eRezept: Ziele der bisherigen Testphase konnten nicht erreicht werden

Eigentlich sollte das eRezept (hier unsere Themen dazu) ab dem 1. Dezember 2021 bundesweit in ausgewählten Pilotpraxen und -apotheken getestet werden, eine bundesweit verpflichtende Einführung ist zum 1. Januar 2022 geplant. Doch wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung nun berichtet, ist die bisherige Testphase in der Fokusregion Berlin-Brandenburg alles andere als hilfreich verlaufen. Die ursprünglich gesteckten Ziele des Tests sind selbst nach einer Verlängerung bis in den November dieses Jahres hinein nicht erreicht worden.

So sollten für einen bundesweiten Rollout mindestens 1.000 eRezepte ausgestellt und erfolgreich abgerechnet werden – aktuell sind es lediglich 42. Zudem konnte weder die Anzahl der teilnehmenden Systeme in den Arzt-, Zahnarztpraxen beziehungsweise Apotheken noch die Anzahl der teilnehmenden Krankenkassen im Test erreicht werden. – KBV

So ist bislang nicht wirklich nachweisbar, dass auch wirklich alle nötigen Anwendungen uneingeschränkt funktionieren, was natürlich auch zu fehlerhaft übermittelten eRezepten führen kann und dann definitiv Probleme hervorrufen wird. Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Krankenhäuser appellieren jetzt an den Gesetzgeber, die Anwendung des eRezeptes erst nach einer ausreichenden Testphase und nachgewiesener Tauglichkeit in der Praxis für den Regelbetrieb in den Praxen vorzusehen.

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47 Kommentare

  1. Ach Deutschland, bleib bei deinen Autos. Digitalisierung ist nicht so deins.

    • Dachte ich auch erst. In diesem Fall kann es aber auch an anderen Faktoren als der eigentlichen Entwicklung gelegen haben.

    • Naja, ich kann mir gut vorstellen, dass die ganzen Hausärzte und Krankenhäuser, die da eingebunden werden müssen, in einer Pandemie grad andere Probleme zu bewältigen haben als ne IT-Umstellung. So gesehen ist der Zeitpunkt vielleicht doch irgendwie suboptimal.

      • Andererseits ist natürlich auch gerade eine Pandemie, in der man die Kontakte so weit wie möglich reduzieren soll, eine gute Zeit, um so einen Dienst einzuführen. Ideal wäre es natürlich gewesen, wenn man auf die Idee schon vorher gekommen wäre, aber gut.

        • Prinzipiell ja, aber: Solche Projekte (egal, in welchem Bereich und welcher Größe) kann man dann erfolgreich umsetzen, wenn die Leute Zeit haben sich auf die Thematik einzulassen und sich damit zu beschäftigen. Das ist definitiv nicht der Fall, wenn die Leute in ner Pandemie eh schon bei 150% laufen und die Kacke überall am Dampfen ist.

    • Jetzt sollen ja alle für den Staat entwickelte Software Open Source werden, dann können die beauftragten Firmen die Software nicht mehr von ein paar Praktikanten zusammenpasten lassen und hoffen das keiner merkt wie schlecht die Software geworden ist.

  2. Ich würde mal gerne wissen wie denn in der Testregion für das eRezept geworben und dies bekannt gemacht wurde. Vermutlich garnicht. Kann da jemand was zu sagen, der persönlich Berührungspunkte damit hatte?

    • Bei lediglich 42 ausgestellten Rezepten wird sich die Suche nach Berührungspunkten wohl ähnlich schwer gestalten,wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen 😉

    • Ehrlich gesagt habe ich die App auch nur durch Caschy entdeckt. Bis zu seinem Blog wusste ich davon nichts.
      Bis ich das am laufen hatte, hat es auch eine Weile gedauert.
      Zum einen war meine alte Krankenkarte noch garnicht NFC Fähig. Also durfte ich als erstes eine neue Karte ordern, was mit der AOK App sogar ganz gut ging.
      Bis ich dann eine PIN für die Karte bekam, gingen wiederum Wochen ins Land. Die ePA ist ein gruseliger Fall für sich. Mit der Prozedur war dann eine Anmeldung in der eRezept App möglich.
      Nutzen konnte ich die bisher aber auch noch nicht, bzw. brauchte ich bisher keine Medikamente.

