoalben. Ist zumindest ein iOS-Gerät vorhanden, dann lassen sich die Fotos ja auch klassisch mit macOS oder Windows synchronisieren und weiter verarbeiten. In Sachen Familienordner wird derzeit auf die iCloud gesetzt, da ich hier flott Alben erstellen kann, die ich mit Nutzern teilen, diese auch zur Mitarbeit einladen kann. Will man Kosten oder Jongliererei mit der iCloud sparen, dann arbeitet man nur mit geteilten Alben. Warum? Jedes Album fasst 5.000 Fotos und wird nicht auf iCloud-Speicherplatz angerechnet.

Eignet sich diese Methode für Foto-Verwaltung oder als Backup-Speicher? Nicht wirklich. Ist ein Foto in einer Freigabe, so kann es lokal gelöscht werden, es verschwindet nicht aus der Cloud. Zu bedenken dabei: Auch Apple verschenkt auf diesem Wege keinen unendlichen Speicherplatz, sondern agiert wie Google. Wird das Foto zu groß, dann wird angepasst. Im Falle eines Bildes mit den Originalmaßen 3024 x 4032 Pixeln wird am Ende 2049 x 1536 draus. Wer mit dieser Auflösung leben kann und will, der wird vielleicht glücklich.

Wir setzten damals auf die iOS-Lösung, da Google mit Google Fotos diese Teilen- und Mitmach-Funktion nicht anbot. Sie kam erst später hinzu. Von daher sollten Menschen, die die Cloud-Speicherung in Erwägung ziehen, dieses vorher abwägen. Natürlich bietet Apples iOS eine sehr bequeme Integration ins System an und das Teilen und Mitmachen ist sehr einfach.

Doch sofern ein Mitglied auf Android setzt, sieht es da schon anders aus. Deswegen mag ich Lösungen, die mich nicht an ein System fesseln – und Google Fotos ist nun mal im Web, für Android und iOS verfügbar – und erlaubt mittlerweile gemeinsame Alben. Doch auch hier ist der Speicher für große Fotos nicht unendlich (alles ab 16 Megapixel wird runtergerechnet), Google komprimiert zudem. Nutzt man die kostenlose Variante von Google Fotos, dann kann man zwar unendlich sichern, aber unter Umständen wird das gesicherte Bild dann kleiner.

So kann man beispielsweise mit dem iPhone ein 12 Megapixel-Foto schießen, dieses bleibt auch bei der Auflösung von 4032 x 3024 Pixeln, Google komprimiert aber, sodass ein Original von rund 2,4 Megabyte auf 1,5 Megabyte Dateigröße in den Google Fotos dahinschmilzt. Mit dem bloßen Auge sehe ich da aber auf meinem Bildschirm keine Unterschiede.

Bei größeren Fotos ist es dann tatsächlich so, dass die größentechnisch eingedampft werden – habt ihr in Photoshop eine Datei gebastelt, die 10.000 x 10.000 Pixel hat, so wird diese auf die besagten 16 MP eingedampft, sodass am Ende 4.000 x 4.000 Pixel stehen, wenn man die Komprimierung aktiviert hat.

Nun stand ich also da, Android und iOS in der Hand, iCloud-Alben und Google Fotos. Das waren die neuen Herausforderungen, die vorher „Fotos von der SD-Karte auf das NAS“ hießen. Ich selber gehe aus diesem Grunde deshalb wie folgt vor: Fotos, die ich in der Cloud wissen will, landen automatisch nach der Aufnahme mit Android-Smartphone oder iPhone in den Google Fotos. Will ich Fotos mit Freunden und der Familie im iCloud-Stream teilen, so mache ich das vom iPhone aus. Fotos, die gelöscht werden, werden über die Google Fotos-App runtergeschmissen. Auf der iOS-Plattform umgehe ich damit auch das Problem der lokalen Dubletten, da Google Fotos nachfragt, ob in der Camera Roll enthaltene Bilder auch gelöscht werden sollen.

Ein Vorteil für mich beim Einsatz von Google Fotos oder Apples iCloud: Ich habe keinerlei Probleme, das hinterlegte Material in einem Rutsch zu sichern. Ich kann über Google Takeout oder den Google Drive in Windeseile Material auf den Rechner ziehen, bei Apple funktioniert das ebenso ratz fatz. Hier greife ich dann rhythmisch ein und lade die Fotos herunter. Diese landen dann auf meinem NAS und sind so zumindest im Haushalt einsehbar – und auf die geteilten habe ich eh Zugriff. Auch wenn ich hier ein NAS einsetze und davon schreibe: das ist natürlich keine Voraussetzung, da es auch zig Apps gibt, die automatisiert die Fotos auf dem Rechner und einer Festplatte speichern.

Und das Backup? Wie bereits ersichtlich: ich setze auf mehrere Lösungen und habe so ein Mischmasch aus in der Cloud vorhandenen und lokal vorliegenden Fotos. Alle Fotos laufen auf meinem NAS zusammen, von dort gehen sie für den flotten Zugriff auch versionisiert an meinen Hauptrechner. Das macht die Software meines NAS, allerdings kann man hier auch andere Synchronisations- und Backup-Tools nutzen. Viele Wege führen nach Rom. Da aber theoretisch meine Bude abfackeln oder NAS und Rechner gestohlen werden könnten, gibt es noch den Weg über denn Google Drive.

