Roidmi Eva im Test: Saug- und Wischroboter mit Entleerungsstation zum aggressiven Preis

Saug- und Wischroboter sind mittlerweile selbst für Otto-Normalverbaucher außerhalb der Tech-Blase zum Standard geworden. Doch die Hersteller locken natürlich regelmäßig mit neuen Modellen. Wer den Markt beobachtet, wird festgestellt haben, dass derzeit etwa automatische Entleerungsstationen im Trend liegen. Meistens sind derartige Modelle, wie beispielsweise der Roborock S7 MaxV Ultra oder auch der Ecovacs Deebot X1 Omni, jedoch kostspielig. Summen von über 1.000 Euro sind da eher die Regel als die Ausnahme. Roidmi ist hier für seine aggressiven Preise bekannt und kontert mit dem Roidmi Eva. Für euch habe ich mir dieses Set aus Saug- und Wischroboter mit Entleerungsstation einmal zur Brust genommen.

Getestet hatte ich da ja auch schon den Roidmi Eve Plus. Auch bei jenem Modell ist eine Entleerungsstation im Lieferumfang enthalten. Das Eva-Modell geht da aber weiter und leert, wie andere Flaggschiffe, eben nicht nur den Staub-, sondern auch den Wasserbehälter. Außerdem verfügt Roidmi Eva über rotierende Wischpads, die an den erwähnten Deebot X1 Omni erinnern.

Technische Daten Roidmi Eva

  • Saug- und Wischroboter mit Entleerungsstation
  • Navigation: Laser + ToF-Sensor
  • Saugkraft: 3.200 pa
  • Lautstärke: ca. 60 bis 70 dB
  • Akkukapazität: 5.200 mAh
  • Betriebszeit: bis zu zwei Stunden
  • Ladezeit: ca. vier Stunden
  • Sprachsteuerung via Amazon Alexa und Google Assistant
  • Kapazität des Staubbehälters am Roboter: 500 ml
  • Kapazität des Staubbehälters an der Station: 3 l
  • Kapazität des Frischwassertanks an der Station: 3,6 l
  • Kapazität des Schmutzwassertanks an der Station: 4 l
  • Maße / Gewicht (Roboter): 330 x 330 x 106 mm / 4,2 kg
  • Maße / Gewicht (Station): 382 x 400 x 465 mm / 9,8 kg
  • Besonderheiten: Teppicherkennung, Amazon Alexa, gezielte Raum-Reinigung, rotierende Wischmopps, kompatibel zur App Xiaomi Home
  • Lieferumfang: Roboter, Entleerungsstation, zwei Mopps, Ersatz-Seitenbürste, Anleitung, Stromkabel, fünf Staubbeutel für die Station, Reinigungs-Tool, Filter
  • Preis: ca. 700 Euro

Was vielleicht einige Leser aufhorchen lässt: Ihr könnt den Roidmi Eva über die App Xiaomi Home nutzen. Sehr praktisch, da die App sehr ausgreift ist und eben auch allerlei andere Geräte beheimaten darf. Im Übrigen stammt das Testmuster von dem Händler Geekmaxi, der den Saug- und Wischroboter derzeit für 599 Euro im Angebot hat, wenn ihr den Code „F8FDruT3“ im Warenkorb verwendet. Üblicherweise liegt der Preis sonst zwischen 700 und 800 Euro.

Ausstattung und Verarbeitung des Roidmi Eva

Interessant: Saug- und Wischroboter weisen meistens eine runde Form auf, der Roidmi Eva, erinnert aber eher an ein Viereck mit abgerundeten Ecken. Das zweite, auffällige Merkmal ist der Einschub mit der Bürste an der Unterseite, der deutlich kleiner ist als bei den meisten Konkurrenzmodellen. Hier machte ich mir anfangs ein wenig Sorgen, ob dies die Reinigungsergebnisse beeinträchtigen könnte. Dazu aber später mehr.