      Ob das System funktioniert? Keine Ahnung.
      Ob ältere und/oder Menschen die mit Technik nichts am Hut haben damit zurechtkommen? Sicher nicht.
      Runterladen, läuft, gibt es nicht. Die Voraussetzungen mit aktueller eGK muss da sein. PIN muss da sein.

      Dazu ist die Handhabung für die meisten Menschen was absolut neues, was bedeutet das man sich damit auseinandersetzen muss. Wer nicht neugierig auf IT ist, wird sicher den alten Papierzettel bevorzugen.

      Kurz gesagt, das Thema braucht Zeit um die Menschen darüber beim Arzt oder durch die Krankenkasse aufzuklären. Es braucht Zeit bis die Handhabung bei den Ärzten und den Apothekern eingeübt ist.
      Etwas was in der Pandemiezeit kaum bis garnicht vorhanden ist.

      Die Idee dahinter ist grundsätzlich gut. Für Leute die neben ihrem Smartphone wenig Kram mit herumschleppen wollen ist das etwas positives.
      Aber von der breiten Masse zu verlangen das sie einen mobilen Computer brauchen anstatt nur ein Papierstück entgegenzunehmen, ist sehr sportlich.

      Im Gegensatz zu Maceo sehe ich nicht das Problem das Deutschland keine Digitalisierung kann.
      Sehr viel ist in DE digitalisiert. Das Problem ist eher das Verständnis von Digitalisierung.
      Man erwartet das die „Digitalisierung“ wie eine Google Anmeldung funktioniert. Nur wird dabei gern verdrängt das hier mit sensiblen Daten hantiert wird.
      Während Google & Co. hier ihr Geschäftsmodell haben diese Daten auszuwerten und zu Geld zu machen, ist in der Verwaltung das Gegenteil der Fall. Hier muss darauf geachtet werden das die Daten eben nicht umfangreich jedem und allen zur Verfügung steht um Profiling gerade zu verhindern.
      Das macht ein jedes System ungeheuer komplex.
      Dazu kommt das Thema das Google & Co. mit ihren Milliarden an Dollar weitaus mehr Möglichkeiten haben als die unterfinanzierte Verwaltung mit Tariflohn und Personalknappheit.
      Und natürlich wurde das Thema Digitalisierung lange verschleppt. IT war lange Zeit das ungeliebte Stiefkind was unnötig Geld verbrennt und Computer eine Notwendigkeit oder unnützer Spielkram.
      „Wenn alles läuft- Wozu bezahlen wir dich eigentlich? Wenn was abstürzt – Wozu bezahlen wir dich eigentlich?“ Wer kennt den Spruch nicht in der IT.

      Ich sitze nun 22 Jahre in der kommunalen IT und hab vom Mainframe bis zu modernen VM soweit alles mitgemacht. Und tagtäglich ist man dabei die Applikationen und Server am laufen zu halten. Nur hat die Realität nichts mit den Erwartungshaltungen der Bürger von „kostenlos, easy und One Klick“ zu tun.

      • Das eRezept bzw. der Zugang dazu kann auch auf Papier ausgedruckt werden. Sieht dann so wie auf dem Artikelbild aus.
        Diese Umstellung sollte jeder hinbekommen.

  3. „Überraschung!“ Bin jetzt 50€ „reicher“, dank der vertrauten Unfähigkeit. Vielleicht mal in Österreich nachfragen wie so was geht.

  4. warum auch nicht says:

    Mal ehrlich, es sollten in der Testphase 1000 eRezepte getestet werden, aber sie hatten nur 42?
    Haben die nur eine handvoll Patienten gefunden in einer Arztpraxis die zum Testen bereit waren?
    Wenn sollte man auch ein wenig Geld in die Hand nehmen und schon ein paar Dutzend Praxen, Apotheken und Patienten dafür VORHER organsieren und nicht wie wahrscheinlich durchgeführt… Arzt zum Patienten: Möchten sie an einer Studie teilnehmen, dann bekommen sie ihr Rezept nun digital, dafür müssen sie nur diese App installieren..“ Arzt bietet nicht einmal WLan für die Patienten zum Testen dann an und die Apotheke die diese eRezepte annimmt liegt wahrscheinlich 100km woanders..

