Smart Meter bringen nicht den erhofften Spareffekt

19. Januar 2014 Kategorie: Hardware, geschrieben von:

3,5 Jahre lief das Pilotprojekt des schweizerischen Energieversorgers CKW. 1.000 intelligente Stromzähler wurden in Haushalten untergebracht, 600 davon in Haushalten, die kein Interesse daran bekundeten. Die Ergebnisse sind ernüchternd, zeigen aber auch, dass ein intelligentes Messgerät eben nicht ausreicht, um Energie zu sparen. Denn selbst, wenn es Potential gibt, den Energieverbrauch zu senken, muss immer noch der Nutzer aktiv werden, um die Maßnahme einzusetzen. Diese Hürde scheint selbst für interessierte Nutzer zu hoch.

Stromzaehler

Das Fazit des Pilotprojekts zeigt deutlich, wie wenig so ein Smart Meter bringt. Maximal 3% Einsparung erreichten die Interessierten an diesem Projekt, während die Menschen mit Smart Meter, aber ohne Interesse daran, kaum Einsparungen zeigten. Logisch, ein Zähler kann noch so intelligent sein, er zählt halt trotzdem nur.

Während der 3,5 Jahre fiel das Interesse an den gesammelten Daten um 50% bei den Nutzern. Während anfänglich noch häufig kontrolliert wurde, wie viel Strom verbraucht wurde, ebbte dieser Drang nach Information ab. Eine Umfrage unter 180 der Pilto-Projektler bestätigt dies. Nach einem Jahr zeigten 50% der Befragten kein Interesse mehr daran. Immerhin ein Drittel verbringen pro Monat mehr als 30 Minuten mit der Analyse ihres Stromverbrauchs.

Die Ergebnisse zeigen sehr schön, dass es allein mit der Kontrolle des Energieverbrauchs nicht getan ist. Und hier kommen dann Firmen wie Nest (jetzt Google) ins Spiel. Also Produkte, die nicht nur messen, sondern auch aktiv am Energieverbrauch beteiligt sein können. Der Nutzer muss dann nicht mehr selbst aktiv werden, sondern überlässt das Energiesparen den intelligenten Haushaltshelfern. Für diesen Fall muss dann auch kein Interesse beim Nutzer vorhanden sein, da er nicht selbst aktiv werden muss.

Bei den Einsparungen, die ein Smart Meter bringen kann, sollte man zudem beachten, dass auch die Anschaffungskosten noch recht hoch sind. In diesem Fall kostete ein Smart Meter 400 Franken, in Deutschland gibt es ähnliche Systeme für rund 400 Euro. Bei einer jährlichen Einsparung von unter 50 Euro müsste so ein Smart Meter etliche Jahre im Einsatz sein, um eine finanzielle Ersparnis herbeizuführen. Abgesehen von der finanziellen Ersparnis ist es natürlich immer gut, wenn weniger Energie verbraucht wird, die meisten Nutzer werden aber wohl den finanziellen Aspekt im Vordergrund sehen.


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Quelle: CKW |

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