Deutsche Bahn will klassische Zugtickets abschaffen

14. Mai 2017 Kategorie: Hardware, Internet, geschrieben von: André Westphal

Analog versus digital ist aktuell wohl das Thema – nicht nur bei der Musik, sondern auch bei der Deutsche Bahn: So plant die Deutsche Bahn das klassische Ticket abzuschaffen und ein rein digitales System einzuführen. Ob das angesichts der jüngsten Malware-Probleme, welche auch die Bahn erfasst hatten, die beste Idee ist, muss jeder selbst beurteilen. Schon innerhalb der nächsten Jahre könnten die gewohnten Fahrkarten jedenfalls weichen. Aktuell experimentiert die Bahn mit einer Methode, bei welcher dann über das Smartphone abrechnet wird.

Richard Lutz, Chef der Deutsche Bahn, erklärte zum Thema: „Man wird in Zukunft kein Ticket mehr für die Bahn brauchen. Der Zug kann dann über das Handy eines Passagiers erkennen, dass er eingestiegen ist.“ Steige der Fahrgast aus, werde dann automatisch abgerechnet. An jenem Punkt bin ich dann sehr skeptisch und sehe schon Beschwerden kommen, wenn statt eines Sparpreises für Hin- und Rückfahrt beispielsweise ohne Rabatt verrechnet wird.

Lutz spielte den Hackerangriff vom Freitag im gleichen Atemzug herunter, denn auch Freitag sei der Verkehr an sich nicht gefährdet gewesen. Man sei auf alle Eventualitäten vorbereitet und werde die IT-Sicherheit noch weiter ausbauen. Gehört man das schon von vielen Unternehmen, welche durch neue Angriffe dann meist doch eines Besseren belehrt wurden. Grundsätzlich ist aber wohl unausweichlich, dass die Bahn auf rein digitale Tickets umstellt.

Man wird dann aber anders vorgehen müssen, als bei dem Flop Touch & Travel. Das System ging ebenfalls in diese Richtung, wurde aber Ende 2016 mangels Kundenakzeptanz eingestampft. Für die Bahn würde ein Wegfall klassischer Tickets sicherlich auch die Kosten senken. Auch Arbeitsplätze dürften dann allerdings wegfallen.

Noch bleibt Lutz allerdings ohnehin zum Anlauf vage, ich bin also auf die Details gespannt. Etwa bezieht er sich bei der automatischen Abrechnung via Smartphone auch auf die „bereits vorhandenen“ Wi-Fi-Hotspots, welche eine Rolle spielen sollen. Im Nahverkehr gibt es jene aber nur selten und auch in den IC und ICE sind sie nicht immer verlässlich. Es bleibt zusätzlich eben die Frage danach, wie man etwa mit Sparpreis-Tickets und Co. verfahren möchte.


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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