    • Mehr Praxen bringt doch in dem kleinen Rest nichts. Genug Rezepte würden auch bei wenigen Praxen zusammen kommen.
      Für die Nutzung des eRezept ist die App nicht unbedingt erforderlich. Der Ausdruck (siehe Artikelbild) tuts auch.
      Aber auch mit App braucht der Patient kein WLAN in der Praxis. Das Rezept liegt auf dem Server.

  5. Das ist so traurig. Ich möchte wetten, dass die meisten Ärzte sogar davon abgeraten haben – mein Arzt hält auch nix von der Digitalisierung. Muss ihm zeigen, wie einfach die Technik, vor allem mein Leben macht.

    Aber wer es selbst nicht braucht, erkennt den Mehrwert nicht. Chronisch-kranke würden sich wahrscheinlich wesentlich mehr freuen, wenn es einfacher wäre.

  6. DANKE, dass Ihr hier auch mal darüber berichtet. Als betroffene Praxis können wir nur hoffen, dass wirklich erst ein Rollout stattfindet, wenn es läuft. Bisher jedoch wurden die Anwendungen gerne unausgereift für die Praxis in die Welt entlassen und man muss zusehen, wie man damit zurecht kommt. Ich denke nicht, dass an dem Termin 1.1.22 gerüttelt wird. Es soll ja nur eine „Übergangsphase“ bis zum 1.7.22 sein, denn ab da soll es erst so richtig laufen… wir werden es sehen…

    • Du wirst da sicher Recht haben. Es ist leider Üblich das die Politik irgendeinen Stichtag vorgibt und die Technik darf schauen wie das ganze Funktionsfähig wird.
      Der Politik ist das egal was dahinter steckt. Die sehen nur ihre Leuchtturmprojekte und Wahltermine/Versprechen. Für uns bedeutet das dann Projekte fast ungetestet auszurollen, die noch mit unzähligen Bugs behaftet sind und wo der Hersteller seinerseits noch mit Patches und testen beschäftigt ist. Aber Hauptsache die Politik kann medienwirksam auf den „Roten Knopf“ drücken.

  7. Keiner hat bock drauf, und wen wundert es?

    Meine Krankenkasse ist im wahrsten Sinne des Wortes „zu blöd“ um ein vernünftigen Prozess auf die Beine zu stellen, der logisch und sicher ist, stattdessen hantieren sie mir endlosen Freischaltcodes die alle nur 1x gültig sind und jedes Mal per Post verschickt werden. Doppelt und dreifach muss man seine Daten eingeben. Hat man aus Versehen 3x das Passwort falsch wird der Zugang gesperrt und das ganze Prozedere fängt von vorne an.

    Was die ePA angeht, die ist noch katastrophaler: Es MUSS FaceID/DisplayCode aktiviert werden, erst dann kann man die ePA der AOK überhaupt nutzen. Zusätzlich muss aber ein Passwort für die App her? Das macht keinen Sinn. Das Passwort für die App reicht vollkommen aus. Aber das ist nicht alles, man muss teilweise ein VideoIdent durchführen. Das ist einfach nur lächerlich.

    Wenn sich die Krankenkassen für so wichtig halten, sollen sie das Sicherheitsverfahren aus dem Bankenwesen nutzen:
    1. VerifizierungsCode für die Gerätefreigabe mittels Tan-App (lebenslang gültig)
    2. Zugewiesene AnmeldeDaten (lebenslang gültig)

    DAS reicht!

    Stattdessen wird man für blöde verkauft. Einige ITler wissen einfach nicht wie man Datenschutz mit Sicherheit verknüpft. Es ist ärgerlich… das hindert auch den Fortschritt der Digitalisierung: Eine sehr umständliche Denkweise zu glauben zehntausend Freischaltcodes, Disyplaysperre, App-Passwort, und bla würden irgendwas an Mehrwert bringen. Lächerlich

    • Nur so als Anmerkung. Das Thema habe ich auch durchlitten. Aber anders als von dir beschrieben ist das Prozedere vom Gesetzgeber so angelegt. Die Krankenkassen müssen das und die Vorgaben vom BSI so umsetzen.
      Patientendaten sind allerdings auch sehr sensibel und dementsprechend hoch werden die Hürden angelegt.
      Es bleibt abzuwarten wie die Ampel Koalition das zukünftig regeln will.

