Polizei stoppt autonomes Google-Fahrzeug – weil es zu langsam war

artikel_googlecarEine fast schon witzige Story zum Wochenende. Google testet in den USA ja seine selbst fahrenden Autos. Damit diese nicht als Bedrohung angesehen werden, kommen sie nicht nur in einem überaus putzigem Design daher, sondern rasen auch nicht. Auf 25 Meilen pro Stunde ist die Geschwindigkeit der Fahrzeuge beschränkt, die Menschen sollen eine Chance habe, sich mit den Autos auseinanderzusetzen anstatt sie nur vorbeiflitzen zu sehen. Gleichzeitig dürfen die Fahrzeuge nur auf Straßen bewegt werden, die auf 35 Meilen pro Stunde oder weniger erlauben. Das langsame Fahrverhalten sorgte nun dafür, dass ein Polizist in Mountain View auf ein Google-Fahrzeug aufmerksam wurde, da sich hinter ihm ein Stau bildete.

googlecar_cop

Das Bild oben, das bereits seine Kreise durch das Internet zieht, entstand aus dieser Situation heraus. Natürlich erkannte der Polizist sofort, dass es sich um ein Google-Fahrzeug handelt, überprüfte aber dennoch, ob alles mit rechten Dingen zugeht – was es auch tat. Dies kann man dem Blogeintrag des Mountain View Police Departments entnehmen.

Google selbst verkündet indes via Google+, dass man nun bereits 1,2 Millionen Meilen ohne Strafzettel gefahren ist. Das entspricht einer menschlichen Fahrerfahrung von 90 Jahren. Und auch die Unfälle, in die selbst fahrende Autos von Google verwickelt waren, sind bisher nicht selbstverschuldet, das wertete Google schon einmal aus und informiert glücklicherweise auch darüber.

Interessant ist hierbei allerdings, dass Google bereits im Mai von 1,7 Millionen gefahrenen Meilen sprach. Unter Zuhilfenahme einfachster Mathematik heißt das doch, dass Google an irgendeinem Punkt einmal einen Strafzettel erhalten haben muss, oder? Geschwindigkeitsüberschreitung dürfte dafür zumindest nicht verantwortlich gewesen sein.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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15 Kommentare

  1. „Unter Zuhilfenahme einfachster Mathematik“ auf die Rechnung bin ich mal gespannt Sascha, handelt es sich dabei doch um einfachste Mathematik..

  2. Bei dem Bild frage ich mich: Wie winkt man denn ein autonom fahrendes Auto auf einen Parkplatz raus? 😉

  3. Das hab ich mich auch gefragt Tom

  4. Hab die News vorhin schon auf einer anderen Seite gesehen: Es muss – in der Testphase – immer ein Mensch im Auto sein. Der wird dann wohl das Auto auch auf den Parkplatz gefahren haben oder zumindest die Option „nächsten Parkplatz ansteuern“ aktiviert haben (sofern es sowas gibt^^)

  5. Karl Kurzschluss says:

    Mag lustig sein, aber ich halte das Problem für wichtig: Natürlich kann jedes Auto absolut unfallfrei fahren, wenn es wie eine Schnecke über die Piste schlecht. Aber Individualverkehr funktioniert so nicht. Vorhandene Tempo-Limits müssen ausgereizt werden.

  6. „We’ve capped the speed of our prototype vehicles at 25mph for safety reasons. We want them to feel friendly and approachable, rather than zooming scarily through neighborhood streets.“

    25 mph Begrenzung also gewollt, und warum?

    http://mountainviewpoliceblog.com/2015/11/12/inquiring-minds-want-to-know/

    „The Google self-driving cars operate under the Neighborhood Electric Vehicle Definition per 385.5 of the California Vehicle Code and can only be operated on roadways with speed limits at or under 35 mph.“

    Ein Neighborhood Electric Vehicle (NEV) darf nicht mehr als 25 mph fahren, ansonsten würde es nicht mehr in diese Kategorie fallen.

    Warum Google möchte, dass es als NEV gilt – keine Ahnung, keine Lust mehr gehabt weiter zu googlen.

  7. Naja, bei jeder Entwicklung muss man halt irgendwo anfangen. Außerdem war das wohl auch gefordert bei der Zulassung.

    In der Raumfahrt hat man die Menschen ja auch nicht gleich auf den Mars geschossen. Sondern erst mal auf den Mond. 😉

  8. @Karl Kurzschluss
    Denk mal einen Schritt weiter. Wie wird das wohl aussehen, wenn nur noch autonome Autos (heißen die dann Autoauto?) auf den Straßen unterwegs sind, die auch noch untereinander kommunizieren? Kann mir vorstellen, dass dann sogar die Tempolimits – zumindest außerorts – auch angehoben werden können.

  9. Typisch US Polizei, muss sich immer aufspielen… oder bangt da ein Verkehrspolizist um seinen Arbeitsplatz?

  10. @Sascha
    Ist doch einfach: Google hat 0,5 Millionen Meilen rückwärts absolviert. 😉

  11. „And that’s exactly what we’ve been doing with our fleet of 20+ self-driving vehicles and team of safety drivers, who’ve driven 1.7 million miles (manually and autonomously combined).“ Die 1,2 Millionen sind dann vermutlich nur die autonom gefahrenen Meilen ohne jemanden am Steuer.

  12. Da ist der Polizist an die Fahrertür gegangen und hat gesagt: „OK google, Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte“

  13. Hans VorderFuß says:

    @Capprice Bester Kommentar zum Thema

    während man sich im Spiegel Forum zum Thema sich die Köpfe einschlägt; man müsse ja gefälligst mindestens exakt so schnell fahren, wie gestattet, denke ich, Google tut gut daran, das Tempo in der Entwicklung zu drosseln. Ein Überfahrener, auch wenn er mutwillig vor’s Vehikel hüpft wäre eine so schlechte Presse, das man die autonomen Autos andersweitig, wenn überhaupt erforschen könnte.

  14. @ Karl Kurzschluss: „Vorhandene Tempo-Limits müssen ausgereizt werden.“ … Aber sonst geht’s noch, ja? Natürlich ist dem nicht so, es gibt eine Mindestgeschwindigkeit, aber wer die maximale Geschwindigkeit, auch seinen Mitmenschen zuliebe, nicht fahren möchte, muss dies auch nicht!

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