Telekom will nur noch in rentablen Gebieten Festnetz anbieten

Wer einen neuen Wohnort sucht, sollte sich in Zukunft genau überlegen, wo er diesen sucht. Laut Saarbrücker Zeitung will die Telekom künftig abwägen, ob noch klassische Festnetz-Anschlüsse in Gebieten angeboten werden, die als nicht rentabel gelten.

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Schon heute werden kleine Ortschaften, in denen es sich für die Telekom nicht lohnt, Kabel zu verlegen, mit LTE-Versorgung abgespeist. Vergleichbar mit einem Festnetzanschluss ist dies vor allem mit Hinblick auf Internet-Anschlüsse nicht. Weder die Tarife, noch die beim Verbraucher ankommende Geschwindigkeit, sind auf einem Niveau, das man dies als adäquaten Ersatz bezeichnen könnte.

[werbung] „Das ist die wirtschaftlich günstigere Lösung“, sagte ein Sprecher der Telekom gegenüber der Zeitung. Damit fängt sich die Telekom erneut Kritik von der Bundesnetzagentur ein. Durch das Telekommunikationsgesetz ist die Telekom verpflichtet, die Mindestversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Ein Festnetzanschluss pro Haushalt zu einem erschwinglichen Preis und öffentliche Telefonzellen gehören dazu.

Freilich wird in Zukunft immer mehr über Mobilfunk laufen, vielleicht braucht man in ein paar Jahren gar keine Festnetz-Anschlüsse mehr. Komisch ist allerdings, dass die Telekom in letzter Zeit immer mehr auf den Kosten für den Ausbau herumreitet. Als für den Endkunden in Deutschland teuerster Anbieter sollte, bei ein wenig kaufmännischem Verständnis, genug Geld für solche Investitionen übrig sein. Wenn nicht, müsste eventuell einmal überlegt werden, ob die Abteilung, die für die Kalkulation verantwortlich ist, seit Jahrzehnten nur Mist gebaut hat.

Natürlich wird seit Bekanntgabe der Drosseleungs-Absichten der Telekom jede noch so kleine Aussage sehr gerne aufgegriffen. Und wie Kollege Patrick sagt, ist der Verzicht auf Festnetz-Anschlüsse auch heute schon gängige Praxis. Kennt Ihr betroffene Personen, die bereits jetzt keinen Festnetz-Anschluss mehr bekommen? Wie sieht die Grundversorgungs-Lösung der Telekom in solchen Fällen genau aus?

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101 Kommentare

  1. Das läuft aber eher darauf hinaus, daß Einwohner von extrem kleinen Dörfern bald gar keine Telekommunikationslösung haben, weil dort auch Mobilfunk nur eingeschränkt möglich ist. Meine Eltern wohnen in einem 500-Seelen-Nest, und T-Mobile/Congstar ist dort ein Totalausfall. Wenn man denen das Festnetz ausknippst, ist das Telefon nur noch als Briefbeschwerer zu gebrauchen.

  2. Waldhuette says:

    „Komisch ist allerdings, dass die Telekom in letzter Zeit immer mehr auf den Kosten für den Ausbau herumreitet. Als für den Endkunden in Deutschland teuerster Anbieter, sollte bei ein wenig kaufmännischem Verständnis genug Geld für solche Investitionen übrig sein. Wenn nicht, müsste eventuell einmal überlegen, ob die Abteilung, die für die Kalkulation verantwortlich ist, seit Jahrzehnten nur Mist gebaut hat.“

    Es scheint mir es fehlt einigen Leuten an Wissen um über so etwas zu urteilen. Wie im Artikel beschrieben ist die Telekom verpflichtet Neubaugebiete zu versorgen was dafür sorgt das sie Gebiete versorgen mit denen Sie kein Geld machen. Das führt zu höheren Preisen und dazu das Kunden zu günstigeren Anbietern wechseln. Der Kunde hackt auf der Telekom rum und nichts wird sich ändern weil die Telekom der einzige Anbieter ist der in diesem Ausmaße das Netz ausbaut. Alle anderen Anbieter ruhen sich auf den Kosten der Telekom aus und streichen die dicken Gewinne ein.

    Nicht die Telekom ist das Problem in Deutschand sondern unsere Gesetzgebung die einfach keine freie Marktwirtschaft zulässt…

  3. Wie schon im Artikel erwähnt, würde das gegen geltende Gesetze und Vorschriften verstoßen, daher würde ich auf solche Aussagen nicht viel geben.

  4. Johannes says:

    Das ist ja mal wieder große Klasse 🙁
    LTE ist für den Heimeinsatz mist, ich habs hier selber im Haus zum Testen (zwar von Vodafon, aber ich denk das die Telekom net besser ist).

    Es ist teuer, es wird !sehr! schnell gedrosselt, d.h. wenig inklusiver Traffic und die Verbindung erreicht eben nicht immer die versprochene Geschwindigkeit. Online Spielen braucht man gar nicht anfangen, die Pings lassen das nicht zu.

    Zudem sind oft noch ein paar Unschönheiten im Vertrag versteckt, z.B. wird die Nutzung VoIP untersagt.

  5. Mittlerweile habe ich den Eindruck, die Telekom würde durch solche Aktionen geradezu darum betteln, wieder verstaatlicht zu werden…

  6. Bitte nochmal auf die Grammatik prüfen. Der Artikel war wohl etwas mit der heißen Nadel gestrickt.

  7. @Waldhuette: Aber auch die günstigen Anbieter müssen Leitungsmiete an die Telekom zahlen. Also profitiert auch die Telekom davon, selbst wenn im letzten Kuhkaff der Kunde zu Vodafone wechselt.

  8. Waldhuette says:

    @Schlaflos
    Ob die Telekom jetzt selber im Kuhkaff den Anschluss betreibt oder durch Vodafone genutzt wird macht aber keinen Unterschied. Wenn es sich nicht rentiert Leitungen in ein Gebiet zu legen spielt es keine Rolle ob Vodafone oder die Telekom selber diese nutzt es bleibt immernoch ein Minusgeschäft.

    Wenn ich hier die Kommentare lese kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Es wird immer von der Telekom erwartet ganz Deutschland mit den besten Preisen und den schnellsten Anschlüssen zu versorgen aber trotzdem hacken alle auf der Telekom rum und wechseln lieber zu einem Anbieter der selber noch viel weniger für den Ausbau tut. Die meisten anderen Anbieter ruhen sich doch nur auf dem aus was es momentan gibt um maximalen Gewinn zu erwirtschaften während die Telekom immer schön auf den Kosten für den Netzausbau sitzen bleibt da nur die Telekom gesetzlich verpflichtet ist das Netz auszubauen.

  9. @Schlaflos Naja, und wenn sich das so meeegadoll lohnt das Netz auszubauen, und an andere zu vermieten, warum machen es dann nicht die anderen Anbieter?
    Gibt es eigentlich garkeine Möglichkeit für Leute die so weit ab vom Schuss leben, sich selbe ne Leitung zu legen?

  10. Schlaubi Schlumpf says:

    Mal wieder ein grandioses Beispiel, warum man staatliche Betriebe nicht privatisieren sollte. Hauptsache gute Zahlen für die Aktionäre. Alles andere ist egal.

    Wenn ich richtig informiert bin, gibt es auch nur zwischen 10 und 30 GB Inklusivvolumen bei der LTE-„Ersatzlösung“. Wenn man dann auf Modemggeschwindigkeit ausgebremst wird, wird das Skypen mit den Verwandten im Ausland oder Video on Demand eher schwierig.

    Während sich das Internet an sich weiterentwickelt, werden die Zugänge der Telekom also immer weiter an den Anfang zurück entwickelt.

  11. Waldhuette says:

    @blubba
    Klar gibt es die Möglichkeit. Nur wird das niemand machen da es mal schnell in den 5 oder 6 stelligen Bereich gehen kann.

  12. Sascha Ostermaier says:

    @Waldhütte: Wir zahlen gut 60 Euro im Monat an die Telekom für einen VDSL 25 Anschluss inklusive Mietgeräte und Entertain. Bei Vodafone würde ich für die Nutzung der gleichen Leitung inklusive Geräte und das Vodafone Fernsehzeugs ca. 20 Euro weniger zahlen. Zwei Fragen dazu: 1. Wenn die Leitung so teuer ist, wie kann Vodafone sie dann soviel günstiger anbieten. 2. Wo fließen die 20 Euro Mehrpreis hin? In den Netzausbau ja anscheinend nicht.

    Stichwort Mischkalkulation. Wenn ich weiß, dass ich auch Gebiete versorgen muss, die die Kosten nicht wieder einspielen, schlage ich im Druchschnitt mehr drauf. Würde zumindest die höheren Preise erklären. Jedes Einzelhandelsgeschäft, jede Imbissbude und jeder Großkonzern bekommt das auf die Reihe oder geht eben pleite, wenn nicht. Sollen die Kunden nun bluten, weil die Telekom zu doof ist, richtig zu kalkulieren?

  13. Sebastian says:

    Die Telekom hat doch kalkuliert und will nun mehr Geld…
    Genauso wie es jedes Geschäft und Imbissbude auch machen würde ;).

    Zum Thema.
    Imho geht es hier darum, dass die Telekom in Dörfern KEINE neue Telefonleitungen mehr installieren will.
    Das schließt z.B. Glasfaser aber nicht aus. Das wäre nämlich auch kein Festnetz mehr.

  14. @Waldhuette: Die Telekom verdient durch die Leitungsmiete auch an den Kunden, die zur Konkurrenz gewechselt sind. Und: Da möchte ich mal das Gejaule hören, wenn alle paar Monate die Straße aufgerissen wird, nur weil Vodafone, Alice & Co. eigene Leitungen verlegen wollen! Das macht doch niemand mit und sorgt für die nötigen Hausanschlüsse!

  15. Stiochwort „wenig kaufmännischem Verständnis“

    Ich zahle für Enterain VDSL 50 40,- Euro. Bei der Telekom.
    Nur weil die Telekom der angeblich teuerste Anbieter ist, sagt das nichts über Rentabilität, Umsätze, Rendite etc. aus.
    Desweiteren tragen die Umsätze im b2c Geschäft nicht komplett zum Gesamtzumsatz bei.

    Ja was denn nun: Schlägt die Telekom nun die Kosten der ländlichen Versorgung oben drauf ist sie zu teuer, zieht sie sich aus den Gebieten zurück ist es auch nicht recht?

  16. Es geht hier ja nur um neue Leitungen. Bestehende Leitungen sind also nicht von der Abschaltung betroffen.

  17. Sascha Ostermaier says:

    @JMK: Welcher Tarif soll das genau sein? Entertain kostet doch mit 16+-Leitung bereits 40 Euro.

  18. oberfrau says:

    Schön, dass caschy mal wieder Stimmung gegen die Telekom macht, kam ja die letzten Wochen kaum vor!
    Wie viele Käffer hat eigentlich Vodafone, 1&1, O2, Telefonica,… schon erschlossen?

  19. Das schönste sind schon wieder die aufkommenden Beiträge über zu hohe monatliche Kosten. Jedem steht es doch frei, seinen Anbieter zu wechseln.
    „Premium“hat eben seinen Preis.
    Ich bin zurück zur Telekom und gebe bereit den Mehrpreis zu bezahlen. Ich bereue es nicht.

  20. Sascha Ostermaier says:

    @oberfrau: Wieso Stimmung gegen die Telekom? Die Telekom sorgt doch mit ihren Aussagen der letzten Wochen selbst für die Stimmung. Außerdem war ich es diesmal, nicht Caschy. 😉

  21. @Schlaubi Schlumpf aha, und warum sollten die leute die z.b. kein schönes vogelgezwitscher haben (ich geh mal davon aus, dass es in solch abgelegenen Gegenden noch Vögel gibt :D) bezahlen? und jetzt sag bitte nicht, das bezahlt dann doch der Staat, und wer ist das? Übrigens wirkt sich sowas auch auf den grundstückspreis aus. muss man sich also nicht wundern, wenn man nur 1000€ für ein riesiges Grundstück bezahlt 😉 Böte sich da nicht sogar ne Klage an? Ich meine, es wurde ja im Glauben gekauft, dass die Telekom dazu verpflichtet ist, wirklich überall eine Grundeversorgung zu liefern 🙂
    @Waldhuette Gehen wir mal von 1.000.000€ Kosten für ein Dorf mit 500 Einwohnern aus. Dann kommen auf jede Person 2000 € zu. Also vielleicht 6000€ pro Haushalt. Auf ein paar Jahre verteilt sieht das auch nicht mehr so schlimm aus. Und spart man dann nicht sogar bei der Monatsmiete fürs Internet? Müssten sich halt die Leute in einem Dorf zusammentun, und jeder Einzelne überlegen ob sich das rechnet. Wenn das für einen beruflich unverzichtbar ist, und man nicht auf Vogelgezwitscher verzichten mag, sollte die Entscheidung nicht so schwierig sein, oder?
    @Schlaflos Gehören einem nicht die Hausanschlüsse?

