Automobile: führerlos zur Arbeit

Im Mai 2012 bekam Google die Lizenz, innerhalb von Nevada führerlose Autos testen zu dürfen. Die fahrerlosen Autos erforderten allerdings noch immer eine Person hinter dem Steuer und eine auf dem Beifahrersitz. Das System von Google regelt Bremsen, Gas und Lenkung. Google ist nur einer der vielen Hersteller, die eine solche Lösung gerade erforschen. Knapp ein Dutzend Fahrzeuge hat Google mittlerweile auf der Bahn und heute konnte man vermelden, dass diese gerade satte 300.000 Meilen abgerissen haben. Dies entspricht knapp 483.000 Kilometer und ist damit quasi eine Strecke bis weit hinter den Mond. Bislang haben diese Autos jede Menge Verkehrsarten kennengelernt und laut Google keinen einzigen Unfall gebaut.

Dennoch ist man realistisch: das führerlose Auto ist noch einige Zeit weg: zuerst müssen noch wesentlich mehr Strecken „erfahren“ werden – zum Beispiel in abwegigen Gelände oder im Schnee. Des Weiteren müssen die Autos natürlich nicht nur feste Regeln einhalten, sondern auch auf temporäre Dinge, wie zum Beispiel Baustellen achten. Nun prüft Google seine Autos im fast echten Einsatz: Mitglieder des Teams werden solo mit den Autos gewöhnliche Dinge tun – wie zum Beispiel zur Arbeit zu fahren. Dennoch: der Fahrer wird weiterhin am Steuer sitzen und eingreifen können – und ich persönlich kann mir in dieser Dekade keine autonomen Autos vorstellen, die auf den Straßen zugelassen werden.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

8 Kommentare

  1. Ich glaube das die derzeitige Methode von selbststeuernden Autos sich alleine nicht durchsetzen bzw. funktionieren wird. Die Zukunft wird sich doch wahrscheinlich nur über ein Verkehrsleitssystem sowie selbststeuernden Autos realisieren lassen. Wie sollen Roboter denn z.B. entscheiden wenn vier Autos an einer rechts vor links Kreuzung stehen? Hier wird immer eine übergeordnete Instanz entscheiden müssen. Was dann entweder der Mensch oder ein Leitssystem wäre.

  2. @Marcel:
    Um Deinen Gedanken mal aufzuschnappen: Dass vier Autos an einer solchen Kreuzung zum Stehen kommen, liegt doch gerade an der menschlichen Unfähigkeit, in solchen Situationen sofort untereinander zu kommunizieren. Die Robotik hat es da in jedem Fall einfacher. Wenn die Fahrzeuge untereinander kommunizieren, hat das Auto Vorrang, welches zuerst die Überquerung „anmeldet“. Sollte irgendwann ALLES automatisch gesteuert werden, wird es weder zu Unfällen untereinander, noch zu solchen (ich nenne sie mal) Konfliktsituationen kommen, da es messtechnisch keinen (bzw. nur einen vernachlässigbaren) Gleichstand geben wird.
    –> Vorausgesetzt natürlich, es kommt zu keinen technischen Fehlern oder Manipulationen.

    Ich finde die Forschungen in dieser Richtung ziemlich toll, doch bis das Steuerprogramm tatsächlich alle Situationen erfassen und entsprechend reagieren kann, wird es noch eine ganze Weile dauern. Als weiteren Gegner dieser Entwicklung sehe ich den bis jetzt ungebrochenen Fahrspaß vieler Menschen, der zu keiner kompletten Ablösung führen kann und damit immer menschliches Fehlerpotential zulässt.

  3. Ich denke mal am schnellsten wären fahrerlose Autos wohl auf speziell dafür vorgesehenen Strecken möglich. Auf diesen Strecken müsste man dann auf den „Autopilot“ umstellen, womit die Autos entweder miteinander oder sogar mit der Fahrbahn kommunizieren würden. Wie aber Stephan richtig sagt, wollen eben viele Leute einfach auch selbst fahren.

    Umsetzen könnte man das ganze eventuell auf einer zusätzlichen Spur auf der Autobahn. So können die einen weiterhin selbst fahren und Staus produzieren, während die anderen alle gleich schnell und perfekt fahren und schneller ankommen 😉

  4. Definitiv eine interessante Entwicklung die so oder so ähnlich irgendwann mal kommen wird, zumindestens optional falls man mal keine Lust hat selbst zu steuern.

  5. Iron Fist says:

    Je mehr Menschen ihr eigenes Denken an Maschinen outsourcen, desto bescheuerter werden sie. Man schaue sich nur all die hirnlosen Zombies mit crApple-Devices an…

  6. Geraldine Göllner says:

    Da wird ein Traum wahr: Man könnte schlafend im eigenen Auto in den Urlaub fahren.

  7. coriandreas says:

    Ich habe mit jemanden gewettet, dass bis 2022 auf deutschen Strassen Fahrzeuge vollautomatisch fahren;) auf der Basis von Projekt Leonie, deren Entwicker 2010 behaupteten, in 8 Jahren (also 2018) das Teil zur Serienreife zu bringen. Bedenkt auch das Mooresche Gesetz! Klar, aller Anfang ist schwer! Aber ich wette, dass Google noch in diesem Jahrzent vollautomatisch fährt. Jetzt fehlt nur noch das vollautomatisch gesteuerte Flugauto;)

  8. Und auch noch von einem Deutschen konzipiert 🙂