Dreame W10: Saug- und Wischroboter im Test

In den letzten Wochen habe ich mich vom Dreame W10 Saug- und Wischroboter überzeugen können. Der Name verrät natürlich schon, in welche Richtung das Ganze geht, doch der Dreame W10 ist vielleicht doch etwas anders als von vielen gedacht. Grundsätzlich ist der Dreame W10 ein klassischer Staubsaugerroboter. Die Besonderheit ist aber, dass er zwei Wischmopps auf der Unterseite hat. Das war aber noch nicht alles, denn er kommt mit einer großen Basistation daher. Da wird er nicht nur aufgeladen, die Station hat auch einen Frischwasser- und einen Schmutzwassertank. Auch das würde mich nicht so ganz abholen, doch die Station hat feine Tricks auf Lager: die zwei abnehmbaren Mopps werden nämlich auch gereinigt und getrocknet. Aber der Reihe nach.

Dreame Bot W10: Lieferumfang, Einrichtung und Verarbeitung

Im Lieferumfang befindet sich der Roboter, die Station, ein Stromkabel, die Seitenbürste, das Handbuch, zwei Mopps und ein Reinigungsutensil zum Reinigen des Roboters. Der Dreame Bot W10 ist in wenigen Minuten aufgebaut. Die Verarbeitung würde ich als „hervorragend“ einstufen, das wirkt nicht billig oder gar schrottig. Die Station ist mächtig und enthält zwei Tanks, einmal für das Frischwasser und auf der anderen Seite wird Dreckwasser aufgenommen. Dies und die zwei Möppe zeigen: der Fokus liegt auf dem Wischen. Zum reinen Saugen müsste man nämlich die Möppe entfernen und auch der Schmutzfang ist händisch zu entleeren.

Der Dreame Bot W10 ist Teil des Xiaomi-Ökosystems. Er wird über euer WLAN in die App Xiaomi Home eingebucht, die ich sehr schätze. Der Wischroboter unterstützt mehrere Karten / Etagen und das mittlerweile Übliche. Anpassbare Räume, Zonenreinigung und virtuelle Mauern. Das sind Dinge, die bei High-End-Saugrobotern dazugehören. Im Grunde müsste man eher erwähnen, wenn das nicht an Bord wäre.

Dreame Bot W10: Technische Eckdaten

Die Bürste des Roboters ist 19,2 Zentimeter breit. Er ist nicht rund, wie die meisten Geräte dieser Art, stattdessen fast D-förmig. Beim reinen Saugen bringt er es auf 4.000 PA (vierstufig). Trockenstaub kann in dem 450 ml fassenden Behältnis aufgefangen werden. Der Akku ist 6.400 mAh stark und Schwellen bis zu 1,8 Zentimeter können überfahren werden. 210 Minuten gibt man bei Dreame an, da dürft ihr gerne etwas runterrechnen, wenn ihr mit rotierenden Mopps durch die Bude fahrt. Die Mopps rotieren beim Saugen, der W10 erstellt Karten und navigiert mittels LiDAR und die Tanks für frisches und schmutziges Wasser fassen jeweils 4 Liter.

Dreame Bot W10: Arbeitsweise

Hat man eine Karte erstellen lassen, kann es direkt ans Reinigen gehen. Besonders faule Leute könnten ein langes Gesicht ziehen, denn unter Umständen ist Handarbeit vonnöten. Damit meine ich nicht, dass man den Tank füllen und leeren, sondern die Mopps entfernen muss, wenn man einen Saugvorgang startet. Kennt man das vom Wettbewerb, der die Wischlappen hinter sich herzieht, sodass diese angebracht bleiben dürfen beim Saugen, so verweigert der Dreame Bot W10 in jenem Szenario die Arbeit. Will man nur Saugen, dann muss man also die Mopps abmachen.

Lässt man den Dreame Bot W10 arbeiten, dann muss man nicht viel beachten. Er fällt keine Treppen runter und sollte der Akku tatsächlich unterwegs mal zur Neige gehen, dann fährt er zur Station, lädt auf und setzt seine Arbeit dann später wieder an jenem Punkt fort, den er vor dem Aufladen verließ. Nutzer können nach der Kartierung festlegen, wie welcher Raum gereinigt werden soll – und auch die Reihenfolge ist einstellbar.

Und natürlich: Es sind auch Bereiche durch euch in der App definierbar, die beim Wischen ausgelassen werden. Verbesserungswürdig: Ich hätte gerne mehrere Räume ausgewählt und eingestellt, wie feucht diese gereinigt werden dürfen. Geht anscheinend (noch) nicht. So hätte ich gerne die Fliesen im Bad ordentlich genässt gereinigt, während das Laminat im oberen Flur nur leicht feucht behandelt wird. Geht nicht in einem Abwasch, hier kann man nur auf Raumbasis Justierungen vornehmen.

