Deutsche Post: Bundesweiter Streikaufruf in Brief- und Paketzentren

Die Gewerkschaft ver.di und die Deutsche Post befinden sich derzeit in Tarifverhandlungen. Vonseiten der ver.di fordert man 15 Prozent mehr Lohn für die rund 160.000 Tarifbeschäftigten. Nach diversen, übereinstimmenden Medienberichten sei die zweite Tarifrunde allerdings ohne Ergebnis zu Ende gegangen und die Forderungen wurden vonseiten der Deutschen Post abgewiesen. Daher gab es bereits ab heute (Donnerstag) um 17 Uhr erste Arbeitsniederlegungen in Verteilzentren. Für den morgigen Freitag wurde zu bundesweiten Streiks in allen Brief- und Paketzentren aufgerufen. Solltet ihr also auf (wichtige) Post oder Pakete warten, dann rechnet mal unter Umständen mit entsprechenden Verspätungen.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Lehrer. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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39 Kommentare

  1. Hm, 15% klingen jetzt erst einmal ziemlich „dreist“. Natürlich fährt die Post gute Gewinne ein, aber von solch einem „Plus“ an Lohnerhögung dürften wohl die meisten nur träumen. Realistisch wird man sich wohl bei um oder unter 10% einigen was immer noch ordentlich ist. Mal nur die Zahlen, nicht die Arbeitsbedingungen hier themaitisert.
    Pakete – wird die DHL auch bestreikt?

    • logisch auch Frachtzentren

    • Überhaupt nicht dreist. Es gab seit 2019 Zurückhaltung bei den Beschäftigten, dabei mussten sie während der Pandemie mehr ackern als je zuvor. 10% wäre gerade einmal Inflationsausgleich. Bei Leuten mit geringeren Einkommen, wie bei der Post vorherrschend, ist die Inflation aber real höher, da mehr vom Einkommen nur für Essen und Energie ausgegeben werden muss.
      Dreist ist, dass der Konzern einen großen Milliardengewinn nach dem anderen feiert, das Management Millionen erhält und den Leuten die all die Arbeit machen irgendwas von Lohnzurückhaltung vorgesäuselt wird.

    • Der übliche Post Mitarbeiter geht mit 2.500 Euro – 3.000 Euro brutto nach Hause, damit kommst Du nicht mehr über die Runden wenn alles im Alltag 20-30 Prozent teurer wird und Energie teilweise um 100%.

    • Vielleicht sollte man die letzten Lohnsteigerungen der Gesamtwirtschaft in Relation zu den Steigerungen der Logistik allein sehen. Dann siehts nämlich zappenduster aus bei der Logistik. Unterdurchschnittlich Lohnsteigerungen, während die Wortschaft im Ganzen deutlich mehr Prozebte abgekriegt hatte, die letzten 10 Jahre. DPDHL gehts gut. Egal ob die fetten Gewinne nicht in Deutschland eingefahren oder wo auch immer. Ein Konzern, eine AG. Alles unter 10% wäre ein Witz… Und auch schlecht für Verdi.

  2. Der Streik wird bei uns in der Gegend kaum wahrgenommen werden. Tagespost und Zeitschriften werden z.Z. nur zugestellt, wenn Personal dafür vorhanden ist. Manchmal habe ich an einem Tag Briefsendungen im Briefkasten, die in den letzten 14 Tagen abgeschickt worden sind. Zeitschriften, die wöchentlich erscheinen, erreichen mich nach 10 Tagen.

  3. GooglePayFan says:

    Ein Grund mehr bei Amazon zu bestellen, dort kommt alles über das eigene Logistikunternehmen 😉

    • Nope. Heute eine Prime Bestellung über DHL Express bekommen. War gestern Abend extrem erstaunt, als die Versandmeldung kam. Konnte im Zustellfahrzeug noch mehrere Amazon Pakete erkennen, von DIN A4 bis zu Sperrgut.
      Was den Poststreik betrifft, so ergeht es mir wie einer der vorherigen Kommentatoren. Heute Nacht reagierte die DHL App in Sachen Briefankündigung, das Schreiben war vom 17.12.2022 … Unsere Region hat seit fast 2 Jahren keinen festen Zusteller mehr, alles reiner Zufall, wenn mal was ankommt. Pakete hingegen sind meist nach einigen Tagen Einlagerung hier, bei Briefpost habe ich längst resigniert.

    • amazon ist schon seit 2 Jahren nicht mehr in der Lage ihre Lieferversprechen mit Lieferung innerhalb eines Tages zuverlässig einzuhalten. Ich warte teilweise eine Woche auf „Prime“ Bestellungen.

    • Ja Klar, nur das die bei Amazon noch öfters Streiken wie die POST.
      Ich lach mich tot.