Wer den nicht mag, der kann auch zu OneDrive, Dropbox und Co greifen. Mein NAS verschlüsselt sämtliche Fotos und schickt diese in die Cloud, sodass ich diese jederzeit abrufbereit habe. Das NAS verschlüsselt zwar, aber im Notfall könnte ich auch ohne dieses entschlüsseln, ein entsprechendes Tool steht zur Verfügung. Auch hier wieder der Hinweis, dass man dies auch mit anderen Mitteln bewerkstelligen kann, lokale Dateiverschlüsselung ist kein Hexenwerk, der Upload in eine Cloud ebenfalls nicht. Theoretisch kann man da Lösungen wie BoxCryptor nutzen, wenn es einfach gehen soll.

tl;dr? Ich nutze zum Fotografieren derzeit ein iPhone und ein Nexus 6P, ich besitze momentan keine andere Kamera. Jeweils kommen Google Fotos als auch Apples iCloud zum Einsatz. Beide Lösungen nehmen mir persönlich nicht die Arbeit ab, dass ich Bilder lokal herunterlade, diese lokal in Ordner sichere und verschlüsselt noch einmal extern sichere. Lokale Fotos, beziehungsweise die im Netzwerk betrachte ich über eine reine Ordnerfreigabe oder DS photo von Synology, welches mobil für Android und iOS verfügbar ist, aber auch für Android TV und Apple TV nutzbar ist.

Dieser Beitrag entstand auf die Frage eines Lesers, wie ich fotografiere, meine Fotos verwalte und diese sichere.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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42 Kommentare

  1. Super Lösung.
    Verwende auch Google Fotos und Drive aber ohne Komprimierung.
    Die Fotos gehen ja noch, aber Videos sehen komprimiert nur noch nach 360p aus.

  2. Ich würde vielleicht auch Google Photos oder drive nutzen, aber der Upstream hier verdient den Namen nicht. Also liegt alles auf dem NAS in Ordnern. Da kann ich per App oder Webinterface von außen drauf zugreifen und auch teilen. Das reicht mir so. Backups sind wichtig, ich sichere auf einem zweiten Server und auf USB Platten, die extern lagern. Wenn das nicht reicht weiß ichs auch nicht…

  3. Wählst du die Bilder also explizit aus, welche zu Google Fotos sollen und welche nicht?

    Sind auch Bilder von deinem Sohn in der Cloud oder hast du da Bauchschmerzen mit?

  4. Schöner informativer Beitrag. Einige Dinge laufen bei mir ähnlich ab.

  5. Ich nutze zwar eine Buffalo Quadstore Station für meine Dateien, nutze aber Online die Microsoft onedrive Lösung. Da ich Office im Abo habe stellt mir Microsoft 1TB zur Verfügung. Das reicht dicke!

  6. Das lustige bei Google Photos ist, das trotz Einstellung auf „free unlimited storage“ bestimmte Arten von Bildern dennoch in voller Auflösung gespeichert werden – und es wird kein Speicherplatz dafür angerechnet. 🙂

  7. Ich synchronisiere per SyncMe (Android) meine Fotos und Videos automatisch auf meine NAS-Freigaben, wenn mein Handy lädt und sich im heimischen WLAN befindet. Cloud-Anbietern traue ich nicht, denn – unabhängig von Sicherheitsbetrachtungen – wechseln die mir zu oft ihre Firmenstrategie und machen mich so in gewisser Weise abhängig von ihrem Angebot.

  8. Ich verwende eine WesternDigital My Cloud Netzwerkplatte. Zumindest für Android gibt es dafür eine App, die automatisch alle Fotos die ich mache direkt auf die Platte hoch lädt. Sowohl über Wifi als auch über das mobile Netz.
    Spannend finde ich auch Lösungen wie meetlima.com. Ich meine mich erinnern zu können, dass man davon auch mehrere an unterschiedlichen Standorten zusammen fassen kann, bzw. sich gegenseitig Platz auf den Systemen zuweisen kann. Dadurch kann man seine Daten schützen, sollte mit der lokalen Lösung mal etwas passieren.

  9. Mit welchem Programm sichert ihr den unter Windows auf USB Festplatten?

    Aktuell habe ich auf der NAS und im Rechner eine identische Festplatte, würde aber gerne das ganze auf 2 externe sichern (im Wechsel angeschlossen, wird einmal im Monat getauscht), damit ich eine wo anders lagern kann.

  10. Moin,
    kurze Detailfrage: legst Du die Fotos auf der Synology im Systemordner „Photos“ ab? Da nervt mich die automatische, aber langsame Thumbnail-Erstellung…

  11. Daniel Lee says:

    Gibt es eigentlich bei der Synology die Möglichkeit nachzuschauen, wer von draußen drauf zugegriffen hat? Im Moment läuft bei mir alles über die Synology, auch weil ich den Zugriff von außen aktiviert habe. Die Sache dabei ist natürlich die Sicherheit. Verstehe den Beitrag so, dass Cashy das wg der Sicherheit abgestellt hat (korrekt?). Wie sehen das die anderen?

