Google Pixel 2 und 2 XL im Test

5. November 2017 Kategorie: Android, Google, geschrieben von: Benjamin Mamerow

Google hat seine beiden diesjährigen High-End-Smartphones Pixel 2 und Pixel 2 XL veröffentlicht. Bereits im Vorfeld wurde eine Menge Wind um die beiden gemacht, seien es die Leaks zu den Geräte-Spezifikationen, neue Kamera-Modi oder auch das „vermutlich ebenfalls enthaltene“ Active Edge-Feature, das man bereits vom HTC U11 kannte. Nun sind beide Geräte auf dem Markt und ernten arg durchwachsene Kritiken. Gerade das Pixel 2 XL kriegt dabei ordentlich sein Fett weg. Eingebrannte Displays, Störgeräusche beim Telefonieren, Active Edge kann nicht frei belegt werden, die Displays sind blass und erzeugen beim Kippen einen Blaustich im Bild und, und, und.

Ihr seht schon – einfach haben es die beiden tatsächlich nicht. Der Markt ist voll von guten Android-Smartphones (Huawei Mate 10 Pro, Galaxy Note 8, etc.) und auch Apple hat durchaus vorzeigbare Geräte präsentieren können. Für einen ausführlichen Test haben wir sowohl das Pixel 2 als auch das größere Pixel 2 XL von Google ausgehändigt bekommen.

Beide Geräte kommen im Grunde in fast derselben Ausstattung daher, das Pixel 2 XL bietet allerdings mit 6 Zoll das größere Display und kommt statt mit 2.700 mAh Akku mit 3.520 mAh daher. Heutzutage müssen neue Geräte auf dem Markt nicht mehr nur noch mit ihrer Hardware überzeugen, sondern auch mit ihrem Aussehen. Googles neueste Smartphones werden bisher auch nicht überall mit Lorbeeren überschüttet, wenn es um ihr Design geht. Mir persönlich gefällt es hingegen ganz gut, wie ich gestehen muss.

Beide Geräte liegen sehr angenehm in der Hand, was unter anderem auch an der dezent abgerundeten Geräterückseite liegt, welche beim 2 XL einen Tick rauer ausfällt und das Gerät somit auch ganz gut ohne Case nutzen lässt. Das Display wird beim Pixel 2 umrahmt von einem silberfarbenen schmalen Rahmen, an den das restliche Gehäuse anschließt. Allerdings irritieren mich die Antennenstreifen hier ein wenig, denn diese wurden auch im erwähnten Rahmen eingelassen, was mich immer wieder denken lässt, dass das Gerät dort einen Stoß bekommen haben muss. Das Foto verdeutlicht vielleicht ein wenig besser, was ich meine:

Beim Pixel 2 XL wirkt alles einen Deut schicker. Das Display ist an den Seiten leicht abgerundet, Antennenstreifen sind (hier beim schwarzen Modell) keine zu sehen. Nimmt man beide Geräte in die Hand kann man keineswegs davon sprechen, dass es sich optisch nur um einen Größenunterschied handelt. Wer das 2 XL kauft, der bekommt meines Erachtens nach auch das etwas hübschere Gerät.

Die Verarbeitung ist – wie es auch bei einer solchen Preisklasse zu erwarten ist – wieder einmal sehr hochwertig. Auch die Rückseite erinnert mit seiner Plastik-/Glas-Mischung noch komplett an das Vorgängermodell. Links am Gerät findet sich der Slot für die Nano-SIM, oben befindet sich lediglich das Mikrofron-Loch. Rechts am Gerät findet man den Powerbutton, sowie die Lautstärkewippe. Beide haben einen sehr guten Druckpunkt und sitzen angenehm fest im Gehäuse – hier wackelt nichts.

Auf der Unterseite lagert einsam und allein der USB Typ-C-Anschluss, auf den 3,5-mm-Klinkenanschluss hat man bekanntermaßen verzichtet. Front- und Rückseite bieten auch keine wirklichen Überraschungen, die Kamera ist hier wohl das auffälligste Merkmal. Denn ganz im Gegensatz zum aktuell vorherrschenden Trend der Dual-Lens-Kameras bei neuen Smartphones verzichtet Google sowohl beim Pixel 2 als auch beim 2 XL auf eine solche. Dass man damit trotzdem hervorragende Bilder zaubern kann, beweist nicht nur der aktuellste DxO-Benchmark, sondern berichten auch die weltweiten Reviews zu den Geräten, die nach und nach im Netz auftauchen. Davon habe ich mir selbst natürlich auch (Achtung: Wortspiel!) „ein Bild“ gemacht, komme ich aber später drauf zu sprechen.

