CIA-Tool „Athena“ kann alle Windows-Versionen ausspionieren

Im Rahmen seines Vault 7 hat WikiLeaks interessante Informationen zu einer Spyware der amerikanischen Central Intelligence Agency (CIA) veröffentlicht: Das Tool mit dem Codenamen „Athena“ wurde von der Behörde in Zusammenarbeit mit Siege Technologies entwickelt und kann einen Computer komplett übernehmen. Angreifbar sind über „Athena“ alle Windows-Versionen von XP bis hin zum aktuellen Windows 10.

Näheres zu „Athena“ findet ihr z. B. direkt bei WikiLeaks. Ziel war es, mit der Malware Windows-Rechner zu übernehmen um wahlweise Daten dorthin zu übertragen oder welche zu erlangen. Auch das Löschen von Dateien und die Abfrage von Standortinformationen sind via „Athena“ ein Kinderspiel. Über „Athena“ konnte dann auch noch bei infizierten Rechnern weitere Malware eingeschleust werden. Dadurch, dass mit der Spyware so viele Windows-Versionen angegriffen werden konnten, handelte es sich um ein sehr machtvolles Werkzeug.

Auch „WannaCry“ konnte übrigens nur entstehen, weil Daten zu durch Behörden ausgenutzten Sicherheitslücken durchsickerten. So stellt sich auch dieses Mal die Frage, ob das moralisch alles so korrekt ist, was die Nachrichtendienste da hinter verschlossenen Türen austüfteln. Die Missbrauchsgefahr ist intern in den Behörden und natürlich auch extern nach Bekanntwerden der Techniken enorm.

(OnMSFT)

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9 Kommentare

  1. „So stellt sich auch dieses Mal die Frage, ob das moralisch alles so korrekt ist, was die Nachrichtendienste da hinter verschlossenen Türen austüfteln“

    Die Frage stellt sich? Wohl eher nicht.

  2. War doch klar, interessant finde ich: „um wahlweise Daten dorthin zu übertragen“
    So kann man auch Beweise erschaffen!

    Mal sehen was davon das Wahrheitsministerium, Uschi und Mutti davon gebrauchen kann.
    Bin eher gespannt was Wikileaks bezüglich der letzten Ankündigungen über unser Land zu berichten hat.

  3. Sicherheitsbeauftragter says:

    Die Bundesregierung ist vermutlich total überrrascht. Was, die können unser Windows aussspionieren? Das gibts? Das gibts doch gar nicht. Da sind wir aber überrascht, das hatten uns die Amerikaner gar nicht gesagt. Angelaaaa, die können deine Fotos auffm Windows 7 lesen!

  4. @Mr.Magoo
    Mal schnell bisschen KiPo auf den Rechner geschoben und die Polizei einen Hausbesuch machen lassen und schon ist absolut jeder Mundtot und völlig ruiniert. Und mal ehrlich bei der Anschuldigung glaubt einen doch so oder so niemand mehr was. Schöne neue Welt 🙁

  5. @Namerp in solchen fällen brauchst du einen Kippschalter mit Wannacry remote instant Service und anschließend reboot 😉

  6. Finde ich jetzt nicht so spannend die News, dass ein Trojaner XY der Agentur ABC die Windows Versionen A-Z übernehmen kann. Wenn es ein Exploit gewesen wäre, ok. Aber somit muss der erst mal auf den Host. Ein Skandal wäre es schon eher, wenn die AV-Hersteller den auf ihre Whitelist gesetzt haben.

  7. @Albert
    Das spannende an der News ist nicht die Tatsache, dass es Sicherheitslücken in Betriebssystemen gibt. Der springende Punkt ist, dass ein staatlicher Sicherheitsdienst für Abhörmaßnahmen keine Lücken brauchen sollte, sondern ein Gerichtsbeschluss bei einem Verdacht hier völlig ausreichend ist. Programme wie Athena ermöglichen diesen „Institutionen“ jedoch völlig an jeglichen Rechtsgrundlagen vorbei „Ermittlungen“ durchführen zu können. Völlig ohne Kontrolle. Mögliche – und garantiert auch durchgeführte – anlasslose Überwachung in großem Stil höhlt die Grundlage jeder Demokratie aus. Und das ist es, was an dieser News interessant – und äußerst bedenklich – ist.
    Geheimdienste haben natürlich ihre Aufgabe und das ist auch gerechtfertigt. Ohne Kontrolle gerät das allerdings aus sämtlichen Bahnen. Und die Kontrolle ist so definitiv nicht mehr gegeben. Daten sind Wissen und Wissen ist Macht. Was dir heute nicht als schlimm erscheint, kann dir morgen nach einer kleinen Gesetzesänderung das Genick brechen.

  8. Bemerkenswert – und besonders blöd – ist ja nicht das Geheimdienste das machen was sie schon immer gemacht haben sondern das sie ihre Werkzeuge nicht für sich behalten können sondern die auf dem freien Markt verbreiten. Natürlich ist es blöd, daß Geheimdienste auf meinen Rechner zugreifen können. Noch viel gefährlicher sind allerdings Kriminelle.
    Geheimdienste sollen diese Welt sicherer machen oder wenigstens ihren Regierungen zu Diensten sein (zwei völlig verschiedene Dinge!). Das sie aber auf diese Weise weder das eine noch das andere schaffen, ist nun wirklich skandalös.

    @Namerp
    In den Fällen von Kipo war immer nachzuweisen, daß die Betreffenden von sich aus tätig wurden. Es reicht eben nicht Kipo auf einem PC zu finden. Klassischer Fall ist ja Edathy der ja auch über seinen Account einer kanadischen Firma gefunden wurde. Es war ja sogar juristisch schwierig an seinen PC ranzukommen und erst nachträglich hat man herausgefunden, daß er auch über den Bundestags-PC was runtergeladen hat.

    Wir müssen ehr Angst vor blöden Geheimdiensten haben als vor solchen die uns was böses wollen. Für letzteres nämlich gibt es kaum Beispiele.

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