Roborock S7 MaxV Ultra im Test

Im Januar hat das Unternehmen Roborock seinen neuen Roborock S7 MaxV vorgestellt. Hierbei handelt es sich um einen Staubsaugerroboter, der auch wischen kann. Davon hat Roborock mittlerweile einen ganzen Schwung auf dem Markt. Ebenso gibt’s zahlreiche Mitbewerber, die mit guten Saug- und Wischrobotern für ab 300 Euro locken. Womit möchte der Roborock S7 MaxV begeistern, wie den Preis von 1.399 Euro (inklusive der Dockingstation im Ultra-Bundle) rechtfertigen?

Theoretisch drei Optionen:

Der reine Sauger: Grundsätzlich handelt es sich beim S7MaxV um einen aufgebohrten Roborock S7. Der S7 MaxV kommt mit einer maximalen Saugleistung von 5.100 Pa daher.  Wie beim S7 bietet man ein Paket mit Absaugstation als „S7 MaxV Plus“. Damit ist beim S7 MaxV aber nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. So hält man zudem ein Bundle (S7 MaxV Ultra) mit einem neuen Dock bereit. Hier wird beim Wischen automatisch auch der Mopp gereinigt.

Denn im Dock sind Frisch- und Schmutzwassertanks verbaut. Dies erlaubt dank automatischer Nachfüllfunktion des Wassers ein Wischen von bis zu 300 Quadratmetern. Heißt: Auch während des Reinigungsvorgangs im Dock kann der Mopp gesäubert und frisches Wasser automatisch nachgefüllt werden. Hierfür steckt ein Reinigungssystem im Dock. Zudem verbaut ist ein Staubbeutel, der – je nach Reinigungsfrequenz – für bis zu 7 Wochen Staub aufnimmt.

Bild: Der einzelne Saugroboter oder das Bundle mit einer Absaugstation fallen wie folgt aus: 799 Euro kostet der Robo allein, mit der Absaugstation als Roborock S7 MaxV Plus 999 Euro. Ultra-Käufer zahlen 1.399 Euro. Die genauen Unterschiede gibt’s hier.

Neue Möglichkeiten:

Eine Überarbeitung erfährt auch die für das „MaxV“-Modell (hier unser Testbericht) spezifische RGB-Kamera in der Front. Die wird mit 3D-Licht kombiniert. Sie soll Objekte besser erkennen und der Roboter jene bei Bedarf umfahren – Hundehaufen beispielsweise.

Zudem bietet man jetzt die Möglichkeit, Möbel, wie den Esszimmertisch, in der App für eine schnelle Reinigung anzuwählen. Anhand von Möbeln und Bodenbelägen werden durch den S7 MaxV spezifische Räume erkannt und Vorschläge zur Reinigung in Sachen Saugkraft sowie -intensität gemacht.

Der erste Eindruck:

Der Roborock S7 MaxV Ultra kam als schwarzes Modell zu mir. Das sieht schick aus, ist aber auch ein Hingucker im negativen Sinne. Man sieht jeden Krümel darauf und muss das Ganze separat ab und an abwischen.

Das Dock braucht seinen Platz (42,2 cm x 50,4 cm x 42 cm). Es ist in drei Bereiche unterteilt: Wassertank, Schmutzwassertank und Staubbeutelfach. Kritik: Mich nervt es, dass die Hersteller Beutel in den Geräten verlangen. Warum? Roborock hat schon gezeigt, dass es auch ohne geht. Schade fand ich auch, dass Roborock nur einen weiteren Beutel mitgibt – und auch ein Wischtuch ist dabei. Die Behälter des Saugers fassen 400 ml (Staub) und 200 ml (Wasser).

Falls jemand mal messen möchte bezüglich seiner Möbel: Knapp 9,7 cm ist der Roborock hoch. Für mich ist das bei den Geräten immer schade, denn obwohl sie ohne „Radarturm“ unter den Vorsprung meiner Küchenzeile kommen könnten, bleibt diese außen vor. Sehr nervig, denn gerade dort sammelt sich oft Krümelkram – und ich habe schwarze Fliesen (außer im Wintergarten, wie man auf den Bildern sehen kann).

Roborock S7 MaxV Ultra im Einsatz:

Der Roborock ist mit wenigen Handgriffen ins Netz gebracht (ein Konto wird vorausgesetzt) und einsatzbereit. Die erste Fahrt sollte der Erkundung eurer Wohnung dienen. Da erzähle ich vermutlich niemand etwas komplett Neues. Hindernisse bis zu 2 cm überwindet der Staubsaugerroboter. Hat man langflorige Teppiche, dann sollte man diese in der App als No-Go-Bereich kennzeichnen. Die App ist mächtig, die Funktionen vielfältig.

