Zolo Liberty im kurzen Hörtest

24. Dezember 2017 Kategorie: Hardware, Streaming, geschrieben von:

Die Marke Anker hat sich vor einiger Zeit neu aufgestellt. Hier hat man verschiedene Teil-Marken aus der Taufe gehoben, die die jeweilige Sparte repräsentieren. Und bei Kopfhörern hat man da die Marke Zolo parat. Die kam in die Medien, da die doch recht große Firma Anker der Meinung war, dass man eine Kickstarter-Kampagne für die Zolo Liberty+ ins Leben rufen müsse. Das war dann auch erfolgreich, im Januar 2018 soll die Plus-Variante erscheinen. Ich konnte schon ein Ohr auf die Zolo Liberty werfen, die man derzeit für um 100 Euro bei Amazon kaufen kann.

Bei den Zolo Liberty handelt es sich um Kopfhörer, die man sich in die Ohren steckt. Ohne Halterung und ohne Kordel, einfach so. Wie AirPods ohne Steg quasi. Nicht die erste Lösung dieser Art, gibt ja noch Bragi Dash und auch Bang & Olufsen E8, die ähnlich aufgebaut sind. Die Fakten kurz und schmerzlos: Zolo Liberty kommt mit einem Ladecase, den Hörern als solches und jeweils drei Größen Ohrstücke und Überzügen für die Liberty, die quasi Wingtips agieren, was für besseren Halt sorgen soll.

 

Man kann diese natürlich auch ohne die Wingtips verwenden. Genutzt werden können die Zolo Liberty mit jedem Smartphone, das Ganze wird einfach via Bluetooth gekoppelt. Im Gegensatz zu den kommenden Liberty+ setzt man bei den Liberty auf Bluetooth 4.2, nicht auf 5.0.

Tragekomfort der Zolo Liberty: Bei normalen Gang sollten die nicht rausfallen, sitzen gut im Ohr fest. Muss man schauen, dass man sich die passenden Propfen und Wingtips draufmacht, dann passiert auch nichts bei Bewegung. Die sitzen.

Akkulaufzeit: Zolo spricht von bis 3,5 Stunden, im Schnitt war nach 3 Stunden bei mir Feierabend. Dann müssen die Hörer in das Ladecase. Dieses sorgt für bis zu weiteren 24 Stunden Hörzeit, 15 Minuten Ladezeit entsprechen dabei bis zu einer Stunde Gesprächszeit über ein Smartphone, Musiktechnisch ist dies aber weniger.

Wer länger unterwegs ist, sollte dann vielleicht zu kabelgebundenen Hörern greifen oder sich der Tatsache stellen, dass man zwischendurch eine Ladepause einlegt. Das Ladecase ist recht kompakt, aber deutlich größer als das des Mittbewerbers Apple. Eine LED zeigt dabei den Stand des Akkus des Ladecases an. Sobald man die Liberty entnimmt, wird gekoppelt. Das geschieht gut und automatisch. Die Hörer werden im Case deaktiviert, allerdings kann man sie auch ausschalten, ohne dass man sie im Case verstaut.

Audio-Wiedergabe: Interessante Geschichte. Hatte nicht ganz viel erwartet von den Zolo Liberty, die normal um 100 Euro kosten, aber immer wieder mal in einer Aktion für schlappe 60 Euro zu haben sind. Aber: Die Dinger sind ausreichend laut und haben einen wirklich guten Sound. Sowohl Höhen als auch Bässe und die Mitte kommen für meine Ohren gut rüber – und ich bin musikalisch recht breit aufgestellt und habe so ziemlich viele Genres in meiner Test-Liste, die ich immer wieder höre. Daumen nach oben für den Sound von mir (unterstützt wird übrigens AAC und SBC). Mal schauen, was die Liberty+ später mal können, denn die setzen auf 2x 6mm Treiber,während die Liberty auf 5mm setzen. Übrigens: Man kann auch nur einen Zolo-Liberty-Stöpsel nutzen.

Steuerung: Die Zolo Liberty verfügen über eine Steuerung. Hier hat man die üblichen Verdächtigen: Pause, Skip & Co. Ein Tap pausiert die Musik oder nimmt einen Anruf an. Ein Doppel-Tap holt den Assistant nach vorne – Siri oder aber auch den Google Assistant. Funktioniert alles wie beschrieben, lediglich die Lautstärke muss über das Smartphone gesteuert werden, wenn man nicht mit dem Assistant sprechen will.

Eine Empfehlung? Wenn man sich von sämtlichen Kabeln freimachen will, dann könnten die Zolo Liberty einen Versuch wert sein. Der Sitz ist gut und der Klang für die Größe meines Erachtens sehr gut. Rein preislich muss man natürlich schauen. Versucht man, eine Rabattaktion zu erwischen oder sind einem die Kopfhörer 100 Euro wert? Ich sag mal so: Vielleicht noch ein bisschen warten und hoffen, dass die Liberty+ zum guten Einstiegskurs auf den Markt kommen. Haben auch IPX5-Schutz und kommen mit größerem Treiber nebst App- und Bluetooth-5.0-Unterstützung auf den Markt. Die sollen dann um 129 Euro kosten – ich tippe auf einen günstigeren Preis zum Einstieg. Ansonsten: Hut ab, Zolo. Mehr Sound drin als ich erwartet habe.


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