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Gegen COVID-19: Apple stellt Mobilitätsdaten zur Verfügung

Die Arbeit an Apps zum Tracing des Coronavirus sorgt für Schlagzeilen und für kontroverse Diskussionen. Gerade beim Thema Apple und Google geht es da hoch her. Abseits dessen erlaube ich mir vor dem eigentlichen Thema mal einen Hinweis auf einen Comic, der solche Apps erklären soll:

Nun zum Thema. Apple wird Mobilitätsdaten zur Verfügung stellen, um Anstrengungen gegen COVID-19 zu unterstützen. Diese Mobilitätsdaten sollen Regierungen und Gesundheitsbehörden hilfreiche Erkenntnisse liefern.

Darüber hinaus können die Daten auch als Grundlage für neue öffentliche Maßnahmen dienen, indem beispielsweise die Veränderung der Zahl der Menschen gezeigt wird, die in ihren Gemeinden Auto fahren, zu Fuß unterwegs sind oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Karten bringt die Mobilitätsdaten nicht mit der Apple-ID eines Nutzers in Verbindung und Apple speichert nicht die Orte, an denen ein Nutzer gewesen ist. Auf der Grundlage aggregierter, von Apple Karten gesammelter Daten, zeigt die neue Website Trends der Mobilität für größere Städte und 63 Länder und Regionen auf.

Die Informationen werden generiert, indem die Anzahl der Anfragen nach Wegbeschreibungen in Apple Karten gezählt wird. Die Datensätze werden dann verglichen und spiegeln somit eine Veränderung der Zahl der Menschen wider, die auf der ganzen Welt mit dem Auto fahren, zu Fuß unterwegs sind oder öffentliche Verkehrsmittelnutzen.

Die Datenverfügbarkeit in einer bestimmten Stadt, einem Land oder einer Region hängt von einer Reihe von Faktoren ab, darunter auch von einer Mindestanzahl an Anfragen nach Wegbeschreibungen pro Tag.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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23 Kommentare

  1. Die deutsche Fassung von Sven (@heapspark) umfasst leider nur die ersten Bilder.

  2. „Apple Deutschland
    Deine Privatsphäre ist wichtig. Deshalb werden deine iMessages verschlüsselt, deine Routen in Karten nicht gespeichert und der Zugriff auf dein Surfverhalten in Safari beschränkt. Das iPhone ist dafür gemacht, deine Informationen zu schützen.“

    Versus

    „Die Informationen werden generiert, indem die Anzahl der Anfragen nach Wegbeschreibungen in Apple Karten gezählt wird.“

    Ist hier der Unterschied zwischen „speichern“ und „zählen“ so ähnlich wie die Lewinski-Affäre? So im Sinne, ein Blowjob ist kein Sex? Ich meine, Anfragen nach Routen zu zählen ist doch auch speichern, oder nicht?

    • Hast Du den Artikel auch gelesen? Oder nur die Überschrift?

      „Karten bringt die Mobilitätsdaten nicht mit der Apple-ID eines Nutzers in Verbindung …..“

      • Wer’s glaubt wird selig! 😉

        PS: Bin (noch) iPhone Alltags-User.

      • Andreas, ein billiger rhetorischer Trick ist keine vernünftige Diskussionsbasis. Versuche doch bitte, die Frage zu verstehen, bevor Du solche fiesen Allgemeinplätze von Dir gibst.

        Mir ging es nicht darum, dass die Apple-ID des Nutzers entgegen Apples Aussagen mit den Mobilitätsdaten verknüpft wird. Mir ging es darum, dass Apple behauptet hat, dass „Routen in Karten“ überhaupt nicht gespeichert werden. Wenn dies der Fall wäre, könnten diese Anfragen auch nicht gezählt werden. Denn auch das Zählen wäre eine Speicherung von Routenanfragen.

        • Es ist aber auch schon sehr spitzfindig, wenn man den Unterschied zwischen „wir speichern deine Routen nicht“ und „wir zählen, wie viele Routenanfragen unser Server insgesamt kriegt“ nicht sehen will, oder?
          Und ja, die Daten sind noch für einzelne Regionen aufgeschlüsselt, wobei die extrem grob sind, in Deutschland z.B. „Hamburg“ oder „München“.

    • Netter Versuch.

  3. Ich frage mich, wie aussagekräftig „Anfragen nach Wegbeschreibungen“ eigentlich sind. Ich für meinen Teil recherchiere sehr oft Routen, Entfernungen und Fahrzeiten, allerdings habe ich nur in den seltensten Fällen die Absicht, diese auch zeitnah zu fahren.

    • Deshalb ja auch meine Irritation, die ich weiter oben zum Ausdruck gegeben habe. Hier werden offenbar nicht nur Anfragen ausgewertet, sondern tatsächlich durchgeführte Bewegungen. Deshalb halte ich Apples Aussage auch für fragwürdig, wenn sie einerseits behaupten, solche Bewegungen werden grundsätzlich nicht gespeichert, andererseits geben sie zu, dass sie diese „zählen“, was auch nichts anderes als speichern ist.