    Wie läuft das überhaupt, wenn man sich selbst mit einer Leitung versorgt, weiß da jemand drüber bescheid? Also wo schließt man sich an, und wie viel kostet dieser Anschluss, etc.
    Es gibt übrigens auch jetzt schon Gemeinden, die den Netzausbau selbst in die Hand genommen haben. Unmöglich ist das also nicht.

  22. oberfrau says:

    @Schlaflos: Der Preis wird von der RegTP festgelegt, die Leitungen werden unter Preis vermietet. Da verdienen nur die Schmarotzer von Alice, Vodafone, 1&1, etc. dran.

  23. Wir sind bereit, für eine gute Leistung gutes Geld zu zahlen. Was hier aus dem Festnetz kommt ist allerdings nicht gut, nämlich 384kbit/s. Die Leitung ist somit quasi dauergedrosselt. Wenn hier nun ein Anbieter in die Bresche springen würde, sei es die Telekom, Vodafone, oder auch die örtlichen Stadtwerke, und Glasfaserkabel verbuddelt, dann wären hier bestimmt viele Haushalte bereit sich finanziell zu beteiligen. Aber es geschieht ja nicht.
    Ich rechne damit, dass in den nächsten Jahren hier etwas auf Kommunal- oder Kreisebene geschieht. Bis dahin werden wir uns hier entweder mit der Telekom-Dauerdrossel oder mit Vodafone-LTE rumschlagen müssen, welches nach 30GB ebenfalls auf 384kbit/s gedrosselt wird. Aber lieber 30GB schnell als garnicht schnell.

  24. „Entertain Comfort Universal“ 41 Euro.
    Über die Telekompreise zu motzen ist müßig. Ich bezahle in der Tag gerne mehr, vor allem im Mobilfunkbereich.
    Als mein Handy kaputtging:
    Ein Anruf, Hotline fragt was kaputt sei und ob ich morgen zuhause wäre, da würde der DHL-Mensch kommen und mir ein Austauschgerät bringen.
    Bingo. Kein Einschicken, kein Warten, kein Stress.

    Was nicht schön ist und gefährlich ist: die Aufkündigung der Netzneutralität

  25. oberfrau says:

    @Sascha: Wenns um die Telekom geht, werden hier im Blog gerne mal die Tatsachen verdreht, caschy nutzt da gerne sein Medienmacht.
    Sorry das ich nicht gleich gesehen habe von wem der Beitrag ist. Caschy sitzt wahrscheinlich noch im dunklen und weint der Niederlage gegen den Dorfclub nach.

  26. Sascha Ostermaier says:

    @oberfrau: Das ist eine starke Unterstellung. Welche Tatsachen werden denn hier gerne verdreht?

  27. northlander says:

    Die Telekom wird keine Mischkalkulation machen, weil die Konkurrenten das auch icht machen. Deren Geschäftsmodell baut sehr stark darauf auf, Sahne abzuschöpfen.

    Neu ist die Idee der Telekom nicht. In anderen Ländern wird das so bereits praktiziert.

    Reine Mobillösungen in dünn besiedelten Gegenden Schwedens beispielsweise haben schlecht funktioniert. Die Empfängerstationen sollten besonders „empfindlich“ sein, haben das Mobilsignal aber nur schlecht empfangen. Hier musste technisch nachgearbeitet werden.

    In anderen Gegenden wurde und wird auch heute das Kupfernetz abgebaut. Stattdessen bietet man Fiber an. Die Anschlußgebühr kann bis zu 3000 Euro betagen bei 3 Jahren Mindestlaufzeit. Ich vermute, die Telekom wird sich auch diese Idee aneignen. Jeder, der einen guten Anschluß haben will, wird dann einfach finanziell unter Druck gesetzt. Woanders funktioniert das. Warum nicht in Deutschland?

  28. @Oberfrau: gähn. Troll woanders.

  29. @oberfrau: Das ist die große Frage – die Leitungsmiete von Vodafone usw. ist wirklich ein Verlustgeschäft für die T-Com? Echt, das kann ich nicht so ganz glauben.

  30. „Die Telekom wird keine Mischkalkulation machen“ Soso.

  31. @northlander: Der Preis spielt doch keine Rolle. Wer auf dem Dorf lebt, der muß halt damit rechnen, daß gewisse Dinge teurer sind als in der Stadt. Dafür spart er woanders. Einen höheren Preis halte ich für gerechtfertigt. Aber eine wirklich schnelle Verbindung – und nicht dieser DSL-Light-Käse – müssen dafür auch geboten werden!

  32. @Sascha dass die telekom für alles schuldig ist, stimmt eben nicht. das ist ne grobe verallgemeinerung. es liegt u.a. auch an der politik, die nur der telekom die aufgabe des netzausbaus aufgetragen hat. das führt dann wiederum dazu, dass sich die anderen anbieter ausruhen, und zuschauen, wie die telekom arbeitet. wobei es auch falsch wäre, von den anderen anbietern als schmarotzer zu sprechen. die nutzen nur die gegebenen strutkturen aus, genauso wie das jeder andere im optimalen fall auch macht/machen sollte. die telekom macht es jetzt genauso und dreht den spieß halt ein bisschen.
    was man gut daran sieht, eine verstaatlichung würde bei den schlechten entscheidungen der politik nichts bringen. übrigens ist die telekom immer noch zu 30% verstaatlicht 😉

  33. Die Telekom arbeitet derzeit echt an ihrem Image..

    Ich hätte nichtmal was gegen LTE, hab ne Zeit lang in einem nur ISDN-versorgten Gebiet gewohnt, und bin nem Surfstick ins Internet. Wenns funktioniert hat, wars super. Wenn. Die Hälfte der Zeit war ich allerdings damit beschäftigt, das Ding wieder zum Laufen zu bringen. Wenn die Telekom es schafft, ein LTE-Netz OHNE Engpässe / Überlastung zum Laufen zu bringen, und es KEINE Drosselung gibt, bzw nicht erst nach 20GB oder so, dann hätte ich nichtmal ein Problem damit.. So wird das allerdings nie, nie, niemals kommen.

  34. Waldhuette says:

    kann oberfrau bedingt zustimmen. es wird permanent auf der Telekom rungehackt und quasi sogar gewünscht das alle zu anderen Anbietern wechseln aber seien wir doch mal ehrlich keiner dieser Anbieter tut doch irgend etwas für das deutsche Netz. Wenn es die Telekom nicht gäbe würde sich doch garnichts tun in Deutschland in Sachen Ausbau.

  35. Also die Sache ist doch ganz einfach: Entweder man privatisiert vollkommen oder eben nicht!
    Im ersteren Fall wird der „Markt“ entscheiden, was passiert, was mit Sicherheit zu noch katastrophaleren Ausfällen in nicht-rentablen Gebieten führt.
    Im Falle der Vollverstaatlichung wären die Grundrechte auf Telekommunikation gesichert und die Regierung müßte ihre Wahlversprechen von Vollversorgung auch einlösen.

    Aber Verstaatlichung klingt ja viel zu sehr nach dem bösen bösen Kommunismus…

    Den Fehler der (Teil-)privatisierung haben wir nun bei der Post, bei der Bahn und bei der Telekom gemacht. Als nächstes ist das Wasser dran. Wann werden wir Bürger endlich mal munter und lassen uns nicht überall den „Markt“ aufschwatzen?

  36. @Waldhuette:
    Ich zitiere Dich mal:
    „Nicht die Telekom ist das Problem in Deutschand sondern unsere Gesetzgebung die einfach keine freie Marktwirtschaft zulässt…“
    Und:
    „Wenn es sich nicht rentiert Leitungen in ein Gebiet zu legen spielt es keine Rolle ob Vodafone oder die Telekom selber diese nutzt es bleibt immernoch ein Minusgeschäft.“
    Fällt Dir was auf? Wenn es nicht die gesetzliche Regelung zu Pflicht gäbe, würde Deinen eigenen Worten nach niemand in solchen Gebieten Kabel verlegen, eben weil in einer freien Marktwirtschaft in diesem Punkt es sich um ein Minusgeschäft handelt.

  37. Eine Frechheit ist das. Wieso werden Rechte von Bürgern in einem wirtschaftlich denkendem Unternehmen verhandelt? Warum spekulieren Anleger mit meiner Grundversorgung?
    Ich kann doch auch nicht sagen, auf dem Land gibts jetzt keine Straßen und keinen Strom mehr, das rechnet sich nicht.
    Im LTE-Netz erreicht doch einer allein in der Zelle realistisch hart genug 25 Mbits. Und wenn die Telekom sagt, friss LTE du hast Empfang, ist das noch lange nicht die Realität.
    Aber bitteschön! Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass Leute ohne Festnetz LTE bei der Telekom nehmen. Die Leitungs-Barriere auf dem Land fällt weg.
    Ich habe leider noch einen Telekom-Mobilfunkvertrag. Zum Vertragsende gehe ich ins D2 Netz, das ist fast überall besser ausgebaut als bei der Telekom. Vor allem auch LTE-800. Und wird auch weiter ausgebaut. Momentan sind schon wieder zwei Standorte mit 3G und LTE von Vodafone geplant, dabei ist die Abdeckung jetzt schon besser als im „besten Netz“. Die besten Angebote findet man ja bei der Telekom auch nicht…

  38. Irgendwie werde ich Eindruck nicht los das man uns wieder in die „Steinzeit“ zurückzukatapultieren versucht.
    Man sollte sich mal überlegen was das für einen Rattenschwanz hinter sich ziehen würde.
    Ich sage nur mal selbstständigkeit mit einem Onlineshop etc.
    Schaut mal in die skandinavischen Länder, die sind uns in vielem weit voraus.
    Die Politik soll endlich mal das Volk vertreten.

  39. @fraggle ich wusste garnicht, dass das in einer freien marktwirtschaft automatisch immer ein „Minusgeschäft“ ist. man könnte zwar die Preise anpassen… was denkst du eigentlich wer dir deinen schönen anschluss in der pampa dann legt?
    @Bertram Warum kann jemand mit einem Onlineshop mit einer Zentrale im Nirgendwo sich seine internetverbindung nicht selbst legen? Bzw. warum soll ich ihm diese Internetverbindung im Nirgendwo bezahlen?! Was hab ich davon? Oder wer soll die Internetverbindung bezahlen?
    Wie gesagt, im Nirgendwo hat man dafür auch so seine Vorteile, und wenn die nicht reichen, sollte man überlegen weg zu ziehen, so schlimm das auch klingen mag. 😉

  40. Bleibt noch die Frage offen, wofür die Telekom Geld vom Steuerzahler für den NETZAUSBAU bekommt.

  41. Waldhuette says:

    @Fraggle
    Fällt dir auf das diese tolle gesetzliche Verpflichtung dazu führt das Anbieter warten bis die Telekom das Gebiet erschlossen hat um dann selber auch die Leitungen der Telekom zu nutzen ? Warum nicht alle Anbieter verpflichten das Netz auszubauen. Evtl das Land in faire Gebiete aufteilen und Anbieter x ist dann verantwortlich für den Ausbau in Gebiet x(Darf natürlich auch wo anders ausbauen muss es aber in seinem Gebiet). Aktuell wird das System doch nur von den Anbietern ausgenutzt da sie ja bequem das Netz der Telekom nutzen können und sich selber aus dem Netzausbau raushalten können.

  42. @Waldhuette naja, lokal hat dann dieser anbieter auch ein monopol. aber grundlegend hast du recht, im moment ist kein anreiz für die anderen anbieter vorhanden, telekom macht eh schon.
    @Guntram Die Bahn ist übrigens zu 100% staatseigen. Mhhh, liegt der beschissene Service vielleicht, so ganz zufällig auch daran?! Aber nein, private Unternehmen sind per se des Teufels. Gehören Supermärkte nicht auch zur Infrastruktur? Verstaatlicht die Supermärkte!11!1elf!! Ich freu mich schon, wenn dort dann ganz tolle Beamte arbeiten 🙂 Die haben dann auch ganz viele Anreize effizient zu arbeiten… NICHT Und wenn du sie nicht magst, tja pech gehabt, Konkurrenz gibt’s nicht mehr, schließlich würden dann ja die hübschen Posten wegfallen, wenn man Konkurrenz zuließe die es besser machen könnte. :))
    Sollen bei einer Verstaatlichung dann auch die ganzen Anbieter verstaatlicht werden, die sich bis jetzt entwickelt haben? Das Netz soll ja schließlich verstaatlicht werden, dann bitte konsequent.