Die Spezifikationen der Geräte könnt ihr vermutlich inzwischen im Schlaf aufsagen, dennoch möchte ich sie hier noch einmal hervorholen:

Technische Daten des Google Pixel 2 XL
Display: 6 Zoll (P-OLED) mit 2.880 x 1.440 Pixeln, geschützt durch Corning Gorilla Glass 5
Abmessungen und Gewicht:  157,5 x 76,2 x 7,6 mm; 175 g
RAM und Speicher: 4 GByte LPDDR4X, 64 oder 128 GByte
Prozessor: Qualcomm Snapdragon 835 mit acht Kernen und 2,35 GHz Takt
GPU: Adreno 540
Kamera:  12,2 Megapixel mit OIS, EIS
Videoaufnahme: 4K
Front-Kamera: 8 Megapixel (Blende: f/2.4)
Akku: 3.520 mAh Akku (fest verbaut)
Betriebssystem: Android 8.0 (Oreo)
Schnittstellen: Wi-Fi 802.11 ac, 4G LTE, Bluetooth 5.0, USB Typ-C (3.0), GPS, NFC,
Weiteres: Schnellaufladung, Fingerabdruckscanner an der Rückseite, Gyroskop, Active Edge, Schutzklasse IP67
Technische Daten des Google Pixel 2
Display: 5 Zoll (AMOLED) mit 1.920 x 1.080 Pixeln, geschützt durch Corning Gorilla Glass 5
Abmessungen und Gewicht: 145,7 x 69,7 x 7,8 mm, 143 g
RAM und Speicher: 4 GByte LPDDR4X; 64 oder 128 GByte
Prozessor: Qualcomm Snapdragon 835 mit acht Kernen und 2,35 GHz Takt
GPU: Adreno 540
Kamera:  12,2 Megapixel mit OIS, EIS
Videoaufnahme: 4K
Front-Kamera: 8 Megapixel (Blende f/2.4)
Akku:  2.700 mAh Akku (fest verbaut)
Betriebssystem: Android 8.0 (Oreo)
Schnittstellen: Wi-Fi 802.11 ac, 4G LTE, Bluetooth 5.0, USB Typ-C (3.0), GPS, NFC
Weiteres: Schnellaufladung, Fingerabdruckscanner an der Rückseite, Gyroskop, Active Edge, Schutzklasse IP67

Auf Hardware-Seite macht man beim Pixel 2 bzw. 2 XL im Grunde auf dem Papier alles richtig. Mit dem Snapdragon 835 paart man einen leistungsstarken SoC mit 4 GB Arbeitsspeicher. Die Adreno 540-GPU sorgt für ausreichend Grafikleistung in modernen Mobile Games.

Wie also schlagen sich die beiden Geräte im Alltag? Ich selbst hatte für meinen Test vorrangig das Pixel 2 in Gebrauch, das XL-Modell bekam ich dann einige Tage später von Caschy dazu. Mittlerweile nutze ich das Pixel 2 XL als Daily Driver, weil ich von den besagten Fehlern und Störungen, die andere so beschreiben meinen eigenen Eindruck gewinnen wollte.

Nach der Ersteinrichtung begrüßte mich direkt erst einmal Android 8.0 Oreo, was bei einem neuen Gerät von Google aber auch nicht anders zu erwarten war. Zum OS selbst und zu dessen neuen Funktionen haben wir im Blog schon mehr als genug geschrieben – darauf brauche ich hier nicht weiter eingehen. Wichtig aber: Das Betriebssystem ist in Verbindung mit der Hardware enorm schnell.

Bereits der Bootvorgang dauert nur wenige Sekunden:

Der Fingerabdrucksensor funktioniert rasend schnell und befindet sich auf der Rückseite, wo er sicher und flott vom Zeigefinger erreicht werden kann. Ich bevorzuge den Scanner auf der Vorderseite, dennoch konnte ich mich auch hier wieder schnell mit der verbauten Lösung anfreunden. Ich erinnere daran: Das Note 8 entsperre ich auch immer noch lieber per Gesichtserkennung…

Sowohl das Pixel 2 als auch das 2 XL bedienen sich einfach smooth – da gibt es eigentlich keine andere, besser passende Beschreibung. Kommen wir aber mal zum Display.

