Nintendo Wii U: angespielt

21. Juni 2012 Kategorie: Hardware, geschrieben von:

Viktor ist ein Gastblogger, wie man ihn gerne hat: ehrliche Schreibe, Meinung und auch schon ein paar Mal hier im Blog, er war damals beim PlayStation Vita-Event, bei Sony ums sich Kameras anzuschauen, bei der Panasonic-Präse und er schrieb was zum Thema Livestreaming mit dem iPhone. Nun hat er also Nintendo in Hamburg besucht. Wer Viktor noch sucht: er fotografiert auch privat & im Bereich der Musik. Nun aber genug der warmen Worte für Viktor, nun zu seinem Text und dem Video :)

Ich bin immer noch positiv überrascht, was Nintendo mit der Wii U macht. Einen öffentlichen Prototyp sieht man nicht oft. Zur E3-Messe wurde die endgültige Version der neuen Konsole vorgestellt, die es nun auf der Post-E3-Tour zu testen galt.

Nintendo, die mit dem GameBoy

Vor einigen Tagen ist bei mir erst eine „Infografik“ über den Bildschirm geflackert. 3 Kreise, die sich teilweise überschnitten und die Konsolen mit den Bedürfnissen des Spielers verbinden sollten. Die Nintendo Wii war da angesiedelt, wo der Kreis für die gute Grafik schon vorbei war.

Jeder der mal mit einer Wii gespielt hat weiß, dass das wahr ist. Der Rest ist auch sehr kunststofflastig und High-Quality ist sicherlich nicht die richtige Bezeichnung.

Die Wii ist also unter dem Strich eine schrottige Konsole. Quatsch!

Nintendo schafft es trotzdem eine sehr attraktive Konsole anzubieten, nicht zuletzt wegen der ausgefallenen Bedienung.

Der Nintendo DS und 3DS sind beide schon mit 2 Bildschirmen ausgestattet und bieten dadurch ebenfalls eine besondere Art der Bedienung. Bei der Wii U wird das ganze noch abgefahrener. Fernseher, tabletartiger Controller und dazu noch die herzkömmlichen Wii-Controller und bei Bedarf das Balance-Board. Oh weh, nichts für Grobmotoriker.

Erster Eindruck

Als ich ankam war nicht gerade wenig los. Zum Glück war in der Ecke eine Wii U frei um erstmal warm zu werden. Es lief ein relativ langweiliges Ski- und ein Pfeil- und Bogen-Spiel. Die Pfeile schoss mal per Drag and Drop vom Wii-U-Pad auf den Fernseher. Ich war überrascht von der Präzision und dem Spaß. Entschuldigung, ich hab doch nur Pfeile auf einen Fernseher gesteuert. War man zu langsam, kamen die Angreifer auf das Pad und mussten dort bekämpft werden.

Über das Ski-Spiel reden wir mal nicht, das war kein Bringer.

Jeder von den geschätzten 15 Fernsehern mit Wii U hatte einen eigenen Experten bei sich, der dir den Controller in die Hand gedrückt hat und das aktuelle Spiel erklärte. Das nächste Spiel habe ich meiner Begleitung überlassen um die ersten Fotos zu machen. Man musste auf dem Pad Muster für unterschiedliche Kampfbewegungen zeichnen.

Das Wii-U-Pad

Erster Blick: Plastik! Erste Berührung: Plastik! Erster Eindruck: nicht schlecht! Ich bin kein Fan von glänzendem Plastik, das sieht schnell klapprig aus. Das Wii U-Pad ist es aber nicht. Liegt ordentlich in der Hand und ist nicht zu schwer. Das Display hat auch eine akzeptable Qualität, was für mich keine Selbstverständlichkeit war.

Knöpfe hat es auch genug. Zwei Joysticks, die im Vergleich zu Prototypen keine Schiebeslider sondern richtige Sticks sind. Dazu ein Steuerkreuz und die 4 Funktionstasten. Oben gibt es links und rechts jeweils zwei Schultertasten. Unten gibt es noch eine Hometaste und last but not least: Das Display ist ein Touchscreen.

ZombieU: Das Spiel bei dem ich Fan wurde

Ego-Shooter und dann noch mit Zombies. Damit kann man mich eigentlich nicht begeistern. Das Spiel war mir aber vorher schon in den Videos positiv aufgefallen, da das Pad multifunktional integriert wurde.

Kurz erklärt: Man ist in Egoshootermanier auf einem Gelände unterwegs wo es von Zombies wimmelt. Die Grafik ist dabei auch nicht von schlechten Eltern.

Die Besonderheit bei diesem Spiel ist eine Art von Augmented Reality. Haltet ihr das Pad zwischen euch und den Fernseher wechselt die Anzeige auf dem Pad je nach Anwendung in einen Scanner (mit dem ihr Objekte analysieren könnt) oder in die Sniper-Ansicht wenn ihr die passende Wumme in der Hand habt. Für den Moment spielt ihr also nur über das Pad. Das macht richtig Bock. Noch geiler: Ihr könnt euch, wenn ihr das Pad hochhaltet, um 360° im Kreis drehen und somit auch Sachen hinter euch scannen und Zombies hinter euch erschießen. Ich hatte meinen Spaß.

