Corona sorge laut bitkom für Digitalisierungsschub in deutschen Haushalten

Der Branchenverband bitkom will ermittelt haben, dass die Corona-Krise für einen Digitalisierungsschub in deutschen Haushalten gesorgt habe. Menschen verbringen aktuell mehr Zeit vor den Bildschirmen – und geben zusätzlich Geld für digitale Technologien aus. Die Industrie dürfte das erfreuen.

Ermittelt hat die bitkom ihre Ergebnisse durch eine Telefonbefragung von 1.002 Personen ab einem Alter von 16 Jahren in Deutschland. Die Entwicklung ist natürlich nicht wirklich überraschend: Im Lockdown haben die meisten Menschen deutlich mehr Zeit als üblich Zuhause verbracht. Da liegt es dann natürlich nahe, dass z. B. im Gaming-Bereich, im Heimkino oder auch im Smart Home aufgerüstet wird.

Laut der Umfrage der bitkom werden die Technologien als Hilfe in der Pandemie begriffen – vor allem für die Arbeit. Aber auch für die Kommunikation mit Freunden und Familie greifen die Menschen gerne darauf zurück. Außerdem wird natürlich gerne online eingekauft. Aber auch in den Bereichen Gesundheit bzw. Sport und Fitness wurden digitale Techniken als Bereicherung begriffen. Die bitkom kommt zu der Schlussfolgerung, dass uns COVID-19 vermutlich in Prä-Internet-Zeiten psychisch noch deutlich mehr abverlangt hätte.

Die Frage sei nun, welche Veränderungen die Corona-Krise vielleicht sogar überdauern werden. Etwa liegt nahe, dass mehr Firmen als zuvor für ihre Mitarbeiter Home-Office anbieten werden. Schließlich haben die letzten Monate gezeigt, dass das in vielen Bereichen sehr gut funktionieren kann. Die gestiegene Nutzung von Technologie zeigt sich auch daran, dass die Menschen nach eigener Schätzung vor Corona 8 Stunden am Tag auf einen Bildschirm geschaut haben, egal ob Smartphone, Computer-Monitor oder Fernseher und unabhängig davon, ob privat oder beruflich. Während Corona sei dieser bereits hohe Wert noch einmal um mehr als zwei Stunden pro Tag auf 10,4 Stunden gestiegen, so die bitkom.

Die Bildschirmzeiten hätten auch durch das Videostreaming zugenommen. Hier habe sich die investierte Zeit fast verdoppelt: von 3,9 Stunden vor Corona auf nun 7,1 Stunden pro Woche. 8 % der Befragten haben sogar angegeben, dass sie in der Corona-Zeit 20 Stunden oder mehr pro Woche Videostreaming nutzen. Vor Corona waren es nur 4 %. Auch Video-Chats sind da im Trend: Lag die Nutzung vor Corona im Durchschnitt nur bei 0,6 Stunden pro Woche, so seien es laut bitkom-Umfrage nun 3,3 Stunden. Videotelefonate seien von vielen Menschen in der Pandemie das erste Mal genutzt worden und würden vermutlich für sie auch nach der Krise in den Alltag Einzug halten.

Es ist aber nicht alles positiv: 38 % der Befragten gaben an, dass sie der zunehmende Einsatz digitaler Techniken im Alltag unter Stress gesetzt habe. Vor allem Senioren trafen diese Angabe. Hier könnte auch ein Fingerzeig darauf sein, dass alte Menschen besser an die Techniken herangeführt werden müssten, um lockerer mit ihnen umzugehen. Abwinken herrscht zudem auch, wenn es um die öffentliche Verwaltung geht, ein Bereich in dem Deutschland international quasi ein Entwicklungsland darstellt. Hier rechnen 53 % der Befragten damit, dass die Ämter und Behörden nach der Corona-Krise in alte bzw. analoge Muster zurückfallen werden.

Wie sieht es denn bei euch aus? Wie hat die Corona-Krise euren (digitalen) Alltag verändert?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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2 Kommentare

  1. Home Office nach Corona kann nur funktionieren, wenn der Arbeitgeber auch einen adäquaten Heimarbeitsplatz zur Verfügung stellen kann….. dazu gehört auch ein Arbeitszimmer mit entsprechender Einrichtung.
    Dank Corona schert sich um den Arbeitsschutz momentan niemand, dass wird irgendwann anders. Da nützt dann.der fromme Wunsch des heilen Hubertus und der Partei mit Sozial im Namen nix.

  2. Also mir hat Digitalisierung auch vor Corona schon in ein paar bereichen sehr geholfen.

    Aber wenn man mit seinem Auto nicht mehr vor den Mitarbeitern oder Chef angeben kann wegen HomeOffice, muss das Geld eben in Spielzeug zu Hause fließen ^^

    Ich befürchte allerdings das einige Leute ein paar sachen die aktuell nur Digital möglich sind, liebend gern wieder Face2Face machen werden.

    Ist sicherlich für die letzten 2 Hanseln die ihr Geld noch nicht für unnötig viel Elektronik-kram ausgegeben haben eine gut formulierte Statistik ^^

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