Die mit dem Dreh: Bosch Smart Home Twist-Fernbedienung im Kurztest

Vor einiger Zeit habe ich mich etwas ausführlicher über diverse Smart Home-Lösungen von Bosch ausgelassen, die ich auch weiterhin gerne im Einsatz habe und bis auf einen einmaligen Zwischenfall, bei dem ich den Smart Home Controller nicht mehr ansteuern konnte, läuft da alles noch immer wie geschmiert. Das Problem trat nach einem Systemupdate auf, der Controller wollte sich nicht mehr so recht über die App auffinden lassen. Hier half dann allerdings ein Resetten und Neuaufsetzen des Controllers. Bei meinem damaligen Test mit dabei war auch der „Universalschalter Flex“ – eine Fernbedienung mit mehreren auch doppelt belegbaren Schaltflächen, mit der ihr die verknüpften smarten Gerätschaften und erstellte Szenen steuern und auslösen könnt.

Mittlerweile hat das Unternehmen aber auch ein neues Modell jener Fernbedienung auf den Markt geworfen, die mit einem E-Paper-Display ausgestattet ist und auf den Namen Twist hört. Twist, weil sich die einzelnen Funktionen der Fernbedienung per Drehgeste auswählen lassen. Wer glaubt, dass er hier eine Fernbedienung erhält, die nach einem einfachen Dreh nach links oder rechts ohne weiteres Zutun Aktionen ausführt, der irrt. Per Tastendruck muss dennoch jede Auswahl bestätigt werden. Doch fangen wir erst einmal beim Lieferumfang an.
Im Karton der Bosch Twist findet ihr neben dem Gerät noch zwei Alkaline-Batterien vom Typ AAA (LR03), eine Wandhalterung inklusive Klebepad und drei Installationsanleitungen (Deutsch, Englisch und Französisch). Folgende technischen Daten liefert Bosch bezüglich der neuen Fernbedienung:

  • Abmessungen (BxHxT): ohne Wandhalterung 83,4 x 83,4 x 19,4 mm, mit Wandhalterung ist das Ganze dann 27,2 mm tief/dick
  • Gewicht: ca. 122 g
  • Batterie: 2 x Alkaline Batterie 1,5V AAA (LR03), Lebensdauer über 2 Jahre (laut Hersteller)
  • Funkfrequenz: 2,4 GHz ZigBee 3.0 mit erweiterter Verschlüsselungtechnologie
  • Funk-Freifeldreichweite: maximal 90 m
  • Duty Cycle: bei 868,3 MHz < 1 % pro h, bei 869,525 MHz < 10 % pro h
  • Sendeleistung: maximal 10 mW
  • Empfängerklasse: SRD Class 2
  • Schutzklasse: IP20
  • Umgebungstemperatur: 5 °C … 35 °C
  • Luftfeuchtigkeit: 30 % … 90 %
  • Preis: UVP 149,95 €

Das Anlernen und Einrichten der Twist erfolgt wie auch bei allen anderen Geräten der Reihe über die App. Dank der wirklich guten und selbsterklärenden Anleitung kann sich da meiner Meinung nach jedermann selbst bei machen, muss also keinen Fachmann hierfür zurate ziehen.
Der Vorteil zu leicht kleineren „alten“ Fernbedienung Flex liegt in meinen Augen im E-Paper-Display, nicht in der namensgebenden Twist-Funktion. Habt ihr euch nämlich erst einmal entschieden, welche Szenen (über die App könnt ihr natürlich jederzeit passende Szenen hinzufügen und einstellen) ihr auf die Fernbedienung legen wollt, werden jene anschließend wie von einem Ebook-Reader gewohnt auf einem tagsüber gut ablesbaren Display dargestellt.

Bei der Flex muss der Bedienende ganz genau wissen, welche Funktion auf welcher Taste liegt – mein Sohn aktiviert beispielsweise regelmäßig den Abwesenheitsmodus anstatt das Licht auszuschalten. Da ist mir ein Display deutlich lieber und als E-Paper-Display verbraucht dies bekanntermaßen auch nur sehr wenig Akku. Die einzelnen Aktionen werden nicht nur mit Namen, sondern auch mit ihrem von euch in der App verknüpften Symbol dargestellt. Hier dürfte Bosch meiner Meinung nach in einem zukünftigen App-Update gerne noch deutlich mehr unterschiedliche Symbole hinzufügen, aber das mag auch nur mich stören.

Jetzt heißt die Twist aber Twist, weil sie sich in Verbindung mit der magnetischen Wandhalterung nicht nur als reine mobile Fernbedienung nutzen lässt, sondern auch zum Wandschalter mutieren kann, die dann per Drehbewegung durch die einzelnen Szenen/Aktionen schalten lässt. Ehrlich gesagt hätte ich es begrüßt, wenn man hier die gewünschte Aktion per Drehgeste auswählen kann und dann nach einem kurzen Moment jene auch automatisch ohne weiteres Zutun ausgeführt wird. Dem ist aber leider nicht so, ihr müsst zum Bestätigen weiterhin die obere oder untere Taste der Twist drücken. Das nimmt dem Ganzen ein wenig den „Flow“ wie ich finde. Vielleicht überrascht mich ja aber auch ein Softwareupdate irgendwann einmal und fügt diese Option hinzu.

