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Telekom verkaufe Kunden laut Verbraucherzentrale Sachsen mit Spotify-Drosselung für dumm

4. April 2016 Kategorie: Internet, Software & Co, Streaming, geschrieben von: André Westphal

artikel_telekomIch habe erst kürzlich darüber gebloggt, dass die Deutsche Telekom bald ihre Verfahrensweise bzgl. Spotify drastisch ändert: Bei der Telekom ist es möglich, für Mobilfunktarife die Option „Musik Streaming“ zu buchen. Dann wird der Spotify-Datenverkehr nicht auf das monatliche Datenvolumen angerechnet. Das bleibt auch so. Bisher ist es allerdings zusätzlich so gewesen, dass Spotify zudem von einer Drosselung ausgenommen blieb, wenn das Datenvolumen des Nutzers aus anderen Gründen gesprengt wurde. Das ändert die Telekom: Tritt eine Drosselung in Kraft, trifft dies nun auch Spotify bzw. Kunden mit „Musik Streaming“. Während die Telekom dies mit Verweis auf die neuen Regelungen zur Netzneutralität begründet, meint die Verbraucherzentrale Sachsen, das Unternehmen wolle seine Kunden „für dumm verkaufen“.

Laut Verbraucherzentrale Sachsen wolle die Deutsche Telekom über diese Änderung lediglich den Kunden indirekt SpeedOn, also zusätzliches Datenvolumen, andrehen. Denn laut Dr. Katja Henschler richte sich die Deutsche Telekom nur so nach der EU-Verordnung zur Netzneutralität, wie es ihr am besten in den Kram passe. Denn eine Gleichbehandlung mit anderen Internetdiensten stelle man auch durch die Veränderung nicht her – schließlich werde das Spotify-Streaming dennoch als Spezialdienst behandelt, da vor Eintreten einer Drosselung der Spotify-Datenvekehr nicht auf das Inklusivvolumen angerechnet werde. Was die Deutsche Telekom betreibe, sei also nichts Halbes und nichts Ganzes.

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Da das Inklusivvolumen aber nach wie vor von der Spotify-Nutzung ungeschmälert bleibt und erst dessen ohnehin erfolgende Drosselung auch Spotify verhindert, hat das mit Netzneutralität sehr wenig zu tun„, kritisiert Dr. Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen. Ihre Schlussfolgerung ist: „Wenn nun die Telekom behauptet, dass sie mit der Änderung ihres Spotify-Modells dem neuen Netzneutralitätsgebot gerecht werden würde, wird wohl eher der Nutzer für dumm verkauft.

Nun müsste man sich vermutlich die gesamte EU-Verordnung mitsamt selbst der kleinsten Mehrdeutigkeiten zu Gemüte führen, um zu prüfen, ob die Deutsche Telekom oder die Verbraucherzentrale im Recht ist. Warten wir mal ab, ob die Deutsche Telekom sich eventuell nochmal zu den Vorwürfen äußert.



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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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