Twitter: Zeichenlimit soll noch im ersten Quartal angeblich auf 10.000 Zeichen angehoben werden

artikel_twitterDa ist es wieder, das Gerücht um den Wegfall des Zeichenlimits bei Twitter. Dieses Gerücht trat in der Vergangenheit hier und da mal auf, doch so richtig auf dem Radar hatte es jeder im September des letzten Jahres, als ein Bericht auf Re/Code Wellen geschlagen hatte, Twitter würde Ernst machen. 140 Zeichen, mehr darf der Nutzer nicht schreiben – das macht den Dienst bislang aus. Nun meldet Re/Code erneut unter Berufung ungenannter Quellen aus dem direkten Twitter-Umfeld, dass Twitter dieses Limit auf insgesamt 10.000 Zeichen erweitern soll.

Dies soll bereits irgendwann zum Ende des ersten Quartals 2016 soweit sein, ein genaues Datum könne man noch nicht nennen. Wir müssen abwarten, ob es sich bewahrheitet, die Zeichen verdichten sich jedenfalls. Ich bin der Meinung, dass Nutzer gerade durch die knappe Zeichenlmitierung gewillt sind, sich über ihre Tweets Gedanken zu machen und eine Erweiterung auf 10.000 Zeichen würde dem Dienst sein Alleinstellungsmerkmal nehmen. Was mich vor dem Hintergrund der Zeichenlimit-Erweiterung auch interessieren würde: Was wird aus dem Blogging-Dienst Medium, der ebenfalls von Twitter-Gründer Evan Williams ins Leben gerufen wurde? Denn mit 10.000 Zeichen als Limit wäre Twitter kein Micro-Blogging-Dienst mehr…

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Nerdlicht in einer dieser hippen Startup-Städte vor Anker. Macht was mit Medien... Auch bei den üblichen Kandidaten des sozialen Interwebs auffindbar: Google+, Twitter, Xing, LinkedIn und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

19 Kommentare

  1. Ekelhaft!

  2. Das war doch der Reiz an Twitter, die 140 Zeichen. Verstehe nicht, warum sie es jetzt vllt. ändern wollen.

  3. Im Todeskampf ist es halt nicht so einfach besonnene Entscheidungen zu treffen.

  4. Na, dann „Adios, Twitter!“.

    Gerade der Zwang zu kurzen, hoffentlich prägnanten, Statements macht Twitter aus.

    Daher läuft es immer auf meinem Zweitmonitor mit und ich habe ein Dutzend ganz aktuelle „Gedankensplitter“ im Bild, gleichzeitig. Bei 10000 Zeichen würde ich dann also in etwa den ersten Absatz eines einzigen Beitrags erfassen können auf einen Blick.

    Nö, lass mal, Twitter.

    Dann ist Feierabend für mich, ebenso, wenn die nicht-chronologischen Timelines tatsächlich kommen sollten.

  5. Kann ich mir nicht so recht vorstellen – jedenfalls keine 10.000. 200 würde dicke ausreichen. Twitter wäre mit soviel Zeichen kaum was anderes als Facebook od. Google+.
    Und dann hätten wir u.a. diese ganzen FB-Verschwörungs u. Wutbürgerdeppen auch auf Twitter. Das brauche ich wirklich nicht.

  6. Bei dieser Zeichenbegrenzung habe ich oft das Gefühl, man könne mal eben (das ist kein Vorwurf, sondern meine sachliche Feststelllung), etwas in die Timeline werfen, ohne groß nachzudenken: Viele Tweets verstehe ich einfach nicht, weil sie eine Aneinanderreihung von Hashtags, Links und Benutzernamen sind.

    Ich würde die Aufhebung der Zeichenbegrenzung sehr begrüßen, weil Twitter für mich nicht nur ein Nachrichtenmedium ist, sondern auch ein Diskussionsforum.

  7. 200 Zeichen ok. Aber 10.000?
    Das wird der Tod von Twitter sein, weil es niemand mehr braucht.

