Apple Research: Hörstudie liefert erste Erkenntnisse

Über die Research-App von Apple hatte das Unternehmen vor anderthalb Jahren drei Studien initiiert, zu denen unter anderem auch eine Hörstudie gehört. Zu jener Studie konnte das Unternehmen nun erste Erkenntnisse veröffentlichen und sie in den USA ebenfalls in der Research-App verfügbar machen. Das zugrundeliegende ResearchKit von Apple ist Open Source und kann auf Wunsch anonym medizinische Daten von Nutzern sammeln, die für Forschungen und Studien herangezogen werden sollen. Dies passiere alles auf freiwilliger Basis, so Apple. Zur Teilnahme bedarf es lediglich eines iPhones, einer Apple Watch oder AirPods, wodurch sich angeblich deutlich mehr Freiwillige bereiterklärt hätten teilzunehmen als an klassischen Studien.

Die sogenannte „Apple Hearing Study“ basiert auf der Kooperation zwischen Apple und der University of Michigan School of Public Health, die dort gewonnenen Daten werden vor allem der WHO für ihre „Make Listening Safe“-Initiative zur Verfügung gestellt. Die Studie hat ergeben, dass im Grunde jeder vierte Teilnehmer regelmäßig höheren als den empfohlenen Umweltschallpegeln ausgesetzt sei. Ursachen hierfür sind neben Verkehr und öffentlichen Verkehrsmitteln auch Maschinen und dergleichen, mit denen die Teilnehmer tagtäglich zu tun haben. Fast die Hälfte aller Teilnehmer arbeite laut der Daten an einem Arbeitsplatz, der viel zu laut für ein gesundes Gehör sei.

Was in der Studie auch berücksichtigt wird, ist, wie laut die Teilnehmer über ihre AirPods und andere Kopfhörer Musik hören. Die Ergebnisse zeigen, dass gut 10 Prozent hier regelmäßig höhere Lautstärken eingestellt haben, als es für ihr Gehör okay wäre.

Weitere Erkenntnisse der Studie:

  • Bei 1 von 10 Teilnehmern wurde professionell ein Hörverlust diagnostiziert
  • 75 % derjenigen, bei denen ein Hörverlust professionell diagnostiziert wurde, nutzen kein Hörgerät oder Cochlea-Implantat
  • 1 von 5 Teilnehmern hat einen Hörverlust im Vergleich zu den Standards der Weltgesundheitsorganisation
  • 1 von 4 Teilnehmern hat einige Male pro Woche oder öfter ein Klingeln in den Ohren

Na, erkennt ihr euch da wieder? Musik höre ich ebenfalls gerne laut, habe auch beruflich bedingt sehr oft Lautsprecher auf den Ohren, durch die gleich mehrere Kanäle unterschiedlicher Quellen relativ laut zu hören sind. Daher bin ich dann in meinem privaten Alltag sehr froh, wenn mich Ruhe umgibt, was natürlich nicht immer gewährleistet werden kann.

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Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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3 Kommentare

  1. Da erkenne ich mich nicht wieder. In den Einstellungen habe ich 85db als Limit eingestellt und höre auch nicht auf maximaler Lautstärke.
    Ich mag Musik als Begleitung, aber will mich nicht abschotten. Daher sind die AirPods auch immer auf Transparenz gestellt.
    Ich hab lange genug in lauten Umgebungen gearbeitet, da muss mich mir das Gehör nicht völlig ruinieren.

    • Hi Keri
      die Fachwelt könnte jetzt bestimmt vortrefflich über dBi, a oder c streiten – für dich aber wohl viel entscheidender ist jedoch, daß der Arbeitsschutz ab 80dB vorsieht, daß Gehörschutz angeboten werden und >85dB zwingend getragen werden muss 😉
      Insofern bitte immer Vorsicht walten lassen und lieber früher als später mal einen Hörtest machen, um Probleme frühzeitig erkennen zu können.

      • Der Arbeitsschutz hatte regelmäßig geprüft und den Lärm zwar am Limit, aber als noch vertretbar abgenickt. Erst in den letzten Jahren kam dann der Gehörschutz auf. Eventuell wurden die Grenzwerte angepasst?
        Aus dem Bereich bin ich nun auch schon einige Jahre heraus. Trotzdem kommt nun das Alter hinzu. Insofern muss man halt Obacht geben.

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