Uber wagt mit UberX einen neuen Anlauf in Berlin

9. Mai 2016 Kategorie: Internet, Mobile, geschrieben von: André Westphal

uber-logoUber, der vor allem in den USA beliebte Online-Vermittlungsdienst für Fahrdienstleistungen, hat in Deutschland so manche Probleme. Etwa musste der Anbieter erst Ende Oktober 2015 in vielen dt. Städten seinen Dienst UberX einstellen. Uber Pop darf in Deutschland generell gar nicht angeboten werden. In Berlin will Uber allerdings mit UberX bald nochmals versuchen verstärkt Fuß zu fassen. Zwar ist Uber in Berlin aktuell noch präsent, vermittelt dort derzeit aber nur reguläre Taxis. Im Juni 2016 soll sich das ändern, denn dann soll in Berlin UberX an den Start gehen. Über UberX sollen dann private Fahrer abseits der Taxiunternehmen vermittelt werden.

Die UberX-Fahrer müssen über einen Personenbeförderungsschein verfügen und arbeiten quasi nicht eigenständig, sondern für Mietwagen-Unternehmen. Die Initiative soll folglich in Zusammenarbeit mit einem Mietwagenpartner anlaufen, den Uber aber noch nicht konkret genannt hat. Langfristig will Uber auch noch UberPool nachreichen. Wie der Name andeutet, abgeleitet vom Carpooling, teilen sich bei diesem Konzept mehrere Mitfahrer ein Auto. Hochaltruistisch argumentiert Uber, dadurch sollen Kunden Geld sparen, Fahrer mehr Einnahmen generieren und es schone die Umwelt. Na ja, und sicherlich fallen auch ein paar Münzlein für Uber selbst ab.

UberX

Gegen UberPool spricht aktuell jedoch noch eine Klausel im Personenbeförderungsgesetz in Deutschland. Ob Uber also diese rechtliche Hürde nehmen kann, ist noch offen. Vor derlei Problemen könnte mittelfristig auch Uber X in Berlin stehen. Laut einem Sprecher des Unternehmens habe man sich jedoch rechtlich abgesichert. Ich habe aber meine Zweifel daran, dass die Taxianbieter das so auf sich sitzen lassen.

Jene zoffen sich seit ca. zwei Jahren in Deutschland mit Uber. Dadurch kam es auch für das anfangs siegessicher auftretende Uber dazu, dass UberPop für Deutschland komplett abgeschrieben ist. Über UberPop sollten private Fahrer mit eigenen PKW eingespannt werden. Dem wurde allerdings durch entsprechende Urteile bei uns ein Riegel vorgeschrieben. Auch UberX ist derzeit in Deutschland nur noch in München am Start. Als Ursache dafür nennt Uber, dass man in anderen Städten nicht genügend Fahrer habe finden können, um die Verfügbarkeit des Dienstes zu sichern.

Ich bin gespannt, wie es mit Uber in Deutschland weitergeht. Rechtlich ist der Spielraum des Anbieters gering, so dass es auch sein kann, dass das US-Unternehmen irgendwann doch noch entnervt hinschmeißt.


Über den Autor: André Westphal

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