Apple Watch Series 4 offiziell vorgestellt, beherrscht EKG und kommt mit größerem Display

Nun ist es offiziell: natürlich aktualisiert Apple auch seine Watch-Serie und stellte somit heute auf seiner Keynote im Steve Jobs Theatre gleich zu Beginn die neue Apple Watch Series 4 der breiten Öffentlichkeit. Dabei gibt es aber gar nicht mehr so viel neues zu berichten, einigen Leaks im Vorfeld der Keynote sei Dank.

Die größte Änderung erlebt die Watch beim Display. Dieses orientiert sich gewissermaßen am iPhone X und kommt beim neuen Modell somit nahezu randlos daher und vergrößert die Uhren je nach Modell-Variante auf 40- beziehungsweise 44 mm Gesamtgröße. Apple spricht hier von 32, beziehungsweise 35 Prozent mehr Display als zuvor. Die Vorjahresmodelle gab es bisher in den Ausführungen 38, respektive 42 mm. Dank des größeren Displays und einer verbesserten Auflösung, haben nun auch die Komplikationen, sowie andere Informationen auf der Apple Watch ein wenig mehr Platz.

Dafür wurde auch die Oberfläche der Watch angepasst, es gibt nun ein Watchface für bis zu acht Komplikationen, das sich natürlich komplett anpassen lässt. Neuerdings könnt ihr mit der Apple Watch zum Beispiel auch Kontaktbilder bei euren Kontakten mit anzeigen oder euch Boarding-Informationen von Flügen einblenden lassen.
Doch auch die Eingabekrone der Apple Watch Series 4 wurde angepackt. Diese bietet fortan haptisches Feedback, damit ihr eure Eingaben noch besser bestätigt bekommt.

Der Lautsprecher der neuen Watch soll auf knapp 50 Prozent mehr Lautstärke kommen, als es noch bei den Vorgängern möglich war. Apropos Ton: Das Mikro der Uhr wurde bei der Series 4 auf die andere Geräteseite verlagert, um ein Echo zu reduzieren und so auch die Anrufqualität anzuheben.

Herzstück der neuen Apple Watch bildet der neue S4-Prozessor. Dieser bietet ein Dual-Core-System mit 64bit und soll bis zu doppelt so schnell als sein Vorgänger sein. Doch auch das Gyroskop und der Beschleunigungssensor der Uhr wurden verbessert, wodurch sich Bewegungen noch schneller erkennen und verarbeiten lassen sollen. Dadurch lässt sich angeblich auch erkennen, wenn der Träger der Uhr stürzt. In diesem Falle kann die Watch eine Benachrichtigung an eure Kontakte versenden und einen Notruf initiieren, wenn die Person länger als eine Minute liegenbleiben sollte.

Sollte euer Puls einmal zu niedrig erscheinen, informiert euch die Series 4 umgehend, dass da was nicht stimmen kann und überwacht parallel euren Herzrhythmus. Wo wir gerade beim Herzen sind: ein neuer, elektrischer Sensor ermöglicht es Apple erstmals, mit einer Smartwatch ein Elektrokardiogramm (EKG) erstellen zu können. Dazu öffnet man die entsprechende App, legt seinen Finger auf die Krone und lässt dann 30 Sekunden lang eine Messung durchführen. Das Ergebnis wird anschließend als PDF gespeichert und kann so beispielsweise eurem Hausarzt mitgenommen werden.

Diese Features wird es, wie so oft, erst einmal nur wieder in den USA geben. Allerdings versichert Apple, dass diese im späteren Verlaufe des Jahres auch in andere Regionen der Welt verteilt werden sollen. Trotz all der neuen Funktionen soll die Ausdauer der Series 4 weiterhin bei „bis zu einem Tag“ liegen.

Die Rückseite der Uhr besteht aus Keramik/Saphirkristall, was nicht nur klasse aussieht, sondern auch noch für einen wesentlich besseren Empfang sorgen soll. Man darf ja nicht vergessen, dass es sich mit der Uhr mittlerweile auch telefonieren lässt. Bezugnehmend auf die Datensicherheit eurer Gesundheits- und Fitnessdaten garantiert Apple, dass wirklich nur der Nutzer selbst entschieden darf, wer diese Daten zu Gesicht bekommt.

Wie bereits im letzten Jahr wird es auch LTE-Varianten geben, die Farben Space Gray, Silber und Gold Aluminium überraschen auch niemanden mehr, ebenso wie auch die Edelstahl- und Sonder-Editionen. Dazu zählt auch „Gold Stainless“ als neues Finish.

Die Apple Watch Series 4 ist ab dem 21. September dieses Jahres erhältlich, die ersten deutschen Partner hierfür sind die Deutsche Telekom und Vodafone. Vorbestellungen sind ab kommendem Freitag möglich. Apple Watch Series 4 (GPS) beginnt bei 429 Euro inkl. MwSt.und Apple Watch Series 4 (GPS + Cellular) startet ab 529 Euro inkl. MwSt., beide mit aktualisiertem Design und neuen Gesundheitsfunktionen. Die Series 3 wird zum neuen Startpreis von 299 Euro inkl. MwSt. erhältlich sein.