  43. Die ganze Diskussion wäre nicht halb so wild, wenn die Politik endlich mal die Eier hätte, das einzig Richtige zu tun und die Telekom in ihre Bestandteile aufzuspalten.
    Wenn man die Telekom in einen reinen Netzbetreiber und einen Diensteanbieter aufspalten würde, hätten alle Anbieter die selben Möglichkeiten und Probleme. Sämtliche Einnahmen des Netzbetreibers könnten dann in den Netzausbau fließen, anstatt irgendwelche Telekomdienste querzufinanzieren, die absolut nichts mit dem Netz zu tun haben. (Zum Ausbau zählt natürlich auch Forschung an schnelleren Übertragungswegen…)

  44. Bei mir in der Gemeinde sollte ein Ort schnelleres Internet bekommen, weil es nur DSL Light gab. Also hat die Gemeinde da verschiedene Anbieter angefragt. Eine Funklösung eines lokalen Anbieters hat 25.000 € gekostet und bietet jedem Haushalt DSL 2000.
    Die Telekom hatte 1 Mio. € veranschlaggt und wollte dazu nur DSL 1000 garantieren.
    Das nennt die Telekom also Netzausbau?
    Ich selbst habe hier seit mehreren Jahren DSL 3000. Laut Hotline sollte der Verteilerkasten modernisiert werden, damit es mindestens 6000 werden. Das war im Jahr 2009…
    Und wieder ein Beispiel für guten Netzausbau. Ein Verteilerkasten. Maximal 50.000 Euro bei ca. 150 Haushalten mit Internet. Wenn der Tarif nun 35 Euro kostet, dann haben sie die Investition nach 9 Monaten wieder drinne.
    Soviel dazu…

  45. Ich würde ja gerne der Telekom ihren geforderten Preis zahlen, für eine ordentliche Leistung und für einen anständigen Ausbau, ABER die wollen einfach nix nehmen von mir.

    Bei uns hat die Telekom vor ca. 3 Jahren einen Outdoor-DSLAM hingestellt, dummerweise fanden die das geschickt, den direkt an der Glasfaserleitung 2km entfernt vom Dorf aufzubauen. Damals hieß es 1MBit bei mir. Router sagte 1.9MBit. Halbes Jahr später 2.3MBit. RAM schalten lassen… seit Änderung der Dämpfungsgrenzen sagt mein Router 3.5MBit. Wer fühlt sich von der Geschäftspolitik nicht veralbert?

    So…. weiter mit dem Trauerspiel. Unsere Gemeinde hat diesen DSLAM nach langen Verhandlungen bekommen. Die Telekom wollte den nicht ins Dorf stellen, weil kein Leerrohr vorhanden war um die Glasfaserleitungen da einzublasen.
    Mittlerweile aber wurde unser Kanal erneuert und zu diesen Kanalleitungen wurden Leerrohre verlegt. Direkt am DSLAM vorbei!!

    Unsere Gemeinde hat sich dann darum bemüht schnelleres DSL zu bekommen, was ja dank der Leerrohre kein großes Thema sein sollte. Wieder Verhandlungen, kein Ergebnis, angeblich kein Geld, ausserdem gelten wir als ausgebaut!

    Danach wurde eine Erschließung im Dorf ausgeschrieben, auch die Telekom wurde zur Angebotsabgabe aufgefordert. Die hatten aber die Nase soweit oben das sie kein Angebot erstellten. Allerdings fand sich ein anderer regionaler Anbieter der das jetzt macht. Man muss dazusagen, das die Telekom da kostenneutral rausgekommen wäre, weil dieser Ausbau in Bayern gefördert worden wäre!!

    Die letzten 2 Wochen wurden jetzt die noch erforderlichen Leerrohre gebohrt, Verteilerkästen stehen schon, Ende Juni solls fertig sein.

    Was haben wir dann? VDSL 50-100MBit für 40€! Statt 1MBit für 35€!

    Und jetzt beantworte mir mal jemand verständlich und einleuchtend, warum die Telekom nicht willens ist, unser Geld anzunehmen. Das von mir als Kunde und das von meiner Gemeinde/Staat für den Ausbau?
    Für mich sind die einfach nur dumm. Konsequenz wird sein das mittelfristig alle DSL-Zugänge vom anderen Anbieter gestellt werden, wer will dann schon noch bei der Telekom bleiben?!

  46. Wie hieß der Funkanbieter eXeler0n? Auf welche Technik hat der gesetzt? Wie sehen die monatlichen Kosten für die Mieter aus? usw.
    Klingt sehr interessant. Bei uns im Dorf gibt es nämlich auch noch Leute die mit DSL-Light surfen. Aber 25000€ sollten die aber aufbringen können 😀
    Warum sagt ihr das nicht der Telekom, dass ihr die 50000€ selbst aufbringt? Die 333 kann man ja fast schon sofort leisten 🙂

  47. 35685421 says:

    Woher kommt das Märchen die Telekom baut 1A Leitungen. Die Telekom hat hier nie was gemacht. Hat sogar die Kabelnetze verkauft weil sie nicht wussten was damit möglich ist. Jetzt rennen alle Kunden weg und es schaut nicht gut aus

  48. @Sascha:
    Vodafone ist günstiger, weil sie eben Rabatt bekommen,. Der Preis ist dabei meienr Vermutung nach deutschlandweit je Anschluß (und entspr. Leitung) einheitlich – egal, ob es eine Gegend ist, in der es sich lohnt, Anschlüsse zu verlegen oder nicht.
    Soll heißen: in abgelegenen Dörfern zahlt Vodafone für die Mietleitung genau so viel wie in einer gut erschlossenen Gegend. Nur hat die Telekom bzw. der Netzbetreiber, der die Leitungen verlegt in ländlichen Gebieten z.B. mit Anschlußkosten von 500€ je Haushalt zu tun, in dicht besiedelten Gebieten mit 50€ je Haushalt. (Preise frei ausgedacht)

    Den Preis, den man von Vodafone oder anderen nimmt bestimmt bzw, genehmigt allerdings die Netzagentur. ob der kostendeckend ist (vor allem in dünnbesiedelten Gegenden, s.o.) steht auf einem anderen Blatt.

    Ich bin gewiß kein all zu großer Freund der Telekom, aber manch ein Kommentar stimmt schon: es wird erwartet, dass die Telekom die Netze ausbaut, gleichzeitig muß sie aber gebühren genehmigen lassen. Wenn ich nicht sehr irre, ist auch die Telekom das einzige Unternehmen in Deutschland, dass diese Vor-Vorwahlen zulassen muß, so dass man als Telekomkunde (auch) über andere Anbieter telefonieren kann. Die Konkurrenz muß das nicht dulden.

    Meiner Meinung nach wäre eine Möglichkeit um den Netzausbau in dünnbesiedelten Gebieten zu forcieren, dass man zeitlich begrenzt ein lokales Monopol zuläßt. Der Netzbetreiber, der die Gegend erschließt sollte für x Jahre das Monopol haben, ein Benutzerwechsel sollte für diese Zeit ausgeschlossen sein.
    Ich kann die Telekom fast verstehen, wenn sie nicht jedes kleine Dorf für viel Geld erschließen wollen nur um dann zuzusehen, wie sie die Leitungen für u.U. zu wenig Geld (da reguliert) an Konkurrenten vermieten müssen.
    Wenn die Leute wirklich schnelles DSL wollen, ist es vielleicht verschmerzbar, ein paar € mehr zu zahlen statt nie einen schnellen Anschluß zu haben.

    Eien anderen Möglichkeit – nun ja, Infrastruktur gehört irgendwie nicht unbedingt in private Hände – egal ob Strom, Wasser, Gas, Telekommunikation…!?

  49. Kein Mensch stellt Strom, Wasser und Kanalisation in Frage. Telekommunikation muss genauso zur Grundversorgung gehören und nicht im Ermessen eines Monopolisten liegen. Und für Grundversorgung ist nun mal der Staat zuständig – in welcher Form auch immer (entweder als Eigentümer oder über entsprechende Gesetzgebung). Man darf sich jetzt schon freuen, wenn die ersten klammen Gemeinden ihre Wasserversorgung privatisieren, was sie ja lt. neuer EU-Verordnung in Zukunft dürfen. In 15 Jahren trinkt keiner mehr sein Wasser ungekocht aus der Leitung, wenn diese in privater Hand verrotten. „Lohnt sich nicht bei so wenigen Einwohnern“, wird dann der Betreiber sagen und die „Privaten können alles besser und billiger“-Nachplapperer werden dann hoffentlich die Brühe auch saufen.
    Als man die Telekom privatisierte, haben auch alle gedacht, dass es besser wird. Ist aber nur billiger geworden. Billiger kann jeder.

  50. @xenzeu und jetzt solls wieder teurer werden, um es auszubauen. das ist dann aber auch nicht recht. ja, was nun? Weiterhin sind Teile der Wasserversorgung schon privatisiert. Warum bieten eigentlich nicht Genossenschaften mit, und kaufen die lokale Wasserinfrastruktur? Wer hindert sie denn daran?
    Und das Beispiel mit London, dass immer wieder angeführt wird ist auch mehr als bescheuert. Warum zahlen die Leute noch irgendwas für ihren Wasseranschluss, wenn nichts ankommt?! Gezwungen werden können sie ja schlecht, bei nicht erbrachter Leistung. Und wenn doch, würde ich mir schnell überlegen, ob ich nicht woanders hinziehe…
    @DIrk klingt doch garnicht schlecht.
    https://www.dokom21.de/Unternehmen/Eigene-Baugebiete/152367,1031,148113,-1.aspx
    wie man sieht, ist privat nciht automatisch ganz ganz böse.

  51. @berti

    Warum dann das gebashe gegen die Telekom, wenn es doch andere so viel billiger können. Warum machen sie es nicht in den ganzen Dörfern die hier immer genannt werden?

    @35685421

    Die Telekom MUSSTE das Kabelnetz verkaufen.

    Also bitte…

  52. @blubba:
    vielleicht hindert sie ganz einfach der Preis?
    Bei oben von Dirk verlinkten Beitrag sind auch die Kommentare ganz interessant. Hier hat sich dann scheinbar ein (lokaler?) Konkurrent gefunden, der für den anschluß gesorgt hat. nun weiß ich nicht, wie abegelegen der betreffende Ortsteil ist.
    ein extremes Beispiel wäre irgendwo auf dem Land, ein 200 Seelen-Dorf, 20 km bis zur nächstgrößeren Gemeinde. Also 20km Kabel verlegen…? Oder irgendwo im Gebirge, vielleicht nicht so weit zur nächsten Ortschaft – aber ziemlich unwegsames Gelände. Keine Ahnung, was das kostete oder wie das kalkuliert wird

  53. @dischue du meinst also, eine Genossenschaft kann bei einer örtlichen Sparkasse (die sind auf jedenfall unverdächtig, schließlich handelt es sich um öffentlich rechtliche Institutionen) keinen Kredit bekommen?
    eXeler0n hat doch mit seinem Beispiel gezeigt, dass eine Funkverbindung garnicht viel kosten würde. Und wo bitte gibt es wirklich noch 200 Seelen-Dörfer die so weit von der nächstgrößeren Gemeinde entfernt sind? Wahrscheinlich kosten Grundstücke dort zudem fast nichts. Und wer dort hinzieht, wird schon seine Gründe haben. Wie gesagt, Vogelzwitschern, frische Luft usw. Bekomm ich dann von den Einwohnern dieser wunderschönen Gegenden einen Ausgleich dafür, wenn ich in der Stadt wohne? Der soll dann auch schön saftig ausfallen. Schließlich muss ich ja die überteuerte Internetverbindung bezahlen 😉

  54. http://www.onlinekosten.de/forum/showthread.php?t=46426&page=2
    Wie man sieht ließe sich eine Internetverbindung über 20 km für 30€*200=6000€+etwaige Kosten für zwei Masten sodass direkter Sichtkontakt besteht für 200 Einwohner herstellen. 😀 Und da gibt’s sicherlich noch massig Einsparpotential, schließlich ist meine Rechnung mehr als bescheuert 😉
    http://www.macwelt.de/news/Outdoor-WLAN-mit-20km-Reichweite-3065223.html
    http://www.skytron.de/de/presse/index.php?id=37
    Wer suchet der findet ;D
    „Diese Gemeinde- vertreter würden bei Gemeindeversammlungen teils emotional diskutieren und einen Ausbau lieber der Telekom anvertrauen. Als Ergebnis daraus resultiert für diese Gemeinden jedoch meist ein langes Warten auf eine Realisierung.“ Tja, aber staatliche Lösungen sind ja sooo toll…

  55. @blubba:
    kommt wohl ganz auf die Kredithöhe an…
    und zu den 200 seelen-Dörfern: fahr mal in die Uckermark, nach Bayern, Niedersachsen… Und was heißt hinziehen, manche Familien wohnen dort seit Generationen und ja, die Grundstücke sind wahrscheinlich total preiswert. Dafür sind es dann 20km bis zum nächsten Supermarkt,50 km bis zum Arzt und 75 km bis zum medizinischen Spezialisten.

