Internetbotschafterin der Bundesregierung fordert Programmierunterricht in der Grundschule

2. Januar 2015 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Im März 2014 brachte eine Umfrage hervor, dass ein Großteil der Lehrer für die Einführung von Informatik als Pflichtfach in Schulen ist. Wir starteten etwas später auch eine Umfrage, ein Großteil der Leser stimmt mit den Lehrern überein. Jetzt bekommt das Thema wieder neuen Zündstoff, denn auch Gesche Joost, die Internetbotschafterin der Bundesregierung, fordert die Vermittlung von Programmierkenntnissen bereits in der Grundschule. Das ist schon etwas konkreter als Informatikunterricht, der vom Einschalten des PCs bis zum Programmieren alles beinhalten kann.

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Gesche Joost ist in ihrer Tätigkeit in ganz Europa unterwegs und sieht in anderen Ländern, wie mehr in die digitale Bildung investiert wird. So ist in Großbritannien seit diesem Schuljahr Programmieren ein Pflichtfach in Grundschulen. In Deutschland zeigt man sich hingegen zurückhaltend und abwartend. Einen akuten Handlungsbedarf gibt es laut Joost aber. Denn selbst wenn man jetzt ein Konzept erstellen würde, dauert dies mehrere Jahre, bis es dann auch umgesetzt ist.

In der Studie International Computer and Information Literacy Study (ICILS) belegten deutsche Achtklässler einen Platz im Mittelfeld. Die Studie ist vergleichbar mit der berühmten PISA-Studie, bezieht sich allerdings auf digitale Kompetenz. Hier muss Deutschland aufpassen, dass im internationalen Vergleich nicht der Anschluss verloren geht.

Es gibt heutzutage durchaus Möglichkeiten, das Programmieren spielerisch zu vermitteln, auch im Grundschulalter. Die Digital Natives, also die Personen, die mit Smartphone, Laptop und Co. aufwachsen, haben oft nur oberflächliche Kenntnisse, können die Geräte zwar problemlos bedienen und mit ihnen arbeiten, tiefgreifender sind Kenntnisse aber in den wenigsten Fällen.

Während ein Großteil der Lehrer dem Ganzen offen gegenüber steht, gibt es auch kritische Stimmen, die nicht einmal so abwegig sind. Es kommt auch auf die Vermittlung der Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen an. Außerdem seien viele Schulen gar nicht auf dem technisch benötigten Stand.

Ich selbst sehe das reine Programmieren in der Grundschule durchaus etwas übertrieben. Das ist nichts, was jedem liegt und gerade in der Grundschule prasselt schon so viel auf die Kinder herein (wer Kinder hat, wird es kennen, das ist nicht mehr so wie es vor 25 Jahren in den Schulen noch war). In höheren Klassen, wenn sich Interessen bereits herauskristallisiert haben, könnte es durchaus auch Pflichtunterricht in diesem Bereich geben. Diesen wiederum könnte man für Interessierte und weniger Interessierte aufteilen und entsprechend der Gruppe detaillierter werden oder eben nicht.

Was meint Ihr, sollte man schon in der Grundschule dafür sorgen, dass die nächsten Programmierer geschaffen werden? Meiner Meinung nach gibt es ganz andere technische Baustellen, vor allem das Internet betreffend, bei denen die wertvollen Unterrichtsstunden besser aufgehoben werden. Das und die fehlende technische Ausstattung in vielen Schulen sind Probleme, die zuerst angegangen werden sollten.


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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