Übrigens, die Armbänder der vorherigen Serien können auch bei der Apple Watch Series 4 genutzt werden.

Update: Hier noch ein paar Hands-on-Bilder von Caschy.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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22 Kommentare

  1. Bis zu einem Tag, wow 🙂

    • Ich bin auch ganz beeindruckt. Dazu noch so schön eckig und schon ab 429 Euro. Grandios!

      Die Huawai Watch 2 war/ist vielleicht kein Meisterstück, aber selbst der Neupreis war damals schon 100 Euro günstiger, der Akku hält locker locker 1,5 Tage mit Always-On-Display, regelmäßiger Pulsmessung, Schlaftracking und ständiger Bluetooth-Verbindung, Manchmal reicht’s auch für 48 Stunden. Und sie ist rund; und bekommt immer noch hin und wieder Updates. Wer wie meine Großeltern nicht weiß, dass es Smartwatches gibt, hält es zumindest auch für eine ganz normale Uhr.

      • Die 2 hat so gar nichts mit der Apple zu tun. Der Sensor ist Dreck, das Display ist mies.
        Nach etlichen Kilometern mit dem Bike und nem nahem Herzversagen durch Puls >180 zeigte diese Uhr wiederholt und immer nur max 70 Schläge an. Schweiß am Handgelenk ist böse.
        Hab mir was anderes geholt (Garmin) und seitdem NULL Probleme damit. Diese Huawei Watch ist 10x mehr Fancy-Bling-Bling als die aplle Watch. Letztere kann wenigstens noch was.

      • Die Huawei Watch 2 sieht aber aus aus wie ein fieser Klotz am Handgelenk, alles andere als elegant.

        Ich persönlich hoffe ja, dass die Hersteller von Android Smartwatchs mit dem neuen Qualcomm Prozessor jetzt mal wirklich „smarte“ und wenigstens halbwegs elegant wirkende Smartwatchs bauen werden.

    • Die Uhren laufen mindestens 2 Tage, Apple gibt das sehr konservativ an.

  2. Der Rand des Displays ist doch nicht kleiner als bei der 3, oder?

  3. In der Keynote hieß es, sie stünde der Watch Series 3 in Sachen Akku in nichts nach. Die 18 Stunden sind sicherlich für Power-User gedacht.

    Ich komme mit der Series 3 über zwei Arbeitstage und lasse nachts auch meinen Schlaf mit der Uhr tracken. Das mache ich auch, wenn ich abends nur noch 17 % haben sollte.

    Dann liegt die Anzeige morgens beim Aufwachen zwischen 13 und 10 % und ich lege die Uhr zum Laden auf die Station. Wenn ich das Haus verlasse hat sie wieder 100% und bringt ich über den aktuellen und den kompletten nächsten Tag bis zum Morgen des übernächsten Tages.

    Da kann man nicht meckern.

  4. Wow! Eine Sturzerkennung! Wenn man stürzt, sich 5 Minuten nicht bewegt und auch kein Puls messbar ist, wird statt dem Notarzt vermutlich gleich ein Bestattungsinstitut gerufen. 😉

    Und die Organe werden zur Organspende gemeldet. Vom Hirntod kann man bei Apple-Fanbois ja schon zu Lebzeiten ausgehen. Der muss da nicht extra festgestellt werden. 🙂

  5. Auf den Bildern wirkt sie schon um einiges größer. Werde wohl beide Größen bestellen müssen um zu sehen, welche besser passt.
    Gibt es ein paar Bilder neben der Series 3?

  6. Für mich war das Highlight auf dem Event eindeutig die Apple Watch 4. Da hat Apple aber richtig einen drauf gesetzt.

  7. Mir gefällt sie. Wird meine Series 2 ablösen. Bin aber bei der Größe unschlüssig.

  8. EKG? Echt jetzt? Wer kann das denn ohne medizinische Ausbildung lesen? Und kein Arzt wird sich auf einen PDF-Ausdruck verlassen.
    Was ich mir gewünscht hätte, wäre eine Blutdruckmessung. Das geht über die Pulswellenmessung wohl sogar ziemlich genau.

    • Das EKG ist in Deutschland eh nicht verfügbar.

      Aber angesichts der Tatsache, dass die Apple Watch direkt einen Hinweis darauf gibt, ob alles ok ist oder nicht, hat das schon einen enormen Mehrwert.

    • Vom Prinzip her ist das ein einfaches 1-Kanal-EKG (Ableitung I), das reicht logischerweise nicht um einen Herzinfarkt auszuschließen, aber für eine schnelle Aussage ob Sinusrhythmus oder Vorhofflimmern/andrere Rhythmusstörung ist das völlig ausreichend. Man muss es ja nicht selber lesen, die Uhr wertet das wohl rudimentär aus und alternativ kann man wie gesagt ein pdf an seinen Arzt schicken. Teilweise funktionieren aktuelle EKGs bereits ohne Papier und generieren ebenfalls PDFs, für den Arzt ist das keine große Umstellung.

  9. Funktionieren die Uhren auch mit Android Smartphones? Uhr + iPhone ist mir momentan zu teuer…

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