      In beiden Fällen mögen diese Informationen nicht personenbezogen oder personenbeziehbar sein. Allerdings erzeugen Widersprüche in Aussagen zur Selbstverpflichtung bei mir stets Zweifel an der grundsätzlichen Vertrauenswürdigkeit der agierenden Partei/Firma.

      • Wie gesagt…hier Widersprüche sehen zu wollen, ist schon extrem spitzfindig.
        Es ist auf Apples Seiten zum Datenschutz sehr genau erklärt, wie alle von Dir durchgeführten Anfragen (die nun mal über Apples Server laufen müssen) mit zufälligen Kennungen versehen werden, die keinerlei Rückschlüsse auf Dich und Deine Routen ermöglichen.
        Damit werden *Deine* Routen natürlich nicht gespeichert.

        Allerdings beschreibt Apple durchaus, dass diese Daten verwendet werden, um Apple Karten zu verbessern. Auf der englischen Privacy-Seite steht dazu, „that information is based on random identifiers that are constantly changing.“
        Dass dabei auch die reine Anzahl der Zugriffe – wie gesagt nicht auf Dich zurückverfolgbar und damit nicht in Bezug auf Dich gespeichert – als Datensatz abfällt, sehe ich eben nicht als Gegensatz zu „Wir speichern *Deine* Routen nicht“.

        Und wenn man sich dann den Datensatz runterlädt, wird sehr schnell deutlich, wie grob das Ergebnis ist.

        • Außerdem existiert die komplette Route nur auf dem Gerät. Routen werden in Abschnitte unterteilt. Wenn man einen Abschnitt abgefahren hat, generiert das Gerät eine neue ID und schickt eine neue Anfrage an den Server. Der erste und letzte Abschnitt wird dabei nicht übertragen. Die Navigation dort geschieht mit lokalen Daten im Cache. So kennt der Server nicht den Start- und Zielort oder wer dort lang fährt, kann aber Zusatzinformationen über Traffic usw schicken. Oder halt Veränderungen in den Abschnitten registrieren, die man auswerten kann.

          • Danke Kalle!

            Prinzipiell soll die Statistik ja darstellen, wie stark mobil die Bevölkerung z.B. in einer Stadt wie Berlin ist. Diese Mobilität wird dann unterschieden in ÖPNV, Auto und Fußwege. Wenn man beispielsweise Paris nimmt, sieht man, dass die Corona-Krise zu einer Zunahme an Individualfahrten geführt, die Mobilität jedoch stark abgenommen hat. Sind die Leute früher vorwiegend mit ÖPNV gefahren, so tun sie das jetzt mit dem Auto.

            Das klingt prinzipiell nach einer plausiblen Entwicklung aufgrund einer Pandemie. Und Apple erwähnt im Kleingedruckten ja auch, dass sie keinerlei Angaben über eine mögliche Repräsentativität der Datenbasis machen können. Dennoch wundert mich die Datenbasis doch, denn diese soll ja alleine auf Anfragen in Apple Maps basieren. D.h. wie unterscheidet Apple, ob ich mir nur ansehe, wie ich prinzipiell von A nach B komme? Und wie stark wird überhaupt Apple Maps als Navigation für den ÖPNV genutzt? Und nutzt man im Auto nicht eher das meist bereits eingebaute Navi?

            Ich meine damit, dass sich doch eine systematische Verzerrung ergeben müsste. Erstens hinsichtlich der Verwendung des Navi für die verschiedenen Mobilitätsformen. Und zweitens, hinsichtlich der sozialen Gruppe, die Apple Maps überhaupt für Mobilitätsfragen einsetzt.

            D.h., wenn diese Daten tatsächlich systematische Verzerrungen aufweisen, wie können diese dann zu folgendem Zweck sinnvoll genutzt werden?

            „Apple wird Mobilitätsdaten zur Verfügung stellen, um Anstrengungen gegen COVID-19 zu unterstützen. Diese Mobilitätsdaten sollen Regierungen und Gesundheitsbehörden hilfreiche Erkenntnisse liefern.“

            • Die y-Achse zeigt keine absoluten Zahlenwerte, sondern nur die Abweichung von der Grundlinie in Prozent. Nicht die Anzahl der Individualfahrten hat zugenommen, sondern geringfügig weniger abgenommen als die Anzahl der ÖPNV-Fahrten. Beide Werte gehen erheblich nach unten.

              ÖPNV-Planung geht sehr gut. Im Februar wurden in Deutschland erheblich mehr Datenquellen hinzugefügt. Sogar Infos über Umleitungen von Buslinien usw gibt es. In Paris wurde das in 2017 ausgerollt:
              https://techcrunch.com/2017/04/23/apple-maps-gets-transit-mode-for-paris/

              Sicher wird das eingebaute Navi genutzt, wenn es vorhanden ist. Ich kenne aber auch einige, die ihr iPhone als Navi nehmen (aus allen „Schichten,“ Azubi, Student, Industrie, Akademiker).

