Samsung Galaxy Note 8 im Langzeittest: Starker, handlicher 6,3-Zöller mit klasse Kamera

1. Oktober 2017 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von:

Erwähnt man heutzutage Samsung in Verbindung mit dem Produktnamen „Note“, so prasseln noch immer relativ schnell zahlreiche Geschichten zum großen Note 7-Desaster auf einen ein. Dabei handelte es sich im Grunde ja um das perfekte Gerät für jedermann, der Smartphones gerne größer mag und vor allem auf den S Pen steht. Der Akku hingegen war das Problem, das ist inzwischen geklärt. Für seinen Nachfolger, das Galaxy Note 8, wollte Samsung dann alles richtig machen und verringerte unter anderem die Kapazität des Akkus direkt aus Vorsicht um ein geringes Maß.

Ob das am Ende tatsächlich so große Auswirkungen auf die Laufzeit hat und ob es sich beim immerhin 999 Euro -euren Note 8 wirklich um einen würdigen Nachfolger der Serie handelt, wollte ich gern herausfinden und habe mir nun über die letzten Wochen einen intensiven Eindruck vom Gerät verschaffen können. Samsung hat mir neben dem Note 8 auch noch die DeX-Station für einen Test überlassen, damit ich mir auch dazu direkt mal ein Bild machen konnte. Immerhin gab es für die Vorbesteller auch Bundles mit eben jener Station zu erstehen.

Doch lasst mich ganz von vorn anfangen. Mein letztes Samsung-Smartphone war das Galaxy S3, das mich allerdings so hart enttäuschte, dass ich den Hersteller künftig bei meinen Kaufentscheidungen von Handys komplett außen vor ließ. Damals bin ich noch mit dem überwältigenden Galaxy S2 erstmals zu Android gewechselt und umso mehr vom Nachfolger enttäuscht, dafür gab es dann aber zu viele Gründe, als dass ich sie hier alle aufzählen möchte. Spätestens das S7 hatte dann aber schon wieder mein Interesse wecken können und das Infinity Display der aktuellsten Generation und die weiterhin durchweg positiv bewerteten Kameras der Geräte sorgten dann am Ende dafür, dass ich mich gern für den Test des Note 8 bereit stellte.

Groß und handlich

Do bigger things. So der zugehörige Slogan von Samsung und “big” trifft es auch perfekt, wenn man das Gerät mit seinem 6,3 Zoll-Display dann das erste Mal in den Händen hält. Laut Samsung misst die Bildschirmdiagonale hier 16,05 cm / 6,3 Zoll im vollen Rechteck und dann immer noch 15,85 cm / 6,2 Zoll innerhalb der sichtbaren Abrundungen. Was mir aber sofort auffiel: das schmale 18,5:9-Seitenverhältnis sorgt tatsächlich dafür, dass das Gerät keineswegs wie ein klobiger Klotz daher kommt, den man schlecht gehalten kriegt. Ganz im Gegenteil. Das gegenüber dem S8 und S8+ etwas rechteckigere Gehäuse liegt so deutlich angenehmer in der Hand als erwartet. Nein, durchweg einhändig bedienen kann ich es nicht, ganz klar. Wer das Note 8 haben möchte, sollte sich mit einer Zwei-Hand-Bedienung anfreunden.

Optik und Haptik

Die Verarbeitung ist, wie mittlerweile gewohnt, ausgezeichnet. Unschöne Spaltmaße habe ich bei einem Smartphone in der Preisklasse auch keine erwartet. Gehäuse und Display bilden eine hochwertige Einheit. An der rechten Geräteseite prangt der Powerbutton, links die Lautstärkewippe und der dedizierte Bixby-Button. Die SIM wird an der Oberseite eingelegt, an der Unterseite findet sich der kleine Lautsprecher und natürlich der S Pen-Einschub nebst 3,5 mm Klinken- und USB Typ-C-Anschluss.

Einen separierten Homebutton gibt es nicht, dieser befindet sich unsichtbar im Display verbaut und reagiert auf Druck mit einem sanften Vibrieren und ist so ausschließlich im gesperrten Zustand nutzbar. Entsperrt tauchen die Navigationstasten dann als Software-Keys im Display auf. Auf der Geräterückseite findet sich erstmalig eine Dual-Kamera, zu der ich später noch ausführlicher plaudern werde.

