Facebook RSS-Reader als Auffangbecken für Google Reader-Gestrandete?

Facebook verschickte gestern Einladungen zu einem Produkt-Event, wir berichteten bereits. Und dann steht da dieses RSS-Reader-Gerücht im Raum. Bekanntlich wird der Google Reader zum 1. Juli dicht gemacht. Die Chance für Facebook, dessen Nutzer abzugreifen.

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Wer sind denn die typischen Google Reader-Nutzer? Richtig, Menschen, die viel Zeit im Netz verbringen. Diese Zeit könnte bei einer RSS-Reader-Implementierung für eine längere Verweildauer auf Facebook sorgen. Längere Verweildauer kann man wohl gleichsetzen mit höherer Verbreitung von Werbung.

[werbung] An den Haaren herbeigezogen ist das RSS-Gerücht dabei nicht. Im Quellcode von Facebook wurden Möglichkeiten für RSS-Feeds entdeckt. Diese beziehen sich auf die Graph-API. Kann also auch sein, dass es kein reiner RSS-Reader wird, sondern eher ein Trending-News-Ding. Meistgelesene News als Trending-Topics, passt auch zu den frisch eingeführten Hashtags auf Facebook.

Dabei könnte Facebook alle News für die Analyse heranziehen, unabhängig von den Privatsphäre-Einstellungen einzelner Nutzer. Facebook sieht schließlich jede Aktivität und kann diese anonymisiert tracken und weiter verarbeiten. Das könnte in der Tat eine „great idea“ sein, wenn sie denn auch entsprechend umgesetzt ist. Win-Win-Situation für beide Seiten, Facebook und den Nutzer.

Ich selbst bin kein großer Freund von Facebook, auch ein RSS-Reader würde mich nicht zu einer längeren Verweildauer überreden können. Aber es gibt sicher Leute, die genau von so etwas angesprochen werden, es ergibt ja auch Sinn. Anstatt Spieleanfragen, Katzenbilder und „Like oder Hölle“-Posts Nachrichten zu lesen, könnte der Reader die Frühstückszeitung überflüssig machen. Viele Nutzer checken nach dem Aufstehen erst einmal ihre sozialen Netzwerke, warum also nicht mit News verbinden?

Egal in welcher Form Facebook News integriert, es wird dem Netzwerk sicherlich einen gewissen Auftrieb verleihen. Vielleicht wird es ja sogar ein Mix aus selbst erstellten Feeds und von Facebook akkumulierten Nachrichten. Je mehr man darüber nachdenkt, desto interessanter wird es irgendwie. Spätestens in 5 Tagen wissen wir, was Facebooks kleinem Team gelungen ist.

Wie würdet Ihr Euch eine gelungene News- / RSS-Reader-Funktion in Facebook vorstellen? Lieber vorgekaut oder selbst verwaltet? Könnt Ihr Euch vorstellen, Eure tägliche Dosis Nachrichten von Facebook zu beziehen?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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15 Kommentare

  1. Irtum – RSS verleitet gerade nicht dazu länger auf einer Seite oder im Netz zu verweilen. Sondern es ist die wunderschöne Art News etpp (ua. den Blog hier) offline und egal mit welchem Gerät zu lesen

  2. Hellowien says:

    Ja, genauso ist es Micha – jedenfalls in meinem Fall!

  3. Jupp. Lese meinen RSS Kram ebenfalls nur in einer App. Und möglichst auch „distraction free“ ohne die Webseite erneut aufzurufen.

  4. Facebook? Nein Danke. Der gReader läuft in Kürze auf Feedly-Basis weiter.

  5. http://www.commafeed.com gefällt mir besser als feedly und ist zur Zeit mein Google Reader Ersatz.

  6. Facebook hat vor nicht allzu langer Zeit die RSS-Feeds zu seinen Seiten entfernt (oder nur noch mit Workarounds nutzbar gemacht). Wäre komisch, wenn man RSS jetzt als „big thing“ betrachten würde.

    gReader am Handy und Feedly am Desktop – damit komme ich gut klar. Zum Glück kooperieren die beiden.

  7. Mal ganz abgesehen davon, dass ich auf Facebook gar nicht aktiv bin, würde ich einen Reader in der geschilderten Art gar nicht haben wollen und daher auch gar nicht nutzen.

    Ich möchte hier gerne mal auf einen Reader aufmerksam machen, der zwar erst 700 Nutzer hat, aber mit vielen Funktionen gesegnet ist: rss.ly. Er läuft zwar nicht so ganz rund, aber er wird auch nur von einem Menschen betrieben und ist eine zumindest testenswerte Alternative zum Google Reader – zumal er wie der Google Reader webbasiert ist.

  8. Facebook ist bisher das einzige No-Go bei mir überhaupt, egal in welcher Form. Feedly ist als Ersatz durchaus OK und ausreichend.

  9. kennt eigentlich jemand ne Möglichkeit meine „starred-items“ aus dem Reader irgendwo zu übernehmen? Hab das zwar bei Alternativen schon gesehen, dann aber limitiert auf recht wenige.

  10. Lukas4264 says:

    Facebook wäre eine Möglichkeit, Blogs zum Beispiel lese ich ab und zu da, finde aber QuiteRSS optimaler; hab Feedly getestet, finde aber die Klickstrecke zu lang.

  11. Somit wäre Googles Plan den Reader zum Vorteil von G+ zu kanibalisieren auch vom Tisch.

  12. Vor kurzem habe ich den Inoreader entdeckt. Sehr zu empfehlen. Es ist ein webbasierter Reader und wird sehr aktiv entwickelt. Eine genuine mobile App gibt es zur Zeit noch nicht, ist aber geplant. Die mobile Version der Website ist aber schon sehr brauchbar.

  13. Von den Screenshots her erinnert mich der Inoreader stark an http://rssly.de/.

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