Unangenehm fiel mir während des Testzeitraums auf, dass das Display hin und wieder für wenige Sekunden flackerte, kurz nachdem ich die Twist auf dem Schränkchen oder anderswo ablegte, wie man es mit jeder anderen Bedienung auch tun würde. Das ist reproduzierbar und ist möglicherweise auch ein durch ein Update zu behebendes Problem, sollte aber nicht unerwähnt bleiben, wie ich finde. Update: Hierzu das aufklärende Statement der PR von Bosch (Danke dafür, Jan!):

Um den sogenannten „Ghosting“-Effekt zu vermeiden erneuert sich das Display Ihres Bosch Smart Home Twists automatisch alle 45 Sekunden. Vom „Ghosting“-Effekt spricht man, wenn man Fragmente von Buchstaben und Symbolen im Display erkennt, die gar nicht eingeblendet sein sollten. Der automatische Display-Refresh beseitigt auch mögliche Pixelfehler, welche durch starke Sonneneinstrahlung entstehen.

Durch die einzelnen Optionen schalten lässt sich zum einen über die beiden Seitentasten der Twist, viel eleganter ist dann aber eben das Drehen der Fernbedienung. Die Wandhalterung dockt dabei magnetisch an der Rückseite der Fernbedienung an und klemmt sich in eine kleine Ausbuchtung. Dreht ihr nun an der Twist leicht nach links oder rechts, wird auf der Rückseite ein Schalter bewegt, der die entsprechende Bewegung dann aus das Display überträgt. Lasst ihr die Fernbedienung dann los, schnellt diese sofort automatisch in ihre Ausgangsstellung zurück. Das funktioniert alles soweit reibungslos. Schon der Flex konnte mir sehr oft den Umweg über die App des Systems abnehmen, dank der Twist lässt sich dann nun aber auch für jeden Nutzer im Haushalt – meine Frau, mein Sohn, die Katzen – klar erkennen, welche Funktion bei Tastendruck ausgeführt wird.

Wie mir mitgeteilt worden ist, sollen sich außerdem nicht nur Gerätschaften aus der Bosch Smart Home-Serie damit steuern lassen, sondern auf jeden Fall auch Philips Hue-Lampen. Mangels dieser konnte ich das allerdings nicht selbst testen, ebenso wenig wie das Steuern der Temperatur der Bosch Raumthermostate. Hier sollt ihr nämlich durch die obere und untere Taste der Twist die gewünschte Temperatur festlegen können, das Schalten erfolge dann recht flott. Meinem Empfinden nach lösen die von der Twist ausgeführten Aktionen allerdings tatsächlich etwas schneller aus, als wenn ich dies über den Flex vornehme. Das mag auch nur subjektives Empfinden im Millisekundenbereich sein, meine Frau bestätigte mir meine Annahme aber ebenso – da muss also was dran sein.

Und so will ich mich auch schon zu einer Art Fazit hinreißen lassen, denn viel mehr gibt es hier über die Bosch Twist auch nicht zu sagen. Wer bereits mehrere Geräte des Ökosystems daheim nutzt und nach einer schicken und vor allem selbsterklärenden Fernbedienung für die Steuerung seiner Komponenten sucht, der ist mit der Twist meiner Meinung nach deutlich besser bedient als mit dem Universalschalter Flex. Allerdings kostet das Gerät auch stolze 150 Euro, was sicherlich den einen oder anderen dann eher zur App greifen lässt und man sich viel lieber weitere Thermostate oder ähnliches zum System hinzukauft. Zum Vergleich: den Flex verkauft Bosch zu einem UVP von 59,95 Euro, hier fällt die Entscheidung dann sicherlich leichter.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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6 Kommentare

  1. Bis zu der Stelle mit den 150 € fand ich das Teil ja ganz interesant 🙂

  2. Jau, der Preis ist wirklich happig

  3. Vielen dank für den Test. Gibt es auch Erfahrung bei der Aktivierung/Deaktivierung der Alarmanlage? Das soll mit dem Twist ja über die Nutzung einer bestimmten Drehreihenfolge funktionieren.

    • Na ich nutze in Verbindung mit der Sirene im Rauchmelder den Dienst „Alarmsystem“. Der wird hier aber auch nur per normalem Dreh ausgewählt und muss dann bestätigt werden.

      Bosch schreibt hierzu: „ In der Bosch Smart Home App können Sie unter „Dienste“ –> „Alarmsystem“ –> „Deaktivierungscode“ –> „Code anzeigen“ jederzeit Ihren persönlich gewünschten Code festlegen. Um das Alarmsystem zu deaktivieren, wären Sie das Alarmsystem über Ihren Twist aus. Nun drücken Sie die untere Taste. Geben Sie den COde ein und betätigen Sie die Eingabe nochmal über die untere Taste.“

      Ich probiere das unter der Woche mal aus, wenn die Nachbarn ob des Alarms nicht panisch werden, weil nicht da 😀

      Edit: siehe auch – https://drive.google.com/file/d/1JU1JIxEOH7eMkaYcfZ0y4Lhj1Szgl4ZC/view?usp=drivesdk

  4. Danke für den Artikel. Bei mir sind auch einige der Bosch Smart Home Geräte im Einsatz und das könnte eine schöne Ergänzung sein.

    Der Preis ist wie bei den meisten Bosch Komponenten heftig. Auch fehlt mir ein CO Melder im Sortiment. Daher suche ich schon eine Weile nach einer Möglichkeit, die Bosch Anlage über eine zentrale Smart Home Steuerung mit günstigeren Zigbee Geräten zu verbinden und alles einheitlich zu steuern.

    Kennt ihr da eventuell eine Lösung?

  5. Danke für den Test.
    Auch ich habe mittlerweile das gesamte Haus mit BOSCH SMART HOME ausgestattet und wollte mich nach den vielen Geräte-Anmeldungen und programmierten Routinen einmal nach einer Art Sicherung oder Backup umschauen. Steckt ja jetzt schon ziemlich viel Arbeit drin und alles neu aufzusetzen wenn der Hub defekt geht, wäre übertrieben aufwändig. Hat
    jemand eine Idee dazu?

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