Leider hat es Samsung anscheinend nicht nötig gehabt, auf das Feedback der Nutzer zu hören und platzierte so den Fingerabdrucksensor erneut derart kompliziert neben der Kamera, dass man diesen zum einen nicht mehr mit einem einfach Griff erreicht, zum anderen aber auch weiterhin Gefahr läuft, auf die Kameralinse zu langen statt auf den Sensor. Zumindest verbaut man hier nun im Gegensatz zum S8/S8+ den LED-Blitz und den Pulsmesser zwischen Kamera und Sensor, das reduziert die Wahrscheinlichkeit verschmierter Linsen wenigstens um ein geringes Maß.

Verschmieren ist auch schon das nächste Stichwort. Denn auch wenn das Design des Note 8 wirklich Höchstnoten verdient hat, so eignet es sich auch genauso hervorragend für Fingerabdrücke und sonstige Schmierflecken. Die Rückseite ist hierfür anfälliger als die Front. Dennoch ist es schade, dass man so ein hübsches Gerät schon dadurch fast gezwungenermaßen in ein Case stecken muss. Hierfür bietet Samsung natürlich auch wieder ein paar stylische Modelle an (u.a. Alcantara-Cases), diese fallen aber auch alles andere als günstig aus. Einem 999-Euro-Smartphone hätte man eine schicke Hülle durchaus in den Lieferumfang packen dürfen.

Spezifikationen Samsung Galaxy Note8:

Display

  • 6,3 Zoll dual edge Super AMOLED (2960 x 1440 QHD+), 18,5:9, 522 ppi
  • Corning Gorilla Glass 5
  • 16 Millionen Farben
  • unterstützt S Pen (4.096 Druckpunkte) und Always On-Feature

Kamera

  • Dual Kamera (je Sensor 12 MP)
  • Blenden: Hauptkamera f1.7 / f2.4, Frontkamera f1.7
  • Frontkamera mit 8 MP Weitwinkel und Autofokus, OIS
  • Videoaufnahme: UHD 4K (3840 x 2160) bei 30 fps, 1080p bei 60 fps
  • Live-View-Modus für Bokeh-Aufnahmen
  • Sonstiges: Dual Pixel Autofokus, Dual-OIS, 2x optischer und bis zu 10x digitaler Zoom

Leistung

  • Exynos 8895 SoC (Octa-Core, vier Kerne mit je 2,3 GHz, vier Kerne mit je 1,7 GHz)
  • Mali-G71 GPU
  • 6 GB LPDDR4 RAM
  • 64 GB interner Speicher, UFS 2.1, Speicher erweiterbar per microSD (bis 256 GB)
  • 3.300 mAh Akku, unterstützt schnelles Laden und kabelloses Laden

Betriebssystem

  • Android 7.1.1 Nougat, Samsung Experience 8.5

Konnektivität

  • WiFi 802.11 a/b/g/n/ac (2,4/5 GHz), VHT80 MU-MIMO,1024-QAM
  • GSM (2G), W-CDMA (3G), TD-SCDMA (3G), FDD-LTE (4G), TDD-LTE (4G)
  • GSM 850 MHz, GSM 900 MHz, DCS 1800 MHz, PCS 1900 MHz
  • B1 (2100), B2 (1900), B4 (AWS), B5 (850), B8 (900)
  • B34(2010), B39(1880)
  • B1(2100), B2(1900), B3(1800), B4(AWS), B5(850), B7(2600), B8(900), B12(700), B13(700), B17(700), B18(800), B19(800), B20(800), B25(1900), B26(850), B28(700), B32(1500), B66(AWS-3)
  • B38(2600), B39(1900), B40(2300), B41(2500)
  • Bluetooth 5.0 (LE bis zu 2 Mbps)
  • GPS, Glonass, Beidou, Galileo
  • 3,5 mm Klinkenanschluss
  • USB 3.1 Gen. 1

Abmessungen

  • HxBxT in mm: 162,5 x 74,8 x 8,6
  • Gewicht: 195 g

Sensoren

  • RGB-Lichtsensor
  • Annäherungssensor
  • Hallsensor
  • Herzfrequenzsensor
  • Gyrosensor
  • Geomagnetischer Sensor
  • Barometer
  • Beschleunigungssensor
  • Drucksensor
  • Iris-Sensor
  • Fingerabdrucksensor