      Die Anmerkung „Was die ePA angeht, die ist noch katastrophaler: Es MUSS FaceID/DisplayCode aktiviert werden“ kann ich nicht nachvollziehen.
      FaceID/Display Code gehört zur Basissicherheit eines Smartphones. Das sollte Standardmäßig immer aktiv sein. Wer das abschaltet, handelt grob fahrlässig. Erst recht wenn sensible Daten darauf gelagert werden.
      Es ist absolut richtig das diese Voraussetzungen verlangt werden. Datendiebstahl oder Identitätsdiebstahl sind kein Kavaliersdelikt, sondern können katastrophale Auswirkungen haben.

      • Es liegt in meiner Verantwortung, ob ich mein Handy sperre oder eben nicht. Ich glaub du hast das Thema nicht begriffen.

        Man kann für nahezu jede App auf dem Handy win eigenes Passwort einrichten, das geht nicht mit allen Apps, aber mit sehr vielen.
        Und die ePA ist sowieso passwortgeschützt. Das ich aber zusätzlich zu der Passwortgeschützten App FaceID/DisplayCode aktivieren muss, ist vollkommen sinnbefreit und hat nichts mit Sicherheit zutun. Apple kriegt es auch nicht gebacken FaceID mit Maske zu erstellen.
        Unter Android kann man sein Handy aus der Ferne sperren und die Inhalte löschen, wenn man das Handy verloren hat. Das geht in Echtzeit. Daher ist ein DisplayCode nicht notwendig.

        Ich merke aber auch das Apple das Thema Sicherheit bissl genauso dümmlich angeht. Thema OnlineBanking: Freischalten mittels FaceID/Displaycode -> 2x Seitentaste -> dann wieder Displaycode eingeben

        Ich bin bei PayPal und meiner Bank, beide beweisen das sie logische Sicherheitsvorkehrungen haben gepaart mit Datenschutz ohne sinnlose Codeschieberei

        • „Es liegt in meiner Verantwortung, ob ich mein Handy sperre oder eben nicht.“
          Das siehst du falsch. Abgesehen davon das es fahrlässig ist sein Smartphone nicht zu sperren, es ist wie eine offene Haustür oder eine in der Öffentlichkeit herumliegende Brieftasche.
          Im Schadensfall ersetzt dir dann keiner etwas, denn du bist in der Pflicht deine Sachen ausreichend zu sichern.
          Desweiteren muss der Anbieter einer App die sensible Informationen verarbeitet sich vor Nutzern schützen, die wichtige Sicherheitseinstellungen missachten.
          Es spielt nämlich keine Rolle ob die App zusätzlich ein Kennwort verlangt. Sobald ein Angreifer auf das System zugreifen kann, kann er Schadsoftware einspielen und Missbrauch betreiben gegen die Inapp Maßnahmen keinen Schutz mehr bieten.
          Und um sich selbst und den User vor der eigenen Fahrlässigkeit zu schützen, muss der Zugangsschutz in Form einer FaceID/Kennwort erfolgen.

          Apple geht das Thema sehr Verantwortungsbewusst an, damit kein unberechtigter Abbuchungen vornehmen kann. Im übrigen reicht mit der Apple Watch ein doppelklick auf die Seitentaste für einen Zahlvorgang. Und ja, auch die Watch muss mit einem Kennwort abgesichert werden.

          Sicherheit ist selten bequem. Nur wenn dir dein Konto leergeräumt wird oder mit deiner Identität Schindluder getrieben und du dafür geradestehen musst, ist das gejammer groß.
          Und dann möchte ich mal den einen erleben der dann sagt „ja, war meine eigene Schuld, da habe ich Pech gehabt.“
          In der Regel wird dann geklagt warum Firma xy einen nicht vor dem Bösen geschützt hat.

          Nochmal, sein Smartphone ohne Zugriffsschutz zu betreiben ist grob Fahrlässig und kann im Fall eines Falles rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
          https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrl%C3%A4ssigkeit

          • Sorry aber den riesen Text kann ich mir nicht durchlesen. Lasse mich auch nicht drauf ein, weil es logischerweise weder die Sicherheit erhöht noch Sinnvoll ist.