  8. Twitter wird daran wohl nicht zugrunde gehen. Denke eher im Gegenteil. Gerade für Werbung wird man damit interessanter.
    Und im selben Zug eben uninteressanter für die Nutzer, die den Inhalt bringen. Man wird sehen was passiert. Ich fände es jedenfalls sehr schade. Wie schon gesagt wurde, macht die Zeichenlimitierung Twitter ja gerade so interessant.

    @Gerhard Hallstein kann ich übrigens zustimmen. Ich finde Tweets, die nur aus Hashtags, Links und irgendwelchen Kürzeln bestehen auch furchtbar. Glücklicherweise habe ich davon kaum welche in meiner Timeline.

    Meine Meinung? Wenn die Zeichenlimitierung dermaßen übertrieben angehoben wird, wird die Timeline auf Twitter recht bald genauso aussehen, wie die Timeline auf Facebook. Und das wäre sehr sehr schade.

  9. Twitter bezeichne ich mittlerweile nur noch als Krebs. Außer Hatern, Trollen, Whiteknights und v.a. SMJW gibt es maximal noch ein paar interessante Bots. Mit Aufhebung der Zeichenbeschränkung würde der Krebs Metastasen bilden; evtl. stirbt der Patient dann schneller was kein Verlust wäre.

  10. Wenn man alle Apps dazu zwingt nur die ersten 140 Zeichen direkt anzuzeigen und alles weitere nur über einen klick auf „mehr lesen“ sieht zwingt man weiterhin die Nutzer sich über die Texte Gedanken zu machen. Wer mehr schreiben wollte hat das doch bisher auch schon über Bilder oder andere Dienste gemacht…

  11. Ich fände es gut, wobei ich 256-512 für den Sweet Spot halten würde. Der Bereich war damals bei App.net schon sehr angenehm und trotzdem noch kurz genug dass man es gern „zwischendurch“ gelesen hat. 10.000 ist schon sehr viel

  12. 10.000 ist viel zu viel, 300 Zeichen wären maximal okay.
    Der Vorteil von Twitter ist aber gerade, dass eben die Texte kurz und schnell zu lesen sind. Das fällt dann weg… 🙁

  13. @Florian

    Wenn man die Links auch anklickt, sind sie nicht mehr kurz und schnell zu lesen – es wird nur auf andere Seiten weiter geleitet. Und viel Hintergrund des Tweetschreibers geht auch verloren, weil man nur oberflächlich schreiben kann.

  14. Die Lösung ist doch recht einfach … Weiterhin 140 Zeichen, aber ohne die Erweiterungen. URL in ein eigenes Feld, ohne Abkürzungsservice. Hashtags (kontextsensitiv angezeigt, sodass man’s nicht für Romane benutzen kann) und User-Adressen (oder wie man das nennt, das Anklingeln mit dem @ halt) in jeweils eigene Felder. Fertig ist der Lack. Nach wie vor Microblogging in 140 Zeichen, nach wie vor der Anspruch, seine Worte gut zu wählen, aber erleichtert um den gesamten strukturellen Krumpf, der gefühlt mittlerweile mehr als 80% der eigentlichen Tweets ausmacht.

  15. Darauf hat die Welt jetzt echt gewartet, ist so als ob man SMS zur Langspielplatte umändert

  16. Twitter hätte die Kuh schlachten können.

    140 Zeichen beibehalten, weitere Zeichen kosten extra (eventuell noch ein Kontingent an Zeichen pro Woche/Monat die man kostenlos zusätzlich verbraten darf).
    Und schon gibt es neben Werbung ein weiteres Finanzierungsprojekt, wer mehr Text will zahlt mehr.

  17. „… die Zeichen verdichten sich…“ 🙂 Sehr schönes Wortspiel in diesem Zusammenhang. Gruß!

  18. 10.000 Zeichen sind viel zu viel. EIn Anstieg auf 1000 Zeichen wären auch in Ordnung gewesen.