  4. Die sind völlig weltfremd mit ihren Forderungen. Bahn 2.0? Lufthansa 2.0?
    Weiterer Treiber von Inflation. Medizinisches Personal (ohne Ärzte), Pflegekräfte, Kita Beschäftigte….sollten erst einmal angemessen vergütet werden

    • Wenn es nur die Briefträger wären, fände ich einen Kompromiss um die 10% ja noch vertretbar. Davon gibt es aber garantiert nicht 160.000. Folglich profitiert auch der Analyst mit 80k Einkommen, genau wie bei Lufthansa und Bahn, welche ebenfalls eine hohe Streikmacht haben.

      Gerade die Lufthansa werde ich künftig meiden, wo ich nur kann. Je nach Gehaltsgruppe gab es da Erhöhungen >25%. Und selbst für hoch bezahlte Piloten gibt es je nach Dienstalter bis zu 20% mehr für 10 Monate (!!!!), die Topverdiener >200k immerhin noch 5,5%.
      Sorry, aber mit meinem Geld werde ich das nicht mehr mitfinanzieren. Man kann Inflation auch selbst beschleunigen, zu Lasten der Allgemeinheit.

      • Zum einen verdienen bei weitem nicht alle Piloten so gut, und zum anderen darfst Du nie vergessen, dass die ihre Ausbildung mit hohen 6 stelligen Beträgen aus eigener Tasche in der Regel bezahlen müssen. Inklusive dem erheblichen Risiko während der Ausbildung aussortiert zu werden und das Geld komplett abschreiben zu können.

        • Also wie jeder Student, der kein Anspruch auf Bafög hat oder die Ausbildungen, die auch selbst bezahlt werden mussten. Zumal nicht jeder Pilot die Ausbildung selbst bezahlen muss.

  5. Wie merke ich den Unterschied, ob mein Briefträger streikt oder nur seine normalen zwei Wochen braucht, um einen Brief zuzustellen?

  6. Meine Solidarität haben sie. Die Beschäftigten werden zu gering bezahlt. „140.000 der 160.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post AG sind in den Entgeltgruppen 1 bis 3 eingruppiert, was einem Monatsgrundentgelt zwischen 2.108 und 3.090 Euro brutto entspricht.“
    Da sollte mindestens ein Inflationsausgleich drin sein. Die Post hatte 2021 einen Gewinn von 5.1 Mrd. € eingefahren, 2022 wird es wohl auch wieder so ein Rekordergebnis werden.

    • Das sehe ich auch so, mit 2.000 Euro brutto ist man im Jahr 2023 definitiv im Bereich der Geringverdiener und mehr oder weniger „arm“, je nachdem wie man das definieren möchte. Und kann nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

      • Leute, das ist das Grundgehalt nicht das Gehalt, was tatsächlich bezahlt wird. Es gibt dazu noch Bargeldprämie, Gewinnbeteiligung und Provisionsteilung.

        • Wtf. Boni und Prämien gibts bei Zustellern seit mindestens 2019 nichtmehr. Seit der Zusammenlegung von Delivery GmbH und AG.
          Ich Streik auch mit… will garkeine 15% . Hätte gern die Boni für wenig Krank, keine Unfälle, Springer etc. zurück.
          Deine Aussage is ne Lüge, Boni kriegen nur die Manager.

          Bargeldprämien… wovon träumst du? Ich habe 1 Tankgutschein über 25euro bekommen, weil ich im Starkverkehr (Weihnachten) an einem freien Tag gekommen bin. Das ist kein wirklicher Bonus.

          Gewinnbeteiligung? Gibts nicht. Schön wärs, dann nehme ich auch 9%. Junge Junge

  7. Ich dachte die Streiken schon die ganze Zeit mit 4 von 5 Tagen. Denn so selten sehen wir hier die Post.
    Dann aber immer die gesammelten Werke von 5 bis 10 Tagen.

  8. Wie ist das eigentlich juristisch für mich, wenn wegen Streiks oder anderer Höherer Gewalt eine Terminsachee, sagen wir eine mahnung oder eine Vorladung oder oder nicht oder verspätet ankommt? Wer haftet dann ? Oder verlängern sich Fristen automatisch um nachvollzihbare „Ausfalltage“ wie Streiktage oder z. B. Tage wie im Aartal?

    • Ich schätze, das ist Dein Problem. Im Regelfall jedenfalls werden Fristen durch sowas nicht verlängert. Und genau sowas finde ich ich auch eher fragwürdig. Streiks sollten dem Arbeitgeber wehtun, nicht der Allgemeinheit. Insofern bin ich auch der Meinung, dass Streikende oder die Gewerkschaften denen gegenüber, denen dadurch Schäden entstehen, schadenersatzpflichtig sein sollten.

      • Wenn dir der Streik weh tut kannst du ja dem Vorstand der Post mitteilen, dass dir das nicht gefällt und sie sollen doch bitte ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Die Vorstandsmitglieder haben sich übrigens zwischen 2% (+200.000€) und 464% (+ 8.000.000€) Gehaltssteigerungen von 2020 zu 2021 genehmigt. Der kleine Zusteller musste mit Reallohnverlusten klar kommen.

