Aliro: Standard für Smart-Locks und digitale Schlüssel in der Mache

In der Connectivity Standard Alliance (CSA) haben sich zahlreiche Unternehmen zusammengeschlossen, um technische Branchenstandards zu schaffen und mitzugestalten. Kann man sich ähnlich vorstellen, wie die Wi-Fi Alliance. Zu den gemeinsamen Standards, an denen man arbeitet, zählen das Funkprotokoll Zigbee sowie der Interoperabilitätsstandard fürs Smart Home: Matter. Zur CSA zählen viele namhafte Unternehmen. Neben Amazon, Apple und Google ist beispielsweise auch Samsung Allianzmitglied. Insgesamt kommt man auf über 675 Technologieunternehmen, die an offenen IoT-Standards arbeiten.

Mit „Aliro“ feilt man bereits an der nächsten Vereinheitlichung. Hier geht es um eine Interoperabilität zwischen mobilen Geräten, wie Smartphones oder Wearables, und Lesegeräten. Konkret arbeitet man an einem gemeinsamen Berechtigungsnachweis sowie einem gemeinsamen (Kommunikations-)Protokoll, das auch für eine breitere Akzeptanz sorgen soll.

Durch zertifizierte und Hardware und mit einer einheitlichen Erfahrung soll dies das Entriegeln von Türen mit elektronischen Geräten erlauben. Konkret haben sich da unter anderem Apple, Google, Qualcomm, Samsung sowie Assa Abloy und weitere Unternehmen zusammengeschlossen, um dieses Vorhaben entsprechend zu standardisieren. Aliro soll nach den folgenden Grundprinzipien funktionieren, die Hauseigentümern, Mietern, aber auch Installateuren Vorteile verschaffen sollen:

  • Einfachheit – Geringere Hürde für die Implementierung durch Reduzierung der Komplexität bei der Integration und Vereinfachung der Fehlerbehebung.
  • Flexibilität – Unterstützt verschiedene Arten von Installationen oder Architekturen und bietet bequemen Zugang zu gemeinsamen und individuellen Zugangspunkten.
  • Sicherheit – Grundlage für die Implementierung hochmoderner sicherer und vertrauenswürdiger mobiler Zugangslösungen.
  • Interoperabilität – Ein standardisiertes Kommunikationsprotokoll ermöglicht es, dass herstellerunabhängige Geräte und Leser an der Tür zusammenarbeiten.

Durch das Reduzieren von Komplexität und dem Angebot an Zertifizierungen will man es Herstellern erlauben, die Kosten für Forschung und Entwicklung zu senken und den Installationsprozess zertifizierter Hardware zu erleichtern. Hierzu zählt auch das Vereinfachen der Verwaltung und Wartung von Zutrittskontrollsystemen.

Herzstück von Aliro ist das Kommunikationsprotokoll. Hier setzt man auf eine Bandbreite von Übertragungstechnologien. Im Standard vorgesehen sind: Near Field Communication (NFC), Bluetooth Low-Energy (LE) und Ultra-Wideband (UWB). Im Standard sind zudem eine asymmetrische Kryptografie und Credential-Daten enthalten.

Durch Aliro soll es möglich werden, dass Hersteller von Zugangskontrollsystemen mit mobilen Geräten zusammenarbeiten und das Mobilgerät als Schlüssel dient. Man verspricht sich dadurch zudem einen universell einsetzbaren Ansatz in Büros, aber auch Hotelzimmern.

Da bin ich für meinen Teil mal gespannt. Für Autoschlüssel gibt es da das Car Connectivity Consortium. UWB-Autoschlüssel per Smartphone oder Smartwatch sind aber nach wie vor nicht salonfähig und großflächig verbreitet – obwohl Apple und Google die in ihren mobilen Betriebssystemen unterstützen und es auch einige kompatible Hardware am Markt gibt. Ebenfalls spannend: Eine etwaige Zusammenarbeit von Aliro mit Matter wird bisher nicht erwähnt.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Lehrer. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. X; Threads; LinkedIn. Mail: felix@caschys.blog

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6 Kommentare

  1. Solange die mechanischen Backup-Schlösser ein Witz sind und ich auf die LangzeitSerververfügbarkeit von irgendwelchen Startups vertrauen soll ist SmartLock für mich tot

    • Das kann ich jetzt nicht nachvollziehen.
      Hinter dem Nuki sitzt das Schloss deiner Wahl und den Server braucht man nur für den Fernzugriff.
      Was ist daran jetzt tot?

      • Fernzugriff? Wieso sollte ich meine Tür von unterwegs öffnen wollen? Davon abgesehen müssen die Schlösser doch für den Fernzugriff bei einem Server registriert werden. Und wenn die Server vom Netz gehen funktioniert das nicht mehr. Dann gibt es da bestimmt pfiffige Hersteller die auch noch ein „update“ für ihre Schlösser raus bringen die dem schloss dann mitteilen das es nicht mehr zu funktionieren habe.

        „Hinter dem Nuki sitzt das Schloss deiner Wahl …“ Hoffe mal dass man das Nuki nicht so einfach abbauen kann.

        • Nuki ohne Fernzugriff ist rein lokal. Ich habe aber dann und wann mal die Wohnungstür geöffnet um gute Bekannte Dritte reinzulassen, z.B. weil ich mich verspätet habe.

          Und abbauen ist ganz easy. Wenn man in der Wohnung ist. 😉 Von außen siehst du nur den regulären Zylinder.

        • Willst du keinen Fernzugriff, brauchst du den auch nicht zu aktivieren. Dann wäre zB. das Standard Nuki 4. Gen was für dich, das hat kein WLAN. Funkt lokal per Thread und Bluetooth. Gegen in-App Kauf kann man 2024 optional einen Fernzugriff über einen Thread Border Router seiner Wahl aktivieren. Habe selbst noch kein Nuki, aber mWn läuft die App sogar ohne Account Erstellung!

  2. Keine Ahnung, ob das Zufall oder gewollt ist, aber „Aliro“ ist ein Wort auf Esperanto und bedeutet „Zugang“ (Aussprache übrigens Al-iro und nicht A-liro).

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