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Michelin vernetzt bis 2023 alle seine PKW-Reifen

Michelin vernetze laut eigenen Aussagen noch bis 2023 alle seine Pkw-Reifen. Erreichen will man das über RFID-Chips. Schon 2020 will man bis zu 1,5 Mio. Autoreifen mit RFID-Chips ausgeliefert haben bzw. noch liefern. Diese Art der Vernetzung sei kostensparend und effizient für Autofahrer, Werkstätten und Handel.

Die RFID-Chips werden direkt in die Reifen einvulkanisiert. Sie können dann z. B. Auskunft zum Zustand des Reifens geben. Insbesondere ermögliche die Technologie ein verbessertes Reifenmanagement über die gesamte Lebens­dauer, so Michelin. Man sei auch bereits mit Autoherstellern im Gespräch. So sei es denkbar, dass neben der Tankanzeige auch der Zustand der Reifen im Armaturenbrett angezeigt werden könnte.

Das sei auch bei zunehmend automatisierten Fahrzeugen durchaus ein wichtiger Faktor. Die RFID-Chips erlauben es aber auch dem ESP-System, sich der Reifencharakteristik anzupassen: Ein Winterreifen besitzt andere Bremseigenschaften als ein Sommerrei­fen. Da gibt es also Optimierungsmöglichkeiten. Mithilfe der RFID-Chips können ebenfalls Informationen zur Lebensdauer des Reifens und Bestandteile zu verschiedenen Rohstoffen, aus denen der Reifen hergestellt wurde, ermittelt werden. Durch den Abgleich der Informationen könnten Recycling-Prozesse optimiert werden.

Die Nachfrage nach vernetzten Reifen im Markt steige laut Michelin stetig. Man fertige in Deutschland viele Chips, die dann auch an andere Standorte im Ausland exportiert würden. Die RFID-Chips sollen aber auch helfen Fehlmontagen in Werkstätten zu vermeiden. Auch können Lagerbestände durch das Auslesen der Reifendaten effizienter kontrolliert und der Bedarf an Neureifen angepasst werden.

Für LKWs sind RFID-Chips mittlerweile bereits Standard geworden. Nun soll sich die Technik eben auch im Bereich der PKW ausbreiten.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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21 Kommentare

  1. Soweit ich las, dient RFID in LKW-Reifen ausschließlich der Identifizierung der Reifen.
    Wie soll denn ein Chip den Zustand der Reifen erkennen können? Gibt es da Zusatzinformationen?

    • Mit zusätzlichen Chips halt (Luftdruck, Temperatur, etc). Sensoren für Luftdruck sind für manche Fahrzeugklassen schon seit ein paar Jahren Pflicht. Die Displays dafür sind aber recht klobig.

      Für den Wagen von Kevin und Jessica bringt das nicht viel, die können sich auch mal bücken und/oder an die Tanke ranfahren. Aber wenn man eine ganze Flotte unterhält dann ist das schon ein hilfreiches Werkzeug. Wenn man zu den Sensordaten noch die Laufleistung automatisch aufzeichnet kann man damit Wartung und Logistik optimieren.

  2. Der Zustand des Reifens…. reines Marketing geblubber, da hilft nur ein Blick auf den Reifen. Für Flottenmanagement ist es interessant, aber mir kommt Michelin da eher so vor wie seht her jetzt ist auch im Reifen Indutrie 4.0 drin.

  3. Die Tage schon gelesen, dort stand nur, daß über den RFID Chip das Alter des Reifens ausgelesen werden kann (natürlich zusätzlich zum Modell), aber der Zustand ist vollkommen unmöglich.

    • Das Alter sagt ja schon mal was über die Qualität des Materials aus. Das altert auch ohne Nutzung.
      Dann lässt sich mit einem Chip, wenn er Sensoren bekommt, auch die Laufleistung ermitteln. Auch die gibt Auskunft über den Zustand.
      Und über einen Verlauf der Temperaturen und Luftdrücke im Reifen, lässt sich sogar sehr viel über den Zustand des Reifen aussagen.

      RFID muss nicht nur passiv sein. Hinter dem RFID-Teil kann eine komplette Logik sitzen. Und die nötige Energie lässt sich auch aus der Drehbewegung des Rades erzeugen.
      Rein technisch geht also ne ganze Menge!
      Mal schauen, wie weit Michelin da wirklich geht.

      • Krümelmonster says:

        Das System gibt es seit Jahren, lediglich die Verwendung in PKWs ist noch neu.
        Da ist nichts aktiv, da steckt ein ordinärer RFID „Chip“ in der Reifenflanke. Das Thema ist weit über 4 Jahre alt.

        „Vernetzte“ Reifen gibt es im Motorsport schon längst, da können echte Daten live nachverfolgt werden. Nennt sich Michelin Track Connect. Da werden Sensoren von der Innenseite her angebracht und eine Blackbox im Fahrzeug installiert. Das ist aber was völlig anderes und für den Alltag unnütz und vor allem teuer.

      • Bitte mal selbst die News korrekt lesen:

        „Im PKW-Reifen soll der RFID-Chip gleich zum Anfang die Serienproduktion der Autohersteller vereinfachen: Maschinen lesen den entsprechenden Reifencode aus und per Datenabgleich ist gewährleistet, dass nur die richtigen Reifen an das jeweilige Fahrzeugmodell kommen. Später beim Reifenhändler fährt der Kunde an den Lesegeräten vorbei, und sofort hat der Händler sämtliche Informationen über den Reifentyp, sein Produktionsdatum, seine Zusammensetzung und darüber, wie lange er bereits im Einsatz ist.“

    • Vorallem es ist ja nicht so, als dass man die Infos bereits ja schon auf den Reifen lesen könnt

      Steht ja alles drauf, man muss sich nur bücken

    • Vorsicht mit „unmöglich“.

