Zoom: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und weitere Neuerungen vorgestellt

Die Videokonferenzsoftware Zoom ist wohl eines der Beispiele schlechthin, für ein Unternehmen welches in den letzten Monaten mehr Aufmerksamkeit bekam, als in den letzten Jahren zusammen. Auf diesem Erfolg ruht man sich wohl nicht aus, sondern hat auf der virtuellen Konferenz Zoomtopia 2020 zahlreiche Weiterentwicklungen präsentiert.

Auf Zoom können künftig auch virtuelle Events mit Ticket-System abgehalten werden. Hier startet man vorerst mit den US-Nutzern und gibt diesen die Möglichkeit zur Teilnahme an kostenlosen, kostenpflichtigen und Fundraising-Veranstaltungen. Mit von der Partie ist hier auch eine Spenden-Funktion.

Als wichtige Neuerung wäre da wohl auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu nennen. Das optionale Feature ist auch für Nutzer der kostenlosen Version verfügbar und erscheint kommende Woche als Preview.

Spannend wird es auch für Entwickler: Durch ein neues SDK erhalten diese die Möglichkeit die Benutzeroberfläche an ihre Wünsche anzupassen und Videos und Chats in ihre Anwendungen zu integrieren.

Zapps sind nun Shortcuts für Arbeitsabläufe. Hier arbeitet man mit zahlreichen Unternehmen wie Trello, Zendesk, Slack und Dropbox zusammen um Arbeitsläufe besser zu automatisieren. Eine Auflistung der bisherigen Partner findet sich hier.