        Die 15% sind nötig, besonders für die 140.000 Mitarbeiter in den unteren Lohngruppen.

      • Hektor Rottweiler says:

        Was für ein schräger Kommentar.
        Wie sollen Dienstleister dann überhaupt noch streiken? Abnehmer der Leistung ist nie der Arbeitnehmer selbst…

      • Du solltest dich dringend mit bestehenden Gesetzen auseinandersetzen. Selten so einen Unsinn wie im letzten Satz gelesen.

        • Man muss das nicht gut finden, aber damit, andere Meinungen als „Unsinn“ abzutun, macht man es sich sehr einfach. Das hat auch nichts damit zu tun, dass ich geltende Gesetze nicht kennen würde. Gesetzte muss man beachten, aber nicht zwingend auch gut finden. Und man kann und darf durchaus auch schon mal eine abweichende Meinung vertreten.

    • Eine Schreiben mit einer Frist gilt erst als zugestellt, wenn es in den Machtbereich des Empfängers gelangt, also in der Regel in Deinem Briefkasten landet.

      • So einfach ist das leider nicht, siehe Zugangsfiktion. Ein normaler, bei der Post aufgegebener Brief gilt nach drei Tagen nach Aufgabe als zugestellt.

        • Das ist richtig, aber wirklich wichtige Dinge bekommt man normalerweise nicht per normaler Briefpost (die man im Zweifel auch gar nicht bekommen hat).

          • Das ist natürlich richtig, aber die Aussage von elknipso ist halt pauschal nicht korrekt. Wenn ein Schreiben mit Frist mit der normalen Briefpost versendet wird, gilt eben die Zugangsfiktion, unabhängig von Streiks.

  9. Allein die stetige Arbeitsverdichtung der letzten drei Jahre in den Sortierzentren und der Zustellung rechtfertigt im Grunde ein Lohnplus von mindestens 10%. Grund f. die Verdichtung sind MA-feindliche „Optimierungen“ der Abläufe, gesunkene Einstellungszahlen geeigneten Personals sowie gestiegene Sendungsmengen.

  10. Ein ewiger Kreislauf nach oben. Der Staat kassiert immer mehr Steuern und Abgaben. Dem Bürger bleibt immer weniger Geld in der Tasche. Was macht er nun? Er bestreikt seinen Arbeitgeber, damit dieser ihnen mehr Geld gibt, um die hohe Abgabenlast halbwegs auszugleichen. Dieser wiederum erhöht dann die Preise für seine Waren oder Dienstleistungen, um sich die Gehaltserhöhungen noch leisten zu können. Am Ende ist der arbeitende Bürger wieder der dumme, weil er nun das mehr erstreikte Geld auch wieder mehr ausgeben darf. So gehts dann weiter bis zum nächsten Streik. Vielleicht sollte man einmal die bestreiken, die einem das Leben so teuer machen. Aber da kommt bei uns keiner auf die Idee.

    • Ok, fang bitte an und und „bestreike“ Deinen Lieferanten von Strom und Gas/Öl.
      Wahlweise mit vollständigem Verzicht oder auslassen der Abschlagszahlung.
      Kannst auch gerne Rewe, Aldi oder Lidl „bestreiken“.

      Die Steuerlast ist wohl im letzten Jahr das geringste Problem gewesen. Eher die Energiebranche (Öl/Gas) die das Risiko von potentiellen, in der Zukunft möglichen, Ausfällen und Verknappung sich hat in der Gegenwart vergüten, oder besser vergolden, hat lassen und jetzt keinen Grund sieht da mal wieder zurückzudrehen. Für die Abnehmer gibt es ja Geld vom Staat um das Auszugleichen.

      Ich finde den Streik gerechtfertigt, und die Forderung nicht überzogen.

      Problem deines beschriebenen Kreislaufs ist der „Zwang“ zu immer mehr Gewinnen.

  11. Mein Schwager ist LKW Fahrer bei der deutschen Post im Großraum Hamburg… Was der so erzählt geht auf keine Kuhhaut… Das rollende Material ist auf Kante genäht wenn da mehr als ein LKW zur Sicherheitsüberprüfung und / oder HU muss (alle 6 bzw. 12 Monate) dann kommen die ins Schwitzen…. Die Fahrer (immerhin das Rückrat der Post) werden so mies bezahlt dass die alle zu den Sub Unternehmen abhauen, die die Post holt wenn nicht genug LKWs da sind… Was zu so Situationen führt das Kollege A heute noch Post fährt, kündigt und am nächsten Tag fürs SubUnternehmen für deutlich besseren Lohn die selbe Arbeit macht. Das häuft sich und die Abwärtsspirale fährt sich fest …. Und dieser Lohnverzicht wird immernoch Propagiert da steht dann in der Mitarbeiterzeitung was wohl passieren würde wenn….

  12. Die Verzögerungen machen mir nix aus, die brauchen mittlerweile eh so lange um Briefe zuzustellen. Qualitativ haben die in der Sache extrem nachgelassen.

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