    Und eine Gegenfrage: bekommen die auf dem Dorf wohnenden eine Ausgleich dafür, das Du in der Stadt subventionierte Theater vor der Haustür hast, Museen, Schwimmbäder, Bibliotheken (gibt’s die noch?) Unis…subventionierten Nahverkehr der weit häufiger Fährt, als auf dem Land? 😉
    Manch einer will eben dort wohne und hat da sogar einen Job.

    Ok, muß ja niemand auf dem Land wohnen, sollen alle in die Stadt ziehen, dann hat sich auch das mit den Internet-anschlüssen erledigt. Brot und Fleisch gibt es schließlich im Supermarkt, kohle im Baumarkt. also alle ab in die Ballungsgebiet… 😉

  56. @dischue Ich wohne übrigens selbst auf dem Land 😉 Kenne also lange Fahrten zu genüge. Und du hast auch recht, in der Stadt gibt es subventioniertes kulturelles Leben. Weißt du wer das subventioniert? Das interessiert mich gerade wirklich. Und dass es auf dem Land keinen vernünftigen Nahverkehr gibt, liegt auch an dem nichtvorhandenen Druck von Bürgerseite. Viele empfinden es dann zudem als gierig oder was auch immer, wenn man sich durchsetzt und z.B. ein Taxi für die Fahrt zur Schule fordert und schließlich nach langem hin und her auch eines bekommt, da es einem zusteht.
    Oh, und entweder wurde mein Kommentar irgendwie nicht freigeschaltet, oder ich hab vergessen ihn abzuschicken, egal: günstige Alternativen für Internet per Funk gibt es schon:
    http://www.skytron.de/de/presse/index.php?id=37
    http://www.onlinekosten.de/forum/showthread.php?t=46426&page=2
    Also ein Kabel muss man nicht wirklich verlegen. 🙂 Die 2. Lösung würde sogar nur rund 6000€+Kosten für den Mast kosten. Ich bin selbst erstaunt, dass das so günstig sein kann. Naja, lassen wir es 50000€ kosten, sogar für ein 200 Seelendorf sollte das zu schaffen sein.
    Es ist also auch für Bauern und Bergarbeiter möglich eine ansehnliche Internetverbindung zu bekommen. 😉 Wir haben hier auch nicht mehr als 2000 DSL.

  57. @blubba:
    ich schätze wie bei allen Subventionen: zum großen Teil Steuergelder – also wieder die „Allgemeinheit“. Wenn Kassen leer, dann weniger Subventionen, Schließung öffentlicher Einrichtungen etc.
    So werden sogar Unternehmensgewinne subventioniert: bei Leuten, denen der Arbeitgeber so wenig bezahlt, dass sie „aufstocken“ müssen und so Unterstützung bekommen, sorgt der Steuerzahler dafür, dass sie wenigstens ihre Miete zahlen können – mal salopp ausgedrückt. So sorgt der Steuerzahler indirekt dafür, dass die Firma Gewinn macht bzw. ihren Angestellten nicht so viel zahlen „muß“… aber ich gebe zu, dass ist ein völlig anderes Thema. 😉

    Hiergibt es übrigens Gegenden, die kommen jetzt kaum über das Tempo hinaus, auf das die Telekom mal drosseln will. Fnklösungen sollen jetzt auch angeboten werden, so um die 60 € wenn ich nicht irre, inkl. TelefonFlat.
    Ich weiß jetzt nicht, wie weit diese Funklösungen mit Kabellösungen (DSL) vergleichbar sind. Wann wird gedrosselt, wie schnell ist die Verbindung, wie stabil und wie sinkt die Bandbreite/Geschwindigkeit mit zunehmender anzahl der Nutzer?

  58. @subventionierten Nahverkehr der weit häufiger Fährt, als auf dem Land? 😉

    Man kann davon ausgehen das der Nahverkehr in der Provinz bedeutend unretabler ist als der in einer Stadt.

    Fakt ist doch das Grundstückskosten und auch Mietpreise auf dem Land bedeutend günster sind als in der Stadt. Dieses Fakt ist auf die schlechtere Infrastruktur zurückzuführen. Nun auf kosten der Allgemeinheit das Grundstück durch eine verbesserte Infrastruktur aufzuwerten ist nicht gerade Fair.

    Die Grundstückseigentümer könnten auch einfach selber in die Tasche greifen und in die Aufwertung ihrer Immobilie investieren.

  59. @blubba
    Bis auf das misslungene Experiment in Berlin ist mir keine private Wasserversorgung bekannt. Du meinst höchstwahrscheinlich staatliche oder kommunale Einrichtungen in Form einer GmbH. Das hat eigentlich nur rechtliche Gründe wegen der Haftung. Ist aber auch egal.
    Privat ist automatisch immer böse, wenn es um Grundrechte geht. Bei Wasser würde ich sogar noch einen Schritt weiter gehen – Menschenrechte. Private Firmen müssen Gewinne erwirtschaften – ansonsten Insolvenz. Gewinnerzielung und Gewinnmaximierung bei Grundrechten ist Schwachsinn! Man sieht es bei der Strom-Mafia, wenn private Firmen sich Grundrechte aneignen – Preissteigerung ohne Investitionen ins Netz und Milliarden-Gewinne an die Aktionäre ausgeschüttet. Das Geld ist weg, das Netz veraltet und der Preis steigt weiter.

  60. @FlyingT:
    also wenn ich an manche Großstadt denke, da fährt der Bus alle paar Minuten, in manchem Dorf nur 3mal am Tag – oder es gibt Rufbus. klar rentiert es sich auf dem Land nicht oder kaum und ein Bus würde wohl öfter leer fahren…

    Aber wie fair ist dann die subventionierung des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt? da dort viel mehr Leute mit fahren, sollte der sich doch evtl (eher) rentieren?
    wie fair ist die Subventionierung der doch inder Stadt zahlreicher vorkomenden öffentlichen Einrichtungen von denen die auf dem Land weit weniger habe als die, die um die Ecke in der Stadt wohnen?
    Die „Stadtbewohne“ kjönnten auch einfach mal selber in die Tasche greifen und die Preise bezahlen, die entstehen, wenn viele Städte den Nahverkehr nicht subventionieren, Theater und Mussen keine Zuschüsse bekommen… 😉

    wird nicht das Leben in der Stadt auch durch die kulturellen und/oder öffentlichen Einrichtungen aufgewertet? Auf kosten der Allgemeinheit?

    Die Dinge haben oftmals 2 Seiten…mindestens 2… 😉

  61. @Xenzeu:
    prinzipiell hast Du recht, hinzu kommt aber noch was anderes:
    Beim Strom sind mittlerweile Erzeugung (Kraftwwerke) und Netz getrennt.
    Soll heißen, das jetzt vom Kraftwerk zum Verbraucher mindestens noch einer dazwischen ist, der die Hand aufhält. das ist politisch so gewollt – angeblich soll es ja billiger werden. Gleichzeitig sind die Durchleitungsgebühren durch die Netze auch genehmigungspflichtig.

    Das ist fast so, als dürftest Du Dein Brot nicht mehr beim Bäcker um die Ecke kaufen sondern nur noch beim Zwischenhändler – und das soll dann billiger sein?

    Das mit den veralteten Netzen stimmt auch nur zum Teil, ein Problem sind einfach die langen Genehmigungsverfahren, die sich 10-15 Jahre hinziehen. Soll heißen: jetzt werden Leitungen gebaut, die geplant und beantragt wurden, bevor von der Energiewende die Rde war, bevor der Atomaustieg beschlossen wurde.

    Auf die sich dadurch ergebenden Änderungen wird man erst durch durch Leitungen reagieren können, die jetzt geplant werden, die Genehmigungsverfahren durchlaufen und in 10 Jahren gebaut werden können – wenn überhaupt.

    Es ist wie mit vielen in Deutschland:
    umweltfreundlicher Strom, Flughafen, Autobahn – sehr gern – aber bitte nicht vor meiner Haustür…. 😉

  62. Mike Myers says:

    Warum hier soviel die Telekom in „Schutz“ nehmen muss man nicht unbedingt verstehen.
    Fakt ist … @Julien hat es bereits gesagt, hat die Telekom auch nach der „Wende“ durch den Steuerzahler/Staat das Geld erhalten womit sie den bzw. der Ausbau finanziert wurde. Wer heute versucht mit einem V.92 Modem zu Surfen wird merken das nicht nur die Geschwindigkeit essentiell schneller ist sondern die Seiten im allgemeinen auch mehr an Datenvolumen generieren. Wir können ja alles 5€ im Monat für die Telekom zahlen damit sie den Leitungs- und Rechenzentrum Ausbau finanzieren können. Aber wer glaub das dies dann geschehen würde.,.. sollte aufhören zu Träumen!

  63. @dischue Und wie du indirekt vielleicht selbst bemerkst, am Ende zahle ich über höhere Kosten für Lebensmittel sowieso die tolle neue Internetverbindung des Bauern meines Vertrauens. 😉 Dann hab ich aber auch das Lebensmittel ausgewählt, was mir gefällt, und nicht den Bauern, dessen Lebensmittel mir nicht schmecken 🙂 Und warum soll ich für irgendwelche Höfe aus jahrhundertealtem Familienbesitz bezahlen? Was hab ich davon? Brauchtumspflege?! Können sie ja machen, aber bitte ohne mich. Ich bekomm auch keine Modernitätspflege 😀 Will ich auch garnicht. Und die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.
    Naja, und welche Allgemeinheit? Die der Bundesrepublik Deutschland, oder die von Niedersachsen, oder die in Hannover? Das macht einen ziemlich großen Unterschied. Wobei ich persönlich Subventionen meistens ablehne. Also auch die Kultursubventionen in Großstädten. Ich war nämlich auch noch nie in einer Oper. Also warum sollte ich dafür mitbezahlen? Und warum sollten bildungsfernere Schichten Opern mitfinanzieren (ich geh jetzt mal davon aus, dass die seltener in Opern gehen)? Subjektiv mag der Wert einer Oper gegenüber Kinofilmen höher liegen. Objektiv lässt sich da aber kein Unterschied feststellen. Oder doch? Ich weiß nicht ob z.B. das Guggenheimmuseum in New York Subventionen erhält, aber soweit ich weiß finanzieren die sich über eine Stiftung. Warum sollte das in Deutschland nicht auch passieren? Also das Argument, dass das kulturelle Leben ohne Subventionen völlig verarmt, zieht, finde ich, nicht wirklich. Und um kulturelles Leben zu fördern braucht es auch nicht immense Summen. Es gibt jetzt schon genug Galeristen die das Gegenteil beweisen 😉
    Danke @FlyingT, genau das meine ich 😀 Und der Mehrwert/die Preissteigerung beim Verkauf durch eine vorhandene Internetverbindung ist sicherlich zu merken.

  64. @xenzeu Ist es nicht in london sowieso nötig, dass die leitungen erneuert, also alle Straßen aufgerissen werden müssen usw. Dann könnte die Stadt doch ein Konkurrenzunternehmen lizenzieren (das läuft soweit ich weiß, sowieso nur über langfristige Lizenzen, also wirklich privatisiert ist da nichts), das das durchführt. Vielleicht reicht auch schon der politische Druck.
    Nahrung ist auch ein Grundrecht. Verstaatlichen wir jetzt alle Bäckereien?

  65. @Mike Myers:
    Nach der Wende war DSL noch nicht wirklich abzusehen. Die Telekom setze da vor allem noch auf ISDN. Außerdem wurde (aus Kostengründen?) oft ein recht dünner Querschnitt verlegt. Das hat zur Folge, dass die Dämpfung zu hoch ist und daran oft eine schnellere Verbindung scheitert. Soll heißen: obwohl diese Netze gerade 20 Jahre alt sind, müßten viele davon (wieder) erneuert werden.

    @blubba:
    welche Allgemeinheit? da müßte man jetzt ganz genau aufschlüsseln, wer welchen Stueranteil bekommt und wieviel wofür ausgibt. Wenn ich nicht irre, bekommt eine Gemeinde die Gewebesteuer, KfZ-Steuer fällt wiederum an den Bund (oder war es das Bundesland) der Bund gibt wieder einen Teil des Geldes an Bundesländer und/oder Komunenen… letztlich kann man das nicht trennen, auch die Ausgaben nicht. Für einige Straßen sind die Gemeinden verantwortlich, für andere die Landkreise oder Bundesländer….