Sonstiges

  • dedizierte Bixby-Taste
  • kompatibel mit allen Samsung-Gadgets
  • unterstützt Samsung DeX-Station
  • IP68-Zertifizierung

Display und Anzeige

Samsung setzt bei der Oberfläche natürlich erneut auf seine eigene TouchWiz-UI, hat dem System aber bereits Version 8.5 seiner Samsung Experience-Software übergebügelt, was die Bedienung flüssiger/performanter machen soll. Beim S8/S8+ gab es wohl zahlreiche Beschwerden über Ruckler, etc. beim Bedienen, derer sich Samsung nun mit SE 8.5 entledigen möchte. Zur Oberfläche selbst werde ich hier nichts weiter schreiben, dazu hat Sascha in seinem Test zum S8+ bereits ein paar Worte verloren. Ich selbst nutze seit jeher bevorzugt den Nova Launcher bei jedem Android-Phone als Standard.

Ich hatte mir das Infinity Display der Vorgänger bisher noch nicht genauer angeschaut und war dementsprechend überwältigt, als ich das Note 8 dann erstmals in Betrieb nahm. Man kann es nur immer wieder sagen, aber damit hat Samsung wirklich eine Messlatte gesetzt, die wohl so schnell kein anderer Hersteller überboten bekommt. Die Ränder an den Seiten sind so schmal und geschickt kaschiert, so dass sich das Gerät zumindest hier randlos “anfühlt”. Oben und unten hingegen sind der verbauten Hardware geschuldet jedoch zwei immer noch recht schmale Ränder vorhanden. Das störte mich allerdings bisher überhaupt nicht.

Wie Sascha bereits beim S8+ anmerkte, sind auch mir beim Note 8 die Farben ein wenig zu kräftig dargestellt. Aber man kann ja den Farbmodus in den Optionen ganz nach Gusto einstellen, ich entschied mich hier für “Einfach”. Ansonsten wird alles knackig scharf dargestellt, die Standard-Auflösung ist 2220 x 1080 (FHD+), wer will kann hier aber ebenso auf 1480 x 720 (HD+) oder 2960 x 1440 (WQHD+) wechseln. Das beeinträchtigt aber natürlich je nach Auswahl auch den Akku unterschiedlich.

Für Fans: der S Pen

Der S Pen ist natürlich auch bei diesem Note wieder enthalten und lässt sich mit einem sanften Druck auf selbigen aus dem unteren rechten Ende des Geräts herausholen. Die Zusatzfunktionen wie die Screenshot-Notiz oder das generell einfache Erstellen von handschriftlichen Notizen funktioniert reibungslos, ist aber zumindest für mich nicht sonderlich von Belang. Tatsächlich nutze ich den Stift viel häufiger zum Zeichnen oder zum Bearbeiten von Fotos und Screenshots, was dank der 4.096 unterschiedlichen Druckpunkte auch sehr detailliert vonstatten geht. Hier und da nutzte ich anfangs auch noch das Feature “Screen Off-Memo”. Ist das Gerät gesperrt und das Display aus, öffnet sich eine etwas andere Ansicht des Always On-Displays, auf der man mit dem S Pen schreiben kann. Dies eignet sich für besonders schnell zu erstellende Notizen, außerdem kann ich mir diese direkt auf das Always On-Display pinnen. So hat man direkt beim ersten Blick auf das gesperrte Smartphone alle wichtigen Informationen vor Augen. Fans des S Pen werden also auch beim Note 8 wieder auf ihre Kosten kommen.

Performanter Riese

Nicht nur beim Display, auch bei der Hardware setzt Samsung auf Highend-Komponenten. Der Acht-Kerner Exynos 8895 wird von 6 GB LPDDR4 RAM unterstützt, was nicht nur beim Arbeiten mit dem Gerät für flüssige Animationen sorgt und keine Chance für Ruckler lässt. Auch grafisch anspruchsvolle Games meistert das Note 8 ohne Schwierigkeiten, und das ohne dass der Akku schneller entleert als bei Geräten mit kleinerem Display. Hier macht sich die Effizienz des SoC bemerkbar. Zum Akku selbst komme ich aber erst ein wenig später.