Wünsche bleiben in meinem Anwendungsfall kaum offen. Standards wie No-Go-Areas und virtuelle Mauern sind mit drin, aber auch Dinge den Teppich betreffend. Jene kann man umfahren lassen, wenn die Wischeinheit angebracht ist. Alternativ lässt sich das Wischtuch anheben, damit der Teppich nicht gewischt wird. Und da es sich um den Roborock S7 MaxV Ultra handelt, lassen sich auch Dinge bezüglich der Tuchreinigung einstellen.

Zog so ein wischender Staubsaugerroboter von Roborock früher immer den dreckigen Lappen durch die Gegend, so ist dies nun anders. Man kann den Lappen nach einer einstellbaren Anzahl von Minuten oder nach jedem Raum auf der Station „auswaschen“ lassen, um eine Kreuzkontamination zu unterbinden. Der sogenannte Moppwäsche-Modus bietet insgesamt drei Reinigungsstufen. Ebenso lässt sich jeder Raum bezüglich der Reinigung bearbeiten.

So werden der Eingangsbereich und der Flur vielleicht „volle Pulle“ gesaugt und gewischt, während das Wohnzimmer weniger intensiv gereinigt wird. Reinigungspläne, manuelles Reinigen und weitere Spielereien runden das Ganze ab.

Oben erwähnte ich bereits, dass ich eine Küchenzeile habe, die jeder Roboterstaubsauger verschmäht. Da muss ich immer von Hand ran. Alles in allem bin ich aber mit den diversen Saugmodi zufrieden. Wobei ich kein Kind von Traurigkeit bin und meist volle Pulle durchsauge – das ist zwar etwas lauter, aber das kann man ja machen, wenn man die Wohnung verlassen hat. Alternativ schließe ich die Tür, wenn ich eine punktuelle Raumreinigung mache. Ich kann aber jeden verstehen, der da Zeitpläne nutzt, um von der Reinigung nichts mitzubekommen.

Interessant ist für mich eher das Wischen, da ich hauptsächlich Fliesen habe. Hier erwähnte ich ja die Sonic-Mopp-Wischfunktion. Die rubbelt mit 1.650, 2.300 oder 3.000 Bewegungen in der Minute am Boden. Normale Verschmutzungen sind kein Problem, das macht der Sauger wie sein Vorgänger. Allerdings braucht ihr da nicht hoffen, dass ihr eingetrocknete Ketchup-Flecken von den Fliesen bekommt – nicht einmal die Gründlich-Funktion, die 2x eine Stelle wischt, schafft das. Das schaffe ich ja nicht einmal auf Anhieb, wenn ich mit einem Lappen ordentlich Druck ausübe.

Da müsst ihr weiter mit härteren Geschützen ran. Last euch da also nichts erzählen. Die oszillierende Wischfunktion entspricht leistungstechnisch dem Roborock S7, wobei dieser saugend „nur“ 2.500 Pa bietet, während der Roborock S7 MaxV Ultra mehr Saugleistung (5.100 Pa) spendiert bekommt. Das macht ihn im Maximum etwas lauter, aber nicht unaushaltbar. Dennoch lasse ich eher Räume saugen, wenn ich nicht drin bin.

Zum Akku: Laut Roborock hält dieser bis zu 3 Stunden, im „leisen Modus“. Der schafft auch nur wenig. Das Ganze hängt immer von Saugmodus und Beschaffenheit der Räume ab. Netto hat meine Küche mit Wintergarten eine Reinigungsfläche von 24 Quadratmetern. Hier hat der Sauger auf hoher Stufe saugend und wischend 27 Minuten benötigt. Dabei verbrauchte er 12 Prozent seines Akkus. Wären alle Räume gleich beschaffen und die Saugleistung überall identisch, könnte ich mir das nun ausrechnen. Hilft euch in eurer Wohnung aber nicht. Ist der Akku vor der geplanten Reinigung langsam am Ende, so sucht der Roboter seine Station auf und saugt später weiter, sofern er nicht im Nachtmodus ist. Immerhin: Der Akku wird schneller geladen. Früher waren gerne mal 6 Stunden drin, heute sind es 4.

Reinigen auf der Station funktioniert sehr gut und ist eine echte Erleichterung. Allerdings fand ich dies beim Roborock S7+, also dem mit der Absaugstation, spannender, denn diese ist beutellos. Ich habe mit dem Ultra also jetzt den Luxus des gereinigten Lappens, muss mich aber um Beutel kümmern.

Roborock S7 MaxV Ultra: Ein paar Gedanken dazu

Die Reinigungsleistung empfinde ich als wirklich gut, man spürt die verbesserte Saugleistung gegenüber dem Vorgänger natürlich, gerade auf dem Teppich. Ein Upgrade-Grund ist das aber für mich nicht. Ehrlich: In meinem Haushalt könnte ich das in einem Blindtest nicht sehen.

