Bilanz nach 1,7 Millionen Meilen: auch selbstfahrende Fahrzeuge sind in Unfälle verwickelt

12. Mai 2015 Kategorie: Google, geschrieben von:

Autonom fahrende Straßenkreuzer, so sieht unsere Zukunft aus. Nicht mehr selbst ans Steuer müssen, sondern Dinge erledigen, während man von A nach B gebracht wird. Gleichzeitig sollen diese Fahrzeuge für weniger Unfälle sorgen, da der Risikofaktor Mensch (94 Prozent der Unfälle werden durch den Fahrer verursacht) außen vor gelassen wird. Dennoch, so ganz können sich auch die selbstfahrendes Autos von Google nicht den Unfällen entziehen, auch wenn sie selbst in keinem der Fälle Schuld haben.

Google_Auto

Für Google ist jede gefahrene Meile ein Teil des Lernprozesses. Unfallstatistiken sagen nicht viel über kleinere Unfälle aus. In elf solcher Unfälle waren auch Googles selbstfahrende Autos beteiligt, entweder tatsächlich autonom fahrend oder mit Fahrer. Schuld waren die Fahrzeuge an keinem der Unfälle, verhindert werden konnten sie jedoch auch nicht. Bei 1,7 Millionen Meilen sicher kein schlechter Schnitt.

Am häufigsten gibt es Auffahrunfälle, an roten Ampeln, an Stoppschildern, aber auch auf freier Strecke. In den Straßen von Städten kracht es häufiger als auf Überlandfahrten und viele Fahrer achten nicht auf den Verkehr, diese Erkenntnis konnte Google auf den Testfahrten gewinnen. Und lässt diese entsprechend in die Entwicklung mit einfließen.

Googles Fahrzeuge haben einen 360 Grad-Blick, der sich über eine große Fläche erstreckt. Gefahren werden erkannt, bevor sie ein Mensch wahrnehmen könnte, folglich kann auch schneller reagiert werden. Dabei können aber keine Gesetze der Physik gebrochen werden, auch autonome Fahrzeuge haben einen Bremsweg. Welche Probleme im Straßenverkehr auftreten, beschreibt Chris Urmson (Leiter von Googles Programm für selbstfahrende Fahrzeuge) in einem Blogpost. Sehr interessant, vor allem da Situationen gezeigt werden, die alles andere als unrealistisch sind. Verkehrsteilnehmer, die noch schnell trotz Rot über die Ampel fahren, Fahrzeuge, die über mehrere Spuren abbiegen, Fahrradfahrer, die es nicht mehr während der Grünphase über eine Kreuzung schaffen.

Die selbstfahrenden Fahrzeuge werden irgendwann dafür sorgen, dass es zu weniger Unfällen kommt. Aber Unfälle ganz verhindern können, werden auch diese Fahrzeuge nicht. Auch dürfte klar sein, dass diese Art der Bagatellschäden mit mehr autonomen Fahrzeugen immer mehr abnehmen werden, da der Fahrer keine falsche Entscheidung mehr treffen kann und auch nicht dafür verantwortlich ist, permanent auf den Verkehr zu achten.


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