Mozilla möchte Thunderbird in die Freiheit entlassen

1. Dezember 2015 Kategorie: Firefox & Thunderbird, geschrieben von: André Westphal

Mozilla_Thunderbird_logoMozilla will sich in Zukunft offenbar sehr stringent auf seinen Browser Firefox fokussieren. So erklärt die Vorsitzende der Mozilla Foundation, Mitchell Baker, in einem internen Memo, dass sich Thunderbird frei von Mozilla besser werde weiterentwickeln können. Verwunderlich ist jene Aussage nicht, denn der kostenlose Mail-Client erhält seit Ende 2012 seitens Mozilla ohnehin größtenteils nur noch Sicherheits- und Stabilitäts-Updates. Neue Funktionen implementiert Mozilla demnach seit Jahren nicht mehr selbst, stellt es aber unabhängigen Entwicklern frei.

Konkret schreibt Baker im Memo „Ich denke Thunderbird würde aufblühen, wenn es sich von der Abhängigkeit zu Mozillas Entwicklungs-Systemen und in einigen Fällen auch der Mozilla-Technologie verabschieden würde.“ Ziel für Mozilla sei es nun, in Zukunft die Vernetzungen zwischen Firefox und Thunderbird gesittet zu trennen. Das klingt fast nach der Auflösung einer Liebesbeziehung. Ob Mozilla Thunderbird dabei aber als eigene Open-Source-Einheit abspalten oder das Produkt vielleicht sogar an einen kommerziellen Partner übergeben könnte, ist leider noch offen.

thunderbird screenshot

Klar ist für die Zukunft lediglich, dass Mozilla sich auf Firefox konzentrieren möchte. So hat die Organisation alle Hände voll zu tun, um sich gegen die Konkurrenz von Google Chrome durchzusetzen und vor allem an mobilen Endgeräten endlich aufzuschließen. Für Thunderbird findet Baker dagegen deutliche Worte und bezeichnet den Support mit Sicherheits- und Stabilitäts-Updates als eher lästige Pflicht, welche sich anfühle wie „Steuern zu zahlen“. Letzten Endes müsse man sich zudem stets damit abfinden die Weiterentwicklungen von Mozilla und Thunderbird aneinander anzupassen. Das sei aber langfristig für beide Anwendungen eine Behinderung.

Man darf nun auf die Zukunft des E-Mail-Clients gespannt sein. Es gibt immer noch viele Fans des Programms, welche die schlichte, wenn auch leicht altbackene Oberfläche schätzen – dazu zähle auch ich mich, denn ich nutze Thunderbird aktiv. Das vollständige Memo von Mitchell Baker zur potentiellen Zukunft von Thunderbird könnt ihr übrigens hier abrufen.

(via TechCrunch)

 

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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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