            Nochmal gerne:
            Apple Pay -> FaceID/Displaysperre eingeben -> 2x Seitentaste nachdem ich FaceID/Code eingegeben habe -> dann nochmal FaceID/Code

            DAS hat nichts mit Sicherheit zutun.
            Und ähnlich sind auch die Apps der Krankenkassen aufgebaut. Vollkommen umständlich

            FaceID/Code nur um eine App nutzen zu können, nur damit später wieder einen Code eingeben muss, obwohl ich das 2 Minuten vorher getan habe, das ganze nochmal mit einem Passwort bestätigen.

            Wieso kriegen es die Banken besser hin als Apple und Krankenkassen?

  8. Bartenwetzer says:

    Wenn man angemeldet ist muss man erst mal eine Praxis finden die Daten dort unterbringt

    Wenn nicht wird man sozusagen wieder “ out of system “ und kann dann irgendwann versuchen den Laden in betrieb zu nehmen.

    Vor über 20 Jahren kursierte der Spruch:
    „It doesn’t matter – we have the best krankenscheinsystem of the world“.

    Ansonsten:
    Wir haben 35 Mio Impfdosen auf Lager die müssen erst mal verimpft werden.
    Keine 14 Tage später ist bundesweit von Impfstoffmangel die Rede.
    Macht man Spahn dann zum ALG II Bezieher ?

    Ein Lehrer der Impfen ablehnt usw. fliegt raus.
    Der Chef der StKo würde seine Kinder nicht impfen lassen.

    Fliegt der jetzt auch raus ?

    Eines allerdings klappt in Merkelland hervorragend: Türen, Fenster und Pausen !

    Apropo Merkel:
    Wo war die eigentlich bisher und hat uns voran gebracht?
    2018 sollten alle mindestens 50 MBit haben, hatte sie einst versprochen.

  9. So lange ich zum Arzt muss um meine Krankenkassenkarte einlesen zu lassen, brauche ich auch kein E-Rezept.
    Denn ich muss sowieso zum Arzt und in die Apotheke muss ich auch, von daher braucht kein Mensch und deshalb will es auch keiner Testen.
    Dazu kommt ja noch das Ding, dass die miesten Patienten ein gewisses alter überschritten haben und sich mit Technik und Digitalen veränderungen sowieso schwer tun.
    Vor allem, selbst heute wo ich in einem Quartal mehr Rezepte benötige als ich bei einem Besuch bekomme, reicht bei meinem Arzt ein Anruf, das Folgerezept landet dann in der Apotheke, weil die bei Arzt abholt täglich und wird mir nach Hause geliefert, einfacher und besser kann es nicht laufen.
    Und das allergrößte Problem ist internetversorgung auf dem Land, die meisten Praxen bei uns haben nichtmal einen Internetzugang und wenn, dann wird der nur für die Datenübertragung zur Abrechnung genutzt und dann werden die Stecker wieder gezogen, das ist sicherer. Meine Ärztin ist übringens Ende 30. Das ist aber scheinbar die realität und so wird das nie was werden mit dem E-Rezept, am Ende verschwendetes Geld.

    • Hab grade erfahren das Privatpatienten gar keine Krankenkarte haben. Wie das wohl da gedacht ist.

      • Private Krankenversicherer wollen später einsteigen.

        • Erst hatte ich gedacht: Na toll, da biste privatversichert und hängst trotzdem auf dem ganzen Papier rum, weil die noch lange warten.
          Mittlerweile glaube ich die wussten einfach was das für ein Durcheinander wird und sagen sich: „wir steigen dann mal ein, wenn ihr eine funktionierende Lösung habt… spart Geld.“

    • Ein Smartphone ist für das eRezept keine Pflicht sondern Komfort.
      Im Artikelbild ist der Tokenausdruck fürs eRezept zu sehen.

  10. Wie immer halt in der Entwicklung … „Die Banane reift beim Kunden“ …

  11. Ich sehe hier einen Ausdruck zur Einlösung ihres E-Rezeptes. Dann kann man das alte Rezept System beibehalten. Wo ist das digital? In Spanien wird ein digitales Rezept vom Arzt ausgestellt, das auf einem Server liegt, wo Ärzte und Apotheken zugreifen. Man geht in irgendeine Apotheke, egal wo, auch auf sämtlichen Inseln, legt seine Krankenkassenkarte vor und bekommt seine Medikamente. Das ist digital.