      Ich habe selber einen Satz Reifendrucksensoren mit RFID an meinem Motorrad. Da ist alles einfach im Ventil-Stöpsel untergebracht.
      Im Gegensatz zu dem meisten Stöpsel-Sensoren, welche Bluetooth verwenden, müssen die RFID Stöpsel keine Batterien enthalten und sind daher auch kleiner und leichter.
      Einfach einen kleinen Schlüsselanhänger dranhalten, dieser sendet ein Erregerstromfeld, und der RFID-Sensor kann damit arbeiten und das Ergebnis zurück liefern, welches dann auf dem Schlüsselanhänger angezeigt wird.

      Alles keine Zukunftsmusik und auch billiger als die üblichen, fest in die Reifen eingebauten RDKS.

      Nicht ganz so komfortabel wie eine Cockpitanzeige, aber ich muss den Reifendruck auch nicht jede Sekunde während der Fahrt vor Augen haben. Ist aber schon den entscheidenden Schritt einfacher immer wieder mal zu Prüfen, als ohne.

      • Naja, bei einem Auto ist es wohl wichtiger dauerhaft den Luftdruck zu prüfen, als nur 1x vor der Fahrt.

        • Schon richtig, deswegen haben ja auch Neuwagen die Dinger verbaut, und auch bei den Zweirädern gibt’s welche die das Serienmäßig haben. Wenn das bei Druckabfall Alarm schlagen kann, ist es halt ein definitives Sicherheitsplus.

          Solange die Anzeige in das Cockpit integriert ist, ist ja auch alles fein. Nur wenn man für ne Nachrüstung ein neues Gizmo platzieren muss, habe ich da — beim Motorrad definitiv und um PKW tendenziell auch — keine Lust drauf.

          Wollte auch nur darauf hinweisen das dies mit RFID möglich ist. Passive RFIDs mit Reichweiten von einem halben Meter sind nix besonderes. In einem Auto kann man da ja einfach die aktive Komponente irgendwo im Radkasten unterbringen.

          Die üblichen RDKS, die in PKW-Rädern (von innen) in das Ventil verbaut sind, haben Batterien und funken im Bluetooth & WLAN Frequenzbereich rum.
          Die „Verschmutzen also den Äther“/ sind Störquellen für die Signalqualität für andere Geräte in diesem Frequenzbereich.
          Die Batterien halten länger als der Reifen (üblicherweise), aber die RDKSmüssen deswegen auch gewechselt werden, und die sind nicht billig.

          Mein Mechaniker war neulich auch Froh das ich keinen RDKS im Reifen habe, weil das aufziehen des neuen Gummies auf die Felge nun mal ein (kontrollierter) Gewaltakt ist, und wenn ein RDKS-Sensorpaket angebracht ist muss man extra aufpassen den dabei nicht zu beschädigen.

  4. Ich sehs schon kommen wie bei Druckern: „Dieses Fahrzeug unterstützt nur original Michelin-Reifen, bitte installieren Sie korrekte Original-Reifen“ und dann weigert sich das Auto zu fahren…

    • Das könnte kommen. Andererseits wäre es gut, wenn das Auto mit Winterreifen, die nur bis 160 zugelassen sind, auch nicht schneller fahren würde als eben diese 160.

    • Da geht der Weg hin, das ist der Plan.

      • …und wenn das in dem (z.B.) 16 stelligen Zahlencode den das eingebackene RFID Ding stumpf sendet verschlüsselte Produktionsdatum mehr als 5 Jahre zurück liegt, verweigert der Bordcomputer die Weiterfahrt und Post vom Vertragshändler mit Angebot liegt schon im Briefkasten 🙂

      • Was soll da jemand wie ich tun der einfach mal recht unübliche reifengrößen hat? Extra zahlen für nen chip den ich nicht brauch? Ne danke ich bleib lieber bei ungechipt, bin ja schon froh das ich die reifensensorem aus dem Steuergerät codiert bekommen habe da brauch ich nicht noch einen chip extra der dazwischen funkt wenn etwas nicht so läuft wie der Programmierer das möchte.

  5. Krümelmonster says:

    Die sind in etwa so „vernetzt“ wie T-Shirts von Modeketten. Das sind nur Identifikationslabel.

  6. Dann kommt irgendwann in die STZVo daß die Zulassung von Reifen nach XY Jahren nach deren Produktion erlischt. und jeder Polizist oder gar jede Politesse hat nen RFID_Scanner , liest den Reifenstatus aus und verpaßt Knölchen oder ne Kralle. Gläserner Bürger bzw. Autofahrer … damit auch Polizisten/-tessen sich nicht mehr bücken müssen.

    • Und? Wenn die Zulassung erlischt und es kommt zum Crash, dann zahlt die Versicherung nicht. Somit kann man dankbar sein für einen Hinweis der Polizei, selbst dann noch, wenns kostet 😉

    • Das Herstellungsdatum ist auf die Reifen aufgedruckt (Stichwort: „DOT-Nummer“).

      Für den beschriebenen Fall bräuchte es also keine neue Technologie.

      Da die Weichmacher im Gummi sich verflüchtigen, werden die Reifen unabhängig von ihrer Beanspruchung mit der Zeit auch schlechter (spröde und weniger „greifend“). Ein Höchstalter ist daher durchaus nicht so unsinnig, auch wenn (aktuell) nicht durch gesetzlichen Zwang, sondern man sollte selber darauf achten.

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