Google Pixel: Deshalb gibt es EIS statt OIS – auch für 4K-Aufnahmen

Google App Artikel LogoTrotz bester Werte im DxOMark Kameratest, ein großer Kritikpunkt an der „besten Smartphone-Kamera“ in den Google Pixel-Smartphones bleibt bestehen: Das Fehlen von OIS. Google setzt statt auf eine optische Bildstabilisierung auf eine elektronische (EIS), das heißt, die Software übernimmt den Job, Verwackler aus Bildern und Videos zu entfernen. Dass dies nicht zwingend ein Nachteil sein muss und sich langfristig sogar als Vorteil erweisen kann, versucht Google nun zu erklären. Warum man sich nämlich für EIS oder OIS entscheidet, hängt ganz davon ab, welches Ziel man mit der Stabilisierung verfolgt.

pixel

OIS wird in der Regel verwendet, um Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen zu verbessern. Eine längere Belichtung bedeutet grob heruntergebrochen ein besseres Bild. Allerdings sind Stabilisierungen durch OIS vorrangig für Fotos gedacht, die optische Bildstabilisierung zeigt hier einen stärkeren Effekt als bei Videoaufnahmen. Und die möchte Google eben mit EIS verbessern. Das Problem, das sich daraus allerdings ergibt: Es muss mehr Video aufgenommen werden als benötigt wird.

Auf diese Weise kann dann ein bestimmter Rahmen auch bei Wacklern erhalten werden. Beim Nexus 6P – ebenfalls mit EIS ausgestattet – sorgt dies dafür, dass EIS nur bei Aufnahmen mit 720p oder 1080p eingesetzt werden konnte, 4K-Aufnahmen können nicht stabilisiert werden. Das ist bei den Pixel-Smartphones nicht der Fall, auch 4K-Aufnahmen werden via Software stabilisiert, was wiederum bedeutet, dass mehr als 4K-Auflösung aufgenommen wird.

Warum setzt Google aber nicht einfach dennoch auf OIS? Hat laut Google einen einfachen Grund: Es wird nicht benötigt. Durch die verwendete Pixelgröße gibt es auch bei Low-Light-Aufnahmen genug Licht und EIS bietet einen entscheidenden Vorteil. Da es sich um einen Algorithmus handelt, kann dieser im Laufe der Zeit sogar verbessert werden, etwas, das bei OIS nicht möglich ist.

Es klingt eigentlich recht schlüssig, was Google da erklärt. Bleibt nur zu hoffen, dass der Algorithmus auch gut funktioniert und am Ende nicht frustrierte Kunden zurückbleiben, die sich das nächste Software-Update herbeisehnen. Um schlechte Bilder sollte man sich keine Gedanken machen müssen, Google zeigte zur Präsentation der Pixel-Smartphones bereits, was die Kamera kann.

Funktionen wie HDR+ sollten gute Bilder liefern, auch wenn man kein Profifotograf ist. Und auf gute Bilder, die dem Auge des Betrachters gefallen, kommt es ja letztendlich an. Welche Technik zum Ziel führt, dürfte den meisten Nutzern schlichtweg egal sein.

Mehr zum Google Pixel:

Google Pixel vorgestellt

Wissenswertes zum Google Pixel bei der Deutschen Telekom

So habt Ihr abgestimmt: Pixel und Pixel XL – kaufst Du Googles Android-Smartphone?

(Quelle: Pixel User Community, 9to5Mac)

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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18 Kommentare

  1. Tja, der Nachteil ist aber auch, dass man IS wieder abschalten könnte oder sogar verschlechtert.
    Oder wie beim 5X künstlich weglässt obwohl es mit gemoddeter Camera X App (die vom großen Bruder) problemlos geht.

  2. Hmm – Filme kann man tatsächlich per Software entwackeln. Denn da werden ja nicht die einzelnen Bilder behandelt, sondern aufeinanderfolgende Bilder werden angeglichen.
    Bei Fotos geht das nicht, da bleibt nur, die Empfindlichkeit hochzuschrauben, was immer mit mehr Rauschen einhergeht.
    Weshalb ich eine optische Stabilisierung immer von Vorteil ist. Denn die schließt ja eine Behandlung von Filmen per Software nicht aus.

  3. „Durch die verwendete Pixelgröße gibt es auch bei Low-Light-Aufnahmen genug Licht“ Das ist ja fast schon zynisch 🙂

  4. Wer ist richtig schön und wackelfrei haben will, holt sich Osmo mobile und fertig. Danach hat man immer perfekte Aufnahmen.

  5. Bleibt eigentlich die Frage, warum nicht beides? Eis kann jedes smartphone bekommen nur eine Frage der Software. Ois nachträglich nicht mehr.

  6. OiS braucht auch kein update es funktioniert gleich perfekt. 🙂

  7. Was ein schmarrn. Warum nicht einfach beides? So wie es andere Hersteller machen?
    Die meisten Leute machen deutlich mehr Fotos als Videos, somit wäre OIS eigentlich vorzuziehen, da es im Alltag mehr Vorteile bringt — längere Belichtungszeit ohne Wackler, dadurch verbesserte Aufnahmen bei wenig Licht. Auch für Videos bringt OIS etwas, in Verbindung mit EIS ist es optimal, da EIS dadurch weniger ausgleichen muss und somit (theoretisch) weniger Rechenzeit benötigt wird.

    Google hat ganz einfach gespart. Bei einem extrem teuren Phone, dessen Design von HTC (Front) übernommen wurde und eine furchtbare screen-to-body ratio hat (dicke, unnötige Rahmen oben und unten). Auch die Stereo-Frontlautsprecher hat man weggespart. Traurig Google, wirklich traurig. Da will man mit den großen mithalten, vergeigt es aber vollkommen. Ich hoffe das Google damit, ähnlich wie diversen Phones zuvor, auf die Nase fällt.