Ansonsten ist das Design des Roboters an sich nicht allzu ausgefallen. Merkmale wie den typischen Laser-Turm kennt man eben mittlerweile. Anders die Reinigungsstation, die in ihrem monolithischen Design eher an den Ecovacs Deebot X1 Omni als an beispielsweise den Roborock S7 MaxV Ultra erinnert. Neben einigen Bedientasten ist hier jedoch zusätzlich ein Farbdisplay integriert. Der Bildschirm weist z. B. darauf hin, wenn Staub- oder Schmutzwasserbehälter voll sind. Riesige Mehrwerte sehe ich hier jedoch nicht.

Sowohl Roboter als auch Station bestehen aus Plastik, das sich jedoch wertig anfühlt und sich nicht vor hochpreisigeren Modellen verstecken muss. Der Lieferumfang passt ebenfalls, da Roidmi sogar insgesamt fünf Staubbeutel beilegt. Einer davon ist direkt in die Station integriert.

Praxistest

Die Navigation löst der Rodimi Eva nicht nur über seinen Laser-Turm, sondern auch über einen zusätzlichen ToF-Sensor an der Vorderseite. Eine ausgefuchste Objekterkennung, um etwa Schuhe, Schlüssel, Spielzeuge oder andere Gegenstände zu erkennen, fehlt jedoch. Der Roboter kann Hindernisse von bis zu 2 cm Höhe überwinden, damit schafft er es auch auf höhere Teppiche. Auf denen kann er dank einer automatischen Erkennung auch automatisch die Saugkraft anheben. Anheben kann er seine Mopps allerdings leider nicht. Wischt der Roboter also, erkennt er Teppiche und meidet sie dann, bis auf den äußerten Rand. Wollt ihr somit, dass er über sie drüber saugt, muss er ein zweites Mal ohne seine rotierenden Mopps auf Tour gehen.

Die werden vor jeder Reinigung mit Wasser durchgespült und am Ende jedes Wischvorgangs dann mit heißer Luft in der Station getrocknet bzw. das schmutzige, abtropfende Wasser in den entsprechenden Schmutzwassertank geführt. Mit dieser Föhn-Funktion hat der Roidmi Eva dem Roborock S7 MaxV dann sogar etwas voraus. Da muss so ein Trocken-Element separat nachgekauft werden. Allerdings musste ich feststellen, dass sich hier dann doch der Preisunterschied zum Deebot X1 bemerkbar macht. Letzterer trocknet die Mopps wirklich durch, während beim Eva immer noch Nässe verbleibt. Einen eigenen Wassertank bietet der Roidmi Eva im Übrigen nicht. Er muss also immer nach einiger Zeit zurück zur Station brausen, um dort nachzufeuchten. Ihr könnt das Intervall einstellen, in dem er das tun soll – alle 6, 9 oder 12 Minuten.

Die Wischfunktion liegt dabei auf einem guten Niveau, denn die rotierenden Mops sind klar Konkurrenten überlegen, die nur einen feuchten Lappen mitziehen. Meiner Ansicht nach sind Lösungen mit vibrierenden Pads aber noch eine Ecke besser. Leichte Flecken bekommt der Eva jedenfalls locker weg. Eingetrocknetes wie Ketchup, Sirup, Tomatenreste oder ähnliches bringen den Sauger jedoch zum Aufgeben. Gilt für Konkurrenzmodelle jedoch genau so.

Die Saugkraft von 3.200 pa wäre vor einiger Zeit noch beeindruckend gewesen. Mittlerweile kommen viele Saugroboter jedoch schon auf 4.000 pa oder sogar mehr. Ich sprach auch schon meine Sorge wegen des unterdurchschnittlich großen Einsaugschachts aus. Die ist größtenteils unberechtigt, denn die Saugergebnisse sind in den meisten Szenarien wirklich gut. Allerdings lässt der Eva eben doch eher mal ein paar gröbere Krümel liegen, in denen ich es sonst vom Deebot X1 Omni gewohnt bin, dass er diese unverhohlen weglutscht.