Ich habe über den gesamten bisherigen Zeitraum nicht einen Moment erlebt, in dem mich das Note 8 leistungstechnisch hängen ließ. Auch im Multi-Window-Modus von Android 7.1.1 Nougat macht das Gerät keine Anstalten. Apropos Multi-Windows… Samsung lässt den Nutzer beim Note 8 zwei unterschiedliche Apps miteinander koppeln, so dass diese beim Öffnen immer gemeinsam nebeneinander starten. Dafür bieten sich sicher so einige Szenarien an, beispielsweise YouTube nebst Telegram, um beim Chatten noch hervorragend lustige Katzenvideos anschauen zu können. YouTube-Videos lassen sich im Übrigen über einen separaten Button im Player im kompletten Display (mitsamt abgerundeten Ecken) anschauen – kann man sich schnell dran gewöhnen 😉

Der Sound – naja

Der Sound des Note 8 ist in Ordnung. Vom kleinen Lautsprecher an der Unterseite des Geräts darf man allerdings keine Wunder erwarten. Musik höre ich im Normalfall über einen gekoppelten Bluetooth-Speaker oder ein entsprechendes Paar Kopfhörer (ein Modell mit 3,5 mm-Klinkenanschluss liegt dem Lieferumfang bei). Beim Telefonieren habe ich des Öfteren den Lautsprecher in Gebrauch, dafür reicht der Ton allemal. Auch Telefonate ohne Lautsprecher gelingen sehr gut, auch meine Gesprächspartner hatten nichts am Ton auszusetzen.

Reichen 3.300 mAh Akku wirklich aus?

Wie kommt das Note 8 nun aber mit dem etwas kleineren 3.300 mAh-Akku aus? In den ersten Tagen hatte ich den Eindruck, dass irgendeine noch unbestimmte App wie irre am Akku zuppeln muss. Bereits nach einem halben Tag Nutzung zeigte die Statusleiste nur noch rund 50 % Restakku an, was bei meinem Nutzungs-Szenario tatsächlich sehr ungewöhnlich ist. Ich änderte nichts am Umfang meiner installierten Apps, reduzierte testweise mal die Bildschirmauflösung von WQHD+ auf FHD+. Nach wenigen Tagen jedoch konnte ich eine spürbar längere Ausdauer des Geräts feststellen. Selbst nach vielen Konversationen per Messenger-Apps und Twitter, zahlreichen Telefonaten, ordentlich Fotos und hier und da immer mal wieder Pokémon Go, komme ich am Abend noch immer auf rund 40 % Restladung, die ich dann bis zur Nacht noch auf gut 20 % reduziert bekomme. Dank Schnelllade-Technologie ist das Note8 aber auch rasant wieder voll aufgeladen, lediglich bei den letzten Prozentpunkten bremst die Technik das Laden ein wenig aus, um den Akku zu schonen.

Natürlich habe ich auch noch einmal für Freunde von Benchmark-Werten den PCMark durchlaufen lassen. Das Prinzip kennt ihr ja bereits: Display-Helligkeit auf 50 %, Akku voll geladen, WLAN aus und los geht’s bis der Test den Akku auf 20 % herunter gewerkelt hat. Das hat beim Note8 dann immerhin 9 Stunden und 5 Minuten gedauert. Addieren wir noch die verbleibenden 20 % hinzu kommen wir auf eine Gesamtlaufzeit von rund 11 Stunden und 20 Minuten im Benchmark. Wir hier geben auf diese Werte nicht wirklich viel, da sie nur selten einem üblichen Alltag entsprechen, den bekanntlich jeder Nutzer anders angeht.

Fest steht: Die 3.300 mAh des Note8 brachten mich bisher immer sehr gut durch den Tag, wenn ich den Akku dann doch einmal mehr gestresst habe als sonst, lädt dieser dank Schnelllade-Funktion innerhalb sehr kurzer Zeit wieder voll auf.

Ernsthaft Samsung – Schon wieder dort?

Jetzt mal ehrlich: Was hat sich der Hersteller eigentlich dabei gedacht, als er sämtliches Kunden-Feedback vollkommen ignorierte und den Fingerabdrucksensor ERNEUT neben die Kamera auf der Rückseite platzierte? Ja, der Pulsmesser und der Blitz schaffen nun ein wenig Platz zwischen Schmierfinger und Kameralinse. Aber dennoch handelt es sich hier wirklich um die denkbar ungünstigste Platzierung für ein solches Feature.