  12. @Caschy: Interessant. Welche Verschlüsselungstools bieten sich denn an, wenn du von externen Möglichkeiten sprichst? Ich sichere aktuell auf einem Raspberry Pi via SSH (SCP). Dazu nutze ich die App FolderSync auf Android. Diese sichert dann immer, wenn ich das Handy auflade und im WLAN bin automatisch. Nicht nur die Fotos, sondern auch WhatsApp Chats und die Einstellungen anderer Apps. Man kann auch in OneDrive, Dropbox uvm. sichern.

    In der Cloud würde ich das lieber verschlüsselt ablegen aber so, das ich es dennoch auf Smartphone, Web und Raspberry PI auslesen kann. Keine Ahnung ob das in 2 Jahren noch ein Pi ist, der meine Daten aufnimmt oder was anderes, daher will ich mich nicht festlegen. Was bietet sich da an?

  13. Das Thema Synology wird im Blog ja oft aufgegriffen. Die Einrichtung der „photo Station“ inkl. Auto Backup von Photos und Videos unter Android und iOS ist innerhalb von 3 Minuten erledigt. Freigaben lassen sich bis zum abwicken feinkonfigurieren, inkl. Ablauf nach Zeit oder nach einer bestimmten Anzahl an Zugriffen, mit oder ohne Kennwort. Eine Synology übers Internet erreichbar zu machen dauert ebenfalls ca. 2 Minuten (ohne IT-Kentnisse, Synology bietet einen Relay-Dienst an der die Router Konfiguration obsolet macht). Ich habe alle Cloud-Dienste abgeschafft und nur noch mein NAS. Das sichert einmal die Woche auf eine kleinere Synology an einem anderen Standort (ebenfalls schnell eingerichtet). Ich bin keine Synology-Fanboy, die Apps die die anbieten funktionieren aber wirklich gut und sollten als Alternative zu den Public-Cloud-Diensten der großen angesehen werden.

    Warum eigentlich keine Tutorial dazu?

  14. @chris: ich mach meine Backups mit DSynchronize im Netzwerk, USB müsste aber auch gehen.

  15. Bei mir siehts so aus, ich fotografiere allerdings auch sehr viel:

    DSLR: RAW->Lightroom->NAS->Cloud (Google Drive + Google Fotos wegen der besseren Ansticht)
    Handy: ->Cloud (Google Drive + Google Fotos wegen der besseren Ansticht)

  16. @chris (http://stadt-bremerhaven.de/so-verwalte-und-sichere-ich-meine-fotos/#comment-734559) Ja, ja und ja. Deshalb geht das ganze Archiv vollverschlüsselt hoch. Aber es ist ja so: ich hab ne Zwei Faktor Auth auf allen Konten. Schwachstelle ist natürlich immer die Cloud.

    @micha (http://stadt-bremerhaven.de/so-verwalte-und-sichere-ich-meine-fotos/#comment-734573) Ach, wenn die einmal durch ist, ist es bei der Photo Station schon praktisch. Wird ja nicht dauernd gemacht.

    @Daniel: (http://stadt-bremerhaven.de/so-verwalte-und-sichere-ich-meine-fotos/#comment-734574) Ja, gibt es. Aber ich bin da lieber losgelöst. Ist so ein Gefühl (denk mal an die Heartbleed-Geschichte mit Syno)

    @ratzfatz: (http://stadt-bremerhaven.de/so-verwalte-und-sichere-ich-meine-fotos/#comment-734575) Wie erwähnt: ich nutze da die Syno-seitige Verschlüsselung, alternativ nannte ich Boxcryptor

  17. Arbeitest du mit 2 NAS? Du schreibst oben, dass dein NAS nicht an das Internet angebunden ist. Weiter unten dann „Mein NAS verschlüsselt sämtliche Fotos und schickt diese in die Cloud, sodass ich diese jederzeit abrufbereit habe.“

    Verteilst du da die Daten nochmal über mehrere NAS?

  18. @Bo: Sorry, wenn das missverständlich ist: Das NAS erlaubt keinen externen Zugriff, da ist alles dicht. Lediglich das Sync-Modul ist wie verlinkt beschrieben eingerichtet. Würde auch komplett ohne Zugriff gehen, wenn der Backup- und Verschlüsselungsvorgang vom Rechner aus initiert wird.

  19. Bernhard Düster says:

    Bei mir läuft es so: Alles was ich mit dem Android Smartphone aufnehme, landet bei Google. Was ich mit der Alpha 6000 und der EOS 5D fotografiere, wird zuerst auf meinen Rechner geladen und landet schließlich auf dem NAS und einer externen Backupplatte.

  20. Ich bin zur Zeit auch nach ner Suche nach ner guten Backup Möglichkeit falls mir durch irgendwas die Festplatten ab rauchen. Hat jemand schon eine Erfahrung mit der Fotospeicherung bei Amazon Prime?

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