Mag sein, dass ich vom Infinity Display des Note 8 echt verwöhnt bin, aber ja: das P-OLED Display der beiden Pixel 2-Geräte enttäuschte mich doch schon im ersten Moment. Nicht nur, dass es bei beiden wahrlich blass wirkt (selbst das Display des Axon 7 meiner Frau macht einen besseren Eindruck als das des 2 XL), es hat einen auffälligen Gelbstich:

Neigt man das Display leicht nach vorn oder zur Seite, verfärben sich helle Flächen schnell mit einem dezenten Blauton. Das hingegen störte mich bisher wenig. Das Gesamtbild hingegen hinterlässt bei mir aus besagten Gründen leider über den ganzen Tag einen gemischten Eindruck beim Bedienen, denn das Display ist nun einmal Interaktions-Fläche Nummer 1 bei einem Smartphone. Google hat nun auch zwischenzeitlich ein Statement bezüglich der ganzen Display-Meldungen über das Pixel 2 Xl abgegeben. Demnach wolle man zwar ein Software-Update nachreichen, welches die Farben ein wenig kräftiger darstellen soll. Auf der anderen Seite sollen sowohl der Blaustich als auch das teils auftretende Burn-In-Verhalten der Navigations-Buttons nicht unüblich bei dieser Art von Displays sein. Jenes trete auch laut Google entgegen aller Behauptungen nicht in einem so überhöhten Maße auf, als dass man hier intervenieren müsse.

Hierbei muss erwähnt sein, dass das Display des kleinen Pixel 2 aus dem Hause Samsung stammt und beispielsweise weder mit dem bekannten Burn In-Problem behaftet ist, noch so blass daher kommt wie das LG-Display des großen 2 XL. Auch der Blaustich beim Neigen des Displays kommt beim kleinen Modell nicht wirklich zum Vorschein – hier hat das 2 XL leider einen schlechten Start hingelegt. Den direkten Vergleich mit einem Galaxy S8/S8+ oder eben dem Note 8 verlieren beide dann aber aus nachvollziehbaren Gründen deutlich. Wer einen wirklichen Unterschied zwischen den Displays von Pixel 2 und 2 XL sehen möchte, der muss die Geräte wirklich selbst in die Hand nehmen und ein wenig hin und her experimentieren – auf Fotos kann man das leider meiner Meinung nach nicht ausreichend zeigen.

Dank Always-On-Funktion habe ich bei jedem Blick auf das Gerät direkt die Uhrzeit vor Augen und kann erkennen, ob eventuell Benachrichtigungen eingegangen sind. Kennt man inzwischen alles, verbraucht aber nur unauffällig mehr Akku und bleibt bei mir daher aktiviert – komfortabel ist es schon.

Klang beim Telefonieren und beim Musikhören

Telefonieren lässt sich mit dem Pixel 2 und 2 XL natürlich auch. Das klappt soweit problemlos ohne Störgeräusche oder ähnliche bisher so in den Medien erwähnten Probleme. Vielleicht höre ich auch einfach nur schon zu schlecht, als dass mir solche Geräusche hätten auffallen würden ;). Doch auch meine Gesprächspartner attestierten mir bisher durchweg, dass ihnen nichts störendes aufgefallen sei. Der Ton über die zur Front gerichteten Lautsprecher dürfte gern kräftiger sein, allerdings genügt mir dieser noch immer für die von mir genutzten Funktionen. Hier wäre vorrangig die Freisprechen-Funktion beim Telefonieren zu nennen, da bedarf es keiner Bässe etc. Musik wird bei mir ansonsten auf Bluetooth-Headset oder an einen entsprechenden Lautsprecher gestreamt.

Das Glanzstück beider Geräte: Die Kamera

Wie ihr vermutlich bereits mitbekommen hat, rockt die Kamera des Pixel 2 aktuell so ziemlich an der Spitze der derzeitig verfügbaren Android-Flaggschiffe. Und das obwohl Google in beiden Geräten kein Dual Lens-Kamerasystem verbauen ließ. Eine einzelne Linse gepaart mit einem ordentlichen Blitz und der offensichtlich richtigen Mischung aus Hard- und Software erzeugt derart gute Bilder, dass man sich keineswegs hinter dem neuen Mate 10 Pro oder dem Note 8 verstecken müsste. An der einen oder anderen Ecke kann sich die Konkurrenz sogar noch eher eine Scheibe von den Pixel 2 und Pixel 2 XL abschneiden.