    Übrigens werden Straßen ja auch durch Steuermitel, staatliche Ausgaben finanziert – also von unseren Abgaben. gehört zur Infratruktur. Nun gibt es in Städetne km-mäßig wohl mehr Straßen, als mal eine Ortsverbindugn von Ort zu Ort auf dem Land. Hinzu kommt z.B. noch Straßenbeleuchtung. Letztlich wird das auch von „den Bauern“ auf dem Land mitfinanziert – warum also nicht „dem Bauern“ seinen Internetanschluß mitfinanzieren? Oder bist Du auch gegen solche staatlichen Ausgaben wie für Straßen? 😉

    Das Problem bei Stiftungen ist übrigens, dass sich diese am Kapitalmarkt finanzieren. Da es da z.Z. nicht gut aussieht, sind einige Stiftungen schon etwas in Bedrängnis geraten, da die Zinsen momentan im Keller sind. Wenn ich nicht irre, trifft das auch die Stiftung Warentest. Eine Alternative wären risikoreichere Anlagen – mit den bekannten Risiken.

  66. ja, die Telekom war bei der Verlegung von ISDN wirklich seeeehr schlau… Aber so wie sich die Telekom gerade verhält, also wie ein Elefant im Porzellanladen, würde das heute vielleicht auch wieder passieren… Damals war es aber noch staatliches Sondervermögen, verstaatlichen wird das Problem mangelnder Kompetenz also nicht auf magische Art & Weise lösen 😉
    Warum sollte man Straßen eigentlich nicht privatisieren? Man muss es nur richtig anstellen 😀 Man kann auch Bedingungen aufstellen. Bei Nichterfüllung gibt’s eben nichts vom Kuchen. Und warum sollte man nicht für die Nutzung der Straße bezahlen? Schließlich werden im Moment darüber Geschäfte in Städten gegenüber dem Onlinehandel und der Lieferung nach Hause bevorzugt. Dabei kann letzteres sehr viel Sprit über gebündelte Lieferungen sparen und damit die Umwelt schonen 🙂 Und im Internet gibt’s wirklich schon alles. Auch Lebensmittel etc.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/cameron-will-britische-strassen-privatisieren-a-822140.html
    Beim chinesischen Staatsfond z.B. würde ich keine Angst haben, was die Planungsexpertise angeht ;D
    Jaa, das stimmt auch. Madoff hat z.B. auch Stiftungen arm gemacht. Aber wie sollen sie sich sonst finanzieren? Kapitalmarkt heißt ja nur, dass sie Anteile und Anleihen an Unternehmen oder von Staaten erwerben und verkaufen, die ständig neu bewertet werden. Ok, das ist auch verkürzt, aber so ungefähr ist das schon. Frei nach Churchill „Der Kapitalismus ist die schlechteste aller Wirtschaftsformen, ausgenommen aller anderen.“ 😉

  67. Freunde macht man sich jedenfalls nicht, wie die Telekom gerade auftritt….

    Aberwenn man schon harte Bedingungen bei Privatiesierungen aufstellte, warum nicht gleich selbst (staatlich) betreiben? Warum soll der Staat nicht selbst kassieren?
    Man muß halt „nur“ drauf achten, dass auch bei staatlichen Firmen gewinnorientiert gearbeitet wird und diese Unternehmen nicht dazu mißbraucht werden, um Statistiken zu schönen in dem z.B. noch „paar“ Leute mehr als nötig eingestellt werden, damit die Arbeitslosenzahlen sinken o.ä.

    Als Verbraucher sollte man nicht annheen, dass irgendwas preiswerter wird, nur eil es staatlich betrieben wird oder von der Komune. Würde Berlin das Stromnetz zurück kaufen, müßte erstmal diese investition wieder rein….

    Aber warum soll der Staat nicht von einem Netz profitieren? mit dem Gewinn könnten andere Dinge querfinanziert werden – ob Schulen, kitas, Museen…. Wo ist das Problem? Warum die Taschen irgendwelcher Aktionäre oder Hedgefonds füllen wenn das Geld auch so der „Allgemeinheit“ zu gute käme?

    Aber nein, da wurden etliche Netze vor Jahrzehnten verkauft… also das Huhn, das goldene Eier legt für eine einmalige Summe weggegeben. Gleichzeitig wurden dann Regelungen erlassen und um diese zu überwachen wurden dann Behörden und Ämter geschaffen – ob REgTp oder Bundesnetzagentur.
    die schreiben den jetzigen privaten besitzern wiederum vor, dass z.B. nur 8% Gewinn gemacht werden darf. Andere Branchen wären damit vor Jahren nicht zufrieden aber die 8% sind relativ sicher (keine großen Schwankungen im Absatz wie bei anderen Branchen).

    diese Behörden kosten dem Staat also wieder Geld… warum also die Netze überhaupt erst weggegeben wurden…?
    Wahrscheinlich war ein Problem, das (immer?) ein gewisser Schlendrian in staatlichen Unternehmen Einzug hiellt…

  68. Weil Teilprivatisierung bedeutet Geld am Kapitalmarkt zu besorgen. Und was ist daran schlecht?
    Private Unternehmen agieren eben meistens besser am Markt, weil sie den Anreiz und sogar die Pflicht haben möglichst profitabel also effizient zu arbeiten. Das kann bei staatlichen Unternehmen auch so sein. Aber nur wenn die gesetzliche Struktur private Unternehmungen zulässt. Sonst gibt es legislativ geschützte (Staats)monopole. Jegliche Konkurrenz wird damit von vornherein ausgeschlossen. Und damit auch die Gefahr, dass ein privates Unternehmen besser als das staatliche arbeiten könnte. Das ist im Grunde das, was du mit Schlendrian bezeichnest. Der kehrt dann automatisch ein, da kein Gegenanreiz besteht.
    Aber man kann jetzt auch Schulen „querfinanzieren“, indem man Steuern erhebt. Das Geld landet so und so in der Staatskasse. Nur, dass der von dir sogenannte Schlendrian eben nicht so leicht einziehen kann.
    Und die bösen bösen Eigentümer (was anderes sind Aktionäre, Hedgefonds etc. nicht. Sind eigentlich kleine Ladenbesitzer weniger schlimm? Schließlich beuten die ja auch nur sich selbst und viiiiel weniger Angestellte aus. Den Angestellten geht es zwar vielleicht genauso scheiße, aber das ist ja egal… schließlich handelt es sich ja um liebe kleine Ladenbesitzer 😛 Mein Vater hat übrigens selbst ein kleines Unternehmen,ich hab also auch nichts gegen Kleinunternehmer. 😉 Aber die indirekte Inschutznahme fällt mir immer wieder auf, und nervt mich ehrlich gesagt.) stehen gegenüber ihren Konkurrenten unter Druck nicht auskonkurriert zu werden, indem der sich über Kostenverringerungen z.B. über Automatisierung einen Preisvorteil verschafft und diesen einsetzt um im Markt Fuß zu fassen. Eine andere Möglichkeit wäre z.B. die staatliche Gewalt zu benutzen, sich also per Gesetz ein Monopol zu verschaffen, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

  69. Es handelt sich dabei im Grunde um einen Mangel an Planung der aus einem Mangel an Informationen des zukünftigen Bedarfs resultiert. Da der aber eben vorhanden ist und vollständige Planwirtschaft (was anderes findet ja innerhalb eines Unternehmens auch nicht statt) noch nicht, weil eben Informationen fehlen, funktioniert, führen die Marktgesetze zu einer besseren Ressourcenallokation, als unvollständige Planwirtschaft, wie wir sie dann ja hätten.
    Siehe DDR die Nachfrage nach Mobilität in Form von Autos bestand, wurde aber nicht befriedigt. Obwohl die Bevölkerung dies als wichtig erachtet hat, sonst wäre die Nachfrage danach ja nicht so hoch gewesen.
    Der Markt bereinigt sich zudem ständig von selbst. Es setzen sich also langfristig nur erfolgreiche Unternehmer, Spekulanten, Ideen und wenn man es konsequent weiter treibt, was ich absolut falsch finde, Menschen durch. Aber für, warum auch immer, nicht so erfolgreiche Menschen gibt es deshalb (wenigstens in manchen Ländern dieser Welt) Umverteilungssysteme die zu einer Befriedigung der Grundbedürfnisse führen (sollen). Schließlich wäre es verdammt unmenschlich andere Menschen verdursten zu lassen oder ihnen kein Dach überm Kopf zu ermöglichen (auch wenn das, wie gesagt, leider trotzdem passiert…). Was trotzdem und auch aus einem Mangel an Planung, hier hinsichtlich noch nicht gemachter Innovationen, die z.B: die Produktion, also die Aufbereitung von Wasser vergünstigt, resultiert. Ich denke übrigens, dass das „Problem“ sich irgendwann einfach in Luft auflöst, wenn die Produktion von allen lebenswichtigen Gütern umsonst ist. Welcher Spekulant sollte dann noch spekulieren müssen/können/wollen? 🙂
    Übrigens klar, es lässt sich die Bewertung der Ideen und Unternehmen etc. auch in einer staatlichen Institution vornehmen. Und dann könnte davon auch die Allgemeinheit profitieren. Aber wer bezahlt dann diese Leute? Und fangen sie nicht ganz schnell einfach in einem anderen Land an zu arbeiten? Schließlich sind sie wahrscheinlich wahnsinnig begabt und hoch ausgebildet. Oder sind sie überhaupt die besten? Und ja wie soll man die besten finden? Welchen Maßstab soll man finden? Und wie soll man diesen finden? Und warum soll jemand nicht nach seiner Leistung bezahlt werden? Schließlich werden andere auch nach ihrer Leistung bezahlt. Und warum soll sich jemand der erfolgreich arbeitet, und seine Steuern bezahlt, keine hübschen Autos, leckeren Hummer und Champagner davon kaufen dürfen?
    Im Grunde hast du sogar selbst festgestellt, dass man nicht lange was von seinem Kapital hat, wenn man nicht weiß, wie man damit nachhaltig wirtschaftet. Stichwort Stiftungen. Frau Schickedanz ist auch so ein Beispiel. Sie hat komplett ihren Verstand abgegeben bzw. sich welchen gekauft und ist damit ziemlich auf die Fresse geflogen. Also nur reich sein, ohne wenigstens ein bisschen Hirn zu haben, und dann zu wissen, wem man vertrauen kann, geht langfristig nicht gut.
    PS: Oh man, wir sind/ich bin ganz schön abgeschweift 😀 Hoffentlich hat Caschy damit kein Problem 🙂

  70. Bei ins in einer Klenstadt ist es bereits sogar so, das die Telekom ein Neubaugebiet nicht mehr versorgt, weils anunrentable ist – jetzt holt sich halt der Kabelnetzbetreiber die ganzen Kunden, der das Gebiet komplett neu versorgt und bietet Breitband-Internet bis 150 MBit/s an ( ungedrosselt )

  71. Ich spare mir jetzt, hier alle Kommentare zu lesen, stelle aber nur eines Fest, es wird Zeit das die Regulierungsbehörde und der Staat hier eingreift und dass die Telekom bzw. dessen Infrastruktur wieder verstaatlicht wird. „Früher“ und das gilt wohl auch noch heute, ist war/ist die Telekom verpflichtet gewesen, an jedem Ort in Deutschland einen (Festnetz)Telefonanschluss zu Verfügung zu stellen. Diese Verpflichtung gehört – so sie das denn nicht ist – auch auf Breitband und auf alle Anbieter ausgeweitet. Es kann nicht sein, dass dieses sich nur die Rosinen herauspicken und der Rest in technische Mittelalter zurückfällt.
    Ein Breitbandanschluss gehört heute zu Grundversorgung genauso wie Strom und Wasser. Ist es nicht komisch, dass es Länder gibt, wo es (fast) überall – selbst im hintersten Kaff – Leitungen im zweistelligen Mbit Bereich angeboten werden.
    Nur bei uns ist das wieder mal nicht möglich und das in einer der größten und stärksten Industrienationen der Welt – im „Hochtechnologieland Deutschland“.
    Es ist schlicht ein Witz und die Politik tut anscheinend nichts dagegen. Ich lache mich tot, willkommen im Mittelalter.

  72. Müßig hier zu spekulieren und sich anzugiften. Tut lieber etwas und schreibt Euren Abgeordneten, das ist nicht mehr Arbeit als hier zu meckern, bringt aber am Ende eher etwas..

  73. Da will der Obermann bevor er Ende des Jahres zur nächsten Melkkuh wechselt aber einen Flächenbrand bei der Telekom hinterlassen. Jahrelang nichts wirklich geschafft und bewegt, kürzt er jetzt Leistungen an allen Ecken und Kanten, weil die Telekom es technisch nicht mehr gebacken bekommt.
    So ist es wenn man Gewinne an Großaktionäre auszahlt und sich die eigenen Taschen vollstopft, anstatt sich ums Geschäft zu kümmern.