  8. @Django1
    OIS hat aber auch Nachteile wie Aufbaugröße und Ausfallrate die man ohne nicht hat (ob das was aus macht keine Ahnung). Interessant hätte sicherlich eine Kombination von beiden gewirkt ob so einfach machbar ist die andere Frage. Denn wenn man 2 von einander unabhängige Entwacklungsverfahren einsetzt bin ich mir nicht sicher das dies so einfach klappt.

  9. Komplettes bullshit Statement von Google. EIS kann OIS in heutigen Smartphones nicht gleichwertig ersetzen. Hauptproblem ist der Rolling shutter, den man bei wacklern durch Software nicht immer korrigieren kann. Eine optische Lösung kann das sehr wohl, weil der wackler eben abgefangen wird und gar nicht erst auf das Bild kommt. OIS kann man bei allen Lichtverhältnissen sehr gut gebrauchen.

  10. @Pietz
    was hat der Rolling Shutter von CMOS Sensoren mit Verwacklungen zu tun?

  11. Hat´s nun HTC gebaut oder nicht???
    Dass Smartphone würde mich schon interessieren!
    Aber der Hohe Preis dafür ist echt eine Frechheit.
    Ich dachte die Beste Handy/Smartphone Kamera kam von Nokia Carl Zeiss! Oder von Sony, die hatten bis zu 24 MP.

    Dass die aktuellen Google Smartphone s net Staub u. Wasser geschützt sind is heut zu Tag sehr schwach! Hätte mir n SD Karten Slot sehr gewünscht.
    Bleibt nur zu hoffen, dass Google sein Update Aktualisierung Zsyclos dafür erhöht!
    4 bis 5 Jahre.

  12. @David – Wenn Du eine Aufnahme elektronisch entwackelst, kann es wegen des Rolling-Shutters zu einem „wabernden“ Bild kommen. Sieht dann ziemlich wirr aus 🙂
    Auch kann die Bewegungsunschärfe plötzlich variieren oder, je nach Stärke, die Richtung wechseln (kurzzeitig) durch elektronische Stabilisierung (dürfte man nur bei wenig Licht und einzelnen Lichtpunkten oder bewegten, leuchtenden Objekten bemerken)

  13. Hier wird das Problem schön erklärt und gezeigt – und auch eine Lösung aufgezeigt, die aber so vermutlich in noch keinem Smartphone integriert ist?!
    https://www.youtube.com/watch?v=I54X4NRuB-Q

  14. @Boris, für Video macht das Sinn. Hatte Pietz aber so verstanden als meinte er Fotos. („weil der wackler eben abgefangen wird und gar nicht erst auf das Bild kommt.“)

    Mal abgesehen davon, dass wir uns einig sind, dass ein optischer Stabilisator eigentlich überlegen ist

  15. Laut Google wird genau das getan „This works by sampling the gyroscope at 200x a second“ https://www.youtube.com/watch?v=q4y0KOeXViI&feature=youtu.be&t=1703

    Denn normalerweise führt gerade OIS bei Videos zu diesem unschönen „Wabbel-Effekt“, laut Google soll dieser Effekt beim Pixel durch deren EIS nicht auftreten. Ob das stimmt muss sich aber erst mal zeigen.

    Für Fotos hingegen wäre OIS ein Zugewinn gewesen.

  16. Was Google da betreibt ist grober Unfug. Zum einen ist die Hardware ihren Preis nicht Wert, zum anderen kann man sowohl OIS als auch EIS parallel verbauen. Und könnte es auch voneinander unabhängig steuern.

    Es ist Schwachsinn zu behaupten, dass allein durch die Pixelgröße schon eine bessere Fotoqualität erreicht wird. An sich stimmt es in gewisser Hinsicht, entbehrt aber keinesfalls einen optischen Bildstabilisator, da auch größere Pixel einfach auch irgendwann mal am Limit sind, was die Lichtaufnahmemöglichkeit betrifft. Und das ist schon bei leicht fortgeschrittener Dämmerung einfach der Fall.

    Google hat sich ganz massiv verplant, und zwar in komplett jeder Hinsicht. Am falschen Ende gespart und ein Pseudo-Luxusgerät geschaffen.

  17. smorgasbroed says:

    Diese Argumentation „wird nicht benötigt“ ist ganz klar völliger Bullshit. Eine mechanische Bildstabilisierung stabilisiert eben mechanisch (entweder die Optik/Strahlengang oder den Sensor), was dazu führt, dass auch das Sucherbild (hier auf dem Bildschirm) ruhig ist. Und es geht eben genau nicht (nur) um Low-Light-Aufnahmen. Auch Aufnahmen mit meinetwegen 1/100 profitieren davon und sind schärfer und klarer. Mir ist klar, dass OIS bei Videos durchaus zu ungewünschten Nachzieheffekten kommen kann, aber das kann man sicherlich in Software lösen heutzutage und das Feature auch abschaltbar machen.

    Schlimm an der ganzen Angelegenheit ist, dass manche „Fach“-Presse diesen „EIS“ Bullshit-Euphemismus als „Bildstabilisierung“ verkauft und somit genau das unterstützt, was Google erreichen will: Das man zwei völlig verschiedene Dinge miteinander gleichsetzt und die potentielle Zielgruppe hier in eine „Falle“ lockt.

    Das war schon einmal da und damals wollte man dem Anwender die Erhöhung des ISO-Wertes als „Bildstabilisierung“ verkaufen. Das hat schon damals nicht geklappt und die Anwender sind heute noch ein bisschen schlauer …

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