Trend Micro: Mehrere Sicherheits-Apps aus dem Mac App Store entfernt, weil private Daten gesammelt wurden


Es kommt immer wieder vor, dass man von schadhaften Apps liest, die ihren Weg in die App Stores finden, davon bleibt auch Apples wohl behüteter App Store nicht verschont. Weniger gefährlich, aber doch mit einem größeren Eingriff in die Privatsphäre, ist nun Trend Micro aufgefallen, seines Zeichens Anbieter diverser Sicherheitslösungen. Das hat zur Folge, dass einige der Apps nicht mehr über den Mac App Store verfügbar sind.

Der Grund ist recht simpel, die Apps haben im Browserverlauf spioniert und diesen dann an Server von Trend Micro geschickt, wo er auch für einige Zeit gespeichert wurde. Meldungen wurden laut, dass die Apps die Daten nach China geschickt haben, Trend Micro dementiert dies aber. Demnach seien die Daten auf AWS-Servern in den USA gespeichert worden.

Gleichzeitig versucht Trend Micro in einer Stellungnahme das Ganze ein bisschen zu relativieren – das Übliche eben: In den Nutzungsbedingungen sei dies festgehalten, die Nutzer haben also ihr Einverständnis gegeben. Die Erfassung der Daten geschehe nur direkt nach der Installation, die letzten 24 Stunden des Browserverlaufs würden aus Sicherheitsgründen abgefragt, um zu sehen, ob der Nutzer mit Adware oder anderen unerwünschten Dingen in Berührung kam. Drei Monate werden diese Daten gespeichert.

Aber es ist durchaus möglich, dass da noch mehr gespeichert wurde. Denn in der Erklärung, was man nun anders machen möchte, heißt es:

Second, we have permanently dumped all legacy logs, which were stored on US-based AWS servers. This includes the one-time 24 hour log of browser history held for 3 months and permitted by users upon install.

Es werden also alle Logs gelöscht, auch jene, die bei der Installation erfasst und für 3 Monate gespeichert werden. Ja welche denn noch, wenn die Erfassung nur einmalig nach der Installation ist?

Immerhin hat Trend Micro als weitere Maßnahme die Sammmelfunktion aus mehreren Produkten entfernt und gibt auch eine schlampige Arbeit mit gemeinsamen Code-Bibliotheken zu.

Ob man als Firma mit Sicherheitsprodukten so agieren sollte, ist immer fraglich. Kann ja nicht sein, dass es keinem aufgefallen ist, dass hier unbeabsichtigt Daten gesammelt wurden. Jedenfalls sind Programme wie Dr Cleaner, Dr Antivirus und App Uninstall aktuell nicht mehr im Mac App Store zu finden. Allerdings könnten sie nach Entfernung der fragwürdigen Funktion durchaus wieder auftauchen. Ob oder wann dies der Fall sein wird, teilt Trend Micro nicht mit.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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Ein Kommentar

  1. Software von Trend Micro hat auf keinem System etwas zu suchen…

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