Dreame Bot W10: Im Alltag

Die Bedienung über die Xiaomi-App ist recht einfach. Ich habe den Roboter auf zwei Etagen im Einsatz gehabt. Dabei sind mir natürlich Dinge aufgefallen. Wer viel Teppich hat, der wird sich dieses Modell vermutlich nicht anschaffen. Startet man einen Reinigungsvorgang mit angebrachten Mopps, dann werden diese erst einmal vorgenässt. Es gibt verschiedene Stufen, die ihr in der App auswählen könnt. Je nach Einstellung können die Mopps auch zwischendurch gereinigt werden.

Dies kann nach Quadratmetern (5, 10 und 15) erfolgen, aber auch nach Zonen. Alternativ kann man eine Selbstreinigung in der App aktivieren. Der Reinigungsvorgang selbst findet in der Station statt. Da müsst ihr natürlich schauen, wo ihr so ein Gerät platziert – denn während der Reinigungsvorgang der Mopps nur wenige Minuten dauert, so wird das leichte Surren bei der Trocknung so ca. 2 Stunden andauern.

Das Reinigen selbst kann unterschiedlich erfolgen, so gibt es reines Wischen oder den Mix aus Wischen und Saugen. So oder so: Der Dreame Bot W10 macht wirklich sehr gut sauber, doch seine Form sorgt auch nicht für das Beheben sämtlicher Probleme. Noch kein Saugroboter hat es bei mir geschafft, an der Küchenzeile, bzw. darunter, alles korrekt zu reinigen, obwohl der Vorsprung theoretisch so geschaffen ist, dass der Roboter darunter passen würde.

Aber das ist ja mein persönliches Problem und nicht ganz so schlimm, da man mit einem Handsauger den Dreck in wenigen Sekunden entfernen kann. Da ich hier viele und vor allem schwarze Fliesen habe, kann ich seine Reinigungsleistung schon beurteilen. Sie ist einfach fantastisch, obwohl es natürlich Situationen gab, in der ich den Dreame Bot W10 auch 2 bis 3 Mal über eine verdreckte Zone laufen lassen musste. Generell ist er aber bisher besser als jeder von mir getestete Sauger, der einfach nur den Lappen hinter sich herzieht, oder jenen minimal aufdrücken kann. Da müsst ihr aber selbst mal ein Auge drauf haben. Wer nämlich sehr verdreckte Flächen reinigt, der stellt in der App besser ein, dass der Sauger nach 5 Quadratmetern die Mopps durchspült. Sonst schleift auch der W10 „Drecklappen“ mit rum. Zwischendurch mal durchspülen dauert länger, ist aber hygienischer.

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Dreame nennt bis zu 300 Quadratmeter Reinigungsleistung mit einer Akkuleistung. Die wird man vermutlich nur erreichen können, wenn man leicht saugt, denn ich bin mit einem kombinierten Mix auf rund die Hälfte der Quadratmeter gekommen. Allerdings habe ich eh nicht so viel Saug- und Wischfläche. Habt ihr jene, so müsst ihr euch aber keine Gedanken machen. Der Sauger fährt zur Station, wenn er so bei ca. 15 Prozent seiner Ladung ist, lädt wieder auf (knapp über 2 Stunden auf rund 60 Prozent) und reinigt dann weiter.

Dreame Bot W10: Mein Eindruck

Der Dreame Bot W10 verrichtet hervorragende Arbeit. Er lässt beim Wischen selbst den Roborock S7 hinter sich. Auch beim Saugen hat er saubere Arbeit geleistet. Ich persönlich sehe das Gerät tatsächlich aber eher bei Menschen, die wenig bis keine Teppiche haben. Hier spielt der Dreame dann seine Stärken aus. Das alles hat aber einen hohen Preis. Fast 900 Euro kostet der Dreame Bot W10 zum Marktstart.

Klar, er dürfte vielleicht bald günstiger werden. Generell werden die Saug- und Wischkombinationen mächtiger, aber auch teurer – Roborock legt 1.400 Euro für sein neues Flaggschiff S7 MaxV an. Wer einen richtig guten Wischsauger sucht, dem sei der Dreame Bot W10 unabhängig vom Preis empfohlen. Alternativ empfehle ich gerne die ehemaligen Flaggschiffe, die auch viel leisten. So gibt es den wirklich guten Dreame D9 Max ab und an schon für unter 300 Euro.

Lob und Tadel für den Dreame Bot W10:

  • Hervorragende Verarbeitung
  • Sehr gutes Wischen
  • Gutes Saugen
  • Mopps sind leider fest auf ihren Halterungen installiert, das macht es schwierig, diese in der Waschmaschine zu reinigen
  • App sollte die Feuchtigkeitseinstellungen pro Raum justieren lassen

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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16 Kommentare

  1. Habe ich das richtig verstanden, dass man für einen Teppich die Mopps manuell abnehmen muss.

    • Ja, scheint so. Bei einem Raum mit Parkett und kleinen Teppichen stelle ich mir das unmöglich vor.