Nach der Einrichtung des Sensors und ersten Versuchen mit dem Gerät in der linken Hand (so halte ich das Note8 größenbedingt dann nunmal) und dem Entsperren mit dem rechten Zeigefinger bin ich ganz schnell wieder davon ab und das nicht, weil der Sensor schlecht funktionieren würde. Er reagiert zwar spürbar langsamer als der meines Xiaomi Mi6, dennoch aber schnell genug, um nicht lange warten zu müssen bis der Homescreen erscheint. Mittlerweile nutze ich fast ausschließlich die hervorragend funktionierende Entsperrung per Gesichtserkennung, in der Dunkelheit kommt dann wieder ein PIN/ein Entsperrmuster zum Einsatz. Das ist wirklich nicht mehr nur noch schade, sondern einfach ärgerlich. Der Fingerabdrucksensor ist bei den meisten Geräten heutzutage DAS Mittel schlechthin, für ein schnelles und einigermaßen sicheres Entsperren zu sorgen. Sorry Samsung, aber für diese erneute Fehlentscheidung habe ich wirklich kein Verständnis.

Die Dual Kamera

Wo mich der Fingerabdrucksensor wirklich ärgert, erfreut mich das Note 8 mit einer wirklich hervorragenden Kamera. Erstmals setzt auch Samsung bei der Hauptkamera auf das Konzept mit der zweiten Linse. Hierbei orientiert man sich an Apple. Der zweite Sensor fungiert als Zoom-Kamera, die den zweifachen optischen-Zoom des Hauptsensors bietet. Aufnahmen in dunkleren Umgebungen gelingen wegen der lichtschwächeren f2.4-Blende um einiges schlechter als mit dem anderen Sensor (f1.7-Blende). Bei mehr Licht kann ich nur wenig Unterschied zwischen den Ergebnissen der beiden erkennen. Hauptsächlich dient der zweite Sensor aber auch dem sogenannte Live-Fokus-Modus, mit dem sich die heutzutage nicht mehr wegzudenkenden Bokeh-Aufnahmen erstellen lassen. Hierbei wird die Zoom-Linse für das Motiv genutzt, die Bildinformationen für das Verschwimmen des Hintergrundes liefert der Hauptsensor. Das funktioniert in den meisten Fällen recht überzeugend solange das Motiv nicht zu komplex ist.

Fotos knipse ich so gut wie immer im automatischen Modus, weder habe ich ausreichend Ahnung noch Lust, mich mit manuellen Einstellungen zu befassen. Doch ich denke, so geht das immer noch den meisten von euch.

Hier macht die Kamera des Note 8 wie schon von den S7 bis S8+ gewohnt eine verdammt gute Arbeit. Der Autofokus ist so schnell, dass man das Fokussieren im Grunde gar nicht wirklich bemerkt. Das kommt auch Fotos “aus der Hüfte” enorm entgegen. Selbst Bilder bei schwierigen Lichtverhältnissen gelingen deutlich besser als bei vielen anderen Geräten, das Rauschen fällt teils sehr gering aus. Beide Sensoren auf der Rückseite bieten eine optische Bildstabilisierung, aber auch die Frontkamera kann das.

Auffallend finde ich allerdings die gelegentlich zu kräftig wirkenden Farben in den Fotos. Das kann man unten in der Galerie beispielsweise recht gut im Bild mit der rosafarbenen Blume erkennen. Das ist aber eigentlich auch schon das einzige, was mir bisher negativ aufgefallen ist. Für eine Smartphone-Kamera überzeugt die des Note 8 auf jeden Fall!

Fotos werden im 4:3-Format aufgenommen, man kann allerdings auch den Vollbildmodus aktivieren. Doch aufgepasst: Hier wird das Bild lediglich passend zurechtgeschnitten und bietet am Ende nur noch eine Auflösung von 8 statt 12 Megapixeln.

Videoaufnahmen sind mit bis zu 4K bei 30 Bildern die Sekunde möglich, die Frontkamera macht gute Selfies (inklusive OIS und Autofokus), für alles andere setzt man aber besser auf die Hauptkamera.

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DeX-Station

Dank der Samsung PR-Abteilung konnte ich nun auch noch eine Dex-Station ergattern, die ich mit dem Note8 koppelte. Die Station dient nicht nur dem Laden des Smartphones, sondern fungiert vor allem als Schnittstelle für ein Desktop PC-ähnliches Erlebnis. Im Prinzip funktioniert das so: Man verbindet die Station per HDMI-Kabel mit einem Monitor oder Fernseher, schließt entweder per Bluetooth oder USB Typ-A-Anschluss externe Eingabegeräte wie Maus und Tastatur an und dockt anschließend das Gerät an.

