Findet der nächste „iOS gegen Android“-Kampf in Fahrzeugen statt?

15. Juni 2013 Kategorie: Android, Apple, iOS, geschrieben von:

Relativ wenig beachtet wurde die Aussage von Apple, dass iOS 2014 auch in Fahrzeugen zum Einsatz kommen wird. Dabei ist es mehr als nur eine Freisprecheinrichtung, vielmehr werden die Funktionen des Smartphones zur einfachen Bedienung im Fahrzeug integriert. Die Hersteller-Liste, die Unterstützung dafür ankündigt ist mit Mercedes, Honda, Nissan, Chevrolet, Kia, Hyundai, Volvo und Jaguar schon ganz gut, allerdings fehlen auch wertvolle Marken wie BMW, Toyota und Ford.

ioscarintegration
Das volle Infotainment-Programm von Apple. Auf der WWDC wurden gerade einmal rund 90 Sekunden mit dem Thema verbracht, das als durchaus große Sache betrachtet werden kann. Die Frage, die man sich natürlich stellen muss ist, in wie weit Apple noch offene Systeme zulassen wird. Wird alles auf iOS zugeschnitten oder bleiben die Bordcomputer auch noch für andere Systeme empfänglich?

Was passiert mit Herstellern, die sich nicht auf Apple festlegen wollen? Wie reagiert Google mit Android auf das System? Es ist klar, dass die Smartphone-Integration in den kommenden Jahren eine große Rolle bei den Herstellern spielen wird. Das zeigen schon die Versuche mit einzeln integrierten Diensten, beispielsweise Deezer im Mini oder Spotify in Ford-Modellen. Einzelgeschichten, die zwar nett klingen, aber weit weg von einer kompletten Integration sind.

Was wenn Apple strikt auf eigene Dienste setzt? Werden sich die Leute mehr verfahren als am Ziel ankommen, weil Apple Maps wieder einmal versagt hat? Oder wird es eher so sein, dass man seine Lieblings-Navigations-App nutzen kann? Das wäre eine große Chance für TomTom, Navigon, Garmnin und wie sie nicht alle heißen. Reine Navigations-Geräte sterben in den Privat-PKWs aus, ein ähnlicher Trend wie bei den Kompakt-Kameras.

Und wo steht Google? Mit Android hat man ein System, dass anpassbarer kaum sein könnte. Eine Integration in Fahrzeuge wäre kein Problem, gehört hat man davon allerdings noch nicht viel. Das Problem ist, dass ein Fahrzeug viel länger lebt als ein Smartphone. Da lässt sich nicht nach sechs Monaten auf ein neues Gerät upgraden, auch ein Austausch des Bordcomputers kommt nicht wirklich in Frage. Das gilt allerdings auch für iOS. Während Google gerne neue Dienste und Services im Beta-Stadium unter das Volk mischt, geht Apple hier sehr viel vorsichtiger vor. Im Normalfall wirkt eine Apple-Lösung sehr viel ausgereifter als ein Google-Produkt. Im Bereich von Fahrzeugen muss eine ausgereifte Lösung her, etwas anderes wäre nicht akzeptabel. Weder für die Hersteller, noch für die Kunden.

Und die Fahrzeug-Hersteller? Die haben den Kampf um ein eigenes System anscheinend aufgegeben. Sicher ist es nicht nur bequemer, sondern auch viel günstiger, sich ein „fremdes“ System zu lizenzieren, als ein eigenes zu entwickeln, in das sich der Kunde erst einarbeiten muss.

Man wird in den nächsten Jahren noch viel darüber hören, das ist eine spannende Entwicklung, die uns da bevor steht. Spannend vor allem auch, wenn man die mobile Konnektivität betrachtet. Solche Integrationen ergeben ja nur vernetzt einen Sinn. Musik-Streaming oder ähnliches sind datenhungrige Dienste, die unter heutigen Gesichtspunkten (Datenflats mit mageren 200 MB Highspeed-Volumen) kaum vorstellbar sind. Zumindest nicht hier in Deutschland. Aber auch da wird sich sicher noch einiges tun.

Wie seht Ihr die Entwicklung in Fahrzeugen? Was wünscht Ihr Euch von den Herstellern, oder von Google? So offen wie möglich und mit verschiedensten Geräten nutzbar oder lieber ein geschlossenes System à la Apple, das dafür von jedermann auf einfachste Weise bedient werden kann?


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Über den Autor:

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