              Man kann über eine repräsentative Gruppe gut Statistiken für die Gesamtbevölkerung ableiten. Aber selbst wenn die Gruppe hier aus irgendwelchen Gründen verzerrt sein sollte, lassen sich trotzdem Trends erkennen. Schliesslich soll hier nur gezeigt werden, ob die Maßnahmen greifen. Nicht mehr oder weniger. Und andere Datenquellen zum Vergleich gibt es auch. ZBsp von Netzbetreibern.

      • Danke Robert für die Erläuterungen, sehr aufschlussreich!

        Ja, ich gebe zu, dass meine Überlegungen spitzfindig sind. Allerdings fände ich es zutreffender, wenn Apple schreiben würde, dass meine angefragten und durchgeführten Routendaten anonymisiert gespeichert werden. Und das eben im Gegensatz dazu, dass sie gar nicht gespeichert werden. Hier geht es zudem darum, dass Bewegungsdaten gespeichert und ausgewertet werden. Selbst bei einer Anonymisierung durch Randomisierung gibt es im Datenschutz Anforderungen, dass die Daten nicht durch eine zu kleine Gruppenbildung personenbeziehbar und damit wieder datenschutzrechtlich relevant sind. Denn bei zu kleinen Gruppen kann man durch Bezugspunkte dennoch individuelle Bewegungsprofile deduzieren und Subjekten zuweisen.

        • „Denn bei zu kleinen Gruppen kann man durch Bezugspunkte dennoch individuelle Bewegungsprofile deduzieren und Subjekten zuweisen.“
          Deshalb hatte ich mir die Daten auch runtergeladen, um zu schauen, wie detaillierte diese aufgeschlüsselt sind, also ob ich z.B. die Daten für unsere (relativ kleine) Ortschaft dort vorfinde.
          Da es aber tatsächlich als kleinste Einheit Großstädte wie München, Hamburg oder gar Berlin sind, halte ich diese Gefahr nicht für gegeben.

          Zur Repräsentanz der Daten: zunächst denke ich, der hier genannte Effekt, dass man „einfach mal eine Route nachschlägt“, wird etwas überbewertet. Natürlich mag es vorkommen, dass ich meine Traumroute durch Kanada fürs nächste Jahr (ich alter Optimist) bereits jetzt in Apple Karten suche. In der absoluten Mehrheit der Fälle wird aber doch eine spezifische Absicht dahinterstecken, also irgendwohin zu gehen, fahren oder die Öffentlichen zu nutzen.
          Und wenn sich diese spezifische Absicht prozentual signifikant verringert, ist das schon eine interessante Beobachtung (ich denke, wesentlich mehr behauptet Apple hier auch nicht beizutragen).

          Aber Du hast natürlich Recht, dass sich die Frage der Nutzungshäufigkeit von Apple Maps in der Bevölkerung stellt.Ich denke, sie können höchstens einen gewissen Trend darstellen, daher auch die Konzentration auf den prozentualen Verlauf ab dem 13. Januar. Dieser Trend ist aber derart signifikant, dass ich es für unwahrscheinlich halte, dass andere Bevölkerungsgruppen davon allzu stark abweichen.
          Sprich, wenn alle Nutzer von Apple Maps in München Ihr „driving“ seit 13. Januar um 64% verringert haben, halte ich es für unwahrscheinlich, dass z.B. Nutzer von Google Maps ganz anders verfahren(!). Wobei Menschen, die noch mehr in der Materie sind, dass sicherlich sogar besser in Relation setzen können nicht nur zu den reinen Nutzungszahlen, sondern auch den sozioökonomischen Faktoren von Applenutzern vs andere.

  4. Schon krass was mit Corona alles möglich wird.
    Wenn dann auch noch zwei der größten Feinde in der Techbranche ins Bett steigen, tja dann wirds mir langsam mulmig.

    • Heisenberg says:

      Heftig, das sagt ja schon alles über die Sicherheit von iOS aus, wenn sogar Daten veröffentlicht werden die es doch gar nicht geben dürfte laut Apple Sekte Kunden!
      Und das sieht bei Android und Co auch nicht anders aus!

      Dazu bekommen alle Geräte ja auch bald die offizielle Staatstrojaner API, die wird nur anders heißen, irgendwas mit corona bla bla Schutz oder so!

  5. Halten sich die Menschen im Kampf gegen die Corona-Pandemie an die Ausgangsbeschränkungen? Apple verweist dazu auf die Anfragen an seinen Kartendienst.
    https://m.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/daten-von-apple-nutzern-anfragen-aus-dem-karten-dienst-16726036.html

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