Panasonic TX-P50VTW60 Plasma TV Testbericht

4. November 2013 Kategorie: Hardware, geschrieben von:

Smart Viera heißen die Premium TVs von Panasonic. Diese gibt es in verschiedenen Größen und Display-Typen. Für den folgenden Test wurde mir ein 50 Zoll Plasma TV der VTW60-Serie von Panasonic zur Verfügung gestellt. Bis auf die Bewertung des Bildes gilt der Bericht also auch für die LCD-Modelle des Herstellers, die ich mir bereits im Juni angeschaut habe.

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50 Zoll markiert 2013 längst nicht mehr das Ende der Fahnenstange, wenn es um die Größen von Fernsehbildschirmen geht. Dennoch eine stattliche Größe, für die man auch erst einmal das passende Wohnzimmer braucht. Ist hier zum Glück gegeben, sollte man aber durchaus beachten, bevor man sich ein Gerät in der Größe in die Bude stellt.

Die Einrichtung des Geräts ist super einfach, selbst technisch nicht so bewanderte Menschen sollten kein Problem haben. Man wird durch die Installation geführt, teilweise wird einem sogar vorgesprochen, was man nun als nächstes tun muss. So ist die Einrichtung nach ein paar Minuten abgeschlossen und der TV befindet sich sogar schon im eigenen WLAN (falls man alle Einrichtungsschritte durchgeführt hat). Nicht ganz unwichtig, wenn man die Smart TV-Funktionen nutzen will. Und das sollte man bei diesem Gerät definitiv tun.

Den Bericht werde ich in vier Teile aufteilen. Bild, Sound, Software, Anschlüsse und Sonstiges. Damit sollten die wichtigsten Punkte zu einem Fernsehgerät abgehakt sein. Aber, wenn Ihr weitere Fragen habt, scheut Euch nicht, diese in den Kommentaren zu stellen. Soweit mir möglich, werde ich diese beantworten.

Das Bild

Eine Bilddiagonale von 50 Zoll bietet der Pansonic Viera VTW60, bei meinem Testgerät handelt es sich um ein Gerät mit Plasma-Bildschirm. Ob Plasma oder LCD muss jeder selbst wissen, ich war nie ein Fan von Plasma-Fernsehern, allerdings scheint sich da in den letzten Jahren auch so einiges getan zu haben. Wüsste ich nicht, dass da ein Plasma im Wohnzimmer steht, ich würde es nicht erkennen.

Die Farben des Bildes sind ohne manuelle Anpassung bereits wunderbar ausgeglichen. Ob es Zufall ist und die Grundeinstellungen perfekt für unser Wohnzimmer passen, oder ob es generell so ist, kann ich nicht sagen. Das Gerät war mir dann doch etwas zu schwer, um es in verschiedenen Räumen zu testen. Sieht gut aus, nichts ist übersättigt oder gar blass, ein sehr stimmiges Bild, dass der VTW60 da präsentiert (bei dem gleichen Modell, das ich bereits in Paris gesehen hatte, fand ich die Farben furchtbar). Schwarz ist schwarz, weiß ist weiß und der Rest der Farben ist ebenso stimmig.

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Natürlich ist der VTW60 auch in der Lage, 3D-Filme darzustellen. Hierzu sind zwei Shutter-Brillen im Lieferumfang enthalten. 3D-Material zum Ausprobieren gibt es direkt über das Menü, wo zahlreiche Anbieter erreichbar sind. Auch das normale Fernsehprogramm kann in 3D dargestellt werden. Erstaunlich gut, auch wenn bei weitem nicht so beeindruckend wie native 3D-Filme.

Auch gibt es keinerlei Verzögerungen bei der Darstellung des Bildes. Egal wie schnell sich etwas bewegt, das Bild bleibt scharf, sei es nun beim Fußball oder Tennis, man sieht die Bälle als solche, ohne Kometenschweif, wie man es vielleicht von älteren Geräten kennt. Sollte heutzutage eigentlich selbstverständlich sein, ist es in diesem Fall auch.

Herstellerinformationen Bild und Tuner:

  • Panel: NeoPlasma
  • Bildverhältnis: 16:9
  • Bildwiederholfrequenz: 3.000Hz ffd
  • Bild-Modi: Dynamik/Normal/Kino/THX 3D (Kino/Bright Room)/Benutzereinstellung/Professional 1/Professional 2 (isfccc)
  • Kontrast: Infinite Black Ultra
  • Filter: High Contrast Filter Pro
  • Graustufen: 30.720 Graustufen
  • 1080 Pure Direct: ja
  • DCI 98% Farbraum: ja
  • Super Clear Resolution: ja
  • Web Content Optimizer: ja (Pro)
  • THX Modus: Ja (3D/2D)
  • isf Kalibrierung: ja
  • 24p Playback / 24p Smooth Film: ja / ja
  • Hexa-Processing Engine: ja
  • (Doppel-)Tuner: PAL -B/G/H, -I, -D/K: SECAM -B/G, -D/K, L/L‘, DVB-T (MPEG4-AVC [H.264]), DVB-S2 (MPEG4-AVC [H.264]), DVB-C (MPEG4-AVC [H.264])

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Sound

Mit dem Sound hat wohl jeder TV zu kämpfen, der sich schlank präsentieren will. Wo kein Platz ist, lassen sich auch keine voluminösen Lautsprecher verbauen. Beim VT60 sind die Lautsprecher nach vorne gerichtet (schmale Streifen an den Seiten, kaum wahrnehmbar). Das sorgt zumindest dafür, dass der Sound in die richtige Richtung das Gerät verlässt. Beeindruckend ist auf jeden Fall die Lautstärke, die man aus den verbauten Lautsprechern herauskitzeln kann.