Der kleinere Staub- und Wasserbehälter (400 / 200 ml) im Vergleich zum S7 fällt nicht auf, wenn man die Ultra-Station im Einsatz hat.

Die gummierte Hauptbürste lässt sich leicht reinigen. Nicht ganz unwichtig für Haustierbesitzer.

Die Station ist nicht ohne Beutel nutzbar. Für mich ein Minuspunkt.

Wie der Roborock S6 MaxV hat der Roborock S7 MaxV eine Kamera. Unter der Haube setzt Roborock auf leistungsstarke Technik, führt beispielsweise einen Prozessor von Qualcomm ins Feld, der für Berechnungen der ReactiveAI getauften Technologie zuständig ist.

Dies ist eine optionale Bildverarbeitungstechnologie. Jene analysiert kontinuierlich die Umgebung des Roborock S7 MaxV und passt seine Reinigungsstrategie an: So können Gegenstände wie Vasen, Kinderspielzeug oder Tischbeine erkannt und umfahren werden – das vorsichtige Anstubsen sollte damit entfallen.

Auf der Karte werden Hindernisse angezeigt, ihr könnt live zuschauen, wie gereinigt wird. Top: Kot wird erkannt und umfahren.

Ihr könnt gar ein Videotelefonat über diesen Staubsauger führen. Sound und Bild sind okay. Ich selbst halte es für Quatsch, aber vielleicht will jemand seinem Hund Befehle geben, etwa dass dieser runter vom Sofa solle.

1.400 Euro kostet der Sauger nebst der Ultrastation. Viele Tester sprechen davon, dass das ein guter Preis für den Komfort sei. Tja, ich habe es aufgegeben, mit Leuten über Preise zu sprechen, weil das jeder anders sieht. Für mich wäre es purer Luxus und ich hätte so ein Gerät nicht erworben. Ich hab neulich darüber berichtet, dass es einen Saug- und Wischroboter von Dreame gibt, der im Angebot ab und an 299 Euro kostet. Keine Absaugstation und den Wischer muss man von Hand reinigen. Na und? Das wäre meine persönliche Budget-Sache gewesen, wenn ich entscheiden müsste. Der Roborock kostet ohne Station 800 Euro. Der wirklich gute S7 immerhin nur noch um 500 Eur0.

Aber um so etwas geht’s in einem Test ja nicht nur. Was ich damit sagen möchte: Der Roborock S7 MaxV Ultra ist ein tolles Gerät, vermutlich der momentane Benchmark unter den Allroundern – aber zu einem hohen Preis. Für die Kohle hätte Roborock mehr Zubehör in die Verpackung stecken können. Wer den Aufpreis zahlt, der bekommt einen Staubsaugerroboter, der auch mal mehrere Tage (auf keinen Fall eine ganze Woche) autark die Wohnung reinigt, ohne dass man nach ihm schauen müsste. Vermutlich eine spitze Zielgruppe: Menschen, die ein paar Tage weg sind, aber dennoch ihre Wohnung mehrmals reinigen lassen.

Ein Fazit für das Bundle „Roborock S7 MaxV Ultra„? Ein starker Staubsaugerroboter, der gut wischt und auch hervorragend saugt, wenn die Umgebung stimmt. Dank Station lässt er sich locker ein paar Tage autark betreiben. Roborock legt mit der Kombination die Messlatte sehr hoch, auch preislich. Wenn der Preis nicht stört, bekommt man hier wohl derzeit den Klassenbesten im Allroundbereich. Alternativen nannte ich bereits.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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10 Kommentare

  1. Ich habe ein paar Fragen hierzu:

    Erkennt der Sauger Teppiche automatisch oder wie wird geregelt, dass Teppiche nicht gewischt werden?

    Welche minimale Höhe wird für die Station benötigt?

  2. Gibt es ein paar Bilder von der 3D-Kartierung mittels neuem iPhone (zb. 12/13 Pro)?

  3. Wann kommt der denn endlich auf den Markt :/ will ihn unbedingt kaufen 😀
    Kann man eigentlich deine Testgeräte rauskaufen?

  4. Das sieht ja echt lecker aus in der Station. Also ich weiß nicht, ob ich regelmäßig 3 Eimer, die Station selbst und dann auch noch den Roboter selbst sauber machen möchte. Zudem „ein paar Tage autark“ das Schmutzwasser stehen lassen. Da bildet sich sicherlich ein schönes Biotop. Und dann dieses Monstrum auch noch irgendwo verstecken wird auch nicht ganz einfach.
    Ich persönlich würde ihn mir daher nicht kaufen, zumal ich den aufgerufenen Preis auch für überzogen halte und die Absaug-/Waschstation aus hygienschen Gründen auch nicht wirklich als Mehrwert betrachte.

  5. Wo kauft man die Ersatz-Staubbeutel oder passen alle handelsüblichen?

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