  74. @blubba:
    ohne mal auf alles einzugehen: ja, hedgefonds und große Firmen sind oft schlimmer als der kleine Ladenbesitzer oder Kleinunternehmer. Letztere arbeiten mit eigenem Geld bzw. sind in der Regel selbst verantwortlich. Hedgefonds und Co arbeiten mit fremden Geld. Zudem geht es letzteren oft mehr um maximalen Gewinn anstatt um ein gesundes Geschäft, Beispiel wäre eine extreme Kreditaufnahme um sich selbst eine hohe Dividende zahlen zu können.
    Das Problem scheint oft da zu beginnen, wo nicht mehr Arbeit und Produktion (Industrie) Geld verdient sondern Geld Geld verdient.

    Rein wirtschaftlich ist das Verhalten der Telekom jedenfalls verständlich – was nicht heißt, dass ich es gut finde.

  75. @blubba:
    Du hast mich nicht verstanden. Waldhuette regt sich darüber auf, daß es keine freie Marktwirtschaft gibt in diesem Bereich. Weiterhin sagt Waldhuette, daß in ländlichen Gegenden es sich nicht rentiert eine Verbindung zu legen. Wenn ich diese beiden Aussagen von ihm oder ihr nehme, ist die Schlußfolgerung, daß er es ok findet, daß in ländlichen Gegenden eben keiner richtig Empfang haben muß, denn überteuerte Preise würden keine Kunden finden. Denn in einer freuen Marktwirtschaft ohne den Zwang der Anbindung würde kein Anbieter in diesen Gegenden einen Anschluß verlegen, eben weil es sich ja nicht rentiert. LTE wurde aus diesem Grund ja auch forciert, damit die Anbieter dem Ausbau nachkommen können ohne Kabel zu verlegen. Mehr schlecht als recht allerdings. In meiner Gegend gibt e LTE. Von mir aus ist der Mast 6 km entfernt, eine Freundin wohnt noch näher dran. Theoretisch sollte sie Empfang haben und würde es mangels Alternativen auch gerne nehmen, nur mißt der Techniker bei ihr aber keinen LTE Empfang. Warum auch immer. Ich persönlich habe das Glück, daß eine große Firma in der Nähe ist, so daß ich 16k Leitungen zur Verfügung stehen habe.

  76. ich bin 2008 in ein kleines dorf in der börde, sachsen-anhalt, gezogen. keiner der großen telekommunikationsanbieter, auch telekom, wollte mir ein festnetzanschluss mit internetzugang zur verfügung stellen, obwohl auf deren internetseiten eine verfügbarkeit an der adresse angezeigt wurde. schließlich hat es über qsc dann doch gelappt. allerdings hat qsc mittlerweile den privatkundenbereich eingestampft. qsc war dann auch so kulant, mich vorzeitig aus dem vertrag zu lassen, als ich nach 2 1/2 jahren da wieder weg gezogen bin.

    ich persönlich habe ja die krude theorie, dass die ganze drosselungs- und netzausbaugeschichte der telekom politisch gewollt ist, um systematisch das internet in deutschland einzuschränken um die politische deutungshoheit zurück zu gewinnen. die politik bekämpft ja seit jahren das freie internet. beispiele gibt es dafür viele.
    und fefe hat die vermutung geäußert, das hinter der drosselung die lobby der contentmafia und die politik stecken könnte.

    klingt doof, ist aber nicht abwegig.

  77. Man muss kein Freund der Telekom sein, aber objektiv sollte man schon sein und das ist gerade im Bereich der Telekommunikation nicht mehr gegeben. Da soll die Telekom alle Bereiche für alle flächendeckend anbieten. Sie soll weiterhin günstig sein und alle wollen auch noch verdienen. Die BundesNetzAgentur schreibt die Preise vor. Ich kann inzwischen verstehen, wenn der „Rosa Riese“ marktpolitisch denkt. In meinen Augen gibt es nur 2 Lösungen das Problem zu beseitigen. 1. Vollständig privatisieren ohne wenn und aber. 2. Zurück zu einem Staatsunternehmen. Bei Fall 1 würde es für viele ein bitteres Erwachen geben, wenn sie auf einmal kein INet mehr haben und im 2ten Fall wird es vielen nicht gefallen, wenn der Staat abkassiert. Man kann halt nicht Wasser predigen und Wein trinken. BTW: Warum beschwert sich keiner über Vodafone, welche aus der DB entstanden sind?

  78. @dischue

    Mal zu den subventionen…Nur weil der Nahverkerh subventioniert wird, heisst das ja nicht das es keine rentablen Strecken gibt. Diese werden wahrscheinlich auf dem Land liegen sondern eher in der Stadt. Es kann also gut möglich sein das der Nahverkehr in der Münchener Innenstadt kosten neutral oder gewinne abwirft, die Subventionen die das Unternehmen bekommt also nur für die Dörfliche Anbindung drauf gehen.

    Opern und Theater, wenn es kein Landestheater ist, werden von den Städten Subventioniert wo sie stehen. Diese erhalten ihre Einnahmen von den Bewohnern der Stadt, somit subventionieren die Stadtbewohner ihre Oper selber. Es ist natürlich die „Allgemein“ aber der Bauer Heinrich hat damit nix am Hut.

    Die Dorfbewohner können es ja auch über die Allgemeinheit ihr Internet ausbauen, aber dafür sollen sie dann bitte auch die Gemeindekasse plündern.

    Klar in Deutschland hat man sich dran gewöhnt das es immer die anderen tun und man selber keinen Handschlag macht. Aber so kann es eben nicht ewig laufen. Da muss man entweder selber Geld in die Hand nehmen oder die Ärmel hochkrempeln und selber mit anpacken. Die Stadt Waldstetten hat es vor gemacht, es funktioniert also.

    @Xenios Zeus

    Ich bezweifel das die Aktionäre der Telekom den großen Reibach gemacht haben. Mir ist zumindest niemand bekannt der mit Telekom Aktien reich geworden ist.

  79. @Tommi
    Vodafone hat in deutschland die Telekommunikations Sparte von Mannesmann aufgekauft. Und Mannesmann ist ein Stahlunternehmen das Rohre herstellt. Das hat mit der DB mal irgendwie gar nix zu tun

  80. @Fraggle In einer freien Marktwirtschaft kann auch der Preis angepasst werden. Man zahlt also einfach mehr für die Internetverbindung. Das ist dann häufig für die Telekom nicht mehr attraktiv, weil sie vielleicht wissen, dass viele Leute nicht bereit sein werden so viel mehr für die Leistung zu bezahlen, oder warum auch immer. Aber schließlich erlaubt eine freie Marktwirtschaft auch andere Unternehmen als die Telekom und so können die Leute ihre eigene Telekommunikationsgesellschaft gründen oder verschiedene andere Anbieter nach Lösungen fragen. Vielleicht gibt es noch einen anderen Lösungsweg, keine Ahnung… Das Internet mag aber bestimmt alle Verbindungen ;D
    @dischue Nö, Kleinunternehmer arbeiten nicht automatisch nur mit ihrem eigenen Kapital. Startups (die sind doch am Anfang noch klein, oder nicht?) leihen sich häufig Kapital bei Venture-Capitalists um die Entwicklung zu beschleunigen. Viele andere Kleinunternehmer leihen sich häufig Kapital um z.B. eine Halle vorzufinanzieren, also wieder die Entwicklung zu beschleunigen, da sie eben jetzt und nicht in der Zukunft die Halle brauchen.
    Dieses Prinzip wird bei Hedgefonds, Aktionären, Pensionsfonds etc. nur auf die Spitze getrieben. Sie weisen auf Fehler der den Wertpapieren zu Grunde liegenden Staaten, Unternehmen oder was auch immer hin. Fehler sind z.B. von Unternehmen nicht wahrgenommene Steuerschlupflöcher oder viel zu hoch angesetzte Goldpreise. Es gibt Leute die aggressiv vorgehen, und öffentlich diese Fehler breittreten. Das führt dann wiederum dazu, dass die Nachfrage nach dem Wertpapier sinkt. Da derjenige sich Anteile am Unternehmen geliehen hat und sie sofort verkauft hat, sogenannte Leerverkäufe, profitiert er bei einem fallenden Kurs. Um die Entwicklung zu beschleunigen, oder warum auch immer leiht er sich Kapital. Übrigens leiht ihm auch jemand Kapital 😉 Die Medaille hat halt immer zwei Seiten.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/wie-hedgefonds-funktionieren-rendite-hatz-im-steuerparadies-a-495676.html
    Das man diese Steuerschlupflöcher z.B. nicht auf rationale Weise schließt, ist das Problem, nicht, dass irgendwelche Leute darauf hinweisen, dass ein Unternehmen sie nicht nutzt. Die Politik hat diese Löcher offen gelassen.
    Mein Vater verkauft seine Produkte zu einem hohen Preis. Das kann er machen da es kaum Konkurrenten gibt. Und wenn, verkaufen die ihre Produkte zu einem ähnlich hohen Preis. Die Arbeit die er hineinsteckt, also Verwaltung, Arbeit mit den Ressourcen, also der direkte Produktionsvorgang etc. lässt und kann er sich damit gut bezahlen lassen.
    Er macht also auch aus Geldkapital+restliches Kapital mehr Geldkapital+evtl. anderes Kapital. Ein Hedgefonds geht hierbei nur aggressiver und damit evtl. risikoreicher vor. Und wie gesagt, beiden steht es frei sich Kapital zu leihen.
    Das mag man jetzt gut oder schlecht finden, es ist so.

  81. @FlyingT was die Subventionen und das selbst machen angeht etc. d’accord. Genau das meine ich eben auch. Und wenn es jemand anderes für ein macht, muss man ihn halt dafür bezahlen, sonst macht er es eben nicht.
    Ich war auch ganz erstaunt, aber Vodafone hatte bis 2008 ca. 3/4 Anteil an Arcor und dann schließlich von der DB und der anderen DB, der Deutschen Bank die restlichen Anteile gekauft.

  82. @dischue Wenn du mir eine Lösung zeigst die genauso gut vorgeht, also genauso effizient Kapital verwaltet, dann immer her damit 😀
    Und Leute wie Madoff, die auf illegale Weise Kapital verwalten, werden auch dafür bestraft. Schließlich muss der noch für ca. 146 Jahre sitzen.

  83. Braincrack says:

    Meine Situation: Wohne in der der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, zwar am Stadtrand, aber dem größten Stadtteil. Seit Jahren erzählt die Telekom das sie hart daran arbeiten DSL zu realisieren (glaube 2001 sind wir hier hergezogen)……Das beste: Hier liegt überall Glasfaser bis in die Keller – trotzdem passiert hier nix! Was bietet die Telekom als alternative? UMTS bzw. LTE zu völlig überzogenen Preisen, von der Volumendrosselung ganz zu schweigen (10GB??????).

    So schlimm kann es der Telekom net gehen wenn hier hunderte Häuser auf nen Anschluss warten (seit Jahren) und trotzdem nichts geschieht. Obwohl der Aufwand, hier nen Verteiler für das Glasfaser aufzubauen wohl eher gering wäre…..

  84. IKHammer says:

    Die sollen die Festnetzflat weiterhin anbieten. Im Hintergrund läuft das halt über VOIP im LTE Netz. Dann die Telekom halt mehr für die hierzu benötigte Hardware ausgeben, wenn sie am Ausbau sparen will. Aber es kann nicht sein, dass der Endnutzer drauf zahlen muss.

  85. Wofür braucht man denn heutzutage noch Festnetz?

  86. Wenn von einem Grundrecht geredet wird, ist es absurd über Effizienz oder Wirtschaftlichkeit zu sprechen! Das ist per se nicht nötig! Warum wir Städter die Landgemeinden mitfinanzieren sollen? Nun – aus dem gleichen Grund, aus dem wir auch die Schulen, Krankenhäuser, Kulturstätten, Banken (!), Kriege (!!), Polizisten ,… anderer Leute mitfinanzieren: Wir sind eine SOLIDARgemeinschaft.

    Ich würde liebend gerne mein Geld was in der West-LB oder im gesamten Rüstungswesen verschwendet wurde in den Netzausbau stecken! Aber eine Idee unseres Staatswesens ist, daß wir trotteligen Bürger das eben nicht mitbestimmen dürfen, wofür unsere Steuergelder verwendet werden…

  87. Christian says:

    @Sascha Ostermaier:

    Der Vergleich von dir mit dem IP-TV System von Vodafone hinkt. Du vergleichst dein VDSL 25 mit DSL16000. Vor allem ist Entertain auf jeden Fall ausgereifter als das Vodafone IP-TV. Man kann mehr als einen Receiver nutzen. Der Programm-Manager ist super 🙂

    Ich finde das nur richtig, dass eine Firma versucht rentabel zu arbeiten. Eine Firma ist schliesslich auch Ihren Mitarbeitern verpflichtet.