Schlecht ist der Sound nicht, aber auch nicht so, dass man Film-Enthusiasten diesen als perfekt verkaufen könnte. Für mich ist die Soundqualität ausreichend, wer sein Home-Cinema mit dem TV bestücken will, wird vermutlich eh zu einem extra Soundsystem greifen. Ich spürte bisher nicht das Bedürfnis, den Sound durch externe Geräte zu verbessern.

Herstellerinformationen Sound:

  • Lautsprecher: Frontlautsprecher x 2, Subwoofer x 1
  • Ausgangsleistung: 20 W (5 + 5 + 10)
  • Lautsprechersystem: VR-Audio Pro 2.1


Software

Ein Smart TV hat natürlich auch eine Software an Bord. Diese wurde von Panasonic mit unzähligen Features bestückt. Wie der Fernseher startet, kann festgelegt werden. Es können verschiedene Homescreens angelegt werden, die wiederum mit unterschiedlichen Inhalten bestückt werden können. Die Ersteinrichtung eines solchen Homescreens ist nicht ohne, da sollte man sich ein bisschen Zeit für nehmen. Es ist nicht so, dass es hochkompliziert ist, aber es ist eine langwierige Angelegenheit, bis man alles durchforstet hat.

Die einzelnen Homescreens, zum Beispiel für jedes Familienmitglied einen anderen, können auch per Sprachbefehl angesprochen werden. Sagt man „Mein Homescreen“, nachdem man den Sprach-Button auf der Fernbedienung gedrückt hat, fährt die Kamera am TV aus, sucht den, der gesprochen hat und aktiviert dann den entsprechenden Homescreen. Funktioniert einwandfrei, wer beispielsweise sein Smartphone mit Sprache steuert, wird dieses Feature schnell zu schätzen wissen. Generell funktioniert die Sprachsteuerung des TV erstaunlich gut.

Neben den üblichen Social-Media-Apps finden sich auch Spiele, Zeichenprogramme und vieles mehr in der Auswahl. Zeichenprogramme? Ja, Panasonic hat auch einen Touch-Pen im Angebot, mit dem man auf dem Fernseher malen kann. Absolut abgefahren, auch wenn man den Fernseher wohl eher nicht als 50 Zoll-Malbuch für Kinder hernehmen sollte. Falls doch, die Bilder lassen sich auch auf einer SD-Karte oder einem USB-Stick speichern.

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Natürlich gibt es auch diverse Mediatheken, unter anderem Watchever und Maxdome. Die Watchever-App auf dem TV läuft gut, teilweise sogar schneller als auf der Apple TV-Box. Durch den integrierten Media-Player kann man sich zudem ein weiteres Gerät sparen. Ebenso ist es möglich, direkt über den TV auf einer angeschlossenen Festplatte aufzunehmen. Dank Doppel-Tuner kann man so weiter fernsehen, während ein anderes Programm aufgenommen wird. Hat man weitere Panasonic TVs im Haushalt, kann man auch die Aufnahmen des einen TV direkt an den anderen streamen. Ziemlich cool, erfordert aber eben mehrere Geräte von Panasonic.

Die angebotenen Spiele lassen sich mit Hilfe der Fernbedienungen steuern. Macht nicht wirklich Spaß, sieht mehr nach so einem „weil wir es können, packen wir es mit rein“-Feature aus. Man hörte aber bereits munkeln, dass es wohl auch irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft spezielle Game Controller geben wird. Ob man sich diesen dann allerdings für ein paar Casual-Games anschafft?

Ein weiteres Software-Highlight ist die Integration von Skype. Gerade für familiäre Kommunikation mit räumlich entfernten Menschen, ist dies ein Killer-Feature. Die Großeltern brauchen keinen PC, um mit den Enkeln zu skypen, sehen diese aber trotzdem. Und das bequem von der Wohnzimmer Couch aus. Die Skype-App läuft sehr rund, die Auswahl der Kontakte über die Fernbedienung ist sehr einfach. Auch für Skype fährt wieder die Kamera aus dem Gerät, diese hat allerdings einen festen Winkel. Steht der TV etwas höher oder hängt gar an der Wand, ist es gut möglich, dass man nur ein Bild oberhalb der Couch geliefert bekommt.