Im normalen Zustand ist das Pad eure Karte und wenn ihr Sachen einsammelt euer Inventar.

Zelda und andere Klassiker

Während ich anderen Leuten das Zombies töten überließ schnappte ich mir ein Bier und beobachtete die Nintendo-Crew beim Singstar spielen. Auf dem Fernseher sah man nur den Charakter. Die „Noten“ musste die Sängerin auf dem Pad ablesen. Der Rest der Bande klatschte und sang lauthals zu „Call Me Maybe“ mit.

Ein Kumpel von mir meinte vorher zu mir, dass ich unbedingt Zelda zocken sollte. Er hatte damals den GameCube nur wegen diesem Titel gekauft.

Da kann ich auch gleich noch einen Gedanken zu Nintendo dazwischen schieben. Mir fällt kein Hersteller ein, der so viele bekannte Charaktere „besitzt“. Mich hat es neulich dazu bewegt einen GameBoy Color bei eBay zu kaufen. Wie geil wäre eine offizielle Nintendo-App mit Kaufmöglichkeit für die ganzen Klassiker. Nur mal so, als Wunsch. Hört ihr, Nintendo?


Zurück zu Zelda. Hier wurde mir das erste Mal bewusst, dass es hier um eine Konsole geht, die in einem halben Jahr auf den Markt kommen soll. Alle Spiele waren nur als Demo vorhanden. Zelda war deshalb nur ein wildes Umherschlagen mit einem Schwert und den klassischen Wii-Controllern. Über das Wii-U-Pad konnten noch Pfeile auf die Gegner geschossen werden.

NFC

Dabei fiel mir mal wieder das NFC-Feld auf dem Pad auf.

„Habt ihr irgend ein Beispiel für die NFC-Anwendung da?“ – „Weiß nicht, frag mal den da vorne, der weiß fast alles.“

Das Kompliment nahm ich gleich mit zu ihm. Leider wurde die NFC-Frage dann verneint. Dazu sei es leider noch zu früh. Es ist aber mittlerweile klar, dass das NFC-Feld auch in Deutschland seine Anwendung finden soll. Beispielsweise soll es Figuren geben, die man auf das Feld stellt, und damit den Charakter im Spiel freischaltet. Für die Hardcore-Zocker sicherlich was cooles.

…und was kostet der Spaß?

Zum Preis konnte mir der Allwissende dann leider noch nichts sagen. Allerdings hielt er von dem Amazon-Preis (circa 400 Euro), von dem er zum ersten Mal hörte, für realistisch. Aber es sind ja auch noch ein paar Monate, die vor dem Release ins Land gehen werden.

 

Als wir noch eine Runde machten, wollte ich die Wii U auch noch mal von hinten fotografieren. Gleich zwei Damen kamen schnell auf mich zu „NEIN, nicht von hinten fotografieren“. Ui, was denn da los? Bei genauerem Hingucken fiel dann auch mir auf, dass das noch nicht wirklich final war. Nagut, dann nur von vorne.

Wii Fit U

Einer der Wii-Kracher sind auf jeden Fall die Fitness-Spiele. Stählerne Muskeln bekommt man auch bei der Wii U nicht, aber den bekannten Spielspaß mit einem weiteren Display. Als Beispiel hielt die Demo unter anderem Trampolinspringen bereit. Auf dem Fernseher sah man das Trampolin als normaler Beobachter. Auf dem Pad, welches vor dem Balance-Board lag, sah man die Figur von oben, damit man das Trampolin auch genau in der Mitte trifft. Mit insgesamt 20 Spielen kann man mit dem neuen Wii Fit U bestimmt seinen Spaß haben.

Top oder Flop?

Ja, das ist eine gute Frage. Carsten sprach es schon an, die Smartphone-Zocker werden immer mehr und die Tablets immer stärker um als vollwertige Konsole zu dienen. Das was die Wii U grafisch kann, bekommt man heutzutage sicherlich auch in ein Handy.

Das will die Wii U aber auch gar nicht. Die Multifunktionalität mit den unterschiedlichen Controllern und den zwei Displays habe ich so noch nicht gesehen. Wie gesagt, das Zombie-Spiel war schon echt interessant. Außerdem hat Nintendo die Charaktere wie Donkey Kong und Super Mario, die einfach einmalig sind.

Flop: Auf gar keinen Fall. Top? Schon eher. Ich werde mir wohl keine kaufen, mir reicht aber auch meine Playstation 2. Für Kids ist das sicherlich der Hammer.

Ich hab bestimmt was vergessen zu erwähnen. Habt ihr noch Fragen?


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Über den Autor:

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