    • the customer says:

      Oder Teppich zusammenrollen. Daher macht so eine Station für mich weniger sinn da ja ohnehin Vorbereitung notwendig ist.

      Ansonsten: Valetudo, damit man der Cloud entkommt.

      • > Ansonsten: Valetudo, damit man der Cloud entkommt.

        Aber nicht mit dem W10.
        Sowohl weil sich den aufgrund des absurden Preises kein Mensch leisten kann als auch weil dort so sehr an der Hardware gespart wurde, dass der Betrieb von Valetudo mit großer wahrscheinlichkeit nicht möglich sein wird.

      • In der Valetudo Telegram Gruppe wurde schon erwähnt, dass der W10 wohl zu wenig Speicher hat um Valetudo-kompatibel zu sein.

      • Klappt das mit Valetudo und dem Dreame W10?

  2. Alles schön und gut. 1000€ für einen Staubsauger will ich mir aber einfach nicht leisten. Ein normaler Miele für 250€ ist schon exorbitant teuer.

    Für gutbetuchte und faule Menschen aber sicher eine Option.

    • Auch hier: das ist der UVP-Preis + inklusive Station. Das ist eben der Preis für die Bequemlichkeit. Aber du kannst, während du auf Arbeit bist, quasi sicher sein, eine zu 90% saubere Wohnung vorzufinden, zumindest den Boden. Und einen Roboter mit einem Bodenstaubsauger zu vergleichen ist Äpfel und Birnen.

    • Das ist relativ zu sehen. Mein guter alter Vorwerk hat vor über 20 Jahren über 1000DM gekostet und war bis heute jede Mark wert.
      Das ein Saugbot 20 Jahre durchhält, mag ich aber bezweifeln.
      Auch mein Wischsauger kostet mehr als der exorbitante Miele, ist aber für mich jeden Euro wert.
      Ich liebäugel mit dem W10 oder dem neuen Roborock. Was mich eher abhält sind manchmal unerwünschte Hinterlassenschaften meiner Katzen. Ich traue den Geräten da nicht wie damit umgehen. Erbrochenes quer durchs Wohnzimmer verteilt fände ich jetzt nicht so prickelnd.

  3. Dickes kleines Hoeneß says:

    Schade, dass keine Absaugstation dabei ist. Hab den Z10 Pro. Nie wieder ohne.

  4. Ist es möglich dass er über Nacht saugt. Oder ist er zu laut.

  5. Ist ne schöne Spielerei für Nerds, könnte mir deshalb sicher gefallen. Aber wenn ich mir die drumherum Arbeit…..Pflege der Station und des Gerätes vorstelle….. dann die Wischmopps womöglich noch mit der Hand waschen muß, weil es mit Gestänge in der Waschmaschine nicht geht….Da wische ich doch lieber per Hand. Selbst zum mit der Hand wischen gibt es heute gute Werkzeuge, mit denen es schnell geht. Und für 1000€ kann ich bei einem Mindestlohn von 12€ (den ich mir auszahle) 83 Stunden wischen;-)))

    • Ich rechne auch ganz gerne gegen, was mich eine Haushaltshilfe kosten würde. So hinkt dein Vergleich aber meiner Meinung nach schon gewaltig, denn das Gerät wischt ja nicht nur. Ich finde es einen erheblichen Mehrwert, wenn täglich gesaugt wird, insgesamt weniger Staub rumfliegt usw. das kann man kaum mit dem Betrag ansich aufwerten. Beim Wischen sehe ich es ein wenig anders, aber das ist natürlich auch immer Situationsabhängig: Mir würde einmal die Woche oder selbst alle zwei Wochen locker reichen. Wenn ich dann vergleiche ich würde einen S7 mit Absaugstation nehmen, der saugt täglich und ich habe dann noch 700-800 Aufpreis zum S7 Ultimate – also nur für die Wischfunktion – kann jemand dafür tatsächlich 66h Wischen. Das würde bei uns aber nur 30min dauern. Wären also rund 2,5 Jahre wöchentliches wischen, wenn man jemanden bezahlt und das Wischen wäre vermutlich noch gründlicher.
      Ja natürlich: es kommt nicht nur jemand für 30min wischen vorbei, auch das muss man berücksichten und vor allem *könnte* der Roboter ja auch einfach 2mal wöchentlich wischen und alles wäre *noch* sauberer … Dennoch sind die neuen Modelle, so cool ich sie von der Ankündigung finde, einen Tacken zu teuer angesetzt. Da hoffe ich schon, dass sie nach Release bald im Preis fallen 🙂

  6. @caschy
    Wie schneidet das Teil denn im Vergleich zur Yeedi Mopstation ab? Mal mit dem Kollegen Mamerow darüber ausgetauscht?
    Das Konzept wirkt ähnlich.

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