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Die Social TV-Funktion vereint den Second Screen mit dem First Screen. Anstatt während des Fernsehens die Social-Media-Kanäle auf Smartphone oder Tablet zu verfolgen, kann dies direkt auf dem TV passieren. Ohne, dass man dabei die Sendung verpasst. Das Bild wird verkleinert, auf der rechten Seite lassen sich Twitter und Facebook einblenden. Die Verknüpfung mit den Social-Media-Konten ist dabei sehr einfach. Anstatt sich mühsam auf dem Gerät einzuloggen, muss man nur die angezeigte PIN in einem Browser eingeben (geht auch über Smartphone oder Tablet). Ich selbst finde das Feature nicht so spannend, meine Tochter zeigt sich hingegen begeistert (ob ich langsam zu alt für diese Zielgruppe bin?).

Insgesamt bietet der TV wirklich so viele Smart TV-Funktionen, dass man diese hier nur anreißen kann. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass in vielen Haushalten der „Familien-PC“ eingespart werden kann. Es gibt sehr vieles als Apps, außerdem steht ein Browser zur Verfügung. Das Eintippen von Webadressen macht keine Freude, auch hier kommt die Spracheingabe wieder sehr praktisch.

Anschlüsse

Natürlich kann man diverse Geräte über verschiedene Anschlüsse an den TV anschließen. Hierzu stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • HDMI: 3x (mit HDCP), Unterstützte Funktionen: Audio Return Channel
  • gemeinsamer Composite und Component Video Eingang: RCA phono x 1 (unten)
  • CI (Common Interface): 2
  • Scart Connector: 1 (unten)
  • USB: 3 (USB 3.0 für Eingang 1)
  • SD Karten-Eingang: ja (SDXC)
  • LAN-Anschluss: 1 (unten)
  • Digital Audio Ausgang (Optical): 1 (seitlich)
  • Kopfhörerstecker: 1 (seitlich)

Sonstiges

Der Panasonic VTW60 wird mit zwei Fernbedienungen geliefert. Während die größere mit zig Tasten daher kommt, begnügt sich die kleinere mit ein paar Knöpfen und einen Touchpad. Nutzt man die Sprachsteuerung, benötigt man zwangsläufig letztere. Im Prinzip lassen sich alle Funktionen auch mit der kleinen Fernbedienung nutzen, dennoch verstörend, dass man zu einem Gerät zwei Fernbedienungen liefert. Das Touchpad der Fernbedienung reagiert teilweise etwas langsam und ungenau, man gewöhnt sich aber daran.

Die diversen Social-Media-Apps erledigen zwar ihre Aufgabe, dem Power-User dürften sie aber nur ein mildes Lächeln aufs Gesicht zaubern. Hier werden einfach zu wenige Möglichkeiten geboten. Für den Normal-Nutzer, der eben nebenbei einmal seinen Facebook-Feed oder die Twitter-Timeline checken will allerdings völlig ausreichend. Gleiches gilt für die anderen Apps und Games. Einzig die verschiedenen Mediatheken sind auch oder gerade für Power-User interessant.

Nicht direkt mit diesem TV, aber auch für diesen, bietet Panasonic eigene Apps zur Bedienung oder zum Teilen von Inhalten für Smartphones und Tablets an. Diese werden gepflegt, auch ein Punkt, der heutzutage nicht selbstverständlich ist. So kann das Smartphone die Fernbedienung ersetzen oder als „Diaprojektor“ genutzt werden.

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Fazit

Der Panasonic Viera VTW60 ist ein großartiges Gerät, das wirklich Spaß macht. Wer Smart TV-Funktionen nutzen will, wird hier fündig. Durch die zahlreichen Anschlüsse können jede Menge andere Geräte mit dem TV verbunden werden. Toll ist die unkomplizierte Anbindung von Festplatten, USB-Sticks und Speicherkarten. Durch das integrierte WLAN und die Viera Connect-Apps für Smartphones und Tablets, sowie dem integrierten Media-Player eignet sich der TV auch hervorragend als Streaming-Empfänger. Er lässt sich somit sehr gut in ein bestehendes Multimedia-Heimnetzwerk einbinden. Die YouTube-App (iOS / Android) beispielsweise kann Inhalte direkt auf den TV streamen, ohne dass irgendeine Einrichtung nötig wäre. Und auch mit Windows Phone lässt sich der TV ansteuern. Kein Gefrickel, einfach Inhalte auf den Fernseher bringen. So muss das sein.

Wie mittlerweile bekannt ist, wird Panasonic künftig keine Plasma-TVs mehr produzieren. Gut möglich, dass man hier das Plasma-Modell als reduziertes Schnäppchen finden kann. Noch ist er das nämlich nicht. Das soll nicht heißen, dass er sein Geld nicht wert wäre, schließlich erhält man hier eine sehr hohe Qualität, die auch hohen multimedialen Ansprüchen genügen sollte. Für eine Nutzung als reines TV-Gerät ist der VTW60 fast schon zu schade, da so Sachen wie der personalisierte Homescreen schon ziemlich coole Features sind – wenn man sie denn nutzt.


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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