Sonstige Anmerkungen zum Roidmi Eva

Die Absaugstation erzeugt, wie bei Konkurrenzmodellen, einen hohen Lärmpegel. Da sind ca. 85 dB drin. Nachts könnt ihr damit also Frau / Mann, Partner, Mitbewohner oder die Familie wecken oder gegebenenfalls eure Haustiere aufschrecken. Ebenfalls gibt es die erwähnte Trockenfunktion für die Mopps, die mit Luft über mehre Stunden die Trocknung herbeiführt. Ob das so energieeffizient ist, lasse ich dahingestellt, es ist aber nur aus nächster Nähe hörbar.

Roidmis Texte in der App für Xiaomi Home sind teilweise gewöhnungsbedürftig. „Staub sammeln & waschen“ etwa meint hier nicht den Reinigungsvorgang, sondern das Absaugen des Staubs an der Station bzw. das Säubern der rotierenden Mopps. Auf Tour schickt ihr den Eva mit „Reinigung startet“. Ihr müsst zwar den Roboter selbst nicht entleeren, wohl aber die Wassertanks in der Station und natürlich den Staubbehälter in selbiger so ca. alle 60 Tage entleeren. Je nachdem wie viel ihr saugt, kann das auch früher der Fall sein. Außerdem solltet ihr die Innenplatte der Station hin und wieder entnehmen und unter Wasser abspülen, denn dort hinterlässt der Roidmi Eva ebenfalls beim Trocknen Schmutzreste der Mopps.

Wollt ihr Xiaomi Home nicht nutzen, bietet Roidmi im Übrigen auch noch eine eigene App an, da habt ihr die Wahl. So oder so nimmt die Software eine automatische Raum-Aufteilung vor, die ihr allerdings auch manuell anpassen könnt. Sinnvoll, falls ihr nur mal einzelne Zimmer putzen möchtet. Virtuelle No-Go-Areale könnt ihr ebenfalls definieren. Auch das Erstellen mehrerer Karten für die Etagenreinigung beherrscht der Roidmi Eva.

Fazit

Der Roidmi Eva reicht nicht an die Saug- und Wischroboter-Flaggschiffe von etwa Roborock oder Ecovacs heran, kostet aber auch eine ganze Ecke weniger. Gestartet mit einer Preisempfehlung von ca. 900 Euro liegt der Preis beim Händler Geekmaxi mit dem Rabattcode „F8FDruT3“ derzeit bei 599 Euro. Da stimmt das Preis- und Leistungsverhältnis aus meiner Sicht absolut. Verbesserungspotenzial gibt es, da Saugen und Wischen nicht in einem Durchgang möglich ist, wenn ihr Teppiche verwendet. Letztere werden aber zuverlässig erkannt und umfahren. Außerdem könnte die Trocknungsfunktion der Station zuverlässiger arbeiten.

Die Saug- und Wischergebnisse sowie der sonstige Funktionsumfang und die Verarbeitung passen jedoch. Hier macht Roidmi mit dem Eva also schon ein preislich sehr attraktives Angebot, wenn ihr auf fancy Zusatzfunktionen wie eine Kamera oder die 3D-Objekterkennung verzichten könnt. Folgekosten gibt es natürlich dennoch zu bedenken, denn ihr müsst regelmäßig Beutel für die Station nachkaufen. Ist euch das genehm, wartet mit dem Roidmi Eva ein starkes Gesamtpaket, das ich als Preis-Leistungs-Kracher definitiv empfehlen kann.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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Ein Kommentar

  1. @André
    Interessanter Bericht. Besten Dank dafür.

    Eine Frage hätte ich. Wie hoch ist der Robbie, inklusive Laser Turm?

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