Wie ihr ebenso bereits durch meine anderen Testberichte wissen dürftet, nutze ich für meine Fotos vorrangig (und das nicht nur für Tests, sondern generell im Alltag) den automatischen Modus der integrierten Kamera-App. Selbst bei Motiven, für die vermutlich der „Profi“ (für diesen Begriff in Verbindung mit Smartphone-Fotografie werden mich sicher gern einige steinigen wollen 😉 ) eher zum manuellen Modus gewechselt wäre, um die Einstellungen der Kamera perfekt auf das Setting abzustimmen, setze ich auf die Automatik. Und damit bin ich nicht allein, wie ich weiß. Sowohl Pixel 2 als auch Pixel 2 XL (setzen schließlich beide auf denselben Sensor) leisten hier tatsächlich eine enorm gute, wenn nun auch nicht weltverändernde Arbeit.

Sowohl die kräftigen Farben (bevor einer fragt: auf dem Rechner betrachtet, nicht auf dem Display des 2 XL) als auch die Schärfe und die Details der Fotos sind durchweg hochklassig. Die Frontkamera eignet sich dank 8 MP und Zusatzfunktionen wie Face Retouching für gelungene Selfies, unterstützt dabei aber sogar den mittlerweile so beliebten Portrait-Modus. Die Portrait-Funktion sorgt meiner Meinung nach für noch bessere Ergebnisse als ich sie zuletzt beim Note 8 erleben durfte, auch hier beweist Google, dass man mit seinen neuen Phones wieder einmal ein Statement setzen wollte. Selbst unser Kater Snoopy konnte das Feature trotz seines Fells nicht überfordern, auch wenn hier und da einzelne kleine Störungen zu erkennen sind – für eine Smartphone-Kamera mit nur einem Sensor trotzdem eine starke Leistung:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

ABER! Womit die Kamera sowohl von Pixel 2 als auch 2 XL dann tatsächlich zu kämpfen hat, sind Aufnahmen in Umgebungen mit wenig Licht und anderen schlechten Beleuchtungsverhältnissen. Dann werden Fotos sehr schnell mit Rauschen überlagert, Details gehen verloren und so weiter. Hier nimmt meiner Meinung nach noch immer das Note 8 den absoluten Spitzenplatz ein. Unbearbeitete Fotos, die Caschy mit dem 2 XL und ich mit dem Pixel 2 parallel bei feinstem Flutwetter hier oben angefertigt haben, könnt ihr hier als Zip herunterladen.

Ein paar Beispiele von Caschy, der schwer begeistert ist von der Kamera, allerdings für das Blog komprimiert:

Die Ausdauer im Alltag

Jeder von euch nutzt sein Smartphone auf eine andere Weise. Der eine telefoniert viel, fotografiert hier und da ein paar Mal und kommt bis zum Abend gut mit einer einzelnen Ladung aus. Der andere nutzt alle bekannten Social Media-Kanäle, bekommt im Sekundentakt Push-Benachrichtigungen und muss jede noch so misslungene Mahlzeit auf einem Foto festhalten. Und so weiter und so fort – eine verlässliche Aussage zur Akkulaufzeit von Pixel 2 oder 2 XL für euer Szenario kann ich euch nicht geben.

Dennoch, falls es euch hilft: Ich habe einen synthetischen Benchmark durchlaufen lassen. Eine SIM-Karte drin, Display fest auf 50%, alle Benachrichtigungen an und den PC Mark durchrappeln lassen. Der testet diverse Anwendungsszenarien, bis der Akku von 100% auf 20% runter ist. Hat beim Pixel 2 XL 7 Stunden und 9 Minuten gedauert. Das sind immer noch sehr gute Werte. Für mich hieß das, dass ich abends ohne Probleme mit knapp 40 Prozent Restladung Richtung Bett wandern konnte – und zu den Wenig-Nutzern gehöre ich nun auch nicht unbedingt 😉 Der Akku hält ordentlich und wenn ihr Saft braucht, reicht manchmal schon ein halbes Stündchen an der Steckdose, um wieder Saft für etliche Nutzungsstunden zu bekommen. Google verspricht hier großspurig knappe sieben Stunden zusätzliche Laufzeit mit nur 15 Minuten Ladung… keine Ahnung, wo diese Werte herkommen sollen, aber davon ist man nach 15 Minuten noch weit entfernt. Drei Stunden halte ich hier schon für realistischer.

Leider verweigerte mir das Pixel 2 fortlaufend den Dienst, wenn ich den PC Mark arbeiten lassen wollte. Es bietet zwar einen deutlich kleineren Akku als das 2 XL, besitzt aber nunmal auch das kleine Display und kommt meiner bisherigen Erfahrung nach mindestens genauso lange durch den Tag wie sein „großer Bruder“.

