Liebe Deutsche Bahn & Ubisoft

5. April 2010 Kategorie: Internet, Privates, geschrieben von:

Ich bin sehr umgänglich. Ich habe lange Zeit „direkt am Kunden“ gearbeitet und hatte mit Servicefällen online als auch offline zu tun. Mich selber schreckt vieles nicht mehr ab und ich habe eine Mordsgeduld, was Hotlines oder Mitarbeiter generell angeht. Die meisten versuchen halt nur ihren Job gut zu machen. Allerdings habe ich mich in den letzten Tagen massiv über zwei Firmen geärgert. Fangen wir mal mit der Deutschen Bahn an.

Ich bin Besitzer einer BahnCard 50. Diese habe ich verloren und ich musste dringend Tickets zur CeBIT kaufen. Also einmal schnell die Hotline angerufen, was zu tun ist. „Kein Problem, einfach Verlust melden – die Ersatzkarte kostet 15 Euro.“ Ehrlich: stört mich nicht. Klar sind 15 Euro für eine verlorene BahnCard ein Haufen Asche, aber diese Summe muss ich auch für eine Ersatzkarte bei der Postbank zahlen, wenn ich meine EC-Karte verbummle. Aus Schaden wird man klug – das Verlieren ist meine Doofheit, also zahle ich die 15 Euro. Habe ich kein Problem mit.

Nun der Klopper: Ich fragte bei der Hotline gleich nach, wie ich denn nun meine Tickets buchen muss. Ohne BahnCard ja keine Ermäßigung. Auch kein Problem: ich solle einfach zum Normalpreis buchen. Die Differenz (bei der BahnCard also 50% der Summe) würde ich zurück erstattet bekommen, wenn ich die Tickets einschicke. Sehr cool und einfach. Dachte ich. Meine zwei Tickets eingeschickt und heute per E-Mail meine Osterüberraschung der Deutschen Bahn bekommen:

Hinweis für Lastschrift-Kunden: Bitte beachten Sie, dass die  Gutschrift im Falle weiterer Fahrkartenkäufe oder bei bestehenden  offenen Forderungen zunächst mit diesen Forderungen verrechnet wird. Abzüglich Erstattungsentgelt von 15,00 EUR.

Diese E-Mail bekam ich zwei Mal. Ich habe also neben den 15 Euro Gebühr für die neue BahnCard weitere 30 Euro verbrannt, weil die Deutsche Bahn 15 Euro Gebühr pro Vorgang berechnet. Hallo, geht’s noch? Ich werde jetzt zusehen, dass ich in Zukunft so wenig wie möglich mit eurem Verein von A nach B komme. Eure nette Hotline hat mir übrigens nichts davon erzählt, dass 15 Euro pro Vorgang berechnet wird – „einfach ganz normal buchen, Differenz wird erstattet“. Ja ne, ist klar.

Mein nächster Aufreger: Ubisoft. Ab und an zocke ich auch. Meistens so nebenher irgendwelche Spiele, die man auch kurz unterbrechen kann. Fussball Manager, Anno, Die Siedler und so’n Zeug. Aber mit Siedler 7 hat Ubisoft sich selbst übertroffen. Allerdings nicht mit Grafik und Spielprinzip, sondern mit DRM.

Der geneigte Käufer ist nämlich, sorry für meine Ausdrucksweise, am Arsch, wenn keine Internetverbindung besteht – oder die Ubisoft-Server mal nicht erreichbar sind. Denn offline Zocken ist mit die Siedler 7 bisher nicht möglich. Klar, hat ja auch jeder ne Standleitung oder unterwegs Internet. Ich hätte das Spiel echt gekauft, erfuhr dann aber von den Kopierschutz-Mechanismen.

Und so twitterte ich folgendes:

Nun ratet mal, was heute passierte. Rööööööööchtöööög. Die Ubisoft-Aktivierungsserver waren nicht erreichbar, NIEMAND konnte heute (an einem Tag an dem man Zeit hat) Die Siedler 7 spielen. Bei Twitter, Facebook und in den Ubisoft-Foren wurde gejammert und geschimpft. Völlig zurecht.

Kopierschutz schön und gut, aber dann sollte Ubisoft auch dafür sorgen, dass ich spielen kann wann ich will. Unabhängig von Internetverbindung oder whatever. Man latzt viel Geld für ein Spiel und kann es dann nicht spielen. Erklärt das mal einem kleinen Siedler-Fan, der das Spiel vielleicht zu Ostern oder von seinem hart ersparten Taschengeld gekauft hat. Pfui Ubisoft!


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Über den Autor:

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