    • Der Ausdruck stellt nur eine alternative dar. Das eRezept ist dennoch auf dem eRezept Fachdienst innerhalb der Telematik Infrastruktur gespeichert und wird in der Apotheke dann mittels DataMatrixCode abgerufen.
      Ein weitere Unterschied: Der Ausdruck alleine berechtigt nicht zum Abegeben des Medikaments und zum Taxieren ggü. der Krankenkasse. Hierfür muss(!) das eRezept beim Fachdienst abgeholt und von der abgebenden Apotheke reserviert werden. Ansonsten könnte der Patient theoretisch mit dem Ausdruck einfach in eine andere Apotheke gehen und dort das eRezept erneut einlösen.

    • Der Ausdruck ist nur ein Token. Das Rezept liegt auf dem Server.

  12. Ich kann euch sagen, dass das eRezept eher eine politische Sache ist. Die ganzen PVS und AVS Hersteller (ich bin Teil dieser Gruppierung) sagen seit Wochen bzw. Monaten, dass der 01.01.2021 unrealistisch ist mit den Testgegebenheiten.
    Wir reden ja nicht nur von nur 42 Rezepten, sondern auch davon, dass die offizielle Testsimulationsumgebung sich eine sehr lange Zeit nicht wie die Produktivumgebung verhalten hat, was einen enormen Entwicklungsaufwand im Nachhinhein bei uns verursacht hat.
    Die gematik zieht sich immer gerne aus allen raus, stellt keine Testrezepte und die PVS Hersteller sind teilweise noch garnicht soweit, um genug Testrezepte in der RU (Referenzumgebung) zu erstellen.
    Wir als AVS testen aktuell mit einer Anzahl von Rezepten, die man buchstäblich an einer Hand abzählen kann. Und damit soll man nun alle möglichen Konstellationen der Abgabe testen? Unmöglich!

    • Den Spaß kenne ich von Governikus. Und der Politik ist es wurscht, die wollen morgen mit tollen Schlagzeilen in der Zeitung stehen, denn übermorgen sind die nicht mehr im Amt.
      Ich kann dir nachfühlen.

  13. ggf. sollten wir es mal mit dem Fax versuchen…. hier ist die Infrastruktur doch schon ganz gut ausgebaut.

  14. Aus meiner Sicht eines durchaus technikaffinen niedergelassenen Arztes muss ich sagen, dass die gesamte Thematik Digitalisierung durch den Gesetzgeber mit der Brechstange erzwungen werden soll und nichts anderes als eine absolute Zumutung ist. Unausgereifte Technik (Stichwort Konnektoren für Telematikanwendungen) trifft auf katastrophale Datenschutzarchitektur (siehe Statements des Bundesdatenschutzbeauftragten), und die Verantwortung für alles wird konsequent beim Nutzer (den Praxen) abgeladen. Dass da keiner Bock hat, dieser Entwicklung noch als Betatester voranzugehen, kann ich voll verstehen, auch wenn ich selbst nicht in der Testregion praktiziere.

    • Wie sieht es denn bei den anderen neuen Projekten aus?
      eAU, ePA, KIM. Könnte das nach einigen Anfangsschmerzen was werden und nützlich sein?

  15. Wenn es nicht so traurig wäre, dann könnte man lachen. Gibt es irgendwo ein Digital Projekt in Deutschland, dass mal klappt und wo nicht Unsummen sinnlos versenkt werden?

    • Ja, die gibt es. Mit den meisten IT Projekten kommt der Bürger auch nur indirekt in Berührung.
      Die Anwendungen laufen im Hintergrund und machen ihren Job.
      Im Regelfall erfolgt die Beschaffung einer Software und der Aufbau einer Entwicklungsumgebung dazu. Das fertige Ergebnis wird in die Qualitätssicherung übergeben und das stabile Ergebnis davon dann in der Produktion freigegeben.
      Änderungen und Probleme entstehen meist aus einer neuen Gesetzgebung, Tarifänderungen und was sich eine Kommune noch an Dingen ausdenkt.
      Manchmal ist die Software vom Hersteller selbst Müll, aber die Kommunen finden die toll und man muss die am Leben halten, manchmal gibt es keinen Hersteller für die spezifischen Anwendungsfälle einer Kommune. Dann muss man selbst was stricken.