Eine kurze Exkursion: die neue Daydream View

Was bietet sich bei einem Test aktueller Google-Hardware mehr an als auch direkt in weiterer neuer Peripherie des Unternehmens zu testen? Ich durfte mir nämlich auch endlich einmal Googles neue Version der Daydream View über den Kopf stülpen und testen.

Dabei will ich mich gar nicht sonderlich lang fassen, an der eigentlichen Funktion der Brille hat sich schließlich nichts geändert. Die Hauptarbeit übernimmt natürlich weiterhin das eingelegte Smartphone, die Daydream View fungiert wie gehabt als komfortable Halterung und besitzt den mitgelieferten Controller zur Bedienung. Zu den sonstigen Neuerungen hat Caschy an dieser Stelle bereits alles nötige erfasst.

Mir gefällt besonders gut, dass man der neuen Version eine zusätzliche Lüftung in Form eines Hohlraums im Deckel spendiert hat, der die entstehende Wärme vom Smartphone besser ableiten lässt. Das Axon 7 hielt hier nun eine komplette Daddelsession über anderthalb Stunden durch ohne eine einzige Hitze-Warnmeldung. Zuvor funktionierte das bei mir maximal eine Dreiviertelstunde.

Gefühlt sorgen die neuen Linsen tatsächlich für mehr Bild im Sichtfeld. Die Brille fühlt sich dank der neuen Materialverarbeitung grundsätzlich viel hochwertiger an als noch der Vorgänger, auch wenn sich objektiv gar nicht viel geändert hat. Ebenfalls vom ersten Modell gewohnt war ich es, dass dort regelmäßig der Controller-Dot im Sichtfeld zu einer Seite (bei mir immer nach rechts) ausgewandert ist und ich so andauernd neu justieren musste. Geht zwar schnell – nervt aber trotzdem. Den Fehler konnte ich bei der neuen Version nicht feststellen.

Was immer noch fehlt ist die von Google auf der I/O 2017 vorgestellte Daydream 2.0-Software, die das Ganze nicht nur performanter, sondern auch stabiler machen sollte. Somit bietet die neue Daydream View bis auf den Lüsftungsschlitz im Deckel noch zu wenig Mehrwert, als dass sich die Anschaffung gegenüber dem alten Modell wirklich lohnen würde. Ja, der Lichteinfall an der Nase ist um einiges geringer als zuvor. Allerdings verwende ich die Daydream View generell nur in abgedunkelter Umgebung, da mich jeder Fitzel Licht dabei stört.

Mein vorübergehendes Fazit zum Pixel 2 und Pixel 2 XL

Ja, Google hat sich mit der Wahl seines sRGB-Farbraums beim Pixel 2 XL wahrlich nicht nur Freunde gemacht, die Farben beim kleineren Pixel 2 wirken kräftiger. Das Einbrennen der Navigations-Buttons ist auch etwas, das ich als Nutzer keineswegs als „normal“ einstufen möchte und mich genauso wenig mit einem beruhigenden Statement seitens Google zufrieden geben würde.

Aber: Generell machen die Geräte in meinem Augen so gut wie alles richtig. Potente Hardware, eine starke Kamera mit wirklich beeindruckendem Porträt-Modus in der Haupt- als auch Frontkamera, Stock-Android 8.0 Oreo, flüssige Bedienung und ein Akku, der für die meisten Nutzer mehr als ausreichend sein dürfte. Dies alles steht dem hohen Anschaffungspreis (ab 799 €), einem recht monotonen Design und den aktuellen Display-Macken gegenüber, wobei Google hierbei ja zumindest schon für einige Probleme eine Lösung in Planung haben will.

Wer heutzutage ein Gerät in der Preisklasse kaufen möchte, der muss wirklich genau wissen, was ihm  das neue Smartphone bieten soll. Google-Geräte bieten sich immer dann an, wenn man schnellen Support in Sachen Updates erwartet und pures Android nutzen möchte. Inzwischen sind die Kameras der Geräte auch wirklich lohnend, was man von den Nexus-Geräten früher leider nicht immer behaupten konnte. Ein Note 8 oder ein Mate 10 Pro liefern aber eben auch genug Potential für große Konkurrenz, teilweise mit nützlichen Zusatzfeatures wie dem S-Pen. Ich werde das Pixel 2 vorerst als Daily Driver mit Android betreiben, das Gesamtpaket hat mich überzeugt. Sollte sich daran etwas ändern, lasse ich es euch aber natürlich gerne wissen.


Über den Autor: Benjamin Mamerow

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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