Galaxy Note 7: Samsung erklärt Brandursache und Gegenmaßnahmen für künftige Geräte

23. Januar 2017 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Der Rückruf des Galaxy Note 7 letztes Jahr wurde durch brennende Geräte verursacht. Die genaue Ursache wollte Samsung auch unabhängig klären lassen, jetzt gibt es die entsprechenden Ergebnisse. Es ist wohl eine Aneinanderreihung unglücklicher Umstände, dass auch die Austauschgeräte ein Problem hatten. Denn den gleichen Fehler, der erst einmal zum Austausch führte, hatte die zweite Runde Note 7 nicht, dafür einen anderen. Zwei unabhängige Fehler, die wohl beide durch bessere Kontrollen auffallen hätten können, nicht nur aus diesem Grund wird Samsung künftig auf eine bessere Qualitätskontrolle bei Akkus achten.

Die ersten Akkus (Battery A der Infografik) kämpften in der rechten oberen Ecke mit Elektroden, die verbogen waren, ein zusätzlicher Faktor, der das Verbiegen vergünstigt, ist die Länge dieser. Zu lang und deshalb in einem Bereich, der bereits gebogen ist. Erinnert an die Bilder, die relativ schnell nach den Vorfällen umhergereicht wurden, sie gingen bereits von dieser Ursache aus.

Dass die Akkus der Austauschgeräte (Battery B der Infografik) ebenfalls zur heißen Nummer wurden, liegt unterdessen an Unebenheiten auf der positiven Elektrode des Akkus. Diese sorgten im Zusammenspiel mit einer fehlenden Isolationsschicht in mehreren Akkus. Auch wenn letzterer Punkt das nur begünstigt hat, vorkommen sollte so etwas wohl in keinem Akku, egal ob er von Samsung oder einer anderen Firma stammt.

Damit so etwas bei künftigen Geräten nicht noch einmal vorkommt, hat Samsung nun einige Maßnahmen getroffen, um die „Akkusicherheit“ zu gewährleisten. Teil davon wird ein 8-Punkte-Akku-Check sein, die Akkus werden hier auf verschiedene Arten untersucht, um etwaige Fehler zu entdecken. Aber selbst wenn etwas übersehen wird, sollten die weiteren Maßnahmen in den Geräten selbst greifen.

In Sachen Hardware wird Samsung ebenfalls Änderungen vornehmen, sportlich zum Beispiel die Ränder der Akkus mit Klammern stärken, damit diese nicht verformt werden können. Die Software wird unterdessen ein besseres Auge auf die Aufladung des Akkus haben, so Temperatur, Ladestrom und Dauer beobachten (und hoffentlich bei Fehlern eingreifen).

Während ich es durchaus toll finde, dass Samsung noch einmal so ausführlich auf die Akkuproblematik eingeht, finde ich es ein bisschen erschreckend, dass die nun ergriffenen Maßnahmen neu sein sollen. Wenn ich da in dem Bericht lese, dass in mehreren Akkus Isolationsschichten fehlten, in Akkus, die ein unsicheres Austauschgerät wieder sicher machen sollen, dann darf so etwas nicht passieren. Es ist nicht so, dass die Hersteller nicht wissen, wie gefährlich so ein Akku sein kann, dass sind sie nämlich schon immer, nicht erst seit dem Note 7.

Aber das so etwas künftig nicht mehr passieren soll (ach was?), kann man als Kunde eventuell noch einmal ein Auge zudrücken. Sicher dürfte sein, dass die nächsten Samsung-Flagschiffe wohl eine höhere Akkusicherheit bieten werden als alle Vorgänger, noch so ein Ding kann sich Samsung sicher nicht erlauben. Was meint Ihr zu Samsungs Aufklärungsarbeit? Reicht das, um das Vertrauen der Nutzer wieder zurückzugewinnen oder wird Samsung das Note 7-Desaster noch einmal mit kommenden Smartphones auf dem Markt spüren?

(Quelle: Samsung, 2, 3)

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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