    @Julien:

    Die Telekom bekommt nicht pauschal Geld vom Steuerzahler sondern im Rahmen vom Konjunkturpaket 2 werden Gebiete zum Ausbau ausgeschrieben und zum grössten Teil erhält die Telekom den Zuschlag für den Ausbau. Das heisst aber nicht das Sie überall ausbauen muss.

  88. @dischue
    Das Gebiet in dem von mir verlinkten Artikel ist Innenstadtbereich einer 70.000 Einwohner Stadt.
    Direkt nebenan liegt ein Gymnasium. 200 m Luftlinie entfernt ein voll erschlossenes neues Gewerbegebiet.
    Luftlinie zur Innenstadt ca 1,3 km
    Kann man auf der Karte sehen, da wo das Gymnasium ist, ist auch das Neubaugebiet
    https://maps.google.de/maps?oe=UTF-8&hl=de&client=safari&q=amalienstraße+dinslaken&ie=UTF-8&hq=&hnear=0x47b896ab11f1535b:0x17052f4d37000d07,Amalienstraße,+D-46537+Dinslaken&gl=de&ei=mLqZUZO3LOLa4ASar4CYAQ&ved=0CDIQ8gEwAA

  89. Den Unterschied Telekom gegen Kabelanbieter auf dem Land sehe ich hier bei mir.
    Ich wohne in einem 4.000 Seelendorf am Rhein.
    Telekom bietet mir eine 3.000er DSL Leitung an
    Unitymedia liefert mir eine 100.000er Leitung. Inklusive Kabelanschluss, Telefon und HD Kanäle für 60,- €

  90. @Guntram Du kannst doch über deine Steuergelder mitentscheiden. Wer hindert dich daran Lobbyarbeit (was anderes ist das nicht) für deine Positionen zu machen? Ich weiß nicht warum eine Solidargemeinschaft bürgerschaftliches Engagement und Diskurs u.a. über die Ausgabe von Steuergeldern verhindern sollte. Du?
    Bei uns im Dorf war es übrigens vor ca. 10 Jahren nicht anders. Wir hatten kein DSL. Nur schneckenlangsames ISDN. Drei Leute, zwei Unternehmer und jemand der beruflich stark darauf angewiesen war, haben sich zusammen getan, und eruiert, dass die Herstellung einer Verbindung 5000 € kosten würde. Durch drei macht das 1666€. Schließlich fanden sich aber in kürzester Zeit 20 Haushalte. Es ging also nur noch um 250€. Daraufhin hat sich die EWEtel erbarmt und eine Verbindung hergestellt. So schnell kanns gehen. 🙂

  91. Die Telekom mag ja tatsächlich mit den Preisen ganz vorne liegen, aber wissen wir auch etwas darüber wie die Kostenstrukturen der Unternehmen sind? -Wenn ich von billigeren Anbietern den Service beanspruche habe ich des öfteren das Gefühl, dass dort auch mal ein schlecht bezahlter unmotivierter Zeitarbeiter auf der anderen Seite sitzt.
    Bei allen Anbietern gibt es auch immer zufriedene Kunden, es gibt schließlich nur eine anteilsmäßige Negativquote, die so schätze ich, ist bei der Telekom, aber tatsächlich etwas niedriger. mit Vodafone hatte ich jetzt schon meine negativen Erfahrungen zu genüge…

    Die Telekom kann ja über Congstar selbst zu vergleichweise niedrigeren Kosten anbieten. – Merkwürdig! -Oder auch nicht, bedenkt man die Wettkampfsituation um den Kunden.

    Und das die Gelder die für den Netzausbau in der Preiskalkulation nicht immer auch dort landen sondern woanders, würde ich unserem Wirtschaftssystem anheften. Wenn eine Telekom sich vor Anteilseignern mit Dividenden blicken lassen muss, oder der Kapitalmarkt regelmäßige positive Kennzahlen fordert, die das überleben sichern sollen, denn ohne neu zufließendes Kapital kann die Firma nicht weiter bestehen….

    Am Netz lässt sich am einfachsten sparen, so passierte es zumindest bereits mit Strom- und Schienennetzen. Es gibt Bereiche die sollten tatsächlich staatlich sein (meine pers. Meinung). Wenn der Bundesbürger flächendeckend eine notwendige Grundversorgung mit einem Gut fordert. Sollte das entweder durch den Staat gewährleistet werden, oder man muss im privaten Sektor die Konsequenzen und die Preise tragen. Ich kann nicht ernsthaft zu einem kurzfristig billigen Anbieter wechseln und mich nach 20 Jahren wundern, wenn der teurer Anbieter seine Arbeit nicht mehr richtig macht. Die Telekom kann auch nicht für jeden abgewanderten Kunden bestehende Verträge teurer machen um die nicht abgedeckten Netzanteile abzudecken.

    Das alles ist deutlich komplexer als man im ersten Moment glauben mag und solche Aussagen sind sehr kritisch zu betrachten. Ich will hier die Telekom nicht in Schutz nehmen. Dafür weiß ich selbst zu wenig über deren spezifische Situation. Ich sage nur das man zu wenig darüber weiß um es zu bewerten und zu kritisieren. Dieses zu wenig Wissen breitet sich gemeinhin in unserem Land immer weiter aus.
    Die schlechte Anbindung in Ortschaften kenne ich auch bei meinem Onkel. Die Telekom darf die Anwohner nicht vertraglich binden, das ist staatlich untersagt, also wird nur das mindestmaß gewährleistet. Wären die Anwohner in der Lage sich zu organisieren und bieten der Telekom an das alle auf eine Laufzeit von 3 oder 4 Jahren definitiv bei der Telekom bleiben, ließe sich da ein Netzausbau vielleicht aushandeln. Solange aber die Firmen und die Endverbrauch einzig und allein auf ihren eigenen Vorteil setzen darf sich bitte niemand wundern, wenn der Netzausbau nicht funktioniert, Serviceleistungen wegbrechen, oder Textilfirmen im Ausland abbrennen… -das sollte ganz ehrlich jedem bewusst sein, auch wenn der Einzelne nur ein kleiner Fisch ist, sind die Endverbraucher dennoch ein Kernelement im Wirtschaftskreislauf!

  92. @blubba: Die Tatsache, daß mich keiner hört 😉 !

    Ich sehe leider KEINE Möglichkeit, den Weg meiner Steuergelder zu beeinflussen. Ich habe leider noch nie eine Partei gewählt, die tatsächlich in der Regierung gelandet ist. Es wird auch schon ordentlich Lobbyarbeit für die Umverteilung der Steuergelder gemacht – aber nach wie vor erfolglos…

    Aber Du hast mein Argument nicht verstehen wollen: Wenn es um ein Grundrecht geht, dann geht es nicht um Wirtschaftlichkeit. Dein Beitrag behandelte ein anderes Thema.
    Meine Kritik richtete sich gegen jene Postings, die von einem Grundrecht redeten und als Gegenargument die Unwirtschaftlichkeit der Vollversorgung anführten.

    Aber um auf Deine immer wiederkehrende Linie zu gehen: Wieso hat Dein hochgelobter „Markt“ in den vorhergehenden Beispielen (Magdeburg, …) nicht funktioniert?
    Der Bedarf wurde klar kommuniziert (obwohl uns die Marktstrategen ja erzählen, daß sich der „Markt“ von alleine zurechtfindet oder noch perfider: Er „erschafft“ die Bedürfnisse) und trotzdem kam es nicht zur Leitungslegung? Obwohl es sogar rentabel für die Telekom gewesen wäre?

  93. @rimapa ich finde dass du insofern recht hast, dass man um eine konstruktive lösung zu finden manchmal kompromisse eingehen muss. aber sollten dazu nicht beide seiten ihre vorteile im auge haben? 😉

    @Guntram ich hör dich hier! ;D
    und du kannst auch im internet darüber schreiben, mit leuten vor ort, denen es sehr wahrscheinlich genauso geht, dich darüber austauschen, dich mit ihnen organisieren, einen verein gründen (http://wiki.piratenpartei.de/Vereinsmeierei „Gnadenlose Transparenz, wo immer es geht, ohne dabei gegen Gesetze zu verstoßen.“ :D), deinen bürgermeister anschreiben, verschiedene telekommunikationsanbieter anschreiben, nach begründungen der unternehmen fragen, selbst nach alternativen möglichkeiten der internetverbindung suchen, vielleicht gibt’s ja andere lösungen, als kabelverbindungen?, du kannst selbst lobbyarbeit für themen leisten die dir wichtig sind, niemand hindert dich daran, vielleicht legt dir jemand steine in den weg, aber das kannst du anderen auch etc. etc… du darfst/musst eben nicht nur irgendwelche parteien wählen und darauf vertrauen, dass die dann schon alles wundervoll richtig machen. die politik ist übrigens sogar grundsätzlich an bürgerschaftlichem engagement interessiert. trotzdem gibt’s, wie gesagt, immer mal leute, eben auch in der politik (in anderen bereichen auch, das soll kein politikerbashing sein), die einem steine in den weg legen. dem kann man aber beikommen, indem man sich auf sich selbst verlässt, und nur dann mit politikern zusammenarbeitet, wenn die wirklich auch die selben ziele verfolgen.

    hmm, wenn es so rentabel für die telekom ist, warum setzen sich dann nicht andere leute zusammen, und bieten einfach die leistung an? oder ist das sogar passiert? hat ja niemand gesagt, dass das die telekom machen muss 😀 bei uns hat es auch ein anderer anbieter, die ewetel gemacht. die telekom wollte auch aus irgendwelchen gründen nichts anbieten. wahrscheinlich weil die technik, die jetzt die ewetel verwendet, eine andere ist, als die, die die telekom normalerweise verwendet. die telekom will halt nur kabel verlegen und verdient damit ihr geld. andere geschäftsmodelle können zu ungeplanten risiken führen, in denen sie keine expertise haben. es passt einfach nicht ins geschäftsmodell. und deshalb lässt die telekom es lieber.

    die telekom bietet hier in meinem dorf glaube ich erst seit 2010 dsl an. also 4 jahre nach der ewetel. und wie es vielleicht deutlich wird, die ewetel hat auch noch 2-3 jahre gebraucht…
    mir geht es auch nicht darum, dass irgendein wundervoller markt das alles regelt. wer ist denn der markt? quasi jeder, also kann auch jeder als unternehmer auftreten, auch eine gruppe von leuten die dort lebt, oder nur ein einzelner der dort lebt, usw., wie rimapa es auch erwähnt hat 🙂 ganz konkret, nicht wundervoll. und haben nicht auch hier schon genug leute gezeigt, dass es möglich ist, ohne die telekom eine internetverbindung herzustellen? auch zu sehr annehmbaren preisen? 🙂

  94. @blubba: Zum Abschnitt „Eigenes Engagement“ kann ich (neben der grundsätzlichen Zustimmung) nur sagen, daß der Leidensdruck natürlich hoch sein muß, wenn man seine Zeit auf diese Weise nutzt.
    Ist es nicht eher schade, daß die Politik Lobbyarbeit braucht, anstatt sich selbst um die notwendigen Informationen/Bedingungen etc. zu kümmern (dafür werden sie bezahlt, dafür haben sie Zeit)? Denn dummerweise ist der größte Feind der Gesellschaft viel aktiver und erfolgreicher mit seiner Lobbyarbeit: die Industrie.

    Zum WarumMachtsKeiner: Im Vergleich zur Telekom hat der Dorftstammtisch weder das Know-How, die Technik noch den Kredit um sich selber Leitungen zu legen.

    Zu WerIstDerMarkt: Klingst das in Deinen Ohren nicht auch langsam etwas „komisch“, daß man für einen Internetzugang auf einmal eine Firma gründen soll mit allem drum und dran?
    Ich stelle mir gerade das Beispiel einer Gruppe Obdachloser vor, die gerne einen Internetanschluss in ihrem Unterschlupf haben wollen. Wie sollen die bitteschön Lobbyarbeit betreiben? Eine Firma gründen??

  95. @Guntram
    Wann ist der Leidensdruck höher, wenn ich rumweine und immer noch kein Internet bekomme oder wenn ich die Initiative ergreife und selbst was auf die Beine stelle?! Odr hab ich das mit dem Leidensdruck jetzt falsch verstanden?
    Lobbyismus ist Politik! Interessenpolitik von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, mit der versucht wird, auf die Institutionen Legislative und Exekutive Einfluss zu nehmen. Aber warum sollte man sich auf die Politik verlassen, wenn sie sowieso nichts gebacken bekommt? Abgeordnete werden zudem, soweit ich weiß, erstmal für garnichts bezahlt. Sie können aber abgewählt werden, wenn sie der Mehrheit nicht mehr gefallen. Läuft also genauso ab wie im Laden, dass Produkt, was mir am meisten gefällt wähle ich.
    Wer ist denn DIE Industrie? Es gibt sogar Interessenüberschneidungen zwischen gesellschaftlichen Gruppen und bestimmten Industrien. Ein Beispiel: erneuerbare-Energien-Lobby = Herstellerindustrie von Solarkraftwerken, Windkraftwerken etc. (u.a. Siemens) + Umweltschützer oder Waffenlobby = Waffennarren + Waffenindustrie. Es ist also Blödsinn von der Industrie als dem größten Feind der Gesellschaft zu reden.

