Thunderbird: Mitchell Baker gibt Update zu Mozillas Plänen

3. Dezember 2015 Kategorie: Firefox & Thunderbird, geschrieben von: André Westphal

Mozilla_Thunderbird_logo

Erst vor zwei Tagen hatte ich ein paar Zeilen zur potentiellen Zukunft von Thunderbird geschrieben. So sieht es aktuell danach aus, dass Mozilla sich vom E-Mail-Client verabschieden möchte, um sich voll und ganz auf den Browser Firefox zu konzentrieren. Genau jene Verfahrensweise hat Mitchell Baker, die Vorsitzende der Mozilla Foundation, nun in einem eigenen Blog-Post für die Community aufgeschlüsselt. Dabei stellt sie sich auch den Vorwürfen Mozilla würde Thunderbird einfach fallen lassen. Denn jenes sei laut Baker keineswegs der Fall. Vielmehr müsse man die verwebte, technische Infrastruktur von Firefox und Thunderbird auflösen, um beiden Programmen die Zukunft zu ermöglichen, welche sie verdienen.

Laut Baker nutzen Firefox und Thunderbird beide die Mozilla Build-and-Release-Systeme und seien durch gemeinsame Techniken verbunden. Natürlich sei auch die Heimat innerhalb der Mozilla Foundation bzw. des Mozilla Projects identisch. Doch da die Anforderungen an beide Anwendungen so unterschiedlich seien, könne das in Zukunft nicht effektiv genug sein. Firefox etwa müsse sich noch viel rasanter entwickeln, um im Mobile-Bereich aufzuschließen und auch jüngste Entwicklungen in den Segmenten der Cloud sowie Social Media noch besser aufzugreifen. Thunderbird dagegen sei weiterhin ein schönes Projekt – aber mit völlig anderen Anforderungen.

lizard wrangling - mitchell baker

Deswegen suche man nach neuen Partnern für Thunderbird – einige Organisationen hätten laut Baker bereits Interesse angemeldet und könnten sich Investitionen vorstellen. Das sei jedoch nur ein wichtiger Schritt, denn es gelte eventuell auch Thunderbird aus Mozillas technischen und juristischen Strukturen vollständig herauszulösen.

Hier habe man aber noch keine finale Entscheidung getroffen. Derzeit befänden sich die Diskussionen um Thunderbirds potentielle neue Heimat und neue Strategien und Partner noch in einem sehr frühen Stadium. Fest stehe lediglich, dass Firefox und Thunderbird für die Zukunft getrennte Wege gehen müssten, um sich jeweils für sich am besten zu entfalten. Zu allem weiteren werde man die Mozilla-Community auf dem Laufenden halten.


 

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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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