  • OnZoom: Eine einzigartige Online-Eventplattform, auf der Zoom-Nutzer kostenlose, kostenpflichtige und Fundraising-Veranstaltungen erstellen und durchführen können. Gastgeber können ihr Geschäft ausbauen, ihre Reichweite auf ein neues Publikum ausdehnen und dank der nativen Integration eines Spenden-Features der Gesellschaft etwas zurückgeben. Zoom-Nutzer können diese Veranstaltungen entdecken und an ihnen partizipieren. Sie können Tickets verschenken und sich an einem Teilnehmer-Dashboard anmelden, um ihre Lieblingsveranstaltungen und Lieblingsmarken immer im Auge zu behalten. OnZoom ist ab heute als öffentliche Beta-Version für US-Nutzer verfügbar. Sie können an Veranstaltungen von KMUs und führenden Content-Partnern wie WW (ehemals Weight Watchers) teilnehmen.
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Dieses optionale Feature wird kommende Woche als technische Preview sowohl für Nutzer mit kostenlosen also auch mit kostenpflichtigen Accounts verfügbar sein. Es kann auf Konto-, Gruppen- und Nutzerebene aktiviert werden und kann je nachdem, wie der Kontoverwalter die Funktion einrichtet, vom Gastgeber für jede Sitzung einzeln ein- und ausgeschaltet werden. Wenn sie aktiviert ist, stellt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Zoom sicher, dass die Kommunikation zwischen Meeting-Teilnehmern, die Zoom-Anwendungen verwenden, mit kryptografischen Schlüsseln verschlüsselt wird, die nur den Geräten dieser Teilnehmer bekannt sind. Mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erhält kein Dritter – auch nicht Zoom – Zugang zu den privaten Schlüsseln des Meetings.
  • Anpassbares SDK: Zoom fügt seinen SDKs neue Erweiterungen hinzu, die es Entwicklern und Unternehmen ermöglichen, ihre eigenen videobasierten Anwendungen mit der Zoom-Plattform zu bereichern. Die SDKs sind ab sofort für Android, iOS und Web verfügbar. Entwickler können die Vorteile einer anpassbaren Benutzeroberfläche und Sitzungssteuerung nutzen und es wird ihnen erleichtert, qualitativ hochwertige Videos, Audio und Instant Chat in ihre Anwendungen zu integrieren.
  • Zapps: Mit Zapps können Entwickler Apps erstellen, die Arbeitsabläufe vor, während und nach dem Meeting unterstützen. Um die Adoption zu beschleunigen, hat Zoom bereits eigene und von Drittanbietern entwickelte Anwendungen in das Meeting-Erlebnis integriert. Zapps wurden entwickelt, um Entwicklern bei der Erstellung von Apps eine schnelle und flexible Web-Ansicht zu bieten, die virale Verbreitung zu ermöglichen und das Deployment sowie die Verwaltung zu erleichtern. Über 25 Launch-Partner haben sich Zoom angeschlossen – ihre Demo-Videos sind unter zoom.us/zapps verfügbar.
  • Verbesserungen an der Unified Communications Platform: Zoom hat neue Features für seine Unified Communications Platform entwickelt.
    • Immersive Szenen: Immersive Szenen ermöglichen es dem Gastgeber, ein benutzerdefiniertes Hintergrundthema für seine Meetings festzulegen oder Layouts zu erstellen, bei denen die Videos der Teilnehmer in eine Szenerie eingebettet sind, die alle Teilnehmer gemeinsam nutzen, z. B. in ein Klassenzimmer oder einen Gerichtssaal.
    • Zoom for Home: Zoom unterstützt DTEN ME, Facebook über die Zoom on Portal App und Zoom Rooms-Geräte. Amazon Echo Show, DTEN onTV, Google Assistant-fähige Smart Displays einschließlich Nest Hub Max und Yealink A20 werden bis Ende des Jahres hinzukommen. Im Jahr 2021 werden außerdem zusätzliche Hardware-Angebote von HP, Lenovo und Neat auf den Markt kommen.
    • Kontaktlose Zusammenarbeit: Erweiterte Sprachbefehlsoptionen und vereinfachte Kopplung persönlicher Geräte zur Steuerung von Zoom Rooms Meeting-Erlebnissen.
    • Erweitertes Whiteboarding: Eine Reihe von Whiteboard-Erweiterungen ermöglicht eine dauerhafte Zusammenarbeit über Mobil-, Desktop- und Raumgrenzen hinweg.
    • Zoom Rooms Smart Gallery: Auf der Basis von KI kann Zoom Rooms die Teilnehmer im Raum in der Galerie-Ansicht in Zukunft jeweils einzeln abbilden, um die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht zwischen Teilnehmern im Büro und an anderen Orten zu erleichtern.
    • Zoom Phone Funktionen: Das neue Feature E911 alarmiert zugleich Mitglieder des Sicherheitsteams und die Notrufleitstelle. Durch die Integration mit Zoom Digital Signage und Zoom Chat können Mitarbeiter informiert und Ersthelfer an den Ort des Notfalls geleitet werden. Zu den weiteren bevorstehenden Funktionen von Zoom Phone gehören Team-SMS und KI-gestützte Spam-Erkennung und -Blockierung.
    • Erweiterte Webinar-Funktionen: Reaktionen, Breakout-Räume, maßgeschneiderte Lobbys und Debriefing-Räume.
    • Video-Warteräume: Gastgeber können sich dafür entscheiden, einen Teilnehmer einzulassen, nachdem sie ihn im Wartezimmer gesehen haben.
    • High Fidelity Audio: Dank Künstlicher Intelligenz erkennt Zoom automatisch, wann der High-Fidelity-Modus einzuschalten ist.
  • Hardware-Zertifizierung für Einzelarbeitsplätze: Mit der zunehmenden Verbreitung dauerhafter Remote-Arbeit erweitert Zoom sein Hardware-Zertifizierungsprogramm auf Geräte, die an Einzelarbeitsplätzen zum Einsatz kommen. Dazu gehören etwa USB- und Bluetooth-Freisprecheinrichtungen wie das neue Poly Sync 20, Webcams und All-in-One-Desktop-Systeme.

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Student auf Lehramt. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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2 Kommentare

  1. Andrea Wiesler says:

    Das Entwicklungstempo bei zoom ist der Wahnsinn. Welches deutsche Softwareunternehmen wäre dazu in der Lage? Keines.
    Wir können nicht mal BigBlueButton in unserer Schule benutzen, weil “der informatiklehrer, der sich damit auskennt“ die Schule wechselt!

    • Man muss ja gar keine Software eines deutschen Softwareunternehmens nutzen. Es würde schon ausreichen auf ein OpenSource- Linux zu wechseln, was sehr große Nutzungsmöglichkeiten erschließt, die unter Windows schlicht zu teuer und unflexibel sind. Ausserdem kriegt die FOSS- Gemeinschaft das teilweise noch besser hin (z.B. Nextcloud). Haken ist natürlich meistens das fehlende Wissen der Anwender. Wenn unsere Lehrer das nicht mal wissen, ist ja klar, dass es in den nachfolgenden Generationen nicht ankommt.

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