Nacon MG-X Pro – „Designed for Xbox“-Gaming-Aufsatz für Android-Smartphones ausprobiert

Vor nicht ganz vier Monaten durfte ich euch hier im Blog den offiziellen Xbox-Controller oder viel mehr Controller-Aufsatz für Android-Smartphones von Nacon vorstellen. Das Teil hört auf den Namen MG-X und kam im Großen und Ganzen gut weg. Nun hat Nacon aber hochwertigeres Modell mit dem Namenszusatz „Pro“ vorgestellt, das ich ebenfalls in meine Finger bekommen habe. An dieser Stelle also ein paar Worte zu dem Gerät. 

Falls ihr iPhone-Nutzer seid, an dieser Stelle noch ein Mal der Hinweis: Das Ding ist nur für Android-Smartphones gedacht und daher leider keine Option für euch. Müsst ihr eher in Richtung Backbone schielen. Aber zum Gerät: Im Inneren der Verpackung findet ihr etwas Papierkram, ein USB-C-Kabel und natürlich den Controller selbst. Kurz gefasst: Der Aufsatz sieht aus, als hätte Nacon einfach einen Xbox-Controller genommen und diesen in der Mitte zersägt. Dazwischen baut man eine Halterung mit Auszug und Federmechanismus und fertig ist der MG-X-Pro.

Dadurch ergibt sich direkt ein großer Vorteil, denn der Pro lässt sich durch die Griffe deutlich besser und ergonomischer halten. Legt man das Gerät neben einen Xbox-Controller, stellt man fest, dass die Dimensionen nahezu übereinstimmen und Nacon lediglich die Form der Griffe etwas verändert hat. 

In puncto Spezifikationen unterscheidet man sich kaum vom normalen MG-X, denn auch der Pro fasst Smartphones bis zu einer Display-Diagonale von 6,7 Zoll (ca. 17 cm). Auch ein iPhone 13 Pro Max mit Hülle passt da gut rein. Vibrationsmotoren sind auch in diesem Modell keine vorhanden.

Die Akkulaufzeit liegt bei 20 Stunden, die man so aber nicht für bare Münze nehmen kann, denn – wie auch Nacon zugibt – hängt es „stark vom Benutzerverhalten“ ab, wie ausdauernd der Controller-Aufsatz ist. Geladen wird per USB-C. Mein Modell hat schon mehr als 10 Stunden auf dem Buckel und zeigt noch keine Schwäche. Der Ladestand des Akkus wird aber leider nicht in den Bluetooth-Einstellungen angezeigt. 

Was ich weniger erfreulich finde, ist, dass man auch beim Pro-Modell auf Bluetooth 4.2 setzt und nicht Bluetooth 5 unterstützt, das, bezogen auf Latenz, besser geworden ist. Merkt man auch beim Spielen, denn auch bei diesem Modell reagiert das Smartphone manchmal leicht verzögert auf eure Eingaben. Wer es mit dem Spielen am Smartphone also ernster meint, als nur mal etwas zu daddeln, der greift auch hier lieber zum verkabelten Controller. 

Doch Nacon hat nicht nur in der Form, sondern auch an anderen Stellen verbessert. Die Sticks sind wesentlich hochwertiger verarbeitet, sitzen in einem besseren Sockel und sind am Kopf abgeflacht, wodurch der Daumen deutlich griffiger mit dem Stick arbeiten kann, als das beim MG-X der Fall ist. Die Sticks springen auch leichtgängiger und besser in die mittlere Position zurück. 

Der Xbox-Button rutscht etwas nach oben und wer sich an einen Xbox-Controller gewöhnt hat, weiß sofort wo der Finger hingehört. Bleiben wir bei den Buttons, dann sind die für X, Y, A und B auch etwas flacher und größer geworden. Sie lassen sich besser drücken, vermitteln aber immer noch den Eindruck, als ob da drin irgendetwas schleift. Beim Zurückspringen nach oben machen sie ein eigenartiges Geräusch und sie sind mir nicht „clicky“ genug, wie das bei den Buttons am Xbox-Controller der Fall ist. Die Leichtgängigkeit könnte hier nochmals verbessert werden. 

Deutlich besser sind die Schulterbuttons und vor allem die Trigger. Quasi eins zu eins so wie beim Xbox-Controller. Leichtgängig, kommen zügig in die Position zurück und haben einen nicht zu kurzen, aber auch nicht zu langen Druckpunkt. Daumen hoch. 

Nun sind wir um den Controller „herumgegangen“ und können uns dem Pairing widmen. Direkt beim ersten Anschalten springt der Controller in den Kopplungsmodus. Von hier an kann er in den Bluetooth-Einstellungen gefunden werden. Ist das nicht der Fall, dann könnt ihr mit einem Druck auf den Bluetooth-Button das Koppeln initiieren. Jetzt könnt ihr Stadia, Xbox Cloud Gaming, GeForce Now oder jedes verfügbare Spiel aus dem Play Store mit dem Controller spielen.

Funktionierte in meinem Test alles problemlos und die Störungen durch etwa schlechte Druckpunkte oder Ähnliches sind hier nicht vorhanden. Einzig das Latenz-Thema ist vor allem bei Rennspielen spürbar und besonders dann ärgerlich, wenn man die Kurve zu spät bekommt und bei Forza Horizon 5 die Online-Spieler nur noch von hinten zu sehen sind.  Passiert nicht immer, kommt aber eben vor, und zwar nicht nur beim Cloud-Streaming (da könnte ja auch die Verbindung zum Server schuldig sein). Solltet ihr Interesse an dem Gerät haben, müsst ihr 99,90 Euro in die Hand nehmen. Die 10 Euro mehr im Vergleich zum normalen Modell lohnen sich meiner Meinung nach auf jeden Fall. 

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Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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4 Kommentare

  1. Ich verstehe den Vorteil eines solchen Gerätes nicht.

    Ein Xbox Controller kostet ca. 60€, eine Halterung als „fester“ Clip für das Gerät ca. 15€.
    Für 75€ bin ich flexibler, weil ich den Controller auch für die Xbox, den PC oder sonstwas nutzen kann. Ich kann den Controller so halten, wie ich es gewohnt bin, weil das Handy obendrauf klemmt. Und ich kann das Handy während des Zockens laden und in der Hülle lassen.

    Ist das Spielgefühl mit einem solchen Controller hier so viel besser, dass sich das lohnt?

  2. Call of duty mobile kann man damit nicht spielen zumindest nicht mit dem normalen model .. was extrem nervt da ich davon ausgegangen bin, dass ich durch das Bluetooth gleich bin mit dem Xbox Controller ….

  3. Soll man den Controller auch mit Handschuh bedienen können oder warum sieht der so klobig aus. Alleine das Steuerkreuz ist doch irgendwie aus ein anderen Zeit.

  4. Bei keine Akkuanzeige und Bluetooth 4.2 hat sich das Teil für mich dann schon erledigt gehabt.

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