    Das Know-How kann man einkaufen, anlernen oder man hat es, die Technik kann man einkaufen, und der Kredit ist wahrscheinlich kaum nötig. Und es braucht wie gesagt niemand Straßen aufreissen. Funk kennst du schon, oder? Das ist weitaus günstiger, deshalb will die Telekom es ja auch als Alternative anbieten.

    Mir ist neu, dass sich Obdachlose früher eine Telefonverbindung in ihren Unterschlupf legen lassen konnten… Und gesetzt den Fall, dass Obdachlose nicht andere, dringendere Probleme haben, soll ja auch freiwillige Obdachlose geben, warum sollten sie keine Firma gründen oder Lobbyarbeit betreiben können? Briefkästen kann man anmieten, also dürfte die Anmeldung eines Unternehmens kein Problem darstellen, Lobbyarbeit lässt sich per Pappschild betreiben. Gibt es nicht sowieso fast überall mobile Internetverbindungen? Falls der Unterschlupf im Funkloch liegt, sollte der Umzug auch keine allzu großen Kosten verursachen. Kostenloses Internet gibt es auch, in der Stadt sogar schneller als hier aufm Dorf, Stichwort UMTS-Verbindung per Netzclub. Um an die SIM-Karte und ein Smartphone zu kommen, brauch ich Stift (kann man sich überall ausleihen) und Papier/Pappe (gibt’s in jedem Supermarkt) um folgendes zu machen: Schild mit Aufschrift „Sammle Geld für Suppenhilfe“ aufstellen und Leute direkt ansprechen. Wenn ich das Geld zusammen habe, was recht schnell gehen sollte, kauf ich mir bei Aldi n Smartphone. Jetzt geht’s zur Obdachlosenhilfe um nachzufragen, ob sie vielleicht einen einzigen Brief für mich annehmen könnten. Danach geht’s zum nächsten McDoof oder Starbucks, hier gibt’s meistens kostenloses Internet. Dabei bestelle ich bei ner warmen Schokolade und einem Muffin meine neue SIM-Karte. Vorher bitte ich die Angestellten noch darum, einen Brief von mir anzunehmen. Vielleicht machen sies, dann komm ich in ein paar Tagen nochmal vorbei, und geh von meinem restlichen Geld nochmal Schoki trinken und Muffin futtern, sonst habe ich immer noch die Obdachlosenhilfe zum ausweichen. Wenn noch Geld übrig bleibt, gönne ich mir einen Hotelaufenthalt um zu duschen und gut zu schlafen, morgens wird gut gefrühstückt. (Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich die Idee leicht abgewandelt habe, und sie im Grunde nicht von mir ist, hab sie aus ner Doku. ;)) Ab jetzt kann ich in meinem Unterschlupf Emails checken und Lobbyarbeit für eine Festnetzverbindung in meiner freiwilligen Obdachlosigkeit betreiben. 😉

  96. @Leidensdruck: Die Wahrscheinlichkeit, sein Leben für einige Zeit abzuschalten und mit Eigenverantwortung eine Firma zu starten, die nur eventuell Erfolg hat und anschließend die Chance zu haben, in die alten Lebensverhältnisse zurückkehren zu können, halte ich für äußerst gering – dementsprechend hoch muß der Leidensdruck sein.

    @LobbyismusIstPolitik: Kann mich nicht erinnern, daß die Tätigkeit oder gar das Wort Lobbyismus z.B. in der Politeia auftaucht…
    Auch wenn es vermieden wird,es so zu bezeichnen: Das Gehalt der Politiker verbirgt sich hinter den Diäten. Und ich finde es im übrigen auch völlig richtig und angemessen, Politiker zu bezahlen – eben DAMIT sie sich nicht bestechen lassen (was die häufigste Form erfolgreicher Lobbyarbeit zu sein scheint).
    Das Interesse DER Industrie ist genau eines: Profit(-maximierung). Dadurch wirst Du einen Großteil der Betriebe zusammenfassen und in eine klaren Interessenkonflikt zum Bürger setzen. Um’s zu erklären: Profit braucht vor allem Einnahmen. Die bekommt man von den Kunden. Diese Kunden sind im Endeffekt die Bürger, welche bestimmt kein Interesse daran haben, Geld zu verlieren.
    Sicherlich gibt es verschiedene Maßnahmen, den Profit zu vergrößern (Ausgaben verringern, Effizienz steigern) – in der Basis geht es aber schlichtweg darum, Geld zu bekommen!
    Die wichtigste Maßnahme ist es aber, den Lohnarbeiter auszubeuten (ich wähle bewußt die marxistische Formulierung – sie paßt halt einfach am besten) – wieder ein Gegensatz der Interessen.

    @KnowHow: Zwei Mal das Wort einkaufen (dafür ist wieder Kapital vonnöten, welches Dir nur gegeben wird, wenn Du „kreditwürdig“ bist – was lange nicht bei allen Menschen der Fall ist –> ist das vielleicht ein Ausschluss vom „Markt“?) Einen Funkmasten muß Du auch kaufen. Das sind alles Summen, die für einen Normalsterblichen nicht zu Verfügung stehen. Mag aber sein, daß Du darüber stehst…

    @Obdachlosengeschichte: Finde ich ein bißchen schäbig, den Obdachlosen vorzuschlagen mit einer gelogenen Geschichte an Geld zu kommen…

  97. @Guntram
    Naja, das geht ja aus dem Bedarf nach Internet hervor, und selten muss man sowas komplett alleine aufbauen, schließlich gibt es häufig andere, denen es genauso ergeht.

    Nö, joa, mag sein, aber man spricht auch von Unternehmenspolitik, genauso von interessenpolitik, und was ist Lobbyismus anderes? „Eine umfassendere Definition liefert Bilgeri, indem er Lobbying als eine direkte bzw. indirekte Einflussnahme auf politische Prozesse von Organisationen durch externe Teilnehmer – auch mit Hilfe von Machtgrundlagen – zur Verfolgung eines bestimmten Zwecks beschreibt.“ Außer dass Lobbyisten externe Teilnehmer sind, erschließt sich mich der Unterschied zu anderen politischen Entscheidungsträgern (auch Politiker genannt) nicht.
    Ja, blub, Gehalt, Diäten, Honorar sind alles Worthülsen die für Einkommen stehen. Dahinter stehen vielleicht unterschiedliche rechtliche Vorgaben, es handelt sich aber im Kern immer um Einkommen aus Arbeit.
    Hab ich gesagt, dass Politiker nichts verdienen sollen? Natürlich sollen sie was bekommen, sodass Bestechung möglichst uninteressant wird. Oder man bestraft sie, wenn sie sich bestechen lassen, Stichwort Umsetzung der UNO-Regeln(?).
    Bürger können sowohl Kapitaleigner, einfacher Arbeitnehmer/Arbeiter, als auch irgendwas dazwischen sein (gibt noch ein paar mehr Klassen, aber das sind die wichtigsten).
    Klar, es geht um Profitmaximierung. Der Kapitalist exploitiert/beutet den Lohnarbeiter aus und teilt sich den Mehrwert mit anderen Kapitalisten. In seinen verschiedenen Formen heißt der Mehrwert Profit, Zins, Grundrente und Handelsgewinn.
    Heute sind aber die Grenzen stark verwischt, und Arbeiter sind mit ihrem Gesamtvermögen, dass in Pensionsfonds, auf Tagesgeldkonten, etc. angelegt ist, selbst zu Kleinkapitalisten/kleinen Kapitalisten geworden. In diesem Fall beuten sich Arbeiter über Umwege selbst und andere Arbeiter aus. Oder auch nicht, schließlich wandert der Gewinn in ihre eigene Kasse. So ähnlich wie Kleinunternehmer.
    Ihre Interessen entsprechen deshalb nicht automatisch denen von anderen Kapitalisten. Genauso wenig entsprechen die Interessen von Kapitalisten automatisch in jedem Punkt denen anderer Kapitalisten. Es gibt trotzdem Interessensüberschneidungen, das war das was ich mit meinen Beispielen zeigen wollte 🙂
    „Jeder nach seinen fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“, da können wir vermutlich übereinstimmen. Beim Weg dorthin aber vermutlich nicht immer. Das Problem ist nicht, dass manche Menschen nicht für ihr Einkommen arbeiten, sondern, dass nicht jeder nicht für sein Einkommen arbeiten muss 😉 (Vorsicht fieser Satz. ich schreib das, weils schon so spät ist ;)) Wie man das lösen könnte? Mit Vollautomatisierung, Nano-, Bio-, Neuro- und Informationstechnologie etc., also (vielleicht auch oder, kann ja immer noch perfekter werden) die Erreichung der höchsten Stufe der Produktivkräfte. Dann bräuchte es nur einen einzigen Kapitalisten der allen anderen die vollautomatisierte Bedürfnissbefriedigungsmaschine zur Verfügung stellt, und allen wird es ohne Arbeit ermöglicht ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Jeder könnte nach seinen Bedürfnissen leben, es ergäbe keinen Sinn, anderen diese vollautomatisierte Bedürfnissbefriedigungsmaschine vorzuenthalten, schließlich kann man selbst auch alle seine Bedürfnisse befriedigen, man würde einfach nicht reicher werden, wenn man anderen diese Maschine vorenthielte, eher ärmer… Ich habs extra ein bisschen lächerlich zugespitzt, aber im Grunde stimmt das, denke ich, schon.
    Das Bedürfniss nach Selbstentfaltung, lässt sich, denke ich, nur schwer mit Technologie befriedigen. Das Ding ist, wenn jegliche Arbeit von Maschinen übernommen wurde, kann jeder liebhaberisch (Liebhaberei: Begriff aus dem Steuerrecht, bezeichnet eine Tätigkeit der jemand ohne Gewinnabsichten nachgeht) seinen liebsten Tätigkeiten nachgehen und sich somit selbstentfalten.
    Es läuft eigentlich immer mehr auf eine Entwertung der Lohnarbeit hinaus. Z.B. LKW fahren wird bis spätestens 2030 wertlos sein im Sinne von, ökonomisch ergibt es keinen Sinn jemanden vorne im LKW sitzen zu haben, obwohl das Teil komplett selbstständig fahren kann. Deshalb forder(te)n Leute wie André Gorz auch ein bedingungsloses Grundeinkommen, um in Zwischenphasen, in denen Kapitaleigentum oder Arbeit noch nötig sein werden um seine Bedürfnisse befriedigen zu können, zu überbrücken.

    Nope, ich steh nicht darüber. Aber man kann auch Kapital zusammenschmeißen. Nichts anderes machen Genossenschaften, Aktiengesellschaften etc. Für einen Einzelnen sind 50000€ viel, für 200 Leute ist das wenig (250€/Person um genau zu sein). Nicht für alles braucht man einen Kredit, man muss also nicht für alles kreditwürdig sein 😉

    Mag schäbig sein, ich finds schäbiger Obdachlose zu zwingen obdachlos zu sein. Zudem ist an der Geschichte nichts gelogen, schließlich kommt das Geld Obdachlosen zu Gute. 😉

  98. Na – wir schaffenn das also doch noch zur späten Stunden 😉 !
    Zwei hätte ich noch: Warum brauchen wir die Bedürfnissbefriedigungsmaschine? Sind wir nicht technologisch längst so weit, unsere Grundbedürfnisse zu befriedigen? Sind die Supermärkte nicht (über-)voll? Wir werden doch eigentlich nur durch die Geldmittel von der Befriedigung unserer Bedürfnisse abgehalten?

    Wenn ich den – von Dir ja wohl studierten – Marx richtig verstanden habe, dann kann doch Profit aber nur durch Lohnarbeiter generiert werden –> ist das nicht gerade der Grund, warum man (= der Kapitalist [man stelle sich die Zeichnungen aus den Fünfzigern mit Zylinder und Sahnetortenstück + Zigarre vor]) sich eher vor einer Vollautomatisierung drückt? Kann aber auch sein, daß ich diesen Teil nicht wirklich verstanden habe…

    PS: Wenn das mit dem LKW-Fahrer wirklich so einfach wäre, würden doch die Spediteure schon wieder den Zug nehmen? Zur Not eben mit Privatbahnen?