Auch einen Ethernet-Anschluss findet man auf der Rückseite neben dem USB Typ-C Netzanschluss. Ein kleiner integrierter Kühler sorgt im Inneren der Station dafür, dass das Note 8 beim Arbeiten am Monitor nicht zu heiß wird.

Die Station funktioniert wie versprochen. Kaum war die externe Peripherie angeklemmt und HDMI-Port 3 am TV ausgewählt, startete auch schon die DeX-Oberfläche, die einem OS wie Windows oder macOS ähnelt. Hier kann man sämtliche Apps seines Note8 nutzen, einige davon sind sogar direkt für die DeX-Station optimiert worden. Andere wiederum starten noch im selben Format, wie sie auf dem Display des Note 8 angezeigt würden. Hier müssten die Entwickler vermutlich noch nachbessern.

Wer beispielsweise vor hat, seine Messenger-Konversationen daheim komfortabler zu erledigen oder aber Fotos und Videos nachträglich bearbeiten möchte, der wird mit der Station sicherlich sehr glücklich werden. Immerhin lag sie den Vorbesteller-Bundles des Note8 als kostenlose Zugabe bei. Mittlerweile soll es die DeX-Station bereits für deutlich unter 100 € geben, für den Preis handelt es sich wirklich um ein unschlagbares Zubehör. Für den Ottonormal-Anwender hingegen dürften zu wenig Reize vorhanden sein, als dass sich dieser das Gadget nachträglich kaufen wollen würde.

Ach einer war ja noch – Bixby…

Bixby ist inzwischen hinlänglich bekannt und ist quasi Samsungs eigene Adaption eines smarten Assistenten wie es der Google Assistent, Apples Siri oder Amazons Alexa vorgemacht haben. Bixby liefert hier und da durchaus nützliche Informationen und reagiert auch auf Sprach-Anfragen. Leider spricht der Dienst noch immer (Stand Ende September 2017) nur Koreanisch oder Englisch. Wann man seine Fragen dann zum ersten Mal auf Deutsch stellen kann steht noch immer in den Sternen und ist ehrlich gesagt ziemlich traurig.

An der linken Geräteseite prangt nämlich ein dedizierter Bixby-Button, der prominent genug ist, um regelmäßig ungewollt gedrückt zu werden. Wenigstens hat es Samsung mittlerweile per Update hinbekommen, das einfache Drücken dieses Buttons komplett deaktivierbar zu machen. So startet Bixby erst dann wieder, wenn man den Knopf gedrückt hält und wartet dann auf ein Sprach-Kommando. Für mich reicht diese Einschränkung vollkommen aus, denn um ehrlich zu sein bin ich kein großer Fan des Dienstes. Da hat mir der Google Assistant inzwischen deutlich bessere Dienste leisten können.

Fazit

Das Samsung Galaxy Note 8 ist ohne Frage ein edles und vor allem leistungsstarkes Smartphone mit einer umfangreichen und zugänglichen Software. Die Kamera hat mich vom ersten Moment an überzeugen können. Das Display ist der Wahnsinn. Auf Bixby kann ich gut verzichten, meinetwegen könnte Samsung das Feature auch komplett streichen. Das angenehme Handling des Geräts in Verbindung mit dem S Pen hat mich schnell vergessen lassen, dass ich hier eigentlich mit einem 6,3-Zöller unterwegs bin. Die DeX-Station ist ein nützliches Gadget für denjenigen, der daheim oder am Arbeitsplatz komfortabel auf seine Smartphone-Daten und -Apps zugreifen möchte. Doch 999 € sind eine ordentliche Ansage, die viele Interessenten definitiv abschrecken wird/abgeschreckt hat. Immerhin bekommt man schon mit dem S8 oder dem S8+ für deutlich weniger Geld fast dasselbe Erlebnis geboten. Wer hingegen bereit ist, durchaus rund 1000 € (im Onlinehandel gab es das Gerät teils schon für unter 900 €) in die Hand zu nehmen und sich ein edles Stück Technik inklusive S Pen gönnen möchte, dem sei das Note 8 definitiv empfohlen.


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Über den Autor:

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