      Der Unterschied zwischen einer Firma und der kommunalen IT ist ziemlich gravierend. Eine Firma betreibt eine Produktpalette mit klarer Zielsetzung. Die kommunale IT muss unzählige Verwaltungsrechte, Verordungen, Tarife, Gesetzgebungen vom Land bis zum Bund und unzählige Sonderlocken (kommunale Selbstverwaltung) abbilden können. Das macht das ganze komplex und aufwendig.

      Kritisch wird das nur dann wenn ein Projekt als „Leuchtturm“ durch die Presse gescheucht wird um irgendeinen Politiker gut dastehen zu lassen. Dann kollidiert häufig die „Vision“ mit der Realität und erzeugt den Eindruck das die IT in Deutschland unfähig wäre.
      Dem ist aber nicht so. Das ist wie ein Eisberg, man sieht nur einen Bruchteil aus gescheiterten Projekten, aber die funktionierende Masse läuft unscheinbar im Hintergrund.

      • Respekt, Keri!
        Endlich mal ein Beitrag aus der Praxis (Sie irren nur bzgl. Firmen, dort ist es ähnlich, der „Regionalfürst“ ist dann eben der Chef eines Teilunternehmens oder einer Abteilung).

  16. Ich frage mich immer noch, warum? Das bisherige Abrechnungs- und Verschreibungswesen funktioniert doch einwandfrei. Und: medizinische Untersuchung und Diagnostik ist, wenn überhaupt , nur sehr rudimentär „ferndiagnostisch“ zu leisten. Denn ein mensch, eine Symptomatik, sind mehr als ein bisschen geschriebene , gesprochene Anamnese und suche nach sichtbaren Symptomen am Bildschirm mit eineer 720p auflösenden Übertragung. Der Mensch musß vor dem Arzt/in sitzen, es muß gesprochen werden , Tonfall, Körperhaltung , ja sogar Körper- und Atemgeruch z. B. sind wichtige Teile einer guten Diagnostik. Dann kann man sein Rezept auch in die Hand gedrückt bekommen. Und bei chronischen Erkrankungen kann man Dauerrezepte ausstellen. Bestimmte dinge lassen sich nicht per „Zoom medical“ abwickeln. Wir leben ja auch nicht im autralischen Outback , wo per funk eine erste Diagnose gestellt wurde und der Doktor dann mit dem Flugzeug kommen mußtee … Lieber mehr Ärzte auf dem land das Geld für dies Projekt hätte man lieber darin gesteckt , jungen MidizinerInnen praxen auf dem Land zu finanzieren.

    • „Das bisherige Abrechnungs- und Verschreibungswesen funktioniert doch einwandfrei.“
      Der manuelle Aufwand dahinter ist aber schlicht zu groß und die Prozesse eine katastrophe.

    • Das funktioniert für mich als Patientin tatsächlich gut, ich muss aber ganz ehrlich zugeben, dass mir die Kontrolle zum Beispiel fehlt. Die könnte einfacher gehen, wenn alles (Akten und Rezepte) digitalisiert wären und alle Praxen zentral darauf zugreifen könnten.

      Ein Beispiel dafür, was ich meine: Nach einem Umzug bin ich zu einer x-beliebigen Praxis gegangen, in der ich vorher nie gewesen war, und ließ mir meine bisherige Dauermedikation weiter verschreiben. Einfach so. Natürlich hätte der Arzt mich bitten können, meine bisherigen Ärzte zu nennen, von denen mir die Sachen verschrieben wurden. Vielleicht ist sogar in irgendwelchen Leitlinien vermerkt, dass er das soll. Gäbe es eine zentrale digitale Akte, auf die alle Praxen zugreifen können, hätte er das aber ohne Probleme sofort überprüfen können. Ich hätte mir vielleicht auch einfach ein Medikament ausdenken können und das wäre mir dann auch verschrieben worden…

      Genauso finde ich persönlich es übrigens nicht wenig riskant, dass mir für eine andere Medikation, die unter BTM fällt, vom Facharzt nicht nur mehrere Packungen auf einmal aufgeschrieben werden können, damit ich nicht so oft kommen muss, sondern in der Apotheke weder mein Ausweis noch meine Gesundheitskarte kontrolliert werden. Das erste ließe sich aber z.B. dann über eRezept lösen. Dann müsste ich auch nicht kommen, aber könnte trotzdem nur 1 Packung auf einmal bekommen. Was meiner Meinung nach sehr viel sinnvoller wäre, gerade, wenn es um Substanzen geht, die auch missbraucht werden können.

      • Wolfgang D. says:

        @J. „Natürlich hätte der Arzt mich bitten können, meine bisherigen Ärzte zu nennen“
        Hängt wohl vom jeweiligen Doc ab – du solltest besser wechseln.

        Hier bei uns habe ich bisher bei Erstbesuchen jedesmal zuerst einen Anamnesezettel zum Ausfüllen bekommen.

        „alle Praxen zentral darauf zugreifen könnten“
        Bloß nicht, die Behandler kommen ja bereits schon mit dem eigenen Datenberg nicht zurecht, und von der Zeit her erst recht nicht. Die sind so überlastet, dass ich meinen Medizettel jedesmal auf Fehler prüfen muss weil die mal wieder Unfug geschrieben haben. Oder das aut-idem Häkchen bei bestimmten Sachen vergessen.

        Selbst wenn es keine zehn Zentimeter dicke Mappe ist, am Computer ist es noch schlimmer mit dem „wer ist das bloss und was will der von mir?“. Praxisnetz ist hier glatt gescheitert, wo alle Befunde der Fachärzte beim Hausarzt lagern. Sollten. Die kucken sogar bei den Blutbildern nur noch auf den Anzeigebalken auf dem Laborbefund, ob normgerecht oder nicht, weil sie die Diagnose ohne Nachlesen gar nicht parat haben.

        Hier wird der ganze Digitalkram nur noch weiter Verwirrung stiften, statt Erleichterung für Doc und Patient bringen.

        • Warum würde man einen verständnisvollen und hilfsbereiten Arzt wechseln wollen?

          Ich habe auch eine Diagnose/Krankheit, bei der ich die Symptome 2+ Tage vor dem Ausbruch bemerke. Man salbt (leider verschreibungspflichtig) ein wenig und das Thema ist für dieses Mal ausgestanden. Ein Arzt sieht dann schlicht noch nichts und wenn er es (dann eben 2+ Tage später) sieht ist es ‚zu spät‘, dann muss massiv interveniert werden.
          Ich bin viel unterwegs (== Hausarzt nicht verfügbar) und daher jenen Ärzten sehr dankbar, die Patienten ernst nehmen, die ihre Historie glaubhaft zu schildern vermögen. Offen gestanden erlebte ich bis anhin nur 1x einen Anderen.

          Eine ePA wäre hier natürlich sehr hilfreich, leider ist die Missbrauchsgefahr so gross. dass ich den bisherigen Weg weit präferiere.

  17. Das Problem besteht hier, ähnlich wie bei der eAU, in dem Fehlen eines geeigneten Testsystems. Notwendig wären digitale Testpatienten, an denen das System getestet werden kann. Diese sind leider nicht vorhanden/vorgesehen. In den jeweiligen Einrichtungen hat man somit nur die Möglichkeit das System an realen Personen zu testen. Fraglich wer das möchte.

    • Hallo Fabian, auf jeder besseren Handelsschule gab es eine „Übungsfirma“, die mit anderen „Übungsfirmen“ auf Handelsschulen die gesamte Warenwirtschaft , Buchhaltung , Personalwesen usw. modellhaft abbildete incl. der Außenbeziehungen zu anderen übungsfirmen. Wohlgemerkt alles noch mit den guten alten Utensilien wie Papier, Akten, Brief und Fax , Telefon und später dann computer und mail. usw. Das können so sehr sehr ausgefuchste angeblich modernste digitale Dienstentwickler nicht leisten ohne reale patienten dem Risiko eines fehlerhaften Testsystems auszusetzen? hallo? Zurück auf die Schulbank, alle! Und zwar mit Stift, Papier und – KÖPFCHEN! und FLEISS – so wie ich einst gelernt habe.

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