TerraFunken: Kickstarter-Projekt möchte neues Lossless-Format in MP3-Größe etablieren

artikel_kickstarterDie MP3 brachte dem Thema Musik das, was zur Digitalisierung fehlte. Kleine Dateigrößen bei einem geringen Qualitätsverlust, den man je nach Komprimierung durchaus auch wahrnehmen kann. Das war vor rund 20 Jahren eine Revolution, damals war Speicher teuer und Bandbreiten im Internet waren eher Bandschmalen. Aber auch heute ist das MP3-Format ungebrochen beliebt. Geht es nach TerraFunken, soll sich dies ändern. Über ein Kickatarter-Projekt soll ein neues Format finanziert werden, das sich „Digital Vinyl“ nennt und Dateigrößen nahe MP3a, aber ohne den Qualitätsverlust ermöglichen soll.

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Die Ersteller des Projekts sind sich sicher, dass dieses Format auch den Ansprüchen von Musikenthusiasten genügen wird, die mit MP3 nichts anfangen können. Da sich die Dateigröße nicht maßgeblich ändert, wird auch nicht mehr Speicherplatz benötigt, was gerade auf mobilen Geräten heutzutage doch noch ein Hindernis ist. Die kleinen Dateigrößen machen sich aber natürlich auch beim Streaming oder Download bemerkbar.

80 Prozent der Dateigröße sollen sich im Vergleich zur RAW-Aufnahme einsparen lassen. Auch ist das Dateiformat bereits fertig, die Kickstarter-Kampagne soll bei der Erstellung des Shops behilflich sein. Auch ist das neue Format bereits Gegenstand mehrerer Patentanträge, es ist also nicht so, dass die Masse hier eine Idee finanzieren soll, das scheint alles schon in recht trockenen Tüchern.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dies bereits ab 4 Dollar tun. Dafür erhält man dann nicht nur die nötigen Plugins für Windows Media Player (Windows), Quicktime Player (OS X) und VLC (Linux), sondern auch für ein Jahr 5 GB Speicher in der Cloud, um eigene Musik hochzuladen und zu streamen. Apps für Android und iOS sind ebenfalls enthalten, ebenso wie eine Desktop-App zum Mixen von Musik. Die Pakete können dann später erweitert werden. Im Februar 2017 soll es dann losgehen, wenn der Zeitplan eingehalten wird.

Weitere Infos zu TerraFunken findet Ihr auf der Kickstarter-Seite des Projekts. Sollte sich kein großer der Musikbranche dafür interessieren, wird wohl auch dieses Format ein Nischending bleiben, aber Lossless und Streaming könnte langsam wirklich einmal etwas an Fahrt aufnehmen, immerhin gibt es mittlerweile auch erste Smartphones mit hochwertigeren Audio-Komponenten.

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*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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29 Kommentare

  1. @Kalle: Man muss niemanden von verlustloser Kompression überzeugen. Verlustlose Kompression — egal wovon: Rohdaten, Audio-, Bild- oder Videomaterial — ist agnostisch gegenüber der derzeitigen und zukünftigen Anwendung. Ob du „lossless Audio“* tatsächlich derzeit verwendest oder nicht, ist gesamtheitlich betrachtet irrelevant, das ist deine eigene persönliche Entscheidung, die auch gar nicht zur Debatte steht.

  2. Kalle: Klar sind moderne Formate wie Opus echt gut was verlustbehaftete Kompression angeht, aber bei meinem Archiv ist mir verlustfrei in FLAC dann doch lieber. Muss ich die CD nicht mehr herauskramen und spar ein bisschen Platz.

  3. @zosh
    Viele Worte, Null Aussage. Dein erster Kommentar war gehaltvoller. Ich verwende verlustlose Kompression derzeit, für Backups. Es interessiert aber sonst niemanden was „gesamtheitlich betrachtet irrelevant“ ist. um so ein Geschwurbel ging’s in meinem Kommentar nicht.

    Und sicher muss man die Leute von verlustloser Kompression überzeugen, genau das steht hier zur Debatte. Ein Produkt, eine Zielgruppe, ein lossless Codec bzw Kompression über „Umweg“, Streaming und Cloud-Storage, etc.

  4. @Ben
    Wie schon gesagt, für Archivierung (egal was) kommt für mich auch nur Verlustfrei in Frage. In der täglichen Anwendung aber nicht. AAC oder Lossless macht schon einen Unterschied was Storage und/oder Bandbreite angeht.

  5. Die aufgeführten Patente sind entweder abgelehnt (zT noch non-final), oder im Status verwaist, weil die seit Monaten nicht auf die letzten Einwände vom US Patentamt reagiert haben. Sehr dubios…

  6. @Kalle

    Vielen Dank für den Link zu diesem Test! Schon interessant und bestätigt meine Persönliche Annahme. Für Backups ist Lossless super aber der unterschied ist absolut minimal, so minimal das es sich für den Enduser nicht lohnt. Um so interessanter das es sooo viele Leute in den Foren gibt welche hier einen gewaltigen unterschied hören. (Ich habe immerhin 74% geschafft aber das war mehr glück als „gehört“)

  7. Also bei Baboom gibts die Musik im Flac Format. Ist auch verlustfrei.

  8. Schlechte Musik wird auch Lossless nicht besser. Musik ist ein Gefühl, dass kann sich auch bei abgenudelten Compact Cassetten einstellen.

